Nachhaltige Ernährung Einkauf Gemüse

Wer einen umweltbewussteren Lebensstil anstrebt, der wird früher oder später mit dem Thema nachhaltige Ernährung in Berührung kommen. Neben Wohnen und Mobilität hat tatsächlich auch dieser Bereich enorme Auswirkungen auf die Klimabilanz. Und dieser Weg zum Klimaschutz ist auch noch eine gesunde Option! Was viele oftmals freudig verdrängen: nachhaltig Ernähren beginnt schon beim Einkaufen! Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihren Speiseplan ökologisch sinnvoll und klimafreundlich gestalten und geben Ihnen Tipps und Ideen zum „nachhaltig Essen“. Lassen Sie sich inspirieren!

Was ist nachhaltige Ernährung?

Grundsätzlich beinhaltet nachhaltige Ernährung positive gesundheitliche, ökologische, ökonomische und soziale Aspekte.

Negative Effekte hingegen können sein:

  • Hohe CO2-Emissionen und andere Schadstoffe
  • Bodenzerstörung durch Monokulturen und Verdichtung
  • Wasserknappheit
  • Überfischung und Plastiküberflutung der Meere
  • Artenschwund

Step by Step nachhaltige Ernährung lernen – so geht´s in 7 Schritten:

Die Ernährung umzustellen, klingt oft einfacher, als es am Ende wirklich ist. Denn schließlich wird nicht nur unser gewohnter Speiseplan umgekrempelt, sondern auch das Einkaufen an sich muss oftmals völlig neu strukturiert werden. Hat man aber erst einmal den Bogen heraus, läuft es in der Regel wie am Schnürchen. Wie bei den meisten Dingen im Leben sind es auch hier eigentlich nur persönliche Gewohnheiten, die wir uns neu aneignen müssen.

1. Sich informieren

Um nachhaltiger zu leben ist es wichtig, dass man sich vorab Wissen über globale Zusammenhänge sowie den eigenen Konsum aneignet. Das ist sinnvoll, denn so verstehen Sie das komplexe Konstrukt deutlich besser. Bevor ein bestimmtes Produkt auf unserem Teller landet, durchläuft es eine Menge an Stationen:

  • Vorleistungsproduktion (Maschinen o. ä., alles was für die eigentliche Produktion nebenbei gebraucht wird)
  • Erzeugung
  • Verarbeitung
  • Vermarktung
  • Zubereitung

Anschließend gibt es dann noch die Abfallentsorgung.

Die einzelnen Abläufe wiegen unterschiedlich schwer in Bezug auf den CO₂-Fußabdruck. Daher steht schon länger ein Ampelsystem für Verpackungen im Raum, welches eine Info über den CO₂-Abdruck des Produktes tätigt.

2. Nachhaltige Landwirtschaft unterstützen

Nicht nur saisonal, sondern auch regional Einkaufen ist ein Muss bei einer nachhaltigen Ernährung. Dadurch wird die Luftverschmutzung verringert, da sehr lange Transportwege gespart werden, und es erfolgt eine Unterstützung der heimischen Landwirtschaft. Damit Sie nicht den Überblick verlieren, welches Produkt sich wann am besten einkaufen lässt, ist ein Saisonkalender sehr praktisch. Achten Sie beim Einkaufen im Supermarkt auch auf bestimmte Siegel, wie beispielsweise das Bio-Siegel, Demeter im Bio-Supermarkt oder greifen Sie zur Biokiste.Obst können Sie während der Saison auch prima für später einfrieren.

3. Gering verarbeitete Produkte kaufen

Wenn Sie auf gering verarbeitete Produkte setzen, sparen Sie sehr aufwendige Energieprozesse der Herstellung ein (wie zum Beispiel bei der Tiefkühlpizza). Nicht nur Ihre Gesundheit profitiert davon, sondern auch die Umwelt und Ihr Geldbeutel. Stark verarbeitete Lebensmittel besitzen eine hohe Energiedichte, wenig Ballast- sowie sekundäre Pflanzenstoffe und werden mit Konservierungsstoffen haltbar gemacht. Das widerspricht dem Prinzip einer nachhaltigen Ernährung, die ausgewogen und mit möglichst frischen Zutaten gespickt sein sollte.

4. Faire Produkte kaufen

Lebensmittel sollten nicht nur fair angebaut, sondern auch fair gehandelt werden. Möchten Sie eine nachhaltige Ernährung umsetzen, haben Sie diesen Aspekt ebenfalls im Blick. Gekennzeichnet werden solche Produkte im Supermarkt unter anderem mit dem Fair Trade Siegel. Weltweite Fairness im Zusammenhang mit dem Thema Nachhaltigkeit ist sehr wichtig. Denn nur so erhalten die Erzeuger einen vertraglich vereinbarten Mindestpreis, wodurch Existenzen gesichert werden.

