zwei Kokedama-Pflanzen hängen am Sichtschutz der Terrasse

Ohne Moos nix los! Das kann man bei Kokedama wörtlich nehmen, denn für den angesagten Deko-Trend aus Japan werden unsere Lieblingspflanzen einfach in grüne Moosbälle gepflanzt. Das sieht nicht nur faszinierend aus, sondern ist auch sehr nachhaltig, weil keine Pflanzgefäße benötigt werden. Das Beste: Kokedama selber machen geht relativ leicht! Wie das Kokedama DIY funktioniert? Welche Pflanzen sich dafür eignen? Und was man bei der Pflege der stylischen Pflanzendeko beachten sollte, erfahren Sie bei uns.

Was ist Kokedama?

Kokedama ist eine moderne Technik der japanischen Pflanzengestaltung. Der Name setzt sich aus den zwei japanischen Begriffen „koke“ (Moos) und „dama“ (Ball) zusammen und bezeichnet das Kernelement des Deko-Trends: einen Moosball, aus dem eine Pflanze wächst. Ursprünglich war es ein Bonsai-Bäumchen, denn Kokedama wurde von Menschen entwickelt, die sich die teuren Bonsaitöpfe nicht leisten konnten, aber auf die repräsentativen Bäumchen nicht verzichten wollten. Deshalb galt der Kokedama-Bonsai früher auch als “Bonsai der armen Leute”.

Die kreative Pflanztechnik hat sich in den letzten Jahren jedoch stark weiterentwickelt und einen echten Aufschwung erlebt. Mittlerweile werden die unterschiedlichsten Pflanzen für Kokedama verwendet und die grünen Moosbälle sind aus ihren dekorativen Schalen in luftige Höhen gewandert. Auch bekannt als schwebende Pflanzen erfreuen sie sich in Japan großer Beliebtheit und erobern auch bei uns immer mehr Zimmer, Balkone und Gärten.

5 Gründe, warum wir Kokedama lieben

Weltweit feiern Menschen Kokedama und lassen andere auf Instagram oder Pinterest an ihren Deko-Ideen teilhaben. Doch was macht den Charme der bepflanzten Moosbälle eigentlich aus? Hier kommen fünf Gründe, warum der Deko-Trend aus Japan auch in Ihrem Zuhause Einzug halten könnte: Kokedama ist …

  1. dekorativ: Die bepflanzten Moosbälle sind echte Eyecatcher – egal, ob sie von der Zimmerdecke herunterhängen oder auf der Fensterbank oder dem Terrassentisch stehen.
  2. platzsparend: Kokedama ist perfekt für kleine Räume, da die Moosbälle einfach aufgehängt werden können.
  3. nachhaltig: Die kreative Pflanzidee kommt ohne Pflanztopf aus.
  4. pflegeleicht: Die Moosbälle müssen ca. 1 Mal pro Woche getaucht werden, um das Moos und die Pflanze ausreichend zu bewässern.
  5. individuell: Kokedama selber machen ist relativ einfach, sodass man seinen Lieblingspflanzen schnell ein trendiges Upgrade verpassen kann.

Geeignete Pflanzen

Vor allem, wenn Sie ein DIY-Kokedama planen, