Nachhaltiges Bauen Haus mit Pflanzen

Ein nachhaltiger Lebensstil lässt sich auf vielfältige Art und Weise in den persönlichen Alltag integrieren und umsetzen. Ob beim Einkaufen von saisonalen sowie regionalen Produkten oder der Verzicht auf Plastik im Bad. Nachhaltigkeit hat viele Gesichter, aber sie alle helfen dem Ökosystem und der Umwelt. Ein Thema, welches uns aktuell beschäftigt, ist das nachhaltige Bauen. Das liegt vor allem daran, dass 2021 die neue „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ in Kraft gesetzt wird. Die Ziele des nachhaltigen Bauens liegen übrigens in der Minimierung des Verbrauchs von Energie und Ressourcen. Möchten Sie mehr über nachhaltige Architektur wissen? Wir verraten Ihnen, was nachhaltiges Bauen eigentlich bedeutet und worauf Sie unbedingt achten sollten!

Definition: Das bedeutet nachhaltiges Bauen

Im Fokus des nachhaltigen Bauens stehen ganz klar die Umwelt sowie natürlich auch das Ökosystem. Ebenso essenziell sind die drei Säulen der Nachhaltigkeit, welche in den 90er Jahren entstanden sind: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Die Kernaussage basiert auf der Vorstellung, dass eine nachhaltige Entwicklung nur dann zu erreichen ist, wenn umweltbezogene, wirtschaftliche sowie soziale Aspekte zur gleichen Zeit und gleichermaßen umgesetzt werden.

Besonders wichtig ist bei einer nachhaltigen Architektur aber auch die Lebensdauer (Nutzungszeit von 50 bis 100 Jahren). Zudem wird diesbezüglich auch der gesamte Lebenszyklus betrachtet. Ob ein Bauwerk nachhaltig ist, hängt von gewissen Bewertungskriterien ab, welche alle Bereiche des Bau-Prozesses umfassen:

  • Wahl des Standorts (Umgebung, Erhalt der ursprünglichen Wiesen, Flächeninanspruchnahme etc.)
  • Planung der Architekten
  • Bauweise
  • Technik für die effiziente Nutzung von Energie und Ressourcen (auch Wasser- und Materialeffizienz)
  • Ausführung
  • Instandhaltung
  • Abfallvermeidung
  • Rückbau

Warum nachhaltig bauen?

Wussten Sie, dass vor vielen, vielen Jahren eigentlich immer nachhaltig gebaut wurde? Das liegt daran, dass früher wenig Baustoffe verfügbar waren und man sich mit den Rohstoffen aus der Natur begnügen musste. Irgendwann kamen dann neue Materialien und Verfahren zum Einsatz, die teilweise aber ziemlich schlecht für Mensch und Umwelt waren. Deshalb ist es umso wichtiger, sich wieder auf das Ökosystem zu besinnen. Somit steigern Sie nicht nur die ökologischen Kriterien wie die Energieeffizienz des Gebäudes, sondern auch die Gesundheit der Menschen.

Die Vorteile des nachhaltigen Bauens liegen klar auf der Hand:

  • soziokulturelle Aspekte
  • langfristig optimierte Nutzungsqualität
  • Minimierung des Energieverbrauchs
  • langfristig Geld sparen
  • CO2 und Ressourcen sparen

Nachhaltiges Bauen legt auch den Grundbaustein für nachhaltiges Wohnen. Hier muss natürlich weiter Ökostrom bezogen werden, Energie gespart werden auch durch energieeffiziente Geräte und Wasser sparend benutzt werden. Dennoch ist zum Beispiel eine gute Isolierung schonmal der erste Step zum weniger Heizen.

Wie baut man nachhaltig? Faktoren und Tipps im Überblick:

  • Flächeninanspruchnahme: Schonung der Natur durch flächensparendes Bauen
  • Bauweise: Nicht nur die Gebäudeform ist wichtig, auch die Dauerhaftigkeit der Architektur
  • Baustoffe: Einsatz traditioneller wiederverwertbarer Baustoffe und Bauteile sowie die Vermeidung der Transportkosten für ökonomische Vorteile
  • Dämmung und Wärmeschutz: Senkung des Energiebedarfs durch ökologische Dämmung und ökologisches Heizen
  • Energieträger: Photovoltaik (ökologisch nachhaltige Energie aus Solarzellen) macht aus Gebäuden Energie-Selbstversorger
  • Anlagentechnik und Wassertechnik: Bauen ohne Flächenversiegelung
  • Abfallaufkommen und umweltgerechte Entsorgung: Dauerhaftigkeit der Rohstoffe beachten und auf Recycling setzen

Das sind nachhaltige Baustoffe

Grundsätzlich sprechen wir von nachhaltigen Baustoffen, wenn diese eine umweltverträgliche Alternative zu konventionellen Baustoffen darstellen. In der Regel bestehen nachhaltige Materialen aus nachwachsenden Rohstoffen und sind bei der Herstellung an einen geringen Energieaufwand gekoppelt.

Diese nachhaltigen Baustoffe sind besonders beliebt:

  • Lehm: Sehr gut für den Innenausbau geeignet, da hohe feuchtigkeitsregulierende sowie wärmespeichernde Wirkung
  • Holz: Darauf achten, dass das Holz aus regionaler, nachhaltiger Forstwirtschaft stammt
  • Flachs: Wird gerne als nachhaltiger Dämmstoff verwendet (gilt auch für Hanf, Schilf und Stroh)
  • Kork: Vor allem als Fußbodenbelag sehr beliebt (frei von Schadstoffen und Emissionen); ebenso gut geeignet sind auch Steinböden und Fliesen
  • Natursteine: Als hervorragende Wärmespeicher (aus Ton und Lehm) für Mauerwerk sowie Innenwände zu empfehlen

Nachhaltiges Bauen: Tipp zum Planen und Modernisieren

Wenn Sie ein modernes „Green Building“ planen, möchten wir Ihnen einen wichtigen Tipp mit auf den Weg geben: Setzen Sie sich Schwerpunkte!

Machen Sie sich vor Bau- oder Modernisierungsbeginn klar, was Sie genau möchten. Auch was Sie brauchen und wie nachhaltig Sie Ihre vier Wände tatsächlich gestalten können.

Oftmals hängt eine nachhaltige Architektur zudem vom Budget ab und die Baustoffe sind in der Regel teurer als herkömmliche Materialien. Daher sollten sich Bauherren auf das Wesentliche (Ihre Wünsche!) fokussieren.

Nachhaltiges Wohnen durch Zertifizierungen für nachhaltiges Bauen

Bereits im Jahr 2002 hat die Bundesregierung die Strategie für eine nachhaltige Entwicklung „Perspektiven für Deutschland“ verabschiedet. Die politischen Leitlinien umfassen 21 Indikatoren zur Erfassung von Zielen und Fortschritten. In diesem Zusammenhang sind auch bestimmte Zertifizierungen für das nachhaltige Bauen von großer Bedeutung.

Zertifizierungen in diesem Bereich sind wichtig, denn dadurch lässt sich nachhaltiges Bauen quasi anwendbar, messbar und somit auch vergleichbar machen.

Wichtige Zertifizierungen auf diesem Gebiet sind:

  • Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)
  • Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB)
  • Qualitätssiegel Nachhaltiger Wohnungsbau (NaWoh)
  • Leadership in Energy and Environmental Design (LEED)
  • Building Research Establishment Environmental Assessment Method (BREEAM)

Wir hoffen, wir konnten Sie mit diesem Artikel zu mehr Nachhaltigkeit inspirieren. Ihr Westwing Team!


Lese-Tipps: Klicken Sie auch in unsere weiteren Artikel zum Thema Nachhaltigkeit:

Und lesen Sie doch auch unsere Interviews mit den nachhaltigen Unternehmen Recup und Too Good To Go!