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Pilze auf weißem Hintergrund

Wer denkt, der Herbst sei eine Jahreszeit für Stubenhocker, für den haben wir eine Idee. Wie wäre es mit einem Ausflug in den nächstgelegenen Wald, um Pilze zu sammeln? Das macht Spaß und schmeckt am Abend auch noch lecker, wenn man auf die richtige Auswahl achtet. Wir verraten, was Sie über das Pilzesammeln wissen müssen, damit Sie selbst als unerfahrener Sammler erfolgreich Ihr Körbchen füllen können. Hier erfahren Sie, wann und wo Sie am besten Pilze sammeln können, welche Pilze lecker und welche ungenießbar sind und wie Sie die einen von den anderen unterscheiden.

Wann ist die beste Zeit zum Pilze sammeln?

Von September bis Oktober haben Pilze Hauptsaison. Allerdings ziehen erfahrene Pilzsammler auch schon ab Ende Juli durch die Wälder, auf der Suche nach frischen Pilzen. Denn wenn das Wetter feucht und warm ist, kommen leckere Speisepilze aus den Waldböden geschossen.

Zehn bis 14 Tage nach Regen ist der ideale Zeitpunkt um sich auf die Suche zu machen. Damit Pilze sprießen und kräftig wachsen können, muss eine Grundfeuchte im Boden anhalten. Nach einem kräftigen Regen geben Sie den Pilzen am besten also ein paar Tage Zeit, um zu wachsen. Dann können Sie sich auf die Suche machen. Während eines regnerischen Sommers oder spätestens während der feuchten Herbsttage finden Sie eigentlich zu jeder Zeit Pilze.

Pilze richtig bestimmen

Sie können entweder ganz „oldschool“ mit einem Bestimmungsbuch losziehen, oder Apps nutzen, die Ihnen beim Bestimmen der Pilzsorten helfen. Ansonsten gibt es auch geführte Pilzexkursionen, bei denen Sie von Profis begleitet werden.

Grundsätzlich gilt aber immer: Ernten Sie nur, was Sie hundertprozentig bestimmen können. Bestimmen Sie den Pilz, wenn möglich, ohne ihn aus dem Boden zu pflücken. Wenn Sie sich unsicher sind, fragen Sie bei den Experten einer Pilzberatungsstelle nach. Kontakte und Adressen finden Sie bei Gemeindeverwaltungen oder Gesundheitsämtern.

So erkennen Sie essbare Pilze

Anfänger gehen am besten in Begleitung eines erfahrenen Sammlers auf die Pilz-Suche. Auf Pilz-Lehrwanderungen können Sie das Bestimmen lernen. Anschließend können Sie ausgerüstet mit Bestimmungsbuch oder Pilz-Bestimmungs-App losziehen und nach den folgenden Sorten Ausschau halten.

Dies sind die beliebtesten wilden Speisepilze:


  • Maronen wachsen meist in Gruppen von Juni bis November in Nadelwäldern unter Fichten und Kiefern. Sie tragen einen braunen Hut der erst halbkugelig, später flach gewölbt ist auf weißlich, bis gelblichen Röhren, die sich nach dem Abschneiden bläulich verfärben.
  • Steinpilze finden Sie von Juli bis November in Nadel- oder Mischwäldern und erkennen Sie an dem bauchigen, hellen Stiel und dem großen, gewölbten braunen Hut.
  • Pfifferlinge sprießen sogar schon im Frühsommer von Juni bis November in Laub- und Nadelwäldern. Am liebsten im Moos unter Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen. Dank des auffälligen dottergelben Hutes werden Pfifferlinge häufig auch Eierschwamm genannt.
  • Birkenpilze sehen der Rotkappe zum Verwechseln ähnlich. Was nicht weiter schlimm ist, da beide genießbar sind. Seinen Namen hat der Pilz, da er von Juni bis in den November unter Birken wächst. Außerdem sieht der weiße Stiel mit schwarzen Schuppen dem Stamm eine Birke sehr ähnlich.
  • Rotkappen haben einen ganz ähnlichen Stiel mit weißlichen, später orange-braunen Schuppen. Man kann sie schon früh im Jahr vom Frühling bis in den November hinein finden.
  • Parasole mit aufgespanntem Schirm haben das beste Aroma. Der Pilz kann sowohl in Wäldern als auch an Wiesen- und Wegrändern bis zu 40 Zentimeter hoch wachsen.
  • Krause Glucken können schnell verwechselt werden, denn der Klapperschwamm oder der Ästigen Stachelbart sehen dem Speisepilz sehr ähnlich. Von Juli bis November ist der weiße, bis bräunliche Fruchtkörper am unteren Stamm von Kiefern oder Fichten zu finden.
  • Speise-Morcheln sprießen an feuchten Standorten wie Auwäldern oder an Wasserläufen schon ab April und Mai. Dann erkennt man den Pilz an seinem rundlichen Fruchtkörper und den wabenartigen, unregelmäßigen Kammern am Hut. Sein Doppelgänger, die Frühjahrsmorchel ist allerdings hochgiftig.

