birnbaum Holz Farbe Maserung

Wo kommt eigentlich die Birne (Pyrus communis) her? Na, vom Birnbaum natürlich. Ist doch ganz klar! Allein aus diesem Grund werden die Bäume in der Natur gepflanzt. Sollten diese allerdings nicht mehr für den Obstanbau geeignet sein, wird das Birnbaumholz (oder Birnenholz) anderweitig verwendet. Ein Fun Fact: Im Mittelalter war der Birnbaum ein verbreitetes Symbol für Fruchtbarkeit. Daher stammt übrigens auch der Brauch zur Geburt einen Baum zu pflanzen – für einen Jungen einen Apfelbaum sowie einen Birnbaum für ein Mädchen. Unsere Interior-Experten verraten Ihnen, was das Birnbaumholz so besonders macht und welche Vorzüge das Naturmaterial zu bieten hat. Viel Spaß beim Lesen!

Birnbaumholz: Verschiedene Arten und die Herkunft

Birnbäume gehören zu den Rosengewächsen und es gibt mittlerweile rund 3.000 Arten. Allerdings werden die Bäume selten über 100 Jahre alt. Für die Holzgewinnung sind vor allem die Mostbirne sowie auch die Kultur-Birne von Bedeutung. Letztere wurde aus der Wildbirne gezüchtet. Hierbei handelt es sich um eine besonders schützenswerte Baumart, die in vielen Bundesländern auf der roten Liste zu finden ist.

Die Wildbirne wächst vorrangig an Waldrändern oder Waldrücken, sie ist an den Zweigen dornig und ihre Früchte sind ungenießbar. Grundsätzlich sind Birnbäume hauptsächlich in Mittel- und Südeuropa zu finden, aber auch in Nordafrika, Vorderasien sowie Westasien bis nach Sibirien.

Unter der Bezeichnung Schweizer Birnbaum werden übrigens auch Arten wie die Elsbeere und andere Sorbus-Arten verkauft. Das liegt einfach in der großen Ähnlichkeit begründet.

Fact: Wussten Sie, dass es sich bei dem deutschen Ebenholz in Wirklichkeit um schwarz gebeiztes Birnbaumholz handelt?

Eigenschaften und Aussehen von Birnbaumholz

Bei einem Birnbaum handelt es sich um einen kleinen bis mittelgroßen Baum, der 8 bis 15 Meter hoch ist. Er weist einen Stammdurchmesser bis etwa 90 Zentimeter auf. Das Holz kann verschiedene Farbausführungen aufweisen und sowohl hell, gelblich, Graubraun bis Rotbraun oder sogar Dunkelrot sein. Zwischen Splint- und Kernholz gibt es kaum merkliche Farbunterschiede. Außerdem weißt Birnbaumholz eine mittlere Härte und eine hohe Oberflächendichte auf. Es ist wenig elastisch, mäßig schwer, zäh und schwer spaltbar. Im Innenbereich lässt sich Birnbaumholz wunderbar einsetzen. Für die Verwendung auf der Terrasse oder dem Balkon hingegen ist das Naturmaterial aufgrund der geringen Witterungsbeständigkeit weniger gut geeignet. Zudem ist Birnbaumholz anfällig für Insekten und Pilze.

Verwendung und Pflege von Birnbaumholz

Das Rundholz, Schnittholz und Furnierholz (in Form von Messerfurnier) eines Birnbaumes kann aufgrund der attraktiven Färbung sowie Oberflächenstruktur vielseitig eingesetzt werden:

  • Holzblasinstrumente wie die Blockflöte
  • Hochwertige Möbel für innen
  • Vertäfelungen
  • Paneele
  • Parkett
  • Spielzeuge

Bei der Pflege ergeht es dem Birnbaumholz wie allen anderen Holzarten. Denn ein regelmäßiges Ölen, Wachsen oder Lackieren sollte für den Erhalt des Naturmaterials unbedingt erfolgen. Da Birnbaumholz vor allem wegen der Farbe und der dezenten Maserung beliebt ist, empfehlen wir eine Behandlung mit durchsichtigen Holzschutzmitteln.

Die Verarbeitung

Gutes Schnitzholz des Birnbaumes lässt sich mit allen erdenklichen Werkzeugen sehr gut bearbeiten, sauber bohren, fräsen und drechseln. Gleichzeitig können Sie das natürliche Material problemlos schleifen oder auch polieren. Ebenso prima lässt sich Birnbaumholz kleben, lackieren oder beizen. Die Verarbeitungsmöglichkeiten sind also dementsprechend vielfältig.

Birnbaumholz: Die Vor- und Nachteile im Überblick

VorteileNachteile
– Heimisch– Teuer
– Besondere Maserung– Sehr empfindlich (nicht sehr langlebig)
– Hohe Festigkeit– Risse beim Trocknen
– Gut zum Bearbeiten– Geringe Verfügbarkeit

Preise von Birnbaumholz

So schön und stilvoll Birnbaumholz auch aussehen mag, der Preis hat es wirklich in sich und reißt oft ein tiefes Loch ins Portemonnaie. Pro m³ Schnittholz müssen für diese Holzart rund 1.600 Euro hingeblättert werden. Das ist natürlich kein Schnäppchen. Dafür belohnt Sie das Holz dann aber mit einer eindrucksvollen Maserung sowie einer hohen Festigkeit.


Lese-Tipps: Klicken Sie auch in unsere Artikel Holzarten für die Übersicht oder aber in unsere Artikel zu hellem Holz und dunklem Holz.

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