Minimalistischer Couch Glastisch mit Cubus Kerzenständer By Lassen und Kerze vor grauem Sofa

Die Bewegung des Minimalismus ist zeitlos und modern zugleich. Klare Strukturen, graphische Formen, gedeckte Farben und skandinavische Deko schaffen dabei eine ruhige, zeitlose und „aufgeräumte“ Atmosphäre. Die findet bei vielen Befürwortern einen großen Anklang: Der daran angelehnte Slow Living Trend ist weit verbreitet. Auch Sie möchten minimalistisch wohnen? Unsere Interior-Experten führen Sie mit hilfreichen Tipps zum perfekten Stil. Haben Sie keine Angst vor leeren Wänden, glatten Oberflächen und offenen Räumen! Denn eine minimalistische Einrichtung lebt zwar von der Reduzierung, ist aber weder unpersönlich, noch ungemütlich. Minimalistisch wohnen kann so viel mehr, als nur von Verzicht zu leben!

Das ist der Minimalismus

Minimalismus bedeutet ganz simpel: Die Befreiung von Ballast, eine Kunst des Weglassens. Und die Besinnung auf das Wesentliche, abseits von Konsum und Kaufen. Lebenskonzepte dazu beziehen sich auf alle Bereiche des Lebens und zielen darauf ab, mit weniger Materiellem mehr Glück und Zufriedenheit zu schaffen. In Bezug auf Wohnen heißt Minimalismus klare Formen, zurückhaltende Farben, viel Platz und wenig Deko. Ordnung durch regelmäßiges Aufräumen ist zudem Pflicht! Aber keine Angst – mit weniger Teilen entsteht auch weniger Unordnung.

Wie der Minimalismus entstand

Der Begriff kam erstmals in den 1965er Jahren in einem kunstgeschichtlichen Zusammenhang auf. Dieser beschreibte eine Gruppe von amerikanischen Künstlern, welche die Form Ihrer Skulpturen an geometrische Körper wie Kuben, Kegel oder Zylinder anlehnten. Wichtig dabei war, dass die Kunstwerke keine Geschichte erzählten, sondern nur darstellten, was sie auch wirklich sind. Donald Judd – einer der Künstler – gab dann den Startschuss des Minimalismus in Design und Architektur, als er begann, statt Skulpturen Möbelstücke zu erschaffen. Seinen Höhepunkt erreichte der Begriff aber erst in den 1980er Jahren – er war die Gegenbewegung zur Postmoderne.

Doch auch schon im Bauhausstil der 1920-30er Jahre finden sich Züge des Minimalismus wieder. Heute kommt der beliebte Scandi-Look dem minimalistischen Einrichtungsstil mit seinen hellen Farben und natürlichen Materialien am nächsten.

Übersicht: Bereiche des Minimalismus

  • Die Freizeit: Ein Minimalist setzt den minimalistischen Lebensstil selbstverständlich auch im eigenen Privatleben um. Vielen Menschen fällt dies sehr schwer, da dieser Schritt oftmals mit Verlust gleichgesetzt wird. Idee: Im ersten Schritt können Sie sich eine Liste machen und notieren, was Sie aus Ihrem Leben streichen möchten. Dies können banale Dinge sein, oder beispielsweise das Auto, soziale Kontakte oder der Job, der Sie nicht mehr glücklich macht.
  • Die Gedanken: Nicht nur in Ihren vier Wänden, auch online sollten Sie sich Zeit zum konsequenten Entrümpeln nehmen. Idee: Es ist an der Zeit auch die digitalen Güter zu minimieren und das Smartphone ordentlich aufzuräumen. Analysieren Sie, welche digitalen Dinge, wie Apps oder Kontakte, Sie überhaupt zum Leben benötigen und welche Sie einfach nicht glücklich machen. Oftmals bereiten diese nur Stress und sollten rigoros aus Ihrem Leben gestrichen werden. So haben Sie die Gedanken freier!
  • Der Haushalt: Auch hier heißt es: Aufräumen! Dazu gehören auch das Newsletter per Brief oder Email abbestellen. Idee: Sortieren Sie Medikamente, Gewürze, Schubladen, Zeitungen und Briefe sowie die Kosmetik aus. Und misten Sie auch an Deko alles aus, was Ihnen nicht zu 100% am Herzen liegt.

Tipps und Ideen: Minimalistisch Wohnen

Viel kann nicht nur Reichtum, sondern auch Ballast bedeuten. Genauso ist es in der Wohnung: Ordnung und Übersicht schaffen eine Zufriedenheit. Erfahren Sie daher mit unseren wichtigsten drei Tipps, wie Sie minimalitisch(er) wohnen können:

  • Tipp 1: Reduzierung – durch Ausmisten! Der erste Schritt zum minimalistischen Wohnen ist ein großes Aussortieren. Gehen Sie dafür durch alle Zimmer und konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche. Alles was nicht dazugehört, kommt weg. So schaffen Sie Raum! Denken Sie dabei aber auch an die Deko.
  • Tipp 2: Minimalistisch wohnen – durch weniger Farben & Formen! Halten Sie sich an einfache Elemente, scheuen Sie sich aber nicht davor, verschiedene Formen zu kombinieren. Wenn es um Muster und Dekor geht, halten Sie sich besser an helle, neutrale Farben wie Beige, Hellgrau und Weiß. Sie wollen einen bestimmten Raumbereich akzentuieren? Dann arbeiten Sie hier mit Stoffen und unterschiedlichen Texturen, anstelle von Farben. Interessante Kontraste können Sie außerdem durch einen Mix von Formen und Materialien wie Holz, Beton, Metall oder Glas erzielen.
  • Tipp 3: Schaffen Sie Stauraum, damit nichts herumliegt! Aufräumen und Ordnung ist hier das A und O! Besonders geschlossene Schränke und Sideboards bieten dafür optimalen Stauraum. Denn offene Regale dürfen natürlich auch nur sehr minimalistisch bestellt werden! Oder: Warum nicht auf unsere schönen DIY Paperbags setzen?
  • Tipp 4: Lassen Sie die Wände so viel wie möglich frei! Halten Sie Ihre Wände am besten frei. Denn die blanken Flächen sind alles andere als langweilig! Sie strahlen Ruhe aus und lassen den Raum größer und heller wirken. Sie haben jedoch ein Lieblingsbild, auf das Sie in Ihrer Einrichtung auf keinen Fall verzichten möchten? Dann hängen Sie dieses an einen besonderen Platz und setzen Sie es mit der richtigen Beleuchtung in Szene!
  • Tipp 5: Auch der Boden sollte frei bleiben! Wie bei den Wänden, sollten Sie auch Ihren Boden so viel wie möglich frei lassen. Sammeln Sie alle Gegenstände, die auf dem Boden liegen auf und sortieren Sie diese aus oder um. Wem die große, freie Fläche zu ungemütlich ist, der kann mit einem Teppich oder Läufer nachhelfen. Auch hier sollten Sie auf schlichte Farben und Muster achten.
  • Tipp 6: Bewusster dekorieren! Minimalistisch Wohnen bedeutet keineswegs auf Deko zu verzichten. Es geht viel mehr darum, die Deko in Maßen zu halten und gezielt einzusetzen. Bündeln Sie also lieber Ihre skandinavischen Deko-Stücke, als sie im ganzen Raum zu verteilen. Ordnen Sie hierfür die Elemente in ungerader Zahl an – zum Beispiel sorgen drei Vasen oder fünf Figuren für ein harmonisches Gesamtbild.

Video DIY: Paperbags zur Aufbewahrung

Die Video Ideen unserer Wohn-Experten

Lassen auch Sie dank einer Prise Minimalismus frischen Wind in Ihr Zuhause einziehen. Sie suchen noch nach weiteren Tipps und Tricks? Unsere Interior Experten verraten Ihnen in unserem Video, wie auch Sie sich ganz einfach minimalistisch einrichten können.

  • 1te Idee: Kleine Elemente organisieren! Setzen Sie dafür doch auf schöne Deko-Tabletts oder Schalen.
  • 2te Idee: Kuschelig gestalten – mit Lammfell(-imitaten) und vielen Kissen!
  • 3te Idee: Farben einfach halten – mit Grau, Weiß, Beige und Schwarz.
  • 4te Idee: Klare Formen und gerade Linien sind das A und O beim minimalistischen Einrichtungsstil! Kugeln, Quader und Kuben sind erlaubt, solange sie schlicht gehalten sind.
  • 5te Idee: Grafische Wandbilder, diese können auch ohne Rahmen aufgehängt oder im Rahmen an die Wand gelehnt werden. Halten Sie aber auch Wandflächen frei.
  • 6te Idee: Pflanzen Deko. Denn trotz minimalistischem Einrichtungsstil sollten Sie darauf nicht verzichten. Pampasgras, Kakteen oder Sukkulenten sorgen für ein natürliches und wohnliches Ambiente in Ihrem Zuhause.

Minimalistisches Einrichten

Der Minimalismus ist nicht nur ein Wohnstil, sondern viel mehr eine Art zu leben. Dennoch lässt sich diese Trend-Bewegung vor allem in der Einrichtung am einfachsten umsetzen. Wenn Sie sich an unsere Tipps halten, ist das Einrichten ganz leicht:

Weiße Lackküche mit runden Marmortisch und schwarzen Stühlen im Vordergrund

Minimalistische Möbel

Minimalistische Möbelstücke haben ein eher zurückhaltendes und cleanes Design. Klare Linien, schlichte Formen und glatte Oberflächen stehen hier im Vordergrund. Fehl am Platz dagegen sind Schnörkel oder verspielte Griffe. Dafür haben minimalistische Möbel meist erhöhte und schlanke Füße oder Beine, die den cleanen Look unterstützen. Sie punkten außerdem mit ihrer Funktionalität. Wie wär’s zum Beispiel mit einem Beistelltisch, den man gleichzeitig als Hocker nutzen kann? Auch hier gilt aber: Wählen Sie Möbelstücke in zarten und zurückhaltenden Farben aus.

Tipp: Weniger, ist mehr! Reduzieren Sie Ihre Möbel auf das Wesentliche und stellen Sie den Raum nicht zu voll. Achten Sie außerdem auf hochwertige Materialien – denn Qualität geht im Minimalismus über Quantität!

Ein minimalistisches Wohnzimmer

Ein minimalistisches Wohnzimmer muss nicht kalt und leer sein. Gemütlichkeit ist das Schlüsselwort dazu! Deko-Kissen, Plaids und kuschelige Stoffe sind unabdinglich. Schließlich soll der Wohlfühl-Faktor nicht verloren gehen. Addieren Sie cozy Elemente zu Ihrem Interior und sorgen Sie so für eine wohlige Atmosphäre. Beachten Sie aber auch, dass einzelne herumstehende Elemente schnell für Unruhe sorgen. Schaffen Sie Struktur und drapieren Sie mehrere Accessoires auf einem Deko-Tablett in einem klaren Ton. So sieht alles gleich viel aufgeräumter aus und hat dennoch eine große Wirkung. Das selbe gilt auch für das Esszimmer!

Minimalistische Beleuchtung

Auch wenn das Lebensmotto des Minimalismus “Weniger, ist besser” lautet: Beim Licht sollten Sie auf keinen Fall sparen! Denn eine gute Beleuchtung sorgt für gute Stimmung und mehr Gemütlichkeit in Ihren vier Wänden. Das Design der minimalistischen Leuchten sollte aber der restlichen Einrichtung entsprechen. Verwenden Sie hier also ebenfalls Lampen mit schlichten Formen und klaren Linien und verzichten Sie auf den pompösen Kronleuchter.

Tipp: Vor allem Kerzen schaffen als Lichtquelle eine angenehme Wohlfühl-Atmosphäre!

Minimalistisch Wohnen mit Kindern

Für viele Eltern sind Minimalismus und Wohnen mit Kindern pure Gegensätze. Denn im Minimalismus geht es vor allem um Aufräumen und Ordnung halten und das ist im Kinderzimmer nicht immer so einfach. Dabei ist minimalistisches Wohnen auch für Kinder eine schöne Idee, weil neuer Platz zum Spielen und Spaß haben geschaffen wird. Der erste Schritt in Richtung Minimalismus im Kinderzimmer ist also: Ausmisten! Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind durch alle Spielsachen und sortieren Sie altes oder kaputtes Spielzeug aus. Die übriggebliebenen können Sie dann in einer großen Box in einer schlichten Farbe verstauen.

Inspirationen: Minimalistisch Wohnen

So geht’s: Den Minimalismus halten

Nach der Challenge des Ausmistens kommt dann die Herausforderung, weg vom Kaufrausch zu kommen und seinen minimalistischen Stil zu erhalten. Das klappt mit unseren einfachen Tipps & Tricks:

  • Leihen, tauschen und reparieren Sie.
  • Sortieren Sie für jedes neue Teil etwas aus.
  • Sichtbares gestalten – so geraten keine Kleidungsstücke und Bücher in Vergessenheit!

Wer auch seinen Wohnraum reduzieren möchte, sollte sich unbedingt über ein Tiny House informieren. Vielleicht ist das genau das Richtige für Sie!

Tipp: Gehören Sie zu denjenigen, denen Minimalismus in der Einrichtung zu clean und langweilig ist? Dann lesen Sie sich durch unseren Wohnstil-Guide durch und lassen Sie sich von den unterschiedlichen Einrichtungsstilen inspirieren. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!