Schnittblumen erfreuen sich großer Beliebtheit – je üppiger der Strauß, desto besser. Kein Wunder, denn die bunten Pflanzen bringen Lebendigkeit und eine warme Atmosphäre in jedes Zuhause. Was die meisten leider nicht wissen: Die erhöhte Nachfrage an Blumen aus konventionellem Anbau schadet der Umwelt und auch der vor Ort lebenden Bevölkerung – hauptsächlich durch den starken Einsatz von Pestiziden und dem enormen Wasserverbrauch. Heißt das nun, Sie müssen komplett auf die Gute-Laune-Macher verzichten? Die Antwort lautet nein, denn die so genannte Slowflower-Bewegung möchte den Anbau von Blumen wieder nachhaltiger machen. In unserem Artikel finden Sie nicht nur viele Informationen über die Bewegung, sondern auch die Slowflower-Favoriten unserer Experten – viel Spaß!

Das steckt hinter dem Slowflower-Trend

Während die Slowfood-Bewegung mit ihrem saisonalem Biogemüse aus der Region vielleicht schonmal Gesprächsthema in Ihrem Bekanntenkreis war, scheint die Slowflower-Bewegung noch recht unbekannt. Hoffentlich nicht mehr lange! Der Zusammenschluss aus Flowerfarmern, Designern, Floristen und Schnittblumengärtnern setzt sich nämlich für Transparenz und Vertrauen im nachhaltigen Schnittblumenanbau ein. Ursprünglich kommt die Bewegung aus den USA und hat seit 2018 eine Gemeinschaft in Deutschland.

Wussten Sie, dass circa 90% aller Schnittblumen, die in Deutschland zum Verkauf stehen, aus dem Ausland importiert werden und alles andere als nachhaltig sind? Während in den Niederlanden extrem viel Energie für den Anbau in Gewächshausern benötigt wird, verschmutzen die Rückstände der Pestizide in Ländern wie Kenia, Äthiopien oder Ecuador Böden, Seen und Naturschutzgebiete. Zudem ist der Blumenanbau dort durch schlechte Arbeitsbedingungen, keine oder unzureichende Schutzkleidung, Niedriglöhne und Ausbeutung geprägt. Zeit, dass sich etwas ändert!

Ähnlich wie beim Slowfood setzen sich Slowflower-Aktivisten für ökologische Landwirtschaft vor der Haustür ein und verstehen sich so als Gegenbewegung zur unfair produzierten Massenware. Flowerfarmerinnen und Gärtner bauen Schnittblumen mit nachhaltigem Saatgut auf kleinen Flächen in der Stadt und auf dem Land an. Dabei kommt nur organischer Dünger zum Einsatz und auf den Gebrauch von Pestiziden wird vollkommen verzichtet. Das schont nicht nur den Boden, sondern schützt auch Insekten und bietet Tieren einen Lebensraum. Die Idee ist, mit dem Rhythmus der Natur zu gehen. Das ist aber noch nicht alles: Nach der Ernte der Slowflowers sind die Transportwege zu den Floristen kurz, was sicherstellt, dass die Blumen besonders frisch sind – im Verkauf soll dann auf die Saisonalität aufmerksam gemacht werden. Außerdem wird vom Anbau bis zum Verkauf Müll vermieden: Mitglieder der Bewegung benutzen keine Steckmasse, verzichten möglichst auf Einmal-Plastik und versuchen zirkulär zu wirtschaften. Durch die Slowflowers sollen Blumen, Menschen und Arbeit, die hinter einem bunten Strauß stecken, wieder mehr Wertschätzung erfahren.

Unsere Top 10 Slowflower-Blumen für Ihr Zuhause

Nachdem wir nun so viel über die Bewegung und ihre Prinzipien gelernt haben, möchten wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten, welche der Slowflowers unsere Favoriten sind. Klar ist: Nachhaltige Blumen wachsen saisonal und können dementsprechend nur angebaut und geerntet werden, wenn es die Natur zulässt. Dann können Sie sich aber über eine knallige Blütenpracht freuen – entweder von einem Slowflower-Feld, einem teilnehmenden Floristen oder aus Ihrem eigenen Garten.

Die folgenden Blumen sehen nicht nur schön aus, sondern sind meist auch noch anfängerfreundlich – für den Fall, dass Sie selbst welche säen möchten.


1. Kosmeen

2. Zinnien

3. Ranunkeln

4. Dahlien

5. Jungfern im Grünen

6. Duftwicken

7. Knorpelmöhren

8. Margeriten

9. Pfingstrosen

10. Sonnenhüte


Darum begeistern uns Slowflower-Blumen

Vielfältig, bunt und noch dazu besser für die Erde und für uns – Gründe genug, zu nachhaltigen Blumen zu greifen. Und Slowflowers begeistern nicht nur in Vasen zuhause, sondern werden auch zu besonderen Anlässen (zurecht) immer beliebter: Wussten Sie zum Beispiel, dass auch in Meghan Markles Brautstrauß selbstgepflückte Blumen verarbeitet wurden? Prinz Harry soll sie höchstpersönlich im Garten des Kensington Palastes ausgesucht haben. Hier sind sieben Gründe, warum wir nicht genug von Slowflowers bekommen können:


  1. Der Umweltschutz wird groß geschrieben: Durch den Verzicht auf Pestizide, Plastik und lange Transportwege sind Slowflowers eine nachhaltige Alternative zu herkömmlich angebauten Blumen
  2. Slowflowers erfüllen unser Zuhause mit einem herrlich intensiven Duft
  3. Bouquets aus nachhaltigen Blumen wirken wild, weich und gleichzeitig sehr modern. Sie überzeugen mit organischen Formen und krummen Stielen, die jeden Strauß einzigartig machen und so ein Stückchen Natur in unser Zuhause bringen
  4. Slowflowers sind frischer als importierte Blumen aus herkömmlichem Anbau und halten deshalb deutlich länger
  5. Mit der Saisonalität der Blumen können Sie den Wandel der Jahreszeiten erleben und genießen
  6. Auf einem Slowflower-Feld finden Sie Sorten, die es aufgrund ihrer empfindlichen Blüten normalerweise nicht im Blumenladen gibt. Dazu zählen Mohn, Kosmeen oder Wicken
  7. Slowflowers machen Lust auf den eigenen Anbau und das Gärtnern von Blumen. Tipps dazu finden Sie zum Beispiel auf Instagram oder in dem Buch Slowflowers von Chantal Remmert und Grit Hartung. Bei einigen Floristen können Sie sich sogar zu Workshops anmelden

Na, überzeugt? Wir sind es definitiv und können es kaum erwarten, unsere Vasen mit einer kunterbunten Blütenvielfalt aus nachhaltigem Anbau zu schmücken – und träumen insgeheim sogar schon von unserem eigenen kleinen Feld voller knalliger, wilder Blumen.