Härtegrade bei Matratzen: Was bedeuten sie und wie bestimme ich sie?
Eine stimmige Schlafzimmer Deko macht aus einem funktionalen Schlafraum einen echten Rückzugsort mit Boutique-Hotel-Flair. Während ein bequemes Bett die ergonomische Grundlage bildet, sorgen anschmiegsame Textilien, ausgewählte Accessoires und eine harmonische Farbpalette für die nötige Gemütlichkeit. Ob zarte Naturtöne, moderne Akzente oder clevere Ideen für die Wandgestaltung im Schlafzimmer: Entdecke hier 12 inspirierende Deko-Tipps, wie Du Dein Schlafzimmer gemütlich dekorieren kannst.
Wie sind Härtegrade bei Matratzen definiert?
Die Härtegrade (H) werden je nach Hersteller in bis zu fünf Grade unterschieden: von 1 (weich) bis 5 (sehr fest). Der Härtegrad wird anhand des Drucks gemessen, der erforderlich ist, um die Matratze flach zu drücken. Bei einer weichen Matratze wird wesentlich weniger Druck benötigt, als bei einer harten Matratze.
- Eine weiche Matratze hat einen Druck von weniger als 15 Pfund pro Quadratzoll (psi).
- Mittelharte Matratzen haben einen Druck zwischen 15 psi und 20 psi.
- Harte bis extra harte Matratzen benötigen einen Druck von über 20 psi. Diese Matratzen findest Du beispielsweise häufig in Hotels.
Bei der Ermittlung des Härtegrads solltest Du Dich neben Deinem eigenen Körpergewicht auch an möglichen körperlichen Beschwerden orientieren.
Je härter eine Matratze ist, desto besser ist sie beispielsweise für Rückenschmerzen geeignet. Je weicher sie jedoch ist, desto besser ist sie für Schläfer mit Allergien geeignet. Zudem gilt, dass Menschen, die nicht auf dem Rücken schlafen können, am besten sehr weiche Matratzen wählen sollten.
Tipp: Du willst wissen, welche Matratze am besten zu Dir passt? Dann lies unseren Artikel dazu!
Härtegrade von Matratzen im Detail
Bei Härtegraden wird nicht nur nach der Festigkeit unterschieden, sondern auch nach Schlafgewohnheiten und Körpergewicht:
Härtegrad 1:
Der niedrigste Härtegrad ist selten zu finden. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen sind Matratzen dieses Härtegrades nur bedingt für Erwachsene geeignet, da diese eher selten ein niedriges Körpergewicht haben. Härtegrad 1 ist für bis zu 60 kg Körpergewicht ausgelegt. Selbst, wenn Du eine weiche Liegefläche bevorzugst, solltest Du hier eher auf höhere Härtegrade zurückgreifen.
Härtegrad 2:
Die Härtegrade 2 und 3 sind häufig in Schlafzimmer zu finden. Diese Härtegrade sind insbesondere bei Damen beliebt, aber auch Seitenschläfer profitieren von dem weichen Liegekomfort. Jedoch gilt auch hier das eigene Körpergewicht zu beachten. Bei über 80 kg ist Härtegrad 3 zu empfehlen, da es ansonsten zu orthopädischen Problemen kommen kann.
Härtegrad 3:
Der mittlere Härtegrad 3 ist ähnlich dem H2. Matratzen mit diesem Härtegrad werden am häufigsten gekauft, da sie eine hohe Stützwirkung haben und trotzdem noch angenehm weich sind. Somit sind die Matratzen bei Erwachsenen mit einem Körpergewicht von über 80 kg bestens geeignet.
Härtegrad 4:
Ab einem Körpergewicht von circa 100 kg bis 120 kg empfiehlt sich der Härtegrad 4. Dieser bietet optimale Stützung, sodass Rückenprobleme keine Chance haben. H4 ist bei vielen Herstellern die Obergrenze der Härtegrade.
Härtegrad 5:
Härtegrad 5 ist selten und wird nicht von vielen Herstellern angeboten. Die ultrafeste Variante sollte nur bei einem Körpergewicht über 130 kg verwendet werden. Der hohe Härtegrad unterstützt und entlastet die Wirbelsäule bestmöglich bei hohem Körpergewicht.
Wie bestimmst Du den richtigen Härtegrad für Deine Matratze?
Der richtige Härtegrad für Deine Matratze hängt von Deinem Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße ab. Dieses lässt sich mit einer Formel schnell bestimmen. So berechnest Du den richtigen Härtegrad:
- Körpergewicht in kg < (Körpergröße in cm minus 100) → weich
- Körpergewicht in kg = (Körpergröße in cm minus 100) → mittel
- Körpergewicht in kg > (Körpergröße in cm minus 100) → fest
Beispiel:Bei einer Körpergröße von 165 cm und einem Gewicht von 55 kg, ergibt sich folgender Härtegrad:Körpergröße: 165 – 100 = 65Körpergewicht: 55 ist kleiner als 65, somit: 55 < (165-100) → weich
Der richtige Härtegrad für Deine Schlafposition
Deine bevorzugte Schlafhaltung bestimmt maßgeblich, an welchen Stellen Dein Körper in das Liegesystem einsinken muss. Ziel jeder gesunden Lagerung ist es, die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule in Rückenlage sowie eine waagerechte Linie in Seitenlage beizubehalten. Nur wenn der Härtegrad der Matratze und die ergonomischen Liegezonen exakt auf Deine Schlafgewohnheiten abgestimmt sind, kann sich Deine Muskulatur über Nacht vollständig regenerieren.
Die drei klassischen Schlaftypen stellen ganz unterschiedliche Anforderungen an Festigkeit und Zonen:
- Seitenschläfer: Druckentlastung für Schulter und Becken
- Empfohlener Härtegrad: Meist weich bis mittelfest (Härtegrad H2, ab ca. 80 kg H3)
- Wichtige Eigenschaften: Hohe Punktelastizität und integrierte Liegezonen (z. B. 7-Zonen-Matratzen), damit Schulter und Hüfte sanft einsinken und die Wirbelsäule gerade bleibt
- Passendes Kissen: Ein höheres Seitenschläferkissen oder Nackenstützkissen, um den Hohlraum zwischen Kopf und Schulter auszufüllen und ein Abknicken des Nackens zu verhindern
- Empfohlener Härtegrad: Meist weich bis mittelfest (Härtegrad H2, ab ca. 80 kg H3)
- Bauchschläfer: Stabile Stützung gegen das Hohlkreuz
- Empfohlener Härtegrad: Tendenziell fester gewählt (meist Härtegrad H3)
- Wichtige Eigenschaften: Formstabiler Matratzenkern, der ein zu tiefes Einsinken des Beckens verhindert und die Wirbelsäule vor dem Durchhängen ins schmerzhafte Hohlkreuz schützt
- Passendes Kissen: Ein besonders flaches Kissen (oder gar kein Kissen), um die Halswirbelsäule bei seitlich gedrehtem Kopf nicht zusätzlich zu überstrecken
- Empfohlener Härtegrad: Tendenziell fester gewählt (meist Härtegrad H3)
- Rückenschläfer: Harmonische Stützkraft für die Doppel-S-Kurve
- Empfohlener Härtegrad: Ausgewogen mittelfest (Härtegrad H2 bis H3, abhängig vom Körpergewicht)
- Wichtige Eigenschaften: Punktgenaue Unterstützung, bei der Gesäß und oberer Rücken moderat einsinken, während die Lendenwirbelsäule stabil getragen wird
- Zusatz-Tipp: Den Lattenrost im Beckenbereich feinfühlig auf die Matratzenhärte einstellen und bei Bedarf mit einem punktelastischen Topper ergänzen
- Empfohlener Härtegrad: Ausgewogen mittelfest (Härtegrad H2 bis H3, abhängig vom Körpergewicht)
Mit dieser gezielten Abstimmung aus passender Festigkeit, Liegezonen und stützendem Kissen schaffst Du die perfekte Grundlage für schmerzfreie Nächte in jeder Schlafhaltung.
Achtung: Diese Folgen können falsche Härtegrade bei Matratzen haben
Eine unpassende Liegeunterlage zwingt Muskeln und Bänder über viele Stunden in unnatürliche Haltungen. Wer dauerhaft auf dem falschen Matratzen-Härtegrad schläft, riskiert neue orthopädische Beschwerden oder verstärkt bestehende Leiden wie Verspannungen und Durchblutungsstörungen. Nur eine präzise abgestimmte Festigkeit ermöglicht es Schulter und Becken, ergonomisch korrekt einzusinken und die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule zu wahren.
Ein falscher Härtegrad führt schnell zu typischen Problemen:
- Folgen einer zu weichen Matratze: Der Körper hängt in der Mitte durch, die Lendenwirbelsäule wird überstreckt und es drohen Schmerzen sowie unruhiger Schlaf.
- Folgen einer zu harten Matratze: Schulter und Gesäß sinken nicht ausreichend ein, die Wirbelsäule biegt sich unnatürlich durch und schmerzhafte Druckstellen blockieren die Durchblutung.
- Chronische Überlastung: Unpassender Halt führt zu dauerhaften Nackenverspannungen und morgendlicher Steifigkeit im gesamten Rücken.
Die Wahl der richtigen Festigkeit ist daher der wichtigste Hebel für eine gesunde Regeneration im Schlaf.
Welche Matratze hilft bei Rückenschmerzen?
Rückenschmerzen zählen zu den häufigsten orthopädischen Volkskrankheiten und treffen längst nicht mehr nur ältere Generationen. In unserer modernen Arbeitswelt sind stundenlanges Sitzen, einseitige Belastungen und Bewegungsmangel die Hauptursachen für Verspannungen und vorzeitigen Verschleiß. Oft unterschätzt wird jedoch der Einfluss der Nachtruhe: Eine unpassende Schlafunterlage verstärkt Fehlhaltungen des Alltags, anstatt dem Körper die nötige Regeneration zu schenken.
Mit dem richtigen Zusammenspiel aus gezielter Bewegung am Tag und einer ergonomischen Schlafumgebung in der Nacht lässt sich Rückenbeschwerden effektiv entgegenwirken.
Was führt zu Rückenschmerzen?
Chronische Rückenprobleme entstehen nur selten über Nacht; sie sind meist das Resultat einer dauerhaften Fehlbelastung des Bewegungsapparats. Wer täglich viele Stunden am Schreibtisch verbringt, schwächt die stützende Rumpfmuskulatur und riskiert Fehlstellungen der Wirbelsäule, die bis hin zum Bandscheibenvorfall führen können. Kommen Übergewicht oder ein Mangel an Ausgleichssport hinzu, verliert der Körper seine natürliche Stabilität.
Die häufigsten Auslöser für nächtliche und morgendliche Rückenbeschwerden sind:
- Bewegungsmangel & langes Sitzen: Eine unterforderte Muskulatur verliert ihre Haltefunktion und überlastet die passive Wirbelsäulenstruktur.
- Ungünstige Schlafposition: Verdrehte Nacken- oder Hüftpartien blockieren die nächtliche Entspannung von Sehnen und Faszien.
- Durchgelegene oder unpassende Schlafunterlagen: Fehlender Halt zwingt die Rückenmuskulatur zu dauerhafter Haltearbeit im Schlaf.
Wer die Ursachen kennt, kann gezielt gegensteuern und seinen Schlafplatz optimal an die individuellen körperlichen Bedürfnisse anpassen.
Wie kann ich Rückenschmerzen vorbeugen?
Um Rückenleiden dauerhaft zu lindern oder ihnen frühzeitig vorzubeugen, lohnt sich ein ganzheitlicher Ansatz. Neben regelmäßigem Rückentraining und ergonomischen Arbeitsplätzen entscheidet vor allem die Schlafunterlage über die Erholung der Bandscheiben. Da wir rund ein Drittel unseres Lebens im Bett verbringen, muss die Matratze aktiv dazu beitragen, den Körper druckpunktfrei zu lagern.
Achte bei der Vorbeugung von Rückenschmerzen auf folgende Kernfaktoren:
- Ausgleichende Bewegung integrieren: Gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen stärken die Haltemuskulatur und entlasten strapazierte Gelenke.
- Schlafposition berücksichtigen: Seitenschläfer benötigen punktgenaues Einsinken für Schulter und Becken, während Bauchschläfer feste Stützkraft gegen das Hohlkreuz brauchen.
- Den Härtegrad exakt abstimmen: Das eigene Körpergewicht und Alter bestimmen die Festigkeit; eine zu weiche oder zu harte Unterlage provoziert schmerzhafte Fehlstellungen.
Eine frühzeitige Anpassung der Bettausstattung schützt die Wirbelsäule langfristig vor chronischen Schmerzzuständen.
Der Matratzen-Vergleich: Welches Material entlastet den Rücken?
Nicht jede Matratzenart eignet sich gleichermaßen für Personen mit orthopädischen Beschwerden. Das Material des Kerns bestimmt, wie flexibel die Liegefläche auf Druck und Körperwärme reagiert und wie gut die empfindlichen Bandscheiben gelagert werden. Eine hochwertige orthopädische Matratze sollte stets über eine hohe Punktelastizität sowie ein ausgeprägtes Mehrzonen-System verfügen.
Die gängigsten Matratzentypen bieten bei Rückenbeschwerden folgende Vor und Nachteile:
- Viscoschaum (Memory Foam)
- Wirkungsweise: Reagiert thermoelastisch auf Körperwärme und schmiegt sich exakt an die individuellen Körperkonturen an
- Orthopädischer Nutzen: Maximale Druckentlastung für druckempfindliche Schultern, Gelenke und die Halswirbelsäule; dämpft Bewegungen spürbar
- Empfehlung: Ideal für Seitenschläfer sowie Personen mit schmerzhaften Druckstellen
- Wirkungsweise: Reagiert thermoelastisch auf Körperwärme und schmiegt sich exakt an die individuellen Körperkonturen an
- Kaltschaummatratzen
- Wirkungsweise: Zeichnen sich durch eine offenporige Zellstruktur, hohe Rückstellkraft und punktgenaue Elastizität aus
- Orthopädischer Nutzen: Bieten eine ergonomisch stabile Stützwirkung für alle Schlafpositionen und entlasten Gelenke sowie Bandscheiben zuverlässig
- Empfehlung: Erste Wahl für unruhige Schläfer, Personen mit Arthritis oder nach einem Bandscheibenvorfall
- Wirkungsweise: Zeichnen sich durch eine offenporige Zellstruktur, hohe Rückstellkraft und punktgenaue Elastizität aus
- Gelschaummatratzen
- Wirkungsweise: Kombinieren die temperaturunabhängige Anpassungsfähigkeit von Gelschaum mit der stützenden Basis eines Kaltschaumkerns
- Orthopädischer Nutzen: Vermitteln ein nahezu schwereloses Liegegefühl und verhindern das Festliegen in einer tiefen Liegekuhle
- Empfehlung: Perfekt für Schläfer, die sich nachts häufig drehen und maximale Druckentlastung suchen
- Wirkungsweise: Kombinieren die temperaturunabhängige Anpassungsfähigkeit von Gelschaum mit der stützenden Basis eines Kaltschaumkerns
- Taschenfederkern- & 7-Zonen-Matratzen
- Wirkungsweise: Tonnentaschenfedern lagern einzeln in Stofftaschen und federn punktgenau dort nach, wo Druck ausgeübt wird
- Orthopädischer Nutzen: Durch spezielle Liegezonen sinken schwere Partien ergonomisch ein, während der Lordosenbereich gestützt bleibt
- Empfehlung: Hervorragend für Rückenschläfer und Personen, die nachts zu starkem Schwitzen neigen
- Wirkungsweise: Tonnentaschenfedern lagern einzeln in Stofftaschen und federn punktgenau dort nach, wo Druck ausgeübt wird
Indem Du das Matratzenmaterial auf Dein Beschwerdebild abstimmst, schaffst Du die Basis für eine dauerhaft entspannte Wirbelsäule und schmerzfreie Morgenstunden.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung oder physiotherapeutische Diagnose. Bei anhaltenden oder akuten Schmerzen wende Dich bitte an einen Arzt.
5 Tipps: So findest Du die richtige Matratze bei Rückenschmerzen
Egal ob Du Rückenschmerzen vorbeugen, lindern oder entgegenwirken willst, beim Kauf Deiner neuen Matratze gilt es verschiedene Punkte zu beachten.
- Passenden Härtegrad wählen: Die Matratze sollte weder zu weich noch zu hart sein und die Wirbelsäule natürlich stützen.
- Auf gute Anpassungsfähigkeit achten: Punktelastische Materialien entlasten Schultern, Hüfte und Rücken gezielt.
- Schlafposition berücksichtigen: Seiten-, Rücken- oder Bauchschläfer brauchen unterschiedliche Unterstützung.
- Liegezonen nutzen: Mehrere Zonen sorgen für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung und bessere Entlastung.
- Probeliegen nicht vergessen: Teste die Matratze ausgiebig, um Komfort und Unterstützung sicherzustellen.














