5. Weniger tierische Produkte kaufen – vegane Ernährung

Wenig Fleisch und viel frisches Gemüse sind umweltfreundlicher! Dieses Motto sollte bei einer nachhaltigen Ernährung Ihren Speiseplan dominieren. Denn der Anbau von Gemüse ist deutlich flächenschonender und hat einen geringeren Wasserverbrauch. Für tierische Produkte werden während der Lebenszeit Unmengen an Futtermittel und Wasser benötigt. Logisch! Allerdings zeigt die Berechnung des ökologischen Fußabdrucks auch, dass Fleisch und Milchprodukte das Klima extrem stark belasten. Das ist weder gesund für Sie noch die Umwelt. Laut Studien aus den letzten Jahren von Statista und Veganz leben übrigens zwischen 1,13 und 2,6 Millionen Menschen in Deutschland vegan – um die 2 Prozent der Bevölkerung. Die Gesellschaft hier stellt sich immer mehr um und es ist ein wahrer Trend geworden.

6. Energieeffiziente Zubereitung

Eine nachhaltige Ernährung schließt auch immer eine klimabewusste Ernährung mit ein. Dazu gehört ebenso die energieeffiziente Zubereitung Ihrer Lebensmittel. Bedeutet im Klartext: Achten Sie in Ihren vier Wänden auf energieeffiziente Haushaltsgeräte (Gas- statt Kochplattenherd). Auch Ökostrom sowie eine bewusste Mobilität (Fahrrad statt Auto zum Einkaufen) außerhalb Ihres Zuhauses sind wichtig.

7. Nachhaltig einkaufen: Auf plastikfreie Verpackung setzen

Ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltige Ernährung ist der Verzicht auf Plastik – auch beim Einkaufen. Allerdings ist ein plastikfreier Einkauf gar nicht so einfach umzusetzen. Es sei denn, Sie haben einen Unverpackt Laden bei sich in der Nähe. Auch das Besorgen von Lebensmitteln auf dem Markt bietet sich an, um auf Plastik zu verzichten. Oder Sie bringen  zum Einkaufen im Supermarkt eigene wiederverwendbare Verpackungen mit, wie beispielsweise einen Brotbeutel aus Baumwolle.

Tipp: Auch Lebensmittelverschwendung sollten Sie für eine nachhaltige Ernährung unbedingt vermeiden!

Zusammenfassung – konkrete Tipps zum „nachhaltig Essen“: diese Lebensmittel sollten Sie kaufen

  • Mehr Gemüse und Obst, Kartoffeln und Hülsenfrüchte essen (am besten frisch)
  • Getreide und Getreideprodukte aus Vollkorn bevorzugen
  • Grundsätzlich weniger Fette konsumieren
  • Qualitativ hochwertige Fette und Öle verwenden
  • Tierische Produkte deutlich reduzieren
  • Fisch wenn nur aus Aquakultur kaufen
  • Weniger Salz und Zucker zu sich nehmen
  • Mehr mit Gewürzen und Honig arbeiten
  • Auf regionale Bio-Produkte vom Markt oder dem Bio-Supermarkt setzen

Ist gesundes Essen teuer?

Gute Nachrichten für alle Foodies: Ungesunde Lebensmittel wie Fertiggerichte, Süßigkeiten, Chips & Co. sind nicht zwingend günstiger als gesundes Essen. Natürlich kommt es immer darauf an, was und wie viel genau Sie einkaufen. Wenn Sie allerdings oft selbst kochen und die frischen Produkte vielfältig verwenden, sind Sie hier sowohl preislich als auch gesundheitlich klar im Vorteil. Für eine nachhaltige Ernährung müssen Sie demnach nicht immer viel Geld ausgeben. Gerade saisonale sowie regionale Lebensmittel, die Sie auf dem Markt oder im Hofladen nebenan kaufen können, sind oftmals bestens für den kleinen Geldbeutel geeignet. Das gilt übrigens auch für Fleischersatzprodukte, die sich derzeit in eine günstige Richtung entwickeln und mittlerweile in nahezu jedem Supermarkt zu bekommen sind.

Wir hoffen, wir konnten Sie mit diesem Artikel zu mehr Nachhaltigkeit inspirieren. Ihr Westwing-Team!


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