Regrowing als nachhaltiger und günstiger Trend

Aus Alt mach Neu! Dieses Motto gilt tatsächlich nicht nur für Retro Möbel oder Vintage Mode, sondern auch für unser Gemüse. Man mag es kaum glauben, doch so einige Sorten kann man tatsächlich ganz einfach nachwachsen lassen – und das quasi unendlich. Gerade der Strunk von Frühlingszwiebeln, Sellerie und Co. kann zum Beispiel ganz einfach in Wasser bewurzelt werden. Wie das geht und auf was Sie bei Ihrem ersten Regrowing-Projekt unbedingt achten müssen, erfahren Sie jetzt bei uns. Viel Spaß beim Ausprobieren!

Was ist Regrowing?

Der Begriff Regrowing stammt aus dem Englischen und kann mit “Nachwachsen” übersetzt werden. In unserem Fall wird damit das erneute Heranwachsen von Gemüse durch den Strunk oder das Ende bezeichnet. Man versucht also, den Gemüserest nicht in den Müll zu werfen, sondern daraus einfach wieder neues Grün zu ziehen. Mittlerweile wird der Begriff aber auch verwendet, wenn Stecklinge gezogen oder Obstkerne zur Vermehrung verwendet werden.

Gemüse nachwachsen lassen: Welche Vorteile hat das Regrowing?

Gemüse aus Resten nachwachsen zu lassen – das hat mehr Vorteile für Mensch und Umwelt als man auf den ersten Blick vermuten mag. Einen kleinen Überblick finden Sie deshalb hier:

  • Nachhaltig: Indem Sie Ihre Gemüsereste nicht einfach in die Biotonne werfen, sondern neues Leben heranzüchten, schonen Sie die Umwelt. Immerhin werden somit weniger Wasser und Ressourcen benötigt als beim Pflanzen von Gemüse in großen Gewächshäusern und Gärtnereien.
  • Einfach: Ein Regrow-Experiment hört sich zunächst vielleicht kompliziert an. Das ist es jedoch keinesfalls! Schon mit wenigen Utensilien und ein klein wenig Geduld können Sie bald die ersten Ergebnisse bestaunen.
  • Platzsparend: Auch in kleinen Wohnungen können Sie Ihren Gemüseresten zu neuer Pracht verhelfen. Bereits ein wenig Platz auf der Fensterbank und kleine Behältnisse für den Strunk reichen hier vollkommen aus.
  • Geldsparend: Zudem geben Sie auch weniger Geld für frisches Gemüse und gegebenenfalls sogar Obst aus. Immerhin müssen Sie die Sorten Ihrer Wahl nur einmal kaufen und können dann aus den Resten immer wieder neue Versionen züchten.
  • Hobby: Lassen Sie sich auf das Experiment ein und sehen Sie das Regrowing als neues Hobby an. Sie werden schnell feststellen, wie viel Spaß diese kleine Gartenarbeit macht!

Lese-Tipp: Auch das angesagte Fermentieren ist eine tolle Methode, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Dadurch bleibt das Gemüse nämlich lange haltbar. Hier erfahren Sie, wie Sie dabei am besten vorgehen.

Welche Pflanzen eignen sich fürs Regrowing?

Sie möchten das Regrowing nun auch mal ausprobieren, wissen aber nicht, mit welcher Gemüsesorte Sie am besten anfangen? Wir haben deshalb eine kleine Übersicht vorbereitet, in der Sie genau sehen können, welche Sorte für Sie das beste Einstiegsgemüse darstellt:

EinsteigerFortgeschritteneProfis
– Minze
– Kopfsalat
– Romana-Salat
– Frühlingszwiebeln
– Lauch
– Stangensellerie
– Basilikum
– Koriander
– Zitronengras
– Chinakohl
– Avocado
– Süßkartoffeln
– Ingwer
– Ananas

Anleitung: So gelingt Ihnen das Regrowing von Gemüse

Jetzt geht es ans Eingemachte! Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, wie Ihr Regrowing Projekt erfolgreich wird. Da sich das je nach Gemüse unterscheiden kann, haben wir Ihnen die beliebtesten Möglichkeiten genauer erklärt.


Lauch, Frühlingszwiebeln und Co. nachwachsen lassen

Lauch und Frühlingszwiebeln sind mitunter die beliebtesten und einfachsten Gemüsesorten für den Regrow. Sie eignen sich darum perfekt für den Einstieg. Und so funktioniert‘s:

  1. Schneiden Sie den Wurzelansatz des Gemüses großzügig ab.
  2. Stellen Sie den Wurzelansatz in ein mit Wasser gefülltes Glas. Dieses platzieren Sie an einem hellen Standort.
  3. Wechseln Sie täglich das Wasser. Bereits innerhalb eines Tages beginnt die Pflanze von innen heraus wieder zu wachsen. Gleichzeitig bildet der Strunk im Wasser Wurzeln aus.
  4. Die nachgewachsenen Stängel können Sie wie gewohnt abschneiden und verarbeiten. Den Rest lassen Sie weiter im Wasser stehen.

Regrowing von Knoblauch

Auch das Nachwachsen lassen von Knoblauch ist kinderleicht! Dabei ernten Sie später die grünen Blätter, ganz ähnlich wie Bärlauch.

  1. Füllen Sie einen Pflanztopf mit ausreichend Erde. Der Topf sollte dabei Löcher haben, damit das Wasser gut abfließen kann. Sehr gut eignen sich beispielsweise Terracotta Töpfe!
  2. Stecken Sie je nach Größe des Topfs mehrere Knoblauchzehen etwa 3-5 cm tief in die Erde.
  3. Stellen Sie den Topf an einen sonnigen Ort und gießen Sie die Erde regelmäßig.
  4. Die Blätter abschneiden, sobald sie groß genug sind.

Kräuter vermehren

Auch das Regrowing von Kräutern ist möglich. Das ist besonders praktisch, da gerade die Kräutertöpfe aus dem Supermarkt häufig nicht so lange halten. Hier erfahren Sie, wie das Nachwachsen lassen gelingt:

  1. Schneiden Sie eine 15 bis 20 cm lange Triebspitze der Gewürzpflanze ab und entfernen Sie die unteren Blätter vom Stiel.
  2. Stellen Sie die Kräuter in eine kleine Vase, die mit Wasser befüllt ist.
  3. Wechseln Sie alle zwei Tage das Wasser. Nach kurzer Zeit bilden sich Wurzeln entlang der Stiele.
  4. Sobald die Wurzeln mindestens einen Zentimeter lang sind, können Sie die Kräuter in die Erde setzen.

Salat wieder einpflanzen

Dem Salat können Sie ganz einfach neues Leben verleihen. Damit zählt auch er zu den absoluten Regrow-Klassikern! Halten Sie sich dabei an diese Schritte:

  1. Beginnen Sie mit dem Herz des Salatkopfs.
  2. Stellen Sie dieses in eine mit Wasser gefüllte Schale oder ein Glas. Achten Sie darauf, dass sich nur der Strunk in der Flüssigkeit befindet. Wenn die Blätter im Wasser stehen, beginnen sie nämlich zu faulen.
  3. Wechseln Sie täglich das Wasser. Bereits nach kurzer Zeit bilden sich von innen heraus neue Salatblätter.
  4. Setzen Sie die Pflanze in die Erde ein, sobald die Wurzeln mindestens einen Zentimeter lang sind.

Karotten nachwachsen lassen

Karotten zählen zum Wurzelgemüse und können deshalb mit der Regrow-Methode ganz einfach von zuhause aus gezüchtet werden:

  1. Schneiden Sie die Karotte rund 3 cm unter dem Blattansatz ab.
  2. Legen Sie die Karottenstücke ins Wasser, das Sie täglich wechseln sollten.
  3. Bereits innerhalb eines Tages beginnen die Blätter erneut zu wachsen.
  4. Während das Blattgrün wächst, bildet das verbliebene Karottenstück feine Haarwurzeln aus. Das dauert ungefähr zwei Wochen.
  5. Sobald diese zu sehen sind, sollten Sie die neue Pflanze in die Erde setzen.

Regrow mit Kartoffeln

Sie lieben Kartoffeln und können kaum genug von ihnen bekommen? Mit dieser Anleitung können Sie Ihre Lieblingssorte ganz einfach wachsen lassen:

  1. Schneiden Sie die Kartoffeln in zwei Hälften. Achten Sie dabei darauf, dass an beiden genügend Triebe vorhanden sind.
  2. Trocknen Sie die Gemüsereste für ein paar Tage an der Luft.
  3. Pflanzen Sie die Kartoffelstücke einige Zentimeter tief in die Erde ein, sodass die Keime nach oben zeigen. Stellen Sie sicher, dass die Erde stets feucht bleibt.

Ingwer vermehren

Sie haben schon ein wenig Erfahrung mit Regrowing gesammelt? Dann können Sie sich auch mal an Ingwer wagen!

  1. Warten Sie zunächst, bis sich Triebe an Ihrer Knolle gebildet haben.
  2. Brechen Sie diese Triebe ab und pflanzen Sie sie in einen Blumentopf mit Erde ein. Alternativ können Sie die Ingwerknolle auch in Stücke schneiden und einpflanzen.
  3. Gießen Sie die Pflanze regelmäßig. Hier kann es ein paar Monate dauern, bis Sie schließlich Ihren nachgezüchteten Ingwer ernten können.

Avocado: Regrowing für Profis

Sie sind absoluter Avocado-Fan und möchten aus dem übriggebliebenen Kern gerne eine neue Pflanze wachsen lassen? Wir verraten Ihnen, wie Sie dabei vorgehen sollten:

  1. Reinigen Sie den Kern unter fließendem Wasser.
  2. Stecken Sie in gleichmäßigen Abständen drei oder vier Zahnstocher in den Kern.
  3. Platzieren Sie den Kern nun über einem Glas mit Wasser, sodass sich die Unterseite in der Flüssigkeit befindet. Die Zahnstocher halten den Avocadokern derweil in Position.
  4. Tauschen Sie jeden Tag das Wasser aus.
  5. Einige Wochen später sollte sich eine Wurzel am Kern bilden. Jetzt können Sie den Kern in einen Topf mit Erde pflanzen.

Ananas zuhause anbauen?

Eine Ananas auf der eigenen Fensterbank züchten? Echten Regrow-Profis gelingt auch das! Hier erklären wir Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt die tropische Frucht nachwachsen lassen:

  1. Nehmen Sie eine Ananas mit gesunden Blättern.
  2. Mithilfe eines scharfen Messers trennen Sie dann den oberen Teil der Frucht ab. Auch das Fruchtfleisch sollten Sie entfernen, damit nur der Strunk übrig bleibt. Dieser sollte aber unbedingt ganz bleiben!
  3. Den Strunk stellen Sie nun in ein Gefäß mit Wasser. Dieses stellen Sie an einen hellen, warmen Ort.
  4. Wechseln Sie das Wasser jeden Tag aus.
  5. Nach einiger Zeit bilden sich erste Wurzeln. Dann können Sie die Pflanze in Erde einsetzen. Auch jetzt sollten Sie weiter auf einen warmen und sonnigen Standort achten.
  6. Nun müssen Sie geduldig sein! Bis eine Frucht nachwächst, können Jahre vergehen. Doch auch die Pflanze selbst ist schon ein echter Hingucker, sodass sich die Mühe durchaus auszahlt.

Lese-Tipp: Viele weitere Infos, auch zur Pflege der Ananas-Pflanze, finden Sie in diesem Artikel!

Weitere Tipps zum Regrowing: Nachwachsende Pflanzen richtig pflegen

Die ersten Schritte sind vollbracht und Sie können Ihre kleinen Stecklinge zu richtigen Pflanzen heranzüchten? Hier sind noch einige Tipps, die Ihnen bei der Pflege helfen:

  • Frisches Wasser: Wechseln Sie in der Regrowing-Phase regelmäßig das Wasser. Häufig ist sogar ein täglicher Refresh empfohlen.
  • Gesundes Gemüse: Verwenden Sie zudem stets frisches Gemüse, um die Basis für das Regrowing zu schaffen. So stehen die Chancen höher, dass auch schnell die gewünschten Wurzeln entstehen.
  • Optimale Bedingungen: Sorgen Sie zudem für genügend Wärme und Licht. Ein Plätzchen auf einer Fensterbank ist deshalb meist der ideale Ort für Ihr Projekt. Achten Sie lediglich darauf, dass die Pflanzen nicht den ganzen Tag über in der prallen Sonne stehen. Auch über der Heizung gefällt es vielen Pflanzen weniger gut.
  • Gute Erde: Verwenden Sie nach dem Einpflanzen in einen Topf Anzuchterde. Diese versorgt Ihre neuen Pflanzen mit all den Nährstoffen, die sie zum Wachsen benötigen.
  • Richtig Umtopfen: Ihr Gemüse wächst und wächst? Dann wird es wohl Zeit für ein größeres Gefäß. Doch auch das Umtopfen will geübt sein! Was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Lese-Tipps: Entdecken Sie auch unsere weiteren Tipps, mit denen Sie Lebensmittelverschwendung vermeiden können. Oder wie wäre es mit einem eigenen Gemüsegarten oder dem Anbau von gesunden Microgreens in der Küche?