Who is Dorothy Draper?

Sie legte den Grundstein für die heutige Interior-Branche, galt als absolute Trendsetterin ihrer Zeit, revolutionierte die bis dahin typische Inneneinrichtung und hielt sich trotzdem nicht damit auf, Privathäuser zu gestalten: Dorothy Draper war eine Rebellin, Pionierin und selbstbewusste Businessfrau.

Kelly Wearstler, Jonathan Adler, Kelly Hoppen oder Miles Redd – die Interior Designer von heute kennen wir alle und bewundern ihren Stil. Doch ganz am Anfang stand eine glamouröse und exzentrische Dame ohne die es die Interior-Branche wie wir sie heute kennen vielleicht gar nicht gegeben hätte.

Greenbrier

„Wenn es richtig aussieht, dann ist es richtig“ – für diesen Satz war Dorothy Draper schon zu Lebzeiten bekannt. Die selbstbewusste Amerikanerin gilt als die erste Interior Designerin und ist dafür bekannt, dass sie die Berufsbezeichnung professionalisiert hat.

Dorothy wurde 1889 in eine äußerst wohlhabende Familie geboren und wuchs in der amerikanischen Upper Class in Tuxedo Park im Bundesstaat New York auf, einer der exklusivsten Gegenden Amerikas. Im Herzen war sie ein Rebellin, die aus diesen Kreisen eigentlich ausbrechen wollte, indem sie George Draper, den persönliche Arzt von Franklin D. Roosevelt, heiratete. Trotzdem sollte sie durch ihre Arbeit für immer mit der Amerikanischen High Society verbunden sein.

Greenbrier

Traditionen, Grenzen oder Regeln waren ihr egal. Dorothy zweifelte nie an sich und gründete 1923 ihre erste eigene Interior Design Company. Eigentlich arbeiteten Frauen damals nicht. Und gründeten erst recht keine eigenen Firmen. Dorothy tat es trotzdem und das war nur der erste, kleine Schritt. Daraufhin folgte eine beispiellosen Karriere: Sie revolutionierte das Design, indem sie den damals vorherrschenden Stil ignorierte und ihren eigenen Look kreierte. Ihr Stil: Furchtlos, farbenfroh und fabelhaft. Sie benutze lebhafte und leuchtende, intensive Farben in noch nie zuvor gesehenen Kombinationen. Sie kombinierte Aubergine und Pink mit Hellgrün sowie einem Hauch Türkisblau. Als ihre Lieblingskombination galt – „dumpfes“, mattes Weiß und hochglänzendes Schwarz. Baumwollstoffe in kräftigem Pink, die sie mit auffälligen Streifen kombinierte, ihre kunstvollen und verschnörkelten Verzierungen und Stuckarbeiten, die sie an Türen, Wänden und Decken vornahm und auch ihre schwarz-weißen Rautenmuster, die sie großflächig auf Böden einsetzte oder die massiven, getäfelten Türen, die sie lackieren ließ – all das macht den sogenannten und „Draper Touch“ aus. Ihr Stil wird oft als „Modern Baroque“ bezeichnet, der bis heute in Restaurants oder Hotels wie dem Greenbrier in White Sulphur Strings in West Virgina zu sehen ist.

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Dorothy war als Interior Designerin nicht daran interessiert, private Häuser und Wohnungen einzurichten, sondern konzentrierte sich auf Hotels, Restaurants und Büros. Für sie repräsentierten öffentliche Plätze Orte, an denen jeder Mensch sich von der Schönheit und Ästhetik des Gebäudes und der Inneneinrichtung inspirierend und verzaubern lassen konnte. Durch ihre ausgezeichneten Kontakte in die High Society kamen Hotels zu ihr, da ihr Name eine besondere Referenz bedeutete und mehr Gäste anlockte.

Greenbrier Lobby - Michel Arnaud - Pediment door

Bald war sie beim Einrichten der Hotels (wie hier die Lobby des berühmten Greenbrier Hotels) für alle weiteren Designaspekten verantwortlich: von Speisekarten über die Gestaltung der hauseigenen Streichholzschachteln bis hin zu den Uniformen der Hotelangestellten.

 

Greenbrier Victorian Writing Room - High Resolution

„Kunden verpflichten Dorothy, weil sie immer das Unerwartete tat“, erzählt Interior Designer und Präsident der Dorothy Draper Company Carleton Varney. Mit ihrem unerschrockenen Selbstvertrauen, herausragendem Talent, Dinge anders zu sehen und ihrem Stilgespür galt sie in den Vierzigern als Amerikas führende Trendsetterin.

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Sie galt als Primadonna der damaligen Deko-Branche, schrieb eine Kolumne im Good Housekeeping Magazin, designte Textillinien und Möbel für andere Firmen sowie Theater, Department Stores und Büros und übernahm sogar die Inneneinrichtung von Flugzeuglinien (Convair & TWA) oder Autos (z.B. Chrysler) und gestaltete das Verpackungsdesign von Kosmetiklinien. Aufgrund ihrer fabelhaften Kontakte zur Amerikanischen High Society richtete sie sogar irgendwann doch private Häuser und Apartments für Prominente ein.

Hampshire House garden Restaurant

„Sie war eine glamouröse Erscheinung und erinnerte an einen Filmstar“, erzählt Carleton Vernon. „Sie trug lange Capes und weiße Handschuhe.“ Sie war außerdem die Mutter von drei Kindern. „Aber ihr Leben war ihre Firma und ihre Familie waren ihre Angestellten“, erzählt Vernon. Typisch Dorothy: Auch als „working mom“ war sie ihrer Zeit wieder weit voraus. „Für sie zählte nur ihre eigene Meinung“, sagt Varney. „Wenn ein Klient eine Änderung vorschlug, sagte sie: „Vielleicht wollen Sie nicht wirklich, dass wir diese Arbeit erledigen?“

RESIZEQuitandinha---Floral-screen


Mit dieser furchtlosen und selbstbewussten Einstellung legte die Interior-Ikone den Grundstein für die heutige Interior Branche und bis heute sind ihre Einflüsse zu sehen. Auch lange nach ihrem Tod ist und bleibt sie vor allem eins: Eine wahre Inspiration!

CVGreenbrier

Eine Hommage an Dorothy Draper finden Sie heute bei uns auf der Website. Shoppen Sie jetzt Podukte und Accessoires im Stil der berühmten Interior Designerin im Westwing Sale!

Fotos: Images were made available from the archives of Dorothy Draper & Company (New York)/The Carleton Varney Design Group; Michel Arnaud

 

Teresa Mayer

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