nussbaumholz aussehen Farbe Maserung

Wussten Sie, dass bei Nussbaumholz tatsächlich nur von einem Walnussbaum gesprochen wird? Und genau dieses Holz, ein Edelholz, ist in Deutschland rar und ziemlich heiß begehrt. Das liegt größtenteils daran, dass es nur wenig heimische Hölzer mit einem so dunklen Farbton gibt. Diese eignen sich aber ganz fabelhaft als stilvoller (und günstiger) Ersatz für Tropenhölzer. Gleichzeitig sind langlebige Massivholzmöbel allgemein durch das gestiegene Umweltbewusstsein momentan begehrter denn je. Somit liegt auch Nussbaumholz für robuste Möbel wieder stark im Trend. Lecker und begehrt sind natürlich auch die Früchte des Baumes: die Walnüsse. Unsere Interior-Experten verraten Ihnen alles über das Holz:

Nussbaumholz: Verschiedene Arten und die Herkunft

Als Nussbaumholz bezeichnet man das Holz des Walnussbaumes – die Walnussgewächse umfassen 60 Nussbaumarten, wozu natürlich auch die “echte Walnuss“ zählt. Allerdings ist der Walnussbaum (Gattung: Juglans regia) kein Waldbaum, sondern kommt hauptsächlich in Gärten und Parks vor.

Als sogenannte Lichtholzart ist ausreichend Licht für ein gesundes Wachstum unerlässlich und somit sollte der Abstand zu anderen Bäumen möglichst groß sein. Der Walnussbaum wächst überwiegend in Südeuropa und in Vorderasien. Neben dem amerikanischen Nussbaum, der auch „black walnut“ bzw. Schwarznuss genannt wird und sehr dunkel ist, ist die zweitberühmteste Art der europäische Nussbaum.

Eigenschaften und Aussehen von Nussbaumholz

Die durchschnittliche Höhe des Walnussbaumes beträgt zwischen 15 bis 25 Metern – nur der nordamerikanische Black Walnut kann um die 50 Meter oder sogar noch höher werden. Aufgrund des hohen Gehalts an Gerbstoffen wird dem Nussbaumholz übrigens eine natürliche antibakterielle Wirkung nachgesagt. Weitere wichtige Eigenschaften haben wir Ihnen im Folgenden zusammengefasst:

  • Alter: 150 bis 160 Jahre
  • Stammdurchmesser: 60 bis 80 cm
  • Farbe: braungrau (Splintholz grauweiß bis rötlichweiß, dunkelbrauner Kern)
  • Schwinden: mittel
  • Maserung: gestreift, geflammt oder wolkig
  • Jahresringe: deutlich erkennbar
  • Härte: mittelschwer und hart (das europäische Nussholz ist härter als das amerikanische)
  • Dichte: mittelschwer bis schwer (Darrdichte 640 kg/m³9)
  • Dauerhaftigkeitsklasse: zwei bis drei
  • Wetterfestigkeit: mäßig
  • Sonstiges: bei Pilzbefall widerstandsfähig, nicht aber bei Insekten

Kombinationen

Das dunkle Nussbaumholz verleiht Ihren vier Wänden mit seiner schokoladengleichen Oberfläche ein hohes Maß an Wärme und Gemütlichkeit. Die honig-sandige Maserung des Naturmaterials sorgt im Kontrast zu der stilvollen Dunkelheit für eine spannende Optik.

Diese drei Looks in Kombination mit Nussbaumholz lieben wir ganz besonders:

  • Mit Bordeaux: strahlt Behaglichkeit aus, wirkt exquisit und zugleich geheimnisvoll
  • Zu Senfgelb: ein dynamischer Style, der gekonnt mit Kontrasten spielt
  • Mit Beige: erzielt einen harmonischen Gesamteindruck, der sich toll zu weißen Wänden macht

Möchten Sie das Holz mit anderen Holzarten kombinieren, sollten Sie nicht zu sehr übertreiben. Entweder Sie entscheiden sich für einen klaren Kontrast oder Sie setzen auf ein einheitlich dunkle Farbtonalität. Vermeiden Sie unbedingt einen wahllosen Mix von zu vielen Holzarten.

Verwendung und Pflege von Nussbaumholz

Schon seit Jahrhunderten wird Nussbaumholz für Möbel wie Esstische sowie für Furniere verwendet. Neben dem Interior-Bereich sowie dem Innenausbau wird Nussbaumholz ebenso traditionell für Drechslerwaren, Musikinstrumente und Gewehrschäfte benutzt.

Tipp: Nussbaumholz ist zwar nicht sehr wetterfest, dafür aber äußerst pflegeleicht. Mit einem weichen sowie feuchten Tuch können Sie die Oberfläche von Staub und Schmutz befreien. Damit das Material besonders lange hält, sollten Sie Nussbaumholz ungefähr einmal im Jahr mit einem geeigneten Holzpflegemittel, wie Öl oder Wachs, behandeln. Haben sich gröbere Verschmutzungen festgesetzt, hilft oftmals nur das Schleifpapier.

Die Verarbeitung

Einer der wichtigsten Vorteile, den Nussbaumholz zu bieten hat, ist die Einfachheit der Verarbeitung. Das Naturmaterial trocknet nicht nur super schnell, es lässt sich auch manuell sowie maschinell sehr gut bearbeiten. Wir würden sogar so weit gehen und behaupten, dass die Verarbeitungsqualitäten nahezu hervorragend sind. Vor allem mit sämtlichen Hand- und Maschinen-Werkzeugen kann Nussbaumholz bei einem geraden Faserverlauf gehobelt, gedrechselt, geschnitzt und profiliert werden.

Da vor allem die dekorative Oberflächenstruktur des natürlichen Materials sehr beliebt ist, kommt Nussbaumholz in der Regel unbehandelt zum Einsatz. Ebenso elegant lässt sich die Struktur mit einem durchsichtigen Mittel bearbeiten und anschließend in Szene setzen.

Nussbaumholz: Die Vor- und Nachteile im Überblick

VorteileNachteile
– Leicht zu verarbeiten– Teuer
– Stilvolle Oberflächenstruktur– Nicht wetterfest
– Formstabil– Wenig resistent
 – Strapazierfähig– Geringe Verfügbarkeit als heimisches Holz

Preise von Nussbaumholz

Die Verfügbarkeit von Nussbaumholz ist in hiesigen Gebieten sehr begrenzt. Natürlich können Sie auch Statement-Pieces aus nicht-europäischem Nussbaumholz bekommen. Da das Naturmaterial dann aber erst verschifft werden muss, leidet der Aspekt der Nachhaltigkeit enorm. Das Produkt ist dann nicht mehr unbedingt umweltfreundlich.

So oder so: Nussbaumholz ist wahnsinnig teuer. Pro Kubikmeter Massivholz müssen Sie mit rund 2.300 bis 2.600 Euro rechnen. Wir haben aber auch gute Nachrichten für den kleineren Geldbeutel. Austauschholzarten, welche sich für die Imitation von Nussbaum sehr gut eignen, sind die etwas preiswerteren Arten wie beispielsweise Birke oder Kiefer.


Lese-Tipps: Klicken Sie auch in unsere Artikel Holzarten für die Übersicht oder aber in unsere Artikel zu hellem Holz und dunklem Holz.

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