Kera Tills Großstadtromantik

Feminin, charmant und sehr sympathisch: Willkommen in der Münchner Wohnung von Illustratorin Kera Till. Ein Zuhause, das Sie inspirieren wird!

Kera TIll

Ihre Illustrationen sind wie sie selbst: ultrafeminin, mit einer gewissen Leichtigkeit umgeben und sehr cool. Kera Till selbst erinnert ein wenig an viele der Frauen, die sie mit ihren Zeichnungen zum Leben erweckt: Lange, schwarze Haare, die sie symphatisch natürlich einfach offen trägt, die aber trotzdem irgendwie perfekt aussehen.

Girly Flur

Sie arbeitet von Zuhause aus.„Ich habe fast keine neuen Möbel“, sagt sie und blickt man sich um, wird klar – hier regieren antike Schätze wie Sessel aus längst vergangenen Epochen, Erbstücke aus Frankreich, die dann auf ein kreatives, liebevolles, kleines Chaos treffen. „Schon als Kind besaß ich meist nur Spielsachen, die alt waren, wie meinen Kaufladen aus dem 19. Jahrhundert.“

Kera Till Bücher

Im Eingangsbereich ihrer Wohnung hat sie eine kleine Leseecke im Flur gestaltet. Cool: Ihre neuen Bücher „Dottie Polkas Vintage Welt: Ein Modeguide zum Mitgestalten“ und das „Who is Who im Kleiderschrank“ stapelte sie aufeinander und so wurden ihre Belegexemplare zum individuellen Sidetable.

Zwei Vitrinen von Kokon gehören zu den neueren Möbelstücken. „Ich war in Florenz und überall habe ich dort ein schlichtes, unaufdringliches Grau gesehen – egal ob in Restaurants oder in Läden – der Farbton tauchte überall auf. Deswegen habe ich es florentinisches Grau genannt.“ In den Vitrinen im Flur bewahrt sie alte Gläser von Baccarat auf, die sie vererbt bekommen hat.

Großsstadtromantik Kera Till
Kera Till

Im Wohnzimmer mag es Kera hell und einladend: Viel Tageslicht, eine weiße Couch, weiße Kissen, unzählige Bücher, Bildbände und Skizzenbücher finden sich hier. Auf dem Couchtisch stehen dicke Bildbände, die sie zusammengesammelt hat. Mittendrin findet man alte Kisten aus dem Münchner Stadtarchiv, in denen sie Sachen aufbewahrt. Und doch ist auch ein neueres Objekt zu finden – zwar auch schon ein Klassiker, aber doch aus dem letzten Jahrhundert: Der Ghost Chair von Philippe Starck für Kartell.

Kera Till Wohnzimmer
Kera Till Zuhause

Die riesige Bücherwand beherbergt auf dem zweiten Blicke ganz besondere Schätze. Wie das Geschenk von ihrem Vater: ein kleines blaues, längliches Holzbrett, dass sich auf den zweiten Blick als Kinderspielzeug aus längst vergangener Zeit entpuppt.

Kera Till Schreibtisch
Kera Till Schreibtisch
Schreibtisch von Kera Till

Viele ihrer Dekosachen kauft sie außerdem gern auf Floh- oder Antikmärkten. Ihr Tipp für München: „Ich gehe oft auf die Auer Dult und gucke dort bei Paul Eichinger nach alten Schätzen, wie den Spiegel, der links vom Schreibtisch im Wohnzimmer hängt.” Über diesem Schreibtisch hängt außerdem ein ganz besonderes Stück: eine bestickte Decke, die ihr Vater in den Sechzigern aus Mexiko mitbrachte.

Kera Till Küche

„Ich bin ein Küchenmensch“, erzählt sie und lacht. „Ich sitze wahnsinnig gerne in meiner Küche – auch wenn sie sehr klein ist.“ Cool: Kera strich eine Wand der kleinen Küche mit schwarzer Tafelfarbe und malte einen Kronleuchter mit weißer Kreide darauf. „Ich dachte mir, die Küche ist eh schon schmal, da verliert man auch durch die schwarze Wand nicht viel. Mit ein paar Kerzen am Abend und einem Glas Wein bekommt man dann dadurch fast schon eine Bar-Atmosphäre – dunkel und gemütlich. Und wenn Kinder von Freunden kommen, kritzeln sie oft stundenlang an die Wand.“

„Ich mag das Alte. Ich mag Altbauten – ich liebe die besonderen Details wie schöne Fenster oder hübsche Türgriffe“, erzählt sie. „Das Alte verzeiht viel, selbst wenn es repariert ist.“ Wie ihre Obstschale aus Holz, die an zwei Ecken mit alten Nägeln zusammengehalten wird, oder ihre alten Jeans, die mehrmals genäht wurden und die sie dann aufbewahrt „Auch wenn ich sie nicht mehr anziehe, hebe ich sie als Gegenstand auf weil ich das so charmant finde und Schönheit in den Dingen sehe.“ Kera besitzt Geschirrtücher, die über 100 Jahre alt sind. „Ich liebe die so“, schwärmt sie und ist fasziniert davon wie lange sie weitergegeben oder genäht wurden, wenn sie kaputt waren. “Das Alte verzeiht soviel und ist trotzdem schön und das finde ich äußerst charmant. Neuen Sachen, kann man kaum noch reparieren, wenn sie kaputt gehen.“

Kera Till Atelier

Im Arbeitszimmer finden sich Moodboards, Arbeitsproben, Stifte, Aquarellfarben und viele kleine Gegenstände, die sie einst gesammelt hat, weil sie Kera zu irgendetwas bewegt haben. Die Bühne des kreativen Sammelsuriums? Einer große Kommode, die sie einst ihrer Großtante aus Frankreich gehört hatte und Teil deren Küche war.

Süße kleine Dosen, Schächtelchen und Kartons oder Tragetaschen, die sie für ihre zahlreichen Kunden wie Ladurée, Käfer, Prantl, Biotherm, Vogue oder Hermès gestaltet hat, stapeln sich im Regal bis unter die Decke. „Auf der einen Seite, darf ich nicht soviel ansammeln, auf der anderen Seite sind dies alles meine Arbeitsproben, die mir am Herzen liegen, und ich will mich nicht davon trennen. Es ist wie ein kleines Archiv und ich betrachte die Sachen mehr als Dekogegenstände.“

Kera Till Arbeitszimmer
Kera Till

„Natürlich wäre ich gerne ordentlicher aber ich glaube, um Kreativität fließen zu lassen, muss auch der Zufall regieren! Hätte ich alles perfekt geordnet oder das perfekt sortierte Archiv angelegt, würde ich nicht so oft zufällig auf etwas stoßen, das mich dann inspiriert.“

Kera Till Atelier

Romantische Blumenkästen aus Eisen, die einst ihren Eltern gehörten, hat sie umfunktioniert und bewahrt dort ihre Arbeiten und Skizzen darin auf, an denen sie gerade arbeitet.

Kera Till Arbeitszimmer

Kera Till über Inspiration

Was die Künstlerin inspiriert? „Mich faszinieren alte Luxushotels, alte Postkarten und Briefpapier – ich sammle alte Papiere aus dem 18. Jahrhundert – schöne Kaufhäuser in Paris oder Schaufenster allgemein. Außerdem liebe ich es, mich auch online über Instagram oder Pinterest inspireren zu lassen. Ich mache viele Screenshots von Instagram und speichere sie ab wie zuletzt eine alte Reinigung, an der ich in Paris vorbeigelaufen bin. Pinterest ist super für einen Sonntagnachmittag, da scrolle ich oft durch Interiors. Aber auch Frauen wie die französische Antiquitätenhändlerin und Interior Designerin Madeleine Castaing (1894 – 1992) faszinieren mich.“

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„Was mich weniger inspiriert, mir keinen Auftrieb oder Schaffenskraft gibt, sind mache Städte sowie Lieblosigkeit oder Mittelmäßigkeit. Lieber schlafe ich in einer Jugendherberge anstatt in einem lieblos eingerichteten Business Hotel. Auch die Ästhetik des auf Baustellen oder Plattenbauten kann inspirierend sein, aber was mir nicht viel gibt, ist das Lieblose.“

Kera Till Schlafzimmer

Ein Discokugel im Vogelkäfig, ein alter Koffer und geblümte Tagesdecken – Kera umgibt sich mit Dingen, besonders Möbeln, die eine Geschichte haben. Die Sessel haben ebenfalls eine besondere Historie: Ihre Großtante gab ihre aufwändig bestickten Stoffe, wie hier das Blumenmuster, zum Polsterer und ließ die Sessel damit beziehen.

Kera Till Homestory

Das Apartment, das sich aus Erbstücken und vielen kleinen Dingen zu einem sehr persönlichen und individuellen Zuhause zusammenfügt. Es ist feminin-elegant mit einer großen Ecke künstlerischem Chaos, das sich aus einem liebevollen Sammelsurium aus Skizzen, Arbeitsproben und Erinnerungsstücken zusammensetzt.

Hausbesuch bei Kera Till

Der Titel eines Buches, das sie wahnsinnig gerne liest, passt perfekt zu Kera und ihrem Zuhause: „A perfectly kept house is the sign of a misspent life“ von Mary Randolph Carter. Wie wahr: Ein perfektes Zuhause ist ein Zeichen eines verschwendeten Lebens!

Noch mehr über die Illustratorin Kera Till finden Sie hier!

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Außerdem gibt es einen kleinen Guide rund ums Thema Inspiration!

Fotos: Westwing 2014

 

Teresa Mayer

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