So erkennen Sie giftige Pilze

Im Zweifel gilt immer: Den Pilz lieber stehen lassen, wenn er nicht sicher identifiziert werden kann. Gerade die folgenden Exemplare haben harmlose Lookalikes sind selbst aber giftig.


  • Der Knollenblätterpilz ist ein gefährlicher hochgiftiger Doppelgänger des Waldchampignons. Rund 90% der tödlichen Pilzvergiftungen in Deutschland sind auf den grünen Knollenblätterpilz zurückzuführen.
  • Vorsicht ist außerdem beim Sammeln von Perlpilzen geboten, denn der giftige Pantherpilz wird häufig mit dem Speisepilz verwechselt.
  • Genauso wie der Graublättrige Schwefelkopf nur schwer von seinem giftigen Bruder, dem Grünblättrigen Schwefelkopf zu unterscheiden ist.

Was tun bei einer Pilzvergiftung?

Sobald Sie Symptome wie Schweißausbrüche, Durchfall und Benommenheit beobachten sollten Sie direkt einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung empfiehlt es sich außerdem die Mahlzeit sofort wieder zu erbrechen und das Erbrochene zur Identifizierung der Gifte mit zum Arzt zu nehmen. Sollte dies nicht mehr möglich sein, weil sich die Vergiftungssymptome erst nach mehreren Stunden zeigen, rufen Sie sofort den Notarzt. Dann besteht akute Lebensgefahr. In vielen Städten gibt es auch Giftnotrufzentralen an die Sie sich direkt wenden können.

Wie viele Pilze darf man sammeln? Die wichtigsten Regeln!

Andere Wälder, andere Regeln. Wenn Sie im Ausland auf Pilzsuche gehen wollen, dann informieren Sie sich vorab über die Vorschriften. Grundsätzlich gibt es aber ein paar Regeln, an die man sich überall hält:


  1. Sammeln Sie nur so viele Pilze, wie Sie verwerten können.
  2. Lassen Sie zu junge und zu alte Pilze stehen.
  3. Lassen Sie auch von Ungeziefer angefressene Pilze stehen, denn diese tragen mit ihren Sporen noch zur Vermehrung bei.
  4. Reißen Sie Pilze niemals aus, sondern drehen Sie den Pilz und schneiden ihn dann möglichst bodennah mit einem Messer ab.
  5. Sollte trotzdem ein Loch im Boden entstehen füllen Sie es wieder mit Humus oder Laub damit das unterirdisch wachsende Pilzgeflecht nicht austrocknet.
  6. Geben Sie Ihre Beute in einen luftdurchlässigen Korb oder Beutel.

Wie kann man am besten Pilze sammeln? Die perfekte Ausrüstung:

Die richtige Ausrüstung ist zum Pilzesammeln essenziell. Hier eine Übersicht:


  • Pilzbuch
  • Pilzmesser
  • Korb/Stoffbeutel

Im Korb werden die Pilze nicht zerdrückt und können atmen. Das Pilzmesser schützt das Ökostystem der Waldbewohner.

Indem Sie Pilze aus dem Boden drehen und mit einem Messer abschneiden lassen Sie das unterirdische Pilzgeflecht stehen. Wichtig ist dabei nur, dass das Messer scharf genug für saubere Schnitte ist und Sie den Stil möglichst nahe am Boden abtrennen, ohne dabei ein Loch in den Boden zu reißen.

Anschließend sollten Sie Ihre Pilze so transportieren, dass Sie atmen können und nicht zerdrückt oder zerquetscht werden. In einem Korb können sie optimal locker liegen und bekommen Luft. Stoffbeutel sind auch eine gute Option. Nur Plastiktüten tun den frisch gepflückten Pilzen nicht gut.

Pilze sammeln: Die besten Regionen

Einsteiger sollten sich vorher gründlich informieren. Tolle Orte zum Sammeln findet man häufig ganz einfach online. Wer sich von einem Experten beraten möchte, für den gibt es vielerorts sogar geführte Touren.

