Zwei Kinder beim Spielen vor einem Spielzelt

Ihr Zuhause bietet nicht genügend Räume, damit jedes Ihrer Kinder ein eigenes Zimmer beziehen kann? Oder möchten sich Ihre Kleinen vielleicht eins teilen? Harmonie steht bei einem Geschwisterzimmer an oberster Stelle! Wie Sie das Kinderzimmer für Zwei so gestalten, dass sich beide darin wohlfühlen und möglichst wenig streiten, verraten wir Ihnen in unserem Guide. Lassen Sie sich von den Tipps und Ideen unserer Einrichtungsexperten inspirieren!

Geschwisterzimmer – Ja oder Nein?

Sich als Kind ein Zimmer zu teilen, bringt viele Vorteile mit sich, die sich sogar positiv auf die Entwicklung auswirken können. Man lernt Rücksicht auf den Anderen zu nehmen, zu Teilen, aber auch mal Kompromisse einzugehen. Man lernt empathisch und respektvoll mit dem Anderen umzugehen. Nebenbei schafft man gemeinsame Erinnerungen fürs Leben und kann besser schlafen, weil man sich nicht alleine fühlt. Das alles schweißt zusammen und hat positive Auswirkungen auf das Sozialverhalten Ihrer Sprösslinge. Dennoch gibt es einige Situationen, bei denen von einem gemeinsamen Kinderzimmer eher abzuraten ist. Welche Dinge Sie also beachten sollten, wenn sich Ihre Kids ein Zimmer teilen, erklären wir Ihnen im Folgenden.

Das sollten Sie beachten, wenn Ihre Kinder ein Zimmer teilen

  • Das Alter der Kinder. Ist der Altersunterschied der Geschwister sehr groß, könnte dies zu Komplikationen führen. Insbesondere, wenn eines der Kinder bereits in der Pubertät ist. Denn das ist eine Phase, in der sie gerne allein sind und ihre Probleme mit sich ausmachen möchten. Sind beide Kinder in einem ähnlichen Alter, bestenfalls im Vorschul- oder Grundschulalter, dann kann ein Geschwisterzimmer eine gute Lösung sein. Bei Kindern mit einem Altersunterschied von vier Jahren ist davon aber eher abzuraten, da sie unterschiedliche Interessen haben.
  • Das Verhältnis. Zeichnen sich bereits vor dem Beziehen eines gemeinsamen Kinderzimmers häufige Konflikte ab, sollten Sie dies berücksichtigen. Streitereien unter Geschwistern sind normal, überdauern diese aber Tage und treten häufig auf, sollten Sie einen Umzug in Erwägung ziehen.
  • Regeln. Legen Sie vorab Regeln dazu fest. Bewahren Sie Spielsachen und Kuscheltiere der Geschwister in separaten Aufbewahrungsboxen auf. Möchte das Geschwisterchen sich ein Spielzeug leihen, muss es vorher um Erlaubnis fragen. Dasselbe gilt für den Besuch von Freunden! Das Kind, das Besuch erwartet, fragt Bruder oder Schwester im Vorfeld, ob es ihm das Zimmer für diesen Zeitraum überlässt.
  • Zimmer teilen und klare Bereiche einrichten. Um Streitigkeiten zu vermeiden, sollten Sie das Zimmer unbedingt in verschiedene Bereiche aufteilen. Im Normalfall brauchen die Kids eine Spielzone, einen Rückzugsort und einen Arbeitsbereich. So kann jedes Kind sich individuell beschäftigen, ohne den anderen zu stören. Außerdem hat somit jeder Gegenstand seinen festen Platz im Raum – das sorgt für mehr Ordnung im Kinderzimmer. Ist das Geschwisterzimmer groß genug, können Sie auch für jedes Kind einen eigenen Bereich einrichten. Tipp: Sie suchen noch nach dem perfekten Raumteiler? Mit einem Regal zum Beispiel vereinen Sie Abgrenzung und Stauraum. Vorhänge oder Paravents sind ideal, um der Zone etwas mehr Privatsphäre zu geben.
  • Persönliche Bereiche richtig abgrenzen. Ihre Kinder werden sich freuen, wenn sie beim Einrichten mitwirken dürfen. Jedes Kind sollte seinen Bereich selbst gestalten dürfen. Die Wanddekoration mit Pompon-Lichterketten und Schmetterlingen für kleine Prinzessinnen, die verträumte Wolkentapete für kleine Abenteurer. Auch Bettwäsche und Bilder sind ideal – denn ihre Farben zeigen, in wessen Bereich man sich gerade befindet. Wichtig ist, dass beide Geschwister den eigenen Zimmerbereich selbst gestalten können und ein eigener Arbeitsplatz mit Schreibtisch vorhanden ist – insbesondere bei Schulkindern. Tipp: Als Verbindung zwischen den verschiedenen Bereichen sind Möbel im gleichen Stil und in einer neutralen Farbe ideal.
  • Gemeinsame Bereiche schaffen. Auch das sollte hier nicht vernachlässigt werden. Legen Sie zum Schluss unbedingt eine gemeinsame Zone fest, wo zusammen gespielt, gemalt, getobt oder auch mal relaxed wird. Mit den richtigen Accessoires und Kinderzimmer Deko – wie z.B. einem Teppich – machen Sie diesen Bereich für jeden erkennbar.

So richten Sie ein Geschwisterzimmer kindgerecht ein

Wie bei jedem Kinderzimmer sind Möbel mit geringem Verletzungspotenzial ein Muss. Vor allem, da die Geschwisterchen oft miteinander spielen, sollte die Einrichtung möglichst wenige Ecken und Kanten aufweisen. Legen Sie den Boden mit einem rutschfesten Teppich aus, damit keiner ausrutscht, wenn sie sich gegenseitig fangen. Eine Kuschel- und Spielecke mit bequemen Bodenkissen, einer kindgerechten Sitzgruppe und Malutensilien für die Bastelstunde dürfen ebenfalls nicht fehlen. Hier können die Kleinen sich gegenseitig inspirieren und zusammen kreativ werden.

Die richtigen Betten für ein gemeinsames Zimmer

Wer an Betten im Geschwisterzimmer denkt, hat meist ein Etagenbett vor Augen. Vor allem für schmale oder kleine Kinderzimmer sind diese sehr geeignet, weil sie wertvollen Platz sparen. Da Ihre Kinder hier aber sehr dicht beieinander liegen, sollten sie ungefähr das selbe Alter haben bzw. die selben Schlafgewohnheiten. Besser eignen sich also zwei Hochbetten. Diese sind super, da sie für jedes Kind dazu noch einen eigenen Spiel-, Kuschel- oder Arbeitsbereich integrieren. Aber auch zwei Einzelbetten machen sich für ein gemeinsames Zimmer gut. Hiermit können sie die Schlafplätze gänzlich voneinander trennen, was vor allem für Geschwister unterschiedlichen Alters wichtig sein kann.

Tipp: Kinder haben einen ausgeprägten Gerechtigskeitsinn. Um Neid oder Unstimmigkeiten vorzubeugen, können Sie auf eine symmetrische Zimmeraufteilung sowie auf gleiche Möbelstücke setzen. Falls es dabei altergerechte Unterschiede gibt, sollten Sie diese Ihren Kleinen unbedingt erklären.

Schaffen Sie Rückzugsorte!

Absolutes Muss im Geschwisterzimmer: Rückzugsorte! Genauso wie die Eltern brauchen auch Kinder hin und wieder eine Pause. Einen Ort, an dem sie nach der Schule Entspannen, Schlummern und den Gedanken freien Lauf lassen können, ist somit unerlässlich. Damit jedes Kind auch seine Privatsphäre genießen kann, sollten Sie für jeden Einzelnen einen solchen Bereich schaffen. Egal ob Tipi oder Kuschelzelt, eine Kuschelecke unter dem Hochbett oder ein paar Kissen und Decken in einer ungenutzen Zimmerecke – sorgen Sie dafür, dass sich die Kids wohfühlen und auch mal alleine abschalten können.

Unsere Top Platzspar-Tipps für gemeinsame Kinderzimmer

  1. Gegenstände auslagern. Da Geschwisterzimmer ohnehin mehr vollgestellt sind als “normale” Kinderzimmer, können Sie sich überlegen, große Möbel oder andere Dinge auszulagern. Vielleicht passt der Kleiderschrank in den Flur oder Sie verstauen die Bettwäsche bei sich. So machen Sie wertvollen Stauraum für Spielzeuge & Co. frei.
  2. Multifunktionale Kindermöbel. Multifunktionsmöbel sind der Klassiker, wenn es darum geht, Platz zu sparen. Ein Bett und eine Sitzbank mit integriertem Stauraum oder ein Hocker, der gleichzeitig als Beistelltisch fungiert, sind ideal. Aber auch flexible Kindermöbel, die mitwachsen, sind unglaublich praktisch.
  3. Jede Ecke nutzen. Denken Sie in die Höhe und wählen Sie z.B. statt einer wuchtigen Kommode ein hohes Regal. Unter der Dachschräge hat ein niedriges Sideboard Platz. Und falls Sie noch eine Zimmerecke frei haben, können Sie dort ideal einen gemütlichen Rückzugsort schaffen.
  4. Regelmäßig Aussortieren. Regelmäßiges Ausmisten ist nicht nur wichtig, um die Ordnung im Kinderzimmer zu halten. Wer öfter Spielsachen, Klamotten & Co. aussortiert, macht somit Raum für Neues und hilft Platz zu sparen.

Schritt für Schritt zum DIY Hochbett

  1. Das Material

    Ein Etagenbett ist eine schöne Lösung für das Kinderzimmer für zwei. Denn es spart Platz und schafft damit mehr Raum für Spielecke und Arbeitsplätze. Für ein selbstgemachstes Hochbett benötigen Sie lange und Querbalken, zwei weitere kurze Balken, drei Holzbretter sowie Schrauben, Dübel und Winkel.

  2. Die Ausrichtung

    Auf der Oberseite der Längsbalken kennzeichnen Sie die Stellen, an der Sie die Verankerungen für die Querbalken anbringen möchten. Bohren Sie an diesen Stellen circa fünf Zentimeter tiefe Löcher. Befestigen Sie die beiden Stützbalken im Abstand der Querbalken. Setzen Sie dann die langen Balken so auf den Stützbalken auf. Wiederholen Sie diesen Vorgang für den Stützbalken des Fußendes.

  3. Verschrauben

    Verschrauben Sie anschließend alle Balken mit ungefähr fünfzehn Zentimeter langen Schrauben. Dasselbe gilt für die Querbalken, sobald Sie diese auf Kopf- und Fußende aufgesetzt haben.

  4. Die Liegeflächen

    An der Innenseite der Längsbalken schrauben Sie nun die Liegefläche fest. Setzen Sie daraufhin die Querbalken als zusätzliche Stütze der Liegefläche ein und legen Sie den Lattenrost darauf. Oder verschrauben Sie drei Holzplatten mit den Querbalken, falls diese die Matratze halten sollen.

  5. Last but not least

    Eine Klappleiter aus Holz ermöglicht dem Kind, welches das obere Bett beziehen wird, den Zugang. Vergessen Sie nicht, eine Absperrung anzubringen. Denn diese verhindert, dass Ihr Kind nachts aus dem Bett fällt und sich Verletzungen zuzieht.

Diese Wohnaccessoires dürfen nicht fehlen

Weiche Wohntextilien machen aus jedem Kinderzimmer einen Wohlfühlort. Vorhänge und Teppiche in zarten Pastelltönen oder mit lustigen Mustern schmücken dabei Wand und Boden. Die Kuschelecke kommt nicht ohne Decken und Kissen aus. Hier können die Geschwister dann gemeinsam Pläne schmieden, sich gegenseitig Geschichten erzählen oder eine Kissenschlacht beginnen. Sorgen Sie dafür, dass genügend Plaids und Kissen für beide Kinder vorhanden sind. So halten Sie das Konfliktpotenzial so gering wie möglich!


Jetzt ist Schluss: So merken Sie, dass Ihre Kinder getrennte Zimmer brauchen

Spätestens wenn eins der Kinder in die Pubertät kommt, wird es Zeit für getrennte Kinderzimmer. Kinder benötigen ab dem Zeitpunkt mehr Privatsphäre und einen Ort, an dem sich ungestört zurückziehen können. Doch auch davor kann es zu Warnsignalen kommen, die Sie nicht unbeachtet lassen sollten. Zieht sich eins der Kinder immer mehr zurück und wird stiller, kann das bedeuten, dass es sich im gemeinsamen Zimmer immer nicht mehr wohlfühlt. Und auch wenn es immer häufiger zu Streit oder handgreiflichen Konflikten kommt, sollten Sie über getrennte Kinderzimmer nachdenken.


Wenn Sie das Geschwisterzimmer einrichten, beziehen Sie Ihre Lieblinge mit ein. Lassen Sie sich außerdem von unseren Tipps inspirieren! Durch farblich gekennzeichnete Bereiche, eine gemeinsame Kuschelecke und zusätzlichen Raum, den ein Etagenbett bietet, kann das Projekt gelingen!

P.S.: Auf der Suche nach mehr Inspiration, wie man ein Kinderzimmer einrichtet? Oder wollten Sie schon immer mal wissen, wie man ein Mädchen– oder Jungenzimmer gestaltet? Dann klicken Sie sich doch durch unseren Guide und lassen Sie sich von den zahlreichen Ideen inspirieren!