Frauenarm, der einen Netzbeutel mit unverpackten Lebensmitteln in der Hand hält

Wie groß ist eigentlich Ihr ökologischer Fußabdruck auf dieser Erde? Haben Sie denn schon Strohhalmen und Verpackungen aus Plastik abgeschworen? Klar ist, dass wir definitiv ein Müllproblem auf unserer Erde haben. Denn die Meere sind voller Plastik und den nächsten Coffee To Go sollten wir noch einmal gründlich überdenken. Klar ist aber auch, dass nicht alle Menschen von heute auf morgen die perfekten Ökos werden. Den Konsum zu überdenken und Müll zu reduzieren sollte dennoch jeder versuchen. Wir erklären Ihnen daher, wie “Zero Waste” funktioniert!

Definition: Was bedeutet Zero Waste?

Verpackungsmüll, Lebensmittel, Plastik, Elektroschrot. Grundsätzlich bedeutet Zero Waste nichts anderes, als GAR KEINEN Müll mehr zu produzieren und alles, was sich nicht vermeiden lässt, wiederzuverwerten. Gleichzeitig heißt Zero Waste auch, dass Sie an Rohstoffen nichts verschwenden sollen. Im Klartext also: Übriggebliebenes Essen wird nicht weggeworfen! Damit nichts verdirbt und Sie auch wirklich nur das einkaufen, was Sie auch essen, setzt die Zero-Waste-Bewegung auf Einkaufslisten. Das hat zudem den Vorteil, dass Sie im Supermarkt nichts vergessen oder womöglich doppelt einkaufen.

Die 6 Rs: Grundsätze von Zero Waste:

  • Refuse (vermeiden): Den Konsum auf das Wesentliche reduzieren (klicken Sie auch in unseren Artikel “slow living
  • Reduce (reduzieren): Minimalistischer leben und weniger besitzen
  • Reuse (wiederverwenden): Sachen reparieren und upcyceln, repair wird auch oft als extra R genannt
  • Recycle (recyceln): Versuchen, alles wiederzuverwenden und kaum etwas wegzuwerfen

Als 6ter Punkt kommt noch das Kompostieren (Rot als 6tes R genannt) hinzu. Aus einem Komposthaufen kann schließlich mal zum Beispiel Pflanzendünger werden.

Als Erfinderin der Bewegung gilt übrigens Bea Johnson, eine Französin. Sie lebt seit 2008 fast müllfrei in Kalifornien mit ihrer Familie – inklusive Kindern. Auf Ihrem Blog Zero Waste Home bekommen Sie jede Menge Tipps von ihr.

Müllfrei leben – warum Zero Waste?

Seinen Lebensstil nach Zero Waste auszurichten hat nicht nur den Vorteil, dass Sie bewusster mit Müll umgehen, diesen vermindern oder gar müllfrei leben. Zero Waste spart Ressourcen und schützt dabei die Umwelt. Denn unsere maßlose Ressourcenverschwendung geht auf Kosten von Umwelt und Klima. Bei der Verbrennung unseres Mülls werden toxische Schlacke und jede Menge CO2 freigesetzt.

Laut dem Statistischen Bundesamt produzierte jeder Deutsche im Jahr 2019 457 Kilogramm Müll – sogar 2 kg mehr als 2018. Insgesamt waren es damit um die 38,0 Millionen Tonnen Abfälle. Wahnsinn, oder? Damit stehen wir an der Spitze von ganz Europa. Lediglich ein Teil davon kann noch recycelt werden, der Rest ist schlicht und ergreifend Abfall. Durch diesen hohen Verbrauch an Verpackungsmaterial etc. steigen die Müllprobleme auf vielen Inseln, was zu einer Verschmutzung der Gewässer führt – und das passiert weltweit!

Wenn Sie demnächst nicht zwischen Plastik & Co. im Meer schwimmen möchten, sollten Sie jetzt etwas dagegen unternehmen! Zu den größten Plastikquellen zählen dabei Plastiktüten, Coffee To Go Becher und Windeln.

Lese-Tipp: Klicken Sie doch mal in den Plastikatlas 2019!

Persönliche Vorteile gibt es auch noch neben der besseren Umwelt. Sie können sich durch Zero Waste mehr auf das Wesentliche konzentrieren. Gleichzeitig leben Sie damit gesünder (Stichwort Fertigprodukte). Auch Geld und Zeit sparen Sie sich durch weniger Konsum.

Mülltrennung und Recycling sind wichtig, aber nicht alles

Nicht alle Stoffe können recycelt werden, daher ist Zero Waste soweit es geht trotz Mülltrennung enorm wichtig. Während Glas und Aluminium fast komplett recycelt werden können, kann Papier maximal sechs mal neu verarbeitet werden. Und dabei werden jede Menge Bäume gefällt, die enorm wichtig für den CO2 Abbau und somit unser Klima sind. Am schlechtesten steht es aber um das Recycling von Plastik. Nur sortenrein, sauber und in ausreichender Menge pro Kunststoffsorte kann es recycelt werden. Das Trennen der vielen Sorten ist oft nicht möglich oder lohnt sich finanziell nicht. Somit wird nur sehr wenig Plastik Abfall wiederverwendet. Neues Plastik basiert meist auf der endlichen Ressource Erdöl. Dies widerrspricht dann auch einem ressourcenschonenden Umgang.

Zero Waste: So können Sie mitmachen – 24 leichte Tipps

Übrigens! Auf unserem YouTube Channel gibt es noch viele weitere inspirierende Videos!

Zero Waste lässt sich in vielen Bereichen des Lebens umsetzen. Neben Essen und Kosmetik, können Sie auch bei Ihrer Kleidung sowie Möbelstücken auf eine nachhaltige Produktion achten, die einen grünen, ökologischen Fußabdruck aufweisen.

Aller Anfang ist schwer! Aber sobald das Umdenken in Ihrem Kopf stattgefunden hat, lässt sich Zero Waste einfacher als gedacht in Ihren Alltag integrieren. So geht’s:

Die Basics für den Haushalt

Sie müssen nicht von heute auf morgen Ihr komplettes bisheriges Leben umkrempeln. Mit ein paar Kleinigkeiten erzielen Sie bereits eine große Wirkung. Die Zero Waste Basics helfen Ihnen dabei!

  1. Bestellen Sie die Briefwerbung ab! Ein kleiner Schritt mit einer großen Wirkung. Dadurch haben Sie viel weniger Altpapier! Gleiches gilt für den Sticker „keine Werbung“ am Briefkasten.
  2. Statt Kleidung wegzuwerfen, die Ihnen nicht mehr passt, können Sie diese verschenken, verkaufen oder spenden.
  3. Mit praktischen Hausmitteln lassen sich zudem viele herkömmliche Reinigungsprodukte, die oftmals sehr aggressiv sind, ersetzen.

Step by step mehr Müll vermeiden

Aller Anfang ist schwer, aber auch wichtig. So können Sie auf dem Weg zum Zero Waste Goal vorgehen:

  1. Schauen Sie sich Ihre Abfälle an. Was produzieren Sie besonders viel? Wo können Sie sparen? Besonders Plastik sollte unbedingt reduziert werden.
  2. Denken Sie über Alternativen nach. Jogurth und Getränke im Glas statt Plastik sind zum Beispiel erste Schritte. Am besten handelt es sich dabei um Pfand-Glas. Ersetzen Sie alles was geht durch Mehrweg statt Einweg.
  3. Sparen Sie unnötige Verpackungen bei kommenden Einkäufen. Nehmen Sie Brotbeutel und Gemüse/Obstnetze mit. Haben Sie einen Mehrwegbecher und eigene Lunch-Boxen dabei und gehen Sie unverpackt einkaufen.

Tipps für die Küche – Utensilien und Lebensmittel

In den heimischen vier Wänden sind Aufbewahrungsgläser ein absolutes Muss. Die sind perfekt für alle möglichen Nahrungsmittel und sehen auch noch stylisch aus. Mit einem entsprechenden Label erkennen Sie auf den ersten Blick, was sich in der Aufbewahrungsdose befindet – auch wenn diese nicht aus Glas ist.

  1. Wachstücher statt Alufolie und Frischhaltefolie verwenden. Wie Sie Wachstücher selber machen, erfahren Sie in unserem Artikel dazu!
  2. Wiederverwendbare Trinkhalme aus Glas oder Metall nehmen.
  3. Spülschwämme aus Naturfaser statt Schaumstoff wählen.
  4. Microfaser Tücher durch Baumwoll Frottee ersetzen.

Aber natürlich sind es in der Küche nicht nur Haushaltsutensilien, sondern auch die Ernährung, wo Sie Verpackung sparen könnnen:

  1. Achten Sie nicht übergenau auf das Mindesthaltbarkeitsdatum.
  2. Verarbeiten Sie überreifes Obst und Gemüse zu Smoothies oder Suppen.
  3. Kochen Sie immer frisch.
  4. Trinken Sie Leitungswasser.

Kosmetik & Hygiene: Einfach Müll reduzieren bei Körperpflege und Putzen

Nicht nur beim Einkaufen im Supermarkt können Sie die Umwelt schonen, auch das Badezimmer bietet allerhand Potential zur Abfallvermeidung. Generell sind viele Kosmetikprodukte ohnehin schon durch Silikone, Parabene sowie Paraffine nicht gut für unsere Gesundheit und die Umwelt. Auch Mikroplastik ist oft enthalten. Deshalb sollten Sie schon aus Achtung vor sich selbst auf Beautyartikel verzichten, die schädlich für Haut und Haar sein können.

Infos zu Mikroplastik: Kunststoff biologisch abzubauen dauert geschätzt ca. 500 Jahren. Im Meer zerfällt er und wird von den Meeresbewohnern gegessen – was tödlich sein kann. Wer Fische ist oder Meeressalz konsumiert, nimmt es ebenfalls zu sich. Das enthaltene Mikroplastik in unserer Kosmetik kann von Kläranlagen nicht aus dem Abwasser gefiltert werden. Somit bleibt es in unserem Wasser! Mikroplastik und Weichmacher gefährden also unsere Gesundheit und die der Tierwelt.

Auf Nummer sicher gehen Sie mit Produkten, die auf einer natürlichen Basis beruhen. Erfahren Sie in unserem DIY Ratgeber zu Naturkosmetik, wie Sie Cremes und Salben ganz einfach selber machen können. Naturkosmetik bietet nachhaltige Inhaltsstoffe, reduziert unnötige Verpackungen und ist emissionsarm. Aber auch Putzmittel sind enorm schadstoffreich – und immer in Plastik.

Wir empfehlen folgende Artikel aus der Drogerie für weniger oder keinen Müll:

  1. Feste Seife
  2. Festes Duschgel und Shampoo
  3. Waschbare Wattepads
  4. Die Menstruationstasse
  5. Wattestäbchen aus Bambus
  6. Rasierhobel aus Bambus
  7. Zahnbürste aus Bambus
  8. Stofftaschentücher
  9. Stoffwindeln
  10. Feste Putzmittel-Tabs

Zero Waste einkaufen – die 8 besten Tipps im Überblick

Nahrungsmittel in Glasbehältern

Zero Waste ist definitiv eine Herausforderung. Sie müssen sich passende Läden zum Einkaufen suchen und sich Zeit zur Recherche nehmen. Wir unterstützen Sie aber gerne mit unseren Tipps dabei:

  • Gehen Sie in spezielle Unverpackt Läden, die komplett auf Plastik und unnötige Verpackungen verzichten. Auch Wochenmärkte sind aber ideal.
  • Coffee oder Drink To Go? Bringen Sie Ihren eigenen Becher mitbringen und verzichten Sie auf den Strohhalm.
  • Auch Papier ist Müll! Wenn möglich sollten Sie also auch auf Kassenzettel verzichten.
  • Selbst im normalen Supermarkt können Sie nachhaltig einkaufen. Statt Plastiktüten zu kaufen den Stoffbeutel nicht vergessen und looses unverpacktes Obst oder Gemüse in kleinen Beuteln aus Leinen oder Baumwolle verstauen. Auch beim Bäcker um die Ecke lassen Sie die Brötchentüte weg und bringen Ihre eigene Tasche mit.
  • Für den Einkauf von Lebensmitteln auf dem Markt oder in speziellen Geschäften können Sie zudem wiederverwendbare Gefäße mitnehmen. Das ist gerade für Nudeln, Reis, Müsli usw. sehr praktisch.
  • Auch an der Frischetheke können Sie Fleisch, Wurst und Käse in Ihre eigene Box packen lassen.
  • In Sachen Mode, Möbel und Haushaltsgegenstände auf Second Hand setzen und gebraucht kaufen.
  • Auch bei Geschenken sollten Sie nachhaltig denken! Nützliche Tipps für Präsente mit einem hohen Nachhaltigkeitsfaktor finden Sie in unserem Geschenkeguide für nachhaltige Geschenke.

Müllvermeidung: Unsere Produkte für Zero Waste

Auch bei WestwingNow finden Sie viele Marken, Hersteller und Produkte, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben haben. Stöbern Sie doch einfach durch unsere exklusive Auswahl im Onlineshop und ergattern Sie Ihr neues Lieblingsstück! Sie werden schon bald merken: Zero Waste macht nicht nur unheimlich gute Laune, sondern lässt auch Ihre vier Wände in einem neuen Glanz erstrahlen. Und das ohne viel Müll und ganz nachhaltig!


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