Außerdem gibt es auch Waldstücke, in denen keine Pilze wachsen. Da ist es recht ärgerlich, wenn man umsonst loszieht und stundenlang erfolglos sucht. Nach forstwirtschaftlichen Aktivitäten wachsen auf dem Waldboden für eine Weile keine Pilze mehr, wenn am Waldrand Acker angelegt sind, die den Boden viele Nährstoffe kosten oder wenn Brombeersträucher, Springkraut und Brennnesseln wachsen. Deutliche Indikatoren für ein Pilzfreundliches Umfeld sind hingegen Moose und Flechten, Nadelwälder mit Fichten und Kiefern. Sowie Buchen und Eichen, die auf Sommersteinpilze hinweisen.

Grundsätzlich lohnt es sich immer Fundorte mehrmals wieder aufzusuchen. Hat man ein Plätzchen abgeerntet, kann man nach drei bis fünf Tagen nach frisch nachgewachsenen Pilzen schauen. Eine Bauernweisheit besagt zudem: Wo ein Fliegenpilz im Wald, ist ein Steinpilz nicht weit.

Von Naturschutzgebieten sollte man sich allerdings unbedingt fernhalten. Rund ein Drittel aller 4400 Pilzarten sind gefährdete Arten. Vor allem auf Grund von Kahlschlagbetrieb, Altersklassenwäldern und Veränderungen des Baumartenbestandes. Dabei sind sie so wichtig für den Wald und den Waldboden. Saprophyten nämlich zersetzen abgestorbenes organisches Material, wodurch sich frischer Humus bildet. Mykorrhizapilze schaffen Symbiosen mit Wurzeln höherer Pflanzen und geben an Waldbäume Wasser und Nährsalze ab. Parasiten hingegen leben von den Nährstoffen, die sie ihrem Wirt entziehen.


Bayern

Rund um München gibt es einige Plätzchen in denen man erfolgreich Pilze sammeln kann. Für unerfahrene Städter werden außerdem Schwammerltouren angeboten. Der Perlacher Forst oder Forstenrieder Park sind zum Beispiel beliebte Anlaufstellen für Pilzsammler, da sie so nahe an der Stadt liegen. Aber auch die Wälder rund um den Spitzingsee oder Kirchsee, Schäftlarn an der Isar, der Ebersberger Forst oder Hofoldinger Forst locken Sammler an.

Berlin

Ganz in der Nähe der Hauptstadt gibt es sogar zahlreiche Wälder die ein vielfältiges Pilzwachstum zu bieten haben. Grunewald, der Tegeler Forst, der Köpenicker Stadtforst, der Grünauer Forst und Schmöckwitz, sowie der Tiergarten, der Spandauer Forst, die Schorfheide und der Naturpark Hoher Fläming sind nur einige der beliebtesten Anlaufstellen.

NRW

Der Aplerbecker Wald bei Dortmund, sowie das Gebiet um die Syburg locken mit Ihren Pilzen zahlreiche Sammler an. Die Waldgebiete in Großenbaum oder die Sechs-Seen-Platte, sind tolle Pilz-Gebiete in der Nähe von Duisburg. Die Wälder im nördlichen Ruhrgebiet, wie die Hohe Mark und andere Wäldchen rund um Haltern am See, oder das Waldgebiet bei Bergkamen-Heil Bergkamen, sind unter Pilzsammlern besonders beliebt.

Hessen

Auch Hessen und die Gegend rund um Stuttgart haben einige grüne Pilz-Wälder zu bieten. So wird man zum Beispiel im Habichtswald, im Meißner-Kaufunger Wald, Lahn-Dill-Bergland, in den Wäldern im Gladenbacher Bergland oder im Niederwald bei Bensheim fündig

Schleswig-Holstein

Der Sachsenwald ist ein Mischwald mit reichem Pilz-Bestand und gleichzeitig das größte Waldgebiet Schleswig-Holsteins. Hier gibt es viel Platz zum Wandern, Suchen und Sammeln. Aber auch in den Wäldern rund um die Hüttener Berge wird man schnell fündig.

Baden-Württemberg

Aus dem den Wäldern um Hochstetten, im Hochschwarzwald und gerade im nördlichen Schwarzwald können Sie einiges mitnehmen. Tatsächlich ist Baden Würtemberg eines der waldreichsten Bundesländer in Deutschland.

Niedersachsen

Auch rund um Hannover werden Sie fündig. Im Westen liegen der Deister und der Saupark Springe. Südlich können Sie den Hildesheimer Wald durchsuchen. Im Osten bietet sich der Misburger Wald an und im Norden sammeln Sie die Wälder in der Wedemark ab. Das Weserbergland, die Lüneburger Heide oder das Harz Gebiet sind die beliebtesten Pilz-Reviere in Niedersachsen.

Rheinland-Pfalz

Durchfrosten Sie den Soonwald oder den Binger Wald auf der Suche nach Pilzen. Sie werden bestimmt fündig. Aber auch der Lennebergwald oder der Ober-Olmer Wald laden zum Wandern und Sammeln ein.


Pilze sammeln im Ausland

Passionierte Pilzsammler sollten auch im Urlaub ihr Körbchen dabei haben, denn auch im Ausland gibt es zahlreiche Wälder, die viele wilde Pilze zu bieten haben. Hier gelten natürlich dieselben Regeln wie Zuhause: Was Sie nicht kennen lassen Sie unbedingt stehen.

Ansonsten sollten Sie sich vorab über die geltenden Bestimmungen informieren. In französischen Wäldern dürfen Sie zum Beispiel bis zu fünf Kilo für den Eigenbedarf mitnehmen. In Österreich kann der Waldeigentümer das Sammeln ausdrücklich untersagen. Ansonsten dürfen Sie bis zu maximal zwei Kilo pro Tag sammeln. Ganz ähnlich ist die Lage auch in der Schweiz. Polen erlaubt Pilze-Sammeln in öffentlich Wäldern ohne Kilogrenzen oder sonstige Einschränkungen. In Italien kann natürlich auch weiter südlich nach Pilzen gesucht werden, allerdings zählt Südtirol zu den beliebtesten Regionen unter Sammlern. Hier herrschen aber auch strenge Regeln. Grundsätzlich dürfen Sie nur an Tagen mit geradem Datum und nur zwischen 07.00 und 19.00 Uhr Pilzen sammeln.  Häufig ist das Pilze-Sammeln aber auch durch Schilder ganz untersagt. Ansonsten darf in der eigenen Wohnsitzgemeinde höchstens zwei Kilo pro Tag mitgenommen werden.

Unser Lieblingsrezept mit Pilzen: Herzhafte Pilzpfanne mit Rosmarinbutter

Und zur Belohnung gibt es nach dem ausgiebigen Outdoor-Tag zuhause etwas richtig Leckeres zu essen. Wie wäre es mit einer herzhaften Pilzpfanne mit Rosmarinbutter, roten Zwiebeln und ein wenig Knoblauch? Eine leckere Kräutermischung dazu, ab in den Ofen und Bon Appétit!

Die Vorbereitung: Pilze putzen

Wer noch wenig Erfahrung mit der Zubereitung von Pilzen hat der sollte folgendes unbedingt beachten: Putzen Sie Ihre Pilz-Ausbeute gründlich. Zunächst mit einem kleinen Messer und anschließend mit einer weichen Bürste. Sortieren Sie zerdrückte, matschige und madige Pilze aus. Essen Sie Pilze niemals roh. Selbst Speisepilze sollten Sie immer gegart genießen. Die Zubereitung muss dabei gar nicht kompliziert sein, denn ganz simpel mit etwas Öl oder Butter in einer möglichst großen Pfanne angebraten oder gedünstet schmecken sie super aromatisch.

Noch ein extra Tipp: Viele verschiedene Pilzsorten in der Kombination ergeben ein besonders intensives Aroma.

Die Zubereitung: Hier kommen die Steps für eine super einfache, schnelle, leckere Pilzpfanne


  1. Nachdem Sie die Pilze gereinigt haben drehen Sie die Stiele vorsichtig ab und schneiden sie klein. Die Hüte lassen Sie ganz.
  2. Braten Sie zunächst die Pilzstiele an, bis jede Flüssigkeit verdampft ist.
  3. Geben Sie dann Zwiebel, Knoblauch, Petersilie, Salz, Pfeffer & Rosmarin in die Pfanne.
  4. Jetzt erst werfen Sie die Pilzköpfe in die Pfanne dazu.
  5. Lassen Sie das ganze noch für zehn Minuten köcheln.

Das leckere Pilzgericht passt zu Nudeln, Spätzle, Kartoffeln, Fleisch oder schmeckt auch ganz simpel mit etwas Brot.


Uns läuft spätestens jetzt das Wasser im Mund zusammen. Wir können es kaum erwarten am Wochenende die nächstgelegenen Wälder zu durchsuchen und selbst frische Pilze zu sammeln. Wir hoffen wir konnten Sie mit unserer Begeisterung fürs Pilzesammeln anstecken und zum selber Sammeln inspirieren.