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Sustainable Design, Ecodesign, Öko-Design, Green Design oder nachhaltiges Design, nennen Sie es wie Sie möchten. Es ist in jedem Fall nicht mehr aus modernen Gesellschaften wegzudenken! Unsere sich verändernde Umwelt und das ansteigende Klima hat Politik und Industrie dazu getrieben, mehr Verantwortung für die Folgen zu tragen. Das Ergebnis sind neue Umweltschutzauflagen für Hersteller, mehr öffentliches Bewusstsein für Nachhaltigkeit vom Entwurf und Design eines Produkts bis zur Herstellung und Verkauf. Auch wenn Nachhaltigkeit kein neues Thema ist, ist es doch ein sehr aktuelles und besonders wichtiges. Aber was ist mit nachhaltigem Design eigentlich gemeint? Lassen Sie sich von uns inspirieren!

Weniger ist mehr: Das bedeutet nachhaltiges Design

Nachhaltiges Design will soziale, ökologische, ökonomische Themen verknüpfen, um für alle einen positiven Mehrwert zu schaffen. Zum einen für Hersteller und Verbraucher, vor allem aber natürlich für die Umwelt.

Grünes Design schafft demnach nicht nur Produkte, sondern auch Systeme, Infrastrukturen und Dienstleistungen, die alle die gleichen Ziele verfolgen.

Eine minimale Verwendung von Ressourcen, Energie und Fläche. Aber auch minimaler Schadstoffeinsatz und -ausstoß, möglichst wenig Abfälle während des kompletten Produktlebenszyklus und trotzdem ein optimaler Nutzen.

Vereinfacht ausgedrückt heißt nachhaltig designen, mit der Umwelt, ihren Ressourcen und allen Lebewesen so umzugehen, dass zukünftige Generationen noch einen intakten Lebensraum haben.

Wichtig sind dabei ein nicht nur effizienter, aber auch fairer Umgang mit Ressourcen und Arbeitskräften. So werden viele Produkte zum Beispiel aus umweltfreundlichen, schnell nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus, regionalen Hölzern oder Algen entworfen und produziert. Gleichzeitig sollen diese Produkte langlebig sein und den Konsum der Verbraucher reduzieren.

Nachhaltiges Design hat die Aufgabe, den kompletten Lebensweg eines Produkts zu betrachten und entsprechend zu planen. Von der Ideenfindung, Planung, Entwicklung, Produktion, Vermarktung, Verpackung, Vertrieb, Nutzung, sogar bis zur Entsorgung oder Verwertung.

Um dies zu erreichen, stützt sich Ökodesign auf folgende Eckpfeiler. Alle Endprodukte, ob haptische Produkte, Dienstleistungen oder sonstiges, sollten ressourcensparend, langlebig, energiesparend, fair, recycelt, up-recycelt oder down-recycelt sein.

Ressourcen können zum Beispiel gespart werden durch Reduktion und Simplifikation. Keine überflüssigen Features kommen mehr vor, Funktion und Nutzen des Produkts sollen sofort sichtbar und verständlich sein. Aber auch durch die Materialwahl und -definition oder durch eine kleinere Menge können Ressourcen bewusst geschont werden.

Ein entscheidender Beitrag zur Langlebigkeit eines Produkts ist nicht nur seine Sinnhaftigkeit und Wiederstandfähigkeit. Ist es defekt, wird es repariert anstatt entsorgt. Bis es am Ende dann einfach zerlegt und möglichst vollständig recycelt werden sollte.

Nachhaltige Materialien

Wie bereits erwähnt ist die Wahl des richtigen Materials ein Schlüssel zu nachhaltigem Design. Dazu zählen alle natürlichen und nachwachsenden Rohstoffe. Hinzu kommen Materialien, die aus nachwachsenden Rohstoffen zusammengesetzt werden und somit auch organisch sind. So zum Beispiel Naturfilz, Wolle, Kork, Linoleum, Bambus, Leinen, Algen oder Moose. Allen voran natürlich Holz, wobei heimische Hölzer exotischen Arten vorzuziehen sind. Entscheidend ist nämlich, sowohl bei der Gewinnung, als auch der Produktion und Entsorgung von natürlichen Rohstoffen ein schonender, regenerativer Umgang. Durch die Gewinnung, den Transport oder die Weiterverarbeitung soll kein Umweltschaden entstehen, der der Nachhaltigkeit der Rohstoffe wieder entgegenwirkt.

Upcycling Möglichkeiten

Aus alt mach neu und noch besser. Cycling meint, dass Produkte in einem Kreislauf der Wiederverwertung komplett oder in Einzelteilen zu einem neuen Produkt weiterverarbeitet werden. Up, also auf, bedeutet, dass das alte Produkt durch den Recyclingvorgang aufgewertet und verbessert wird.

Das kann schon im Kleinen beginnen, wenn Sie zum Beispiel Zuhause alte Marmeladengläser zu Blumenvasen umfunktionieren, oder aus Konservendosen hübsche Windlichter basteln. Das Ursprungsprodukt hat ein Glow Up erfahren und ist am Ende schöner als vorher, wird weiterverwendet und nicht entsorgt.

Typische Beispiele für industrielles Upcycling sind Kleidung aus wiederverwendetem Plastikmüll und PET, Taschen aus alten LKW-Planen, Deko aus Treibholz oder Möbel aus alten Turngeräten. Immer dann, wenn irgendwo Abfall entsteht, bietet sich die Möglichkeit wenigstens Teile davon für ein neues Design oder einen neuen Zweck zu verwenden.

Bereiche für nachhaltiges Design

Denken Sie bei Design an Luxus? Vielleicht an einen Laufsteg oder einen Showroom? Designer machen Mode, Möbel oder vielleicht Autos, richtig? Stimmt schon, aber nicht nur.

Wie bereits angedeutet müssen auch Infrastrukturen, Systeme, Kommunikationsabläufe oder Dienstleistungen designt werden. Inzwischen gibt es Experten, die sich darum kümmern, diese Design-Nischen besonders green, öko und so nachhaltig wie möglich zu gestalten.

Im Zusammenhang mit Gebrauchsgütern wie Mode, Möbeln oder Haushalts- und Technikgegenständen zählen die weiter oben genannten Punkte. Die Eco Designer beschäftigen sich mit Materialien, Ressourcen, Langlebigkeit, Energieeffizienz und so weiter. Wenn es um ein nicht greifbares Endprodukt geht, müssen die Designer trotzdem versuchen so schonend, sparsam und regenerativ wie möglich mit ihrer Umwelt umzugehen.

Die Charta für nachhaltiges Design

Die Alliance of German Designers (AGD) schuf die „Charta für nachhaltiges Design“ als Anregung und Motivation für Designer. Sie sollen ökologisch, fair und trotzdem wirtschaftlich erfolgreich arbeiten.

Indem sich Designer danach richten, können sie ihr Produkt und Angebot nachhaltiger, bewusster und schonender gestalten. Aber Vorsicht: Sie ist keine Zertifizierung oder Qualitäts-Zeichnung der AGD.

Zusammengefasst besagt die “Charta für nachhaltiges Design”, dass Designer Verantwortung tragen. Verantwortung für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen, mit der Umwelt und mit Menschen. Nachhaltiges Design muss dieser Verantwortung gerecht werden. Außerdem ist nachhaltiges Design ein Prozess. Noch wichtiger als ein 100%-nachhaltiges Endprodukt ist eine langfristige Verbesserung bereits vorhandener Produkte und Prozesse.

Die Charta listet unter ihren Leitpunkten auf, welche Kriterien Designer berücksichtigen müssen, um am Ende ihrer Arbeit von nachhaltigem Design sprechen zu können. Das Ergebnis soll:

  • materialeffizient
  • materialgerecht
  • energieeffizient
  • schadstoffarm
  • abfallarm beziehungsweise abfallvermindernd
  • langlebig
  • recycling- und entsorgungsgerecht
  • logistikgerecht
  • nutzungsgerecht
  • sozial verträglich
  • und wirtschaftlich und erfolgreich sein.

Sozial verträglich oder sozial nachhaltig meint, dass die Arbeits- und Lebensbedingungen der am Produkt beteiligten Menschen fair gestaltet werden. Keine Lebensräume von Menschen und Tieren sollen angegriffen werden. Faire Löhne und Arbeitsbedingungen sind Voraussetzung. Kinderarbeit und gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen sind ein Tabu.

Langlebigkeit durch zeitloses Design und Qualität

Nachhaltig heißt unter anderem auch langlebig, das haben wir bereits geklärt. Aber langlebig meint nicht nur möglichst robuste, widerstandsfähige Produkte, die lange ihren Nutzen erfüllen. Sondern auch Produkte, die möglichst lange unserem Sinn von Ästhetik entsprechen. Design, das nicht nur einem heißen Trend folgt, sondern zeitlos ist, ist wesentlich nachhaltiger. Design und Qualität gehen also Hand in Hand, wenn es um die Langlebigkeit eines Produktes geht.

Hochwertige und robuste Materialien machen ein Teil qualitativ langlebig. Klare Linien und schlichtes Design machen das gleiche Teil zudem auch resistent gegen sich verändernde Trends.

Nachhaltige Labels

Entgegen der weit verbreiteten Annahme muss Nachhaltigkeit nicht gleich teuer sein. Der Green Lifestyle ist absolut leistbar und für jeden umsetzbar. Nicht zuletzt wegen der Langlebigkeit der Produkte. Auch in Ihrem Zuhause können Sie auf nachhaltiges, faires Ecodesign setzen. Wir stellen Ihnen hier vor, wie Marken auf echtes Ecodesign setzen und wie Sie es von Green Washing unterscheiden.

Damit sich ein Label Nachhaltigkeit auf die Fahnen schreiben darf, muss es zunächst folgende Kriterien erfüllen. Nachhaltige Materialien, dazu faire ressourcenschonende Produktionsverhältnisse, kurze Transportwege, Langlebigkeit und eine verantwortungsvolle Entsorgung sind die Eckpfeiler, die Möbel zu nachhaltigen Produkten machen. Zertifikate wie das FSC-Gütesiegel, das PEFC-Gütesiegels, ÖkoControl, oder „Der blaue Engel“, helfen Ihnen dabei, diese schneller und leichter zu erkennen.

Aber auch das “We care”-Label von Westwing markiert für Sie Marken, Brands und Möbelstücke die verantwortungsvoll mit unserer ökologischen und sozialen Umwelt umgehen. Denn Nachhaltigkeit ist eines der Unternehmensziele für Westwing, das durch eine achtsame Beschaffung, Produktion und bewusste Vermarktung verfolgt wird. Westwing arbeitet aktiv und kontinuierlich daran, den Fußabdruck, den wir hinterlassen, zu verringern. Und zwar von der Idee bis zum Design, von der Produktion bis zur Lieferkette, vom Merchandising bis zum Marketing.

Nachhaltiges Design studieren

Ein bewusster Umgang mit unserer Umwelt wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen als jetzt schon. Es lohnt sich also einen Blick aus Bildungsmöglichkeiten und Berufswege zu werfen, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Ecodesign beschäftigen.

Die AMD Akademie Mode & Design in Düsseldorf bietet einen Bachelor of Fine Arts im Studium zu nachhaltigem Design an. Die Hochschule Fresenius in Köln hat zudem einen Master of Arts im Studienprogramm. Der Master Studiengang Sustainable Design an der Technischen Universität Braunschweig fokussiert sich auf Architektur und Bauingenieurwesen. Das bezieht sich auf Konzeption, Planung und Umsetzung energieeffizienter und nachhaltiger Siedlungen oder Gebäude. Studierende von nachhaltigem Design an der Ecosign – Akademie für Gestaltung können ihren Studienschwerpunkt wählen zwischen Kommunikationsdesign, Produktdesign, Illustration oder Fotografie. In Berlin gibt es auch eine Akademie für Design und Nachhaltigkeit. Weitere Informationen dazu erhalten Sie von den jeweiligen Bildungsinstituten.

Schließlich gehen aus diesen Studiengängen Modedesigner, Produktdesigner, Architekten, technische Designer oder Kommunikationsdesigner und kreative Köpfe hervor. Die machen es sich zur Aufgabe, die Welt in Zukunft zu verbessern und sie auch für zukünftige Generationen noch lebenswert zu gestalten.


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