Jasper Morrisson hat mit seinem Produktdesign den modernen Minimalismus geprägt und Ideale geschaffen, die heute vielen Designern als Wetzstein für ihre Entwürfe dienen. Die Suche nach der Zweckform eines Gegenstandes führt dabei zu einer anderen Art von Schönheit.


„Man soll nicht darüber nachdenken müssen, wie man eine Türklinke benutzt.“ – Jasper Morrison

Jasper Morrison: Leben

Jasper Morrison wurde 1959 in London geboren. Seine künstlerischen Neigungen wurden von seinem Vater, einem Werbefachmann, zuerst mit Sorge aufgenommen. Trotzdem ging er auf eine Kunstschule und machte seinen Bachelor of Design an der Kingston University in London, und später seinen Master am Royal College of Art in London 1985. Dem oft rigiden und streng geregelten Lehralltag hat er sich nie richtig anpassen können.

Während seines Studiums machte er einige Reisen ins Ausland, unter anderem nach Mailand, und verbrachte ein Jahr an der Universität der Künste in Berlin. Jasper Morrison hatte außerdem einen kleinen Handel mit Büchern über Kunst und Design, um sein Studentengeld etwas aufzubessern.

1986 eröffnete Jasper Morrison sein eigenes Design-Studio Jasper Morrison Ltd, und designte seinen „Thinking Man’s Chair“, von dem er heute sagt, dass es sein Ausgangspunkt ist, von dem er sich immer weiter weg bewegt. Weg von dem Design um des Designs willen, hin zu der angeborenen Sprache natürlicher Objekte. Seitdem widmete er sich zahlreichen unterschiedlichen Designprojekten, von der Tram-Bahn in Hannover (1995) über ein Handy für Samsung (2003) bis hin zu den Bushaltestellen des Vitra Design Museum in Weil am Rhein.

Zusammen mit seinem Kollegen Naoto Fukasawa prägte Jasper Morrison 2006 mit Ausstellungen den Begriff des Super-Normalen, worüber die beiden auch ein Buch herausgaben, das ihre minimalistischen Überzeugungen darlegt. Design soll die archetypischen Formen der benutzten Objekte hervorbringen und materialisieren, sodass wir ihre Benutzung intuitiv verstehen und sie uns optimal zur Verfügung stehen. Deshalb hat Jasper Morrison ebenfalls anonym für die minimalistische Kultmarke und Online Shop MUJI designt.

Jasper Morrison hat mittlerweile nicht nur einen Ehrendoktortitel seiner ehemaligen Universität erhalten, sondern auch viele wichtige Designpreise, wie zum Beispiel den red dot design award, den iF Design Award, den Design Plus Award und den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland.

Jasper Morrison: Werk

Minimalismus, anonymes Design, Supernormal – wie immer man es auch nennen mag, es steckt eigentlich eine ganz einfach Idee hinter der künstlerischen Maxime von Jasper Morrison: Design soll kein Selbstzweck sein, sondern misst sich an der Qualität des Objekts im alltäglichen Gebrauch. Ziel ist es beispielsweise, die reine Form des Stuhls zu materialisieren, nichts Weiteres, nichts Verzierendes, Verzerrendes, Störendes.

Deshalb ist Design auch kein Ausdruck künstlerischer Selbstverwirklichung, und der Designer tritt hinter dem fertigen Objekt zurück. Was im Vordergrund steht, sind die Überzeugungen aller Menschen, wie etwas auszusehen hat, etwas, dass sich über lange Zeit hinweg immer wieder als essentiell herauskristallisiert hat, und von Jasper Morrison und anderen versucht wird, in seiner Reinform zu fassen. Also ist Design trotzdem nicht unwichtig. Versagt es, wird unsere Alltagswelt zugemüllt mit Objekten, die uns nicht ansprechen und uns nicht ideal entgegenkommen.

Jasper Morrison: Most Loved

Jasper Morrisson ist, gemäß seiner Prinzipien, zurückhaltend im Veröffentlichen seiner Produkte und Informationen. Trotzdem haben wir für sie unsere most loved zusammengestellt.
Das Geschirr Moon, das 1997 bei Rosenthal erschien, überzeugt mit seinen handschmeichelnden, runden Formen und dem angenehm milden Weiß.

• Der Air Chair von 1999 bei Magis ist nicht nur ultraleicht, sondern auch stapelbar und tragbar. Außerdem läuft Wasser durch die kleine Lücke in der Sitzfläche einfach ab. Die angenehme Form des Air Chair wird vor allem dann sichtbar, wenn mehrere beieinander stehen.

• Die Töpfe und Pfannen Pots and Pans, die Jasper Morrison 2006 für Alessi entwarf, sind aus rostfreiem Edelstahl und haben Griffe, die sich mit dem passenden Kochlöffel hebeln lassen.

• Der Wasserkocher Kettle, die Kaffeemaschine Coffee Maker, und der Toaster, 2004 bei Rowenta, sind die perfekten Stücke für eine einfache, aber schöne Alltagsumgebung, die auf Deko locker verzichten kann.

• Der Hal Chair kam 2011 bei Vitra auf den Markt. Seine komfortable Kunststoffschale ist nicht durch ein Metallgestell mit seinen Beinen verbunden, sondern mit Nylon, sodass er einfacher recycled werden kann.

• Das Place Sofa, das Jasper Morrison 2008 über Vitra produzierte, lädt mit der einfachen, aber weichen Form seiner Polster zum Liegen und Kuscheln ein. Da es direkt auf dem Boden aufsitzt, wirkt es besonders ruhig und passend.

• Der Bac Table, 2005 bei Cappellini, kann ganz einfach zerlegt werden und passt sowohl als Office Table als auch als Dining Table, genauso wie die Tische von ATM, die Advanced Table Modules. Perfekte Tische für jeden Zweck.

• Die Lampen-Serie Glo-Ball ist erfrischend einfach: Eine weiße, leuchtende Kugel, so wie Licht eben sein sollte. Sie wurde 1999 für Flos entworfen.

• Der Ply Chair aus Plywood wurde von Jasper Morrison bereits 1988 für Vitra entworfen. Er teilt sich die einfache Form mit dem späteren Air Chair, deutet eine Rückenlehne jedoch nur an.

• Die Türklinke Türdrücker 1144 von 1990 bei FSB gibt es in Aluminium oder Edelstahl und lockt die Hand mit ihrer Optik zum Zugreifen und Drücken.

• Das Telefon DP 01, 2010 bei Punkt., erklärt dem Benutzer sanft, wie es zu bedienen ist, ganz ohne Bedienungsanleitung, nur durch die Intuitivität seiner Formen.

Jasper Morrison bereichert unseren Alltag mit seinem Eintreten für die Schönheit des Normalen, und seinem Kampf gegen die Vermüllung durch seelenlose Konsumgüter. Sein Beharren auf der simplen Form hat etwas Philosophisches, was die wechselnden Moden der Zeit überdauern wird.

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