Wohnen zwischen zwei Kulturen

Kultur-Clash – Deutschland trifft USA: Die Wohnung, in der die Pop Art-Künstlerin Freddy Reitz (2) mit ihrer Familie lebt, befindet sich zwar in Berlin, die Einflüsse ihrer zweiten Heimat Amerika sind jedoch in jedem Raum zu erkennen. Stars and Stripes, Ketchup-Flaschen und Co zieren die Wände im ganzen Zuhause.

Pop Art-Künstlerin Freddy Reitz

Freddy Reitz war schon immer an „der Allgegenwärtigkeit der Kunst“ interessiert. Nachdem sie – weil sie nicht zum Kunststudium zugelassen wurde – zuerst Kommunikation studierte und einen Zwischenstopp in der Werbebranche eingelegt hatte, fand sie nach der Geburt ihrer ersten Tochter zu ihrer wahren Berufung zurück. Mit Erfolg – zu den Fans der 46-Jährigen zählen unter anderem Bill Clinton, Tommy Hilfiger und Sharon Stone. In ihren Kunstwerken beschäftigt sie sich „mit dem täglichen Wahnsinn, der uns umgibt” – und natürlich mit ihren beiden Heimatländern.

Freddy Reitz

Auch in Freddys Zuhause ist Kunst allgegenwärtig! Ihre Arbeiten und die anderer Künstler sind jedoch alle so geschickt platziert, dass ihre Wohnung im grünen Stadtteil Zehlendorf trotzdem nicht wie ein Museum wirkt.

Wohnen zwischen zwei Kulturen

In Freddys Atelier (1,3) geht es puristisch zu: Auf weißem Hintergrund wirken ihre Werke besonders eindrucksvoll. Hier können die Betrachter Zeit finden, um über die Arbeiten nachzudenken – denn genau das möchte sie erreichen! Sie bezeichnet ihre Werke als „Correspondent Art“: Der Betrachter soll die Botschaften ihrer Bilder nicht sofort verstehen – sondern durch die Kombination von Schrift und Gemaltem mit ihnen kommunizieren. In fast all ihren Werken befasst sie sich mit gesellschaftlichen Themen. Mit „Das Ende der Kultur“ (9) beispielsweise protestiert Freddy Reitz gegen die Inhaftierung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei.

Freddy Reitz: Wohnen zwischen zwei Kulturen

Auch in ihrem Esszimmer (4) möchte die Künstlerin nicht auf ihre Werke verzichten: Das Bild „Crazy Ketchup“ ist mit seiner Farbgebung die perfekte Ergänzung zu den roten Stühlen und dem massiven Holztisch.

In der Küche (5) ist das amerikanische Lebensgefühl deutlich zu spüren: Nicht nur die weißen Einbauschränke, sondern vor allem der begehbare Kühlschrank ist typisch USA. Über einem kleinen Tisch hängt ein Bild, in dem sie die schon von Andy Warhol bekannten Campbell’s Soup Dosen in der Flagge des Landes aufgereiht hat.

Zwei Kulturen

So farbenfroh die Werke der Pop Art-Künstlerin sind, so schlicht ist die Farbgebung des Interiors: Im Wohnbereich (6,7) wird man von weißen Wänden und Stuckleisten begrüßt. Großzügige Polstermöbel Weiß und Orange laden zum gemütlichen Entspannen ein und geraffte Vorhänge umrahmen die Fenster. Von einer gepolsterten Fensterbank neben dem Kamin kann man in den Garten blicken.

Freddy liebt Kontextüberschreitung: Eine Philippe Starck Lampe, deren goldener Fuß wie eine Kalaschnikow geformt ist, thront auf einem mit Coladosen gefüllten Beistelltisch aus Plexiglas. Sie mag es, wenn Objekte wie Waffen aus ihrem eigentlich Kontext herausgenommen werden und in einer friedlichen Umgebung Platz finden. Auf der anderen Seite des Sessels liegt ein wahres Sammlerstück: der legendäre Bildband „SUMO“ des Fotografen Helmut Newton.

Über ihrem Bett hängen sechs Selbstporträts der Künstlerin, die über sie und ihren Mann Freedom wachen (8).

verschiedene Kulturen

Besonders viel Zeit verbringt die in Texas aufgewachsene Pop Art-Künstlerin natürlich in ihrem Atelier (10)! In den hellen Räumlichkeiten findet sie Zeit, täglich an ihren Werken zu arbeiten.

Reitz

Egal woran die Künstlerin arbeitet – die Tangente USA-Deutschland ist immer dabei. So auch bei einem ihrem neusten Projekt: Als erste Künstlerin hat sie exklusiv für die Automarke Smart eine limited Edition designt. Natürlich mit einem ihrer Signature-Motive: Stars and Stripes – Freddy persönliches „Zuhause auf der Straße“!

Deutschland - USA: Wohnen zwischen zwei Kulturen

Freddy Reitz Zuhause ist genau wie ihre Kunst – ein Plädoyer für mehr Farbe in unserem Leben!

 

Fotos: B_UTOP

Teresa Mayer

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