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Wohnzimmer im Wabi Sabi Stil

Sich auf das Wesentliche konzentrieren. Die Kunst der Schlichtheit entdecken. Purismus leben. Darum geht es beim neuen Wohntrend: Wabi-Sabi. Wabi was, fragen Sie sich? Was wie ein neues trendiges Gericht klingt, ist tatäschlich eine neue Kunst zu Wohnen. Natürliche Materialien, die bewusst altern, helle Farben und viel Licht sind jetzt besonders angesagt! Wir verraten Ihnen, wie Sie sich den zen-sationellen Vibe nach Hause holen!

Bedeutung und Geschichte des japanisches Wortes

Wenn man sich den Ursprung des Wortes ansieht, klingt dieses im ersten Moment jedoch weniger positiv. Denn das Wort “Wabi” wird im japanischen Sprachgebrauch verwendet, wenn man sich einsam und elend fühlt. “Sabi” steht hingegen für Reife, Patina oder das Alt sein. Zusammen vereinen sich beide Worte zu einem Konzept der Ästhetik. Es geht darum, die Schönheit in Bereichen zu erkennen, die im ersten Moment nicht offensichtlich schön zu sein scheinen. Es geht demnach nicht um eine Kunstrichtung, sondern mehr um eine Lebensart.

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die zählen!

Entdecken Sie die Kunst einer alte Kommode mit Patina, eines angelaufenen Spiegels oder handgefertigten Porzellans. Dinge, die man vielleicht aussortieren würde, erhalten bei diesem Stil einen besonderen Stellenwert.

Der Begriff hat im Wandel der Zeit eine poetische Bedeutung erhalten. Er wurde zur Philosophie, die weit über die Einrichtung hinaus reicht. Die Schönheit kann in jedem noch so kleinen Bereich des Lebens vorkommen. In der Natur, im Wohnen, im Zuhause. Aber natürlich nur, wenn man bereit ist, auch unvollkommene Dinge mit einem wertschätzenden Auge zu betrachten.

Die Wabi-Sabi Philosophie: All you need is less

Wabi-Sabi ist viel mehr als nur ein ästhetisches Konzept. Man kann die Lehre sogar als Lebensphilosophie des Zen-Buddhismus betrachten. Dieser beinhaltet auch das Schöne im Unvollkommenen zu sehen. Simplizität wird zum neuen Ideal bei Wohnungseinrichtungen!

Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes.


Wilhelm Gundert
Nahaufnahme Sideboard im Wabi Sabi Look

Keine Lust auf Perfektionismus? Die Lösung: Schlicht leben und wohnen!

Sind Sie auch perfekt eingerichteter Wohnung überdrüssig? Wer in Instagram aktiv ist, kriegt vielleicht auch ständig stylische Wohnung angezeigt, die gerade nur von Perfektion strotzen. Und sicher ertappen Sie sich gelegentlich dabei etwas Unvollständiges als nicht schön zu betrachten.

Ignorieren Sie Perfektion!

Sie werden sehen, der reduzierte Wohnstil vereinfacht Ihr Leben. Und wünschen wir uns nicht alle etwas mehr Leichtigkeit?

Das macht den Stil aus!

  1. Schlichtheit: Besinnen Sie sich auf das Wesentliche und setzen Sie auf den Effekt optischer Leere. Hier werden schlicht eingerichtete Räume, die nicht zu überfüllt wirken, bevorzugt
  2. Nachhaltigkeit: Konsumieren Sie nicht seelenlos, sondern setzen Sie auf lokale und einfache Produkte mit bester Qualität.
  3. Natur: Organische Formen und Naturmaterialien unterstreichen den Einrichtungsstil und passen auch hervorragend im Outdoor-Bereich.
  4. Zeitlos: Schätzen und pflegen Sie Ihr Eigentum und vererben Sie es mit Würde an die nächste Generation weiter. “Alt” ist das neue “Neu”!

Unperfekt wohnen: So geht’s!

Der beliebte Trend geht Hand in Hand mit anderen beliebten Wohnstilen wie Slow Living, Hygge oder Lagom. Es geht darum, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Das Motto lautet “Klasse statt Masse”. Damit ist gemeint, dass Sie nicht nach Perfektion streben sollten. Im Gegenteil! Statt Symmetrie und Perfektion geben Asymmetrie und Natürlichkeit Ihrem Heim mehr Charakter und Authentizität. Doch im Vergleich zu minimalistischen Wohnstilen zielt dieser Trend noch mehr auf die Ursprünglichkeit der Dinge ab. Materialien dürfen gerne rau, Formen gerne ungerade und Möbel gerne alt sein.

Erkennen Sie das Schöne in der Einfachheit, im Unperfekten und im Alten. Vintage Fundstücke vom Flohmarkt, die ein liebevolles Zuhause in Ihrer Einrichtung finden oder auch der vererbte Schrank Ihrer Großmutter. Alle Möbelstücke und Deko-Objekte mit Seele sind willkommen. Machen Sie sich frei von altem Ballast, der Ihnen kein Lächeln auf die Lippen zaubert und gehen Sie nach bewährter Marie Kondo Methode vor. Reduzieren Sie Ihre Einrichtung und genießen Sie die damit verbundene Leichtigkeit.

Farben

Minimalistisch und dennoch gemütlich ─ das gelingt Ihnen Dank der warmen Töne von Naturmaterialien. Die Farbauswahl entspricht ganz der Philosophie und konzentriert sich auf das Wesentliche. Kreischende Farben und überladene Muster sind bei diesem Wohnstil fehl am Platz. Stattdessen stehen folgende Nuancen im Vordergrund:

  • Warmes Beige
  • Zartes Grau
  • Helles Naturweiß
  • Weiche Cremetöne

Die Farben integrieren sich harmonisch in die Einrichtung. Wer die Einrichtung durch ein paar farbige Akzente auflockern möchte, kann mit Pastelltönen wie Rosé, Lindgrün oder mattem Taubenblau zarte Highlights setzen. Beispielsweise als Wandfarbe oder mit Wohntextilien wie Kissen und Decken. Die Verwendung von gedeckten Erdtönen setzt deutliche Farbtupfer und sorgt damit für mehr Tiefe in der Einrichtung.

Materialien

Wer Purismus in seinem Zuhause einziehen lassen möchte, sollte auf folgende Materialien setzen:

  • Raue Leinenstoffe
  • Gegerbtes Leder
  • Gebrauchtes Steingut
  • Natürliches Schwemmholz

Jedes Teil ist ein echtes Unikat und wurde bestenfalls mit Liebe und von Hand hergestellt. Bei der Tischdekoration ergänzen natürliche Materialien wie Leinen-Servietten, mundgeblasene Vasen mit frischen Wiesenblumen und handgeformte Kerzen den Look.

Formen

Setzen Sie auf alles, was auf den ersten Blick nicht perfekt wirkt. Gebrauchsspuren und kleinere Makel ─ genau diese Dinge machen den Wohnstil aus. Asymmetrische Linien, mundgeblasene Gläser mit Bläschen oder ein Tassen-Set bestehend aus Einzelstücken, die einander nicht gleichen. Jegliche Dinge, die in der westlichen Design-Perfektion vielleicht als Qualitätsmangel aussortiert oder als zweite Wahl verkauft werden, sind hier genau richtig.

Licht

Durch raffinierte Licht- und Schattenspiele können Sie die Ästhetik des Raumes positiv beeinflussen. Vor allem auch auf die die Atmosphäre im Raum hat das einen enormen Einfluss. Mit gezieltem Einsatz von Licht können Sie beruhigen, inspirieren oder Harmonie schaffen. Die Kunst besteht dabei in einem ausgeglichenen Verhältnis von Licht und Schatten.

Kintzugi: Die Antwort auf die Frage “Wie schaffe ich Unperfektes?”

Das japanische Wort “Kintsugi” beschreibt ein traditionelles Kunsthandwerk. Hierbei wird zerbrochenes Geschirr oder Vasen aus Porzellan mit Gold “repariert”. Somit findet das gesprungene Stück wieder einen Platz in unserem Zuhause und muss nicht entsorgt werden.

Das traditionelle Vorgehen ist jedoch sehr kompliziert und dauert lang. Zunächst wir ein spezieller Lack auf die gebrochene Stelle aufgetragen. Und das gleich mehrmals. Für die Optik wird dieser mit goldenen oder silbernen Pigmenten versehen. Nachdem die gebrochenen Stücke wieder zusammengefügt wurden, wird alles noch einmal schön poliert.

Zen finden mit Teezeremonie

Wir finden: Sich auf das Wesentliche zu besinnen, geht am Besten bei einer Tasse Tee. Wie praktisch, denn mit einer japanischen Teezermonie haben Sie schon den ersten Schritt Richtung Wabi-Sabi gemacht. Gönnen Sie sich einen Moment der Ruhe & Entspannung.

Fun-Fact: Wussten Sie, dass ein japanischer Tee Meister namens Sen no Rikyu das Wort Wabi-Sabi geprägt hat?

Konnten wir Sie von der Wabi-Sabi Philosophie begeistern? Ein wenig dazu sensibilisieren, auch im Unperfekten die Schönheit zu erkennen? In der exklusiven Auswahl bei WestwingNow finden Sie die schönsten Möbel und Wohnaccessoires für den authentischen Wohnstil. Lassen Sie sich inspirieren und begegnen Sie Ihrem Zuhause mit einem liebenden Auge voller Wertschätzung.