Design aus Deutschland

Design aus Deutschland – Die Designgeschichte Deutschlands zeichnet sich durch ganz besondere Merkmale aus: die Handwerkskunst, das Qualitätsversprechen und spannende Innovationen. Wofür unser Land designgeschichtlich steht und in aller Welt bekannt ist, präsentieren wir Ihnen hier in unserer Auswahl an Germany’s Finest.

Design aus Deutschland

Bauhaus, 1919 – 1933

Der Architekt Walter Gropius gründete 1919 in Weimar eine Kunstschule, die die Herangehensweise an Architektur, Kunst und Design revolutionierte und deren Einflüsse bis heute andauern: Das Staatliche Bauhaus Weimar. Gropius’ Vision: Kunst und Handwerk sollten in seiner Ausbildungsstätte, die 1925 nach Dessau und 1933 nach Berlin verlegt wurde, vereint werden. Viele Künstler, Architekten und Bildhauer kamen zusammen und verfolgten dieses Ziel. Bis heute zählt der Bauhaus-Stil zum bekanntesten und wichtigsten des 20. Jahrhunderts. Er gilt weniger als eigenständiger Kunststil, sondern vielmehr als Strömung und ist auch unter den Begriffen Funktionalismus oder Klassische Moderne angeordnet. Der Grundgedanke war die Rückbesinnung auf das Handwerk und die Kunst von der Industrialisierung zu distanzieren.

Das Credo: „Schön ist, was funktioniert.“ Gegenstände sollten sich durch ihre Effizienz und Natürlichkeit auszeichnen. Zweck und Funktionalität waren ausschlaggebend. So bestachen die Entwürfe vor allem durch ihre Schlichtheit und Modernität. Der Bauhaus-Stil verzichtet auf prunkvolle Verzierungen und ist vollkommen schnörkellos. Er orientiert sich ebenfalls am Gestaltungsleitsatz des 1907 gegründeten Deutschen Werkbunds: „Form follows function.“ Zu den berühmtesten Vertretern zählen u.a. Walter Gropius, Marcel Breuer, Lyonel Feininger, Max Bill, Johannes Itten und Ludwig Mies van der Rohe.

Viele Bauhaus-Vertreter emigrierten während der Zeit des Nationalsozialismus in die USA, nahmen Lehrstühle an Colleges an und trugen so den Grundgedanken und die Einflüsse des Bauhauses in die Welt hinaus. Spannend: In Tel Aviv ist die weltweit größte Ansammlung von Gebäuden im Bauhaus-Stil zu finden. Die „Weiße Stadt“ wurde hauptsächlich von Architekten, die deutschstämmige Juden waren und aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten das Land verließen, gebaut.

Design aus Deutschland - Ingenieurkunst

Deutsche Ingenieurskunst

Die deutsche Ingenieurskunst ist legendär und geht einher mit einem herausragenden, weltweit bekannten Qualitätsverständnis. Deutsche Autobauer wie Mercedes Benz, Audi, BMW, Porsche oder VW zählen zu den besten der Welt. Auch der Fahrzeug- und Maschinenbaukonzern MAN oder Haushaltsgerätehersteller wie Miele und Braun (mit seinem berühmten Industriedesigner Dieter Rams) sowie der renommierte Armaturenhersteller Grohe definieren sich über Qualität, Präzision und Innovationsgeist. Diese Ansprüche und Merkmale formen ein Verständnis für Qualität und Langlebigkeit der Produkte – und genau dafür stehen sie im Ausland.

Design aus Deutschland - Tischkultur

Tischkultur

Deutschland assoziiert man ebenfalls mit hochwertigem und schönem Porzellan sowie edlem Tafelbesteck. Das liegt an jenen Traditionsfirmen, die ihre künstlerische und handwerkliche Leistung über Jahrhunderte hinweg perfektioniert und weiterentwickelt haben und sich so zu unverzichtbaren Marken etablierten. Zu den wichtigsten Vertretern zählen Porzellanmanufakturen wie Rosenthal, KPM Berlin, Nymphenburg, Fürstenberg, Meissen oder Hutschenreuther. Auch Firmen wie Villeroy & Boch oder Besteck von Auerhahn Messerklingen von Zwilling zählen dazu. Bei allen wird großer Wert auf traditionelle Handwerkskunst gelegt: Viele Arbeitsschritte werden immer noch von Hand ausgeführt und das Porzellan beispielsweise handbemalt, wie hier bei KPM Berlin.

Foto: Getty Images/General Photography Agency, Getty Images/Ann Rosener, Grohe, KPM Berlin

Teresa Mayer

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