Fashionable Christmas

„My home is my castle,“ sagt Sarah Bachmair und lacht. Dass die 28-jährige Chefeinkäuferin des Online-Shops Valmano allein sechs Mal in den letzten Jahren umgezogen ist, beweist, dass sie sich von der zeitaufwändigen Jagd nach der perfekten Wohnung nicht aus der Ruhe bringen lässt. Und auch, dass sie es sich mittlerweile in jedem neuen Zuhause im Handumdrehen gemütlich machen kann (1).

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Ihr derzeitiges Hauptquartier hat die Weltenbummlerin nach Stationen in Kalifornien, Texas und München nun in Berlin Mitte aufgeschlagen. Gemeinsam mit Hundedame Lucy, ihrer „großen Liebe“, die sie aus Amerika mitgebracht hat, lebt sie in ihrer Zwei-Zimmer-Altbauwohnung plus Ankleidezimmer.

In ihrem kleinen Reich treffen sanfte Farben wie zartes Hellblau, Creme und Grau sowie Akzente in Weiß aufeinander und vermischen sich zu einem unaufdringlichen, soften Look. Sarahs gekonnter Mix aus Antiquitäten und modern-femininen Stücken, kombiniert mit Türkis, Silber und glatten Oberflächen, verschmelzen zu einem weiblich geprägten und eleganten Interior.

Sarah kreiert mit Tabletts, Beistell- oder Couchtischen und Spiegeln in Silber glamouröse Akzente (2). „Ich überlege mir meist ein Farbkonzept für jeden Raum.“ Die graue Couch im Wohnzimmer kombiniert sie mit einem cremefarbenen Teppich und türkisfarbenen Kissen. „Türkis ist meine absolute Happy-Color – weil sie erfrischend ist und gute Laune verbreitet. Es sieht besonders zu Grau elegant aus und in Kombination mit dem schlichten Basis-Ton kitzelt man eine gewisse Verspieltheit aus dem Farbpaar heraus.“

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„Mein Stil ist ein entspannter Mix aus feminin und glamourös, trotzdem habe ich in der Vergangenheit mehrere Einrichtungsstile ausprobiert. Je nachdem, wo ich gerade lebe, lasse ich mich von meinem Umfeld beeinflussen oder dekoriere bewusst mit Gegensätzen. Trotzdem achte ich immer auf einen roten Faden.“ Während ihrer Zeit in den USA. hat sich Sarah auf Gegensätze konzentriert und wirkte dem typisch durchgestylten amerikanischen Einrichtungsstil mit schlichtem, skandinavischem Flair entgegen. In ihrer Münchner Wohnung hingegen, mochte sie es wiederum verspielt und verrückter. „Hier in meinem Berliner Zuhause habe ich einen Stil entwickelt, bei dem mehrere Einflüsse zusammenspielen: Einige Elemente, wie die bodenlange Vorhänge oder die zahlreichen Kissen auf Bett und Sofa, sind typisch amerikanisch. Genau wie meine Liebe zu hochwertigen, gemusterten Tapeten wie in meinem Flur sowie die Farbkonzepte für jeden Raum. Dazu kombiniere ich puristische Stücke in Weiß, wie zum Beispiel Vasen in schlichten Formen“ (9).

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Besonders im Dezember verleiht Sarah ihrer Wohnung noch mehr Glamour: „Anstelle eines Adventskranzes dekoriere ich ein paar lose Tannenzweige auf einem großen Silberteller und schmücke alles mit meinen Elefanten-Teelichtern und Tannenzapfen. Außerdem habe ich einen traditionellen Mistelzweig im Türrahmen aufgehängt – das macht meine Mutter schon ganz lange so und ich habe diesen Brauch von ihr übernommen“ (2 -5, 8).

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„Da ich viel arbeite und nur selten zu Hause bin, habe ich keinen eigenen Weihnachtsbaum. Trotzdem sind bei mir überall Christbaumkugeln zu finden, wie zum Beispiel auf meinem Couchtisch, auf Kommoden – mal einzeln, mal in der Gruppe. Auch ohne Bäumchen versetzen mich die kunstvollen Kugeln in Weihnachtsstimmung!“

An einem richtigen Baum kann sich Sarah dann zu Hause bei ihrer Familie nahe dem schwäbischen Nördlingen erfreuen. „Mit meiner Mutter suche ich jedes Jahr den allergrößten Baum aus, den es zu kaufen gibt – egal ob er in unser Wohnzimmer passt oder nicht, mein Vater macht schon alles passend und wir schmücken ihn anschließend zusammen.“

Sarah schreibt gerne Weihnachtspost, die sie nach Amerika schickt. „Ich schreibe die Karten immer per Hand. Das ist stilvoller und viel persönlicher.“ Zum antiken Sekretär in dunklem Braun kombiniert sie einen weißen Eames-Stuhl. „Gegensätze vertragen sich gut, vor allem, wenn die Stücke ein klassisches Design haben“ (6 und7).

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„Ich liebe die Rituale, die jede Familie an Weihnachten pflegt. Bevor es bei uns ans Auspacken der Geschenke geht, singen wir gemeinsam. Am ersten Weihnachtsfeiertag gibt es traditionell Gans zu essen. Sarahs persönliches Highlight dieses Jahr: „Wir haben Familienzuwachs bekommen und dies ist das erste Weihnachtsfest, das wir mit unserer drei Monate alten Nichte feiern werden!“

My Home is my Castle – das ist Sarahs Motto. „Egal wo ich bin oder wie viel ich arbeite – das Wichtigste für mich ist, dass ich mich zu Hause wohlfühle und einige Dinge um mich haben, die mich schon sehr lange begleiten. Sie sind wie mein Stückchen Heimat, das ich überall auf der Welt mitnehme.“ Die gerahmte Fotografie ihres Opas auf dem Sekretär steht oder die Kohlezeichnung über der Couch, die sie bei einem Antiquitätenhändler gekauft hat, begleiten sie jedes Mal aufs Neue. „Diese Gegenstände sind für mich sehr wichtig und wie kleine Eckpfeiler, die alles zusammenhalten. Egal, wie oft ich umziehe!“

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Warum sich Sarah für einen Altbau entschied? „Altbauwohnungen mag ich besonders gerne, weil die Räume und Gebäude meist Geschichten erzählen. Der Fußboden knarzt, ein Hauch vom Unperfekten ist zu spüren, aber genau das brauche ich. All das verleiht einer Wohnung unheimlich viel Charakter!“

Die hohen Decken, typisch für einen Altbau, hat sie in zartem Hellblau gestrichen. „Ich liebe farbige Wände. Viele Leute schrecken vor dem Aufwand zurück. Aber ich finde, es gibt einem Raum, besonders einem Altbau mit extrem hohen Decken, Struktur und Tiefe.“ Damit die Möbel bei diesen Deckenhöhen nicht verloren aussehen oder die Räume zu kahl wirken, kreiert man am besten dezente Abstufungen. Sarahs Tipp: „Unbedingt mit Vorhängen und Teppichen arbeiten, das „staucht“ den Raum schon einmal und macht ihn zugleich viel wohnlicher. Und unbedingt die Borte vom Stuck ein Stück frei lassen, damit die Decke nicht direkt mit der Farbe abschließt. Das lässt die Decken niedriger wirken.“ Was sie aus ihren viele Umzügen gelernt hat? „Mit jedem Mal habe ich mehr darüber gelernt, was ich mag oder womit ich mich noch wohler fühle. Es ist wie eine kleine Stil-Metamorphose, von der man in jedem neuen Zuhause wieder profitiere. Außerdem habe ich zwei sehr handwerklich begabten und geduldige Helfer: Mein Papa und mein Onkel, die mir lieberweise bei jedem neuen Umzug immer zur Seite stehen,“ sagt sie. Das Wichtigste bei der Wohnungssuche für die 28-jährige? „Der Grundriss ist für mich entscheidend! Und außerdem auch eine Badewanne – die ist ein Must-have!“

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Außerdem lässt sie sich oft von ihrer Arbeit inspirieren: Bevor sie in die Hauptstadt zog, arbeitete sie bei Westwing in München. „Meine Zeit dort hat mich stilistisch sehr geprägt.“ Und auch in ihrem aktuellen Job braucht Sarah ein exzellentes Gespür für schöne Dinge: Als Chefeinkäuferin bei Valmano ist sie verantwortlich für die stilsichere Auswahl an Uhren und Schmuck.

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Ihren eigenen Schmuck drapiert sie auf Buchstützen in Elefantenform. „Elefanten sind neben meiner Lucy meine absoluten Lieblingstiere,“ lacht sie. Sie tauchen immer wieder in ihrer Wohnung auf – ob als Teelichter für ihren Adventskranz oder als Buchstützen, die Sarahs funkelnde Schätze auf dem Rücken tragen. Ihr Tipp: „Meinen Schmuck will ich sehen! Ich drapiere ihn deshalb auch oft auf Etageren – das finde ich stilvoller und cooler, als ihn in einem klassischen Schmuckkästchen zu verstauen. Sonst weiß man irgendwann nicht mehr, was man alles hat und trägt es viel zu selten“ (10).

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Auch im Schlafzimmer betont Sarah bewusst ihre feminine Seite: Sie setzt hier auf ein helles und harmonisches Farbkonzept mit sanften Rosa- und Fliedertönen sowie Akzenten in Creme und Silber. „Diese unaufgeregte Farbkombination beruhigt und ich kann besser schlafen.“ (11-13). Der letzte Kauf: Ihr geliebter Jugendstil-Schminktisch, den sie bei einem Antiquitätenhändler fand.

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„Hier kann ich mich in Ruhe fürs Ausgehen fertig machen und Schminken wird wieder zum schönen Ritual, für das man sich Zeit nimmt (14). Mein Ankleidezimmer ist für mich ebenfalls ein repräsentativer Raum. Ich möchte meine Klamotten und Schuhe nicht verstecken“ (15,16).

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Die kleine Damen-WG in Berlin verströmt feminines Flair und begeistert mit einem stilvollen Mix aus Antiquitäten, modernen Möbeln und sorgsam ausgewählten Farbkonzepten. Dass sich die beiden hier so wunderbar wohlfühlen, sieht man ihnen an. Was für Sarah nicht fehlen darf: „Es muss so gemütlich wie möglich sein. Deshalb brauche ich immer mehrere Decken, eine Wärmflasche und abends manchmal einen Drink aus meiner Hausbar. Eingekuschelt mit meiner Lucy auf dem Sofa – so lasse ich den Abend ausklingen“ (17).

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