Im Atelier bei Leo Mathild

Leo Eberlin arbeitete neben ihrer Ausbildung bei einem der renommiertesten Juwelier in Berlin, wurde später Investmentberaterin, managte den Ankauf eines Immobilieninvestors und gründete dann ihr eigenes Schmucklabel Leo Mathild. Im Interview spricht sie über ihren Inspirationen, welche Frauen ihre Heldinnen sind und was sie zukünftigen Gründerinnen raten würde. Ein Besuch in ihrem Atelier in Berlin.

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Girlbosses sind Frauen, die aus ihrem Talent etwas Großartiges schaffen, mutig sind und sich in Männerdomänen behaupten. Leo ist eine davon. Sie leitet ihr eigenes Business, das sie selbst gegründet und aufgebaut hat. Leo ist also ein Girlboss wie sie im Buche steht. Sie kann sich in eine ganze Riege interessanter und inspirierender Frauen einreihen.

Im fünften Monat schwanger empfängt uns Leo im Blumenkleid auf Gianvito Rossi Heels, und schwebt durch ihr Atelier. Die 11 Zentimeter, die ihr Gianvito schenkt, sind nett aber es geht noch höher – vor allem mit ihrem Label.

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Zu Anfang designte das Label Leo Mathild hauptsächlich Diamantschmuck, aber Gründerin Leo Eberlin war zusätzlich auf der Suche nach etwas, das preiswert und trotzdem hochwertig ist. Nach vielen Tests und langer Suche nach einer geeigneten Produktionsstädte, hat sie die goldene Mitte gefunden: Sie bietet Prét-a-porter-Kreationen aus 925er Silber mit Edelsteinen zu erschwinglichen Preisen an, hat aber auch einen exklusiven Made to order-Service für Auftragsarbeiten in Gold mit Diamanten wie Verlobungsringe oder Unikat-Anfertigungen.

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Was ist das besondere an Deinem Schmuck?

„Die Leo Mathild ready-to-wear Kollektion ist erschwinglich und trotzdem verwenden wir nur echte Edelsteine. Glassteine oder Zirkonia, kamen für mich nie in Frage. Wichtig war uns, Steine zu finden, die von der Brillanz und der Aufmachung ähnlich wie Diamanten sind, aber eben nicht so teuer. Deshalb verwenden wir weißen Topaz und weißen Saphir kombiniert mit schwarzem Onyx und weiteren bunten Edelsteinen.“

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Heute verkauft Leo Eberlin ihre Entwürfe für Leo Mathild in die ganze Welt, designt Schmuck, der stark von Stilrichtungen wie Bauhaus und Art Decó inspiriert ist und von Promis wie Eva Padberg, Lena Gercke, Franziska Knuppe, Irina Shayk, Jessica Schwarz oder Bettina Zimmermann getragen wird.

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Was ist Dein Lieblingsstück aus Deiner Kollektion?

„Ich gehe mit jedem Schmuckstück eine Art Verbindung ein, da der Prozess von der Idee zum fertigem Produkt manchmal bis zu fünf Monate dauert. In dieser Zeit wachsen mir die Sachen noch mehr ans Herz. Persönlich trage ich meist den Liev Art D. Ring, denn er ist flach und bequem für jeden Tag. Abends kombiniere ich gerne auffällige Stücke der Kollektion.“

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Hast Du als Girlboss Karriere-Tipps für Frauen, die ein Business gründen möchten?

1. „Durchhaltevermögen: Egal was passiert, egal wie schlecht es läuft oder wie viele Sachen schiefgehen, es ist in Ordnung einen Moment lang alles doof zu finden. Das gehört dazu. Aber das Wichtigste ist, dass Du morgen wieder am Schreibtisch sitzt.“

2. „Weiterkämpfen: Ein Business zu gründen ist wie eine Rakete: sie startet los, am Anfang ist alles aufregend und man ist motiviert. Nach einigen Kilometern muss man die Zähne zusammenbeißen bis man die Stratosphäre durchbrochen hat. Es kann eine lange Zeit sehr anstrengend werden. Dann muss man weiterkämpfen – besonders wenn die erste Euphorie verflogen ist. Wäre es leicht, würde es jeder machen.“

3. „Konzentriere Dich auf das Wesentliche: Gerade als Frau ist man schnell abgelenkt und zerbricht sich den Kopf über Dinge, die man eigentlich am Anfang noch nicht braucht. Bei mir waren das Seiden-Schleifenbänder, teure Schachteln aus Leder und Blumen. Das kommt später – am Anfang ist das Wichtigste dein Produkt.“

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Was ist wichtig nach der Gründung?

„Man bekommt ständig viele Ratschläge und Meinungen zu hören während der Gründung. Das Allerwichtigste ist es, die Positivität anzunehmen und Zweifler oder negative Energien zu ignorieren.“

Welche Schmuckdesigner inspirieren Dich?

„Ich bin eine große Bewunderin von Gaia Repossi, Artdirektorin vom gleichnamigen Label aus Paris. Durch Repossi hat die Schmuckbranche an Spiel gewonnen: Repossi entwarf den Berbere Ring, der über den ganzen Finger ging. Da fing plötzlich alles an, verspielter zu werden: ein Ring ist nicht gleich ein Ring ist, sondern auch mal ein Handbracelet oder ein Ohrring wird zum Earcuff. Daraus schöpfe ich viel Inspiration.“

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Der schönste Moment in Deiner Karriere?

Ich bin so oft auf den Moment und die Aufgaben fokussiert, dass ich häufig gar nicht mitbekomme was um mich herum geschieht. Plötzlich schlage ich eine Zeitschrift auf und sehe einen Artikel über Leo Mathild und bin total aus dem Häuschen. Auch berührend: Ein langer Brief von einem Kunden, für dessen Frau ich einen Ring zur Geburt des zweiten Kindes als Überraschung angefertigt habe. Er hat sich hinreißend und sehr emotional bedankt – das sind großartige Momente. Wenn der Kunde begeistert ist, dann bin ich immer total glücklich und dankbar.“

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Welche Frauen inspirieren Dich?

„Frauen, die Business und Mama-sein hervorragend meistern wie Diane von Furstenberg, Tory Burch und Victoria Beckham. Ich bin gerade zum ersten Mal schwanger und deshalb inspirieren mich die Frauen, die sehr viel Arbeiten, ein Business und Familie haben.“

Bis zur Geburt im Oktober ist es noch ein Weilchen. Bis dahin wird Leo im Atelier stehen, neue Kreationen entwerfen und Kundinnen – Promis oder auch nicht – mit ihren Schmuckstücken glücklich machen. Und ach ja, Leo Eberlin bekommt ein Mädchen, das vielleicht auch irgendwann hoffentlich ein Girlboss wird.

Fotos & Video: Westwing, Johannes Funk für Westwing

Teresa Mayer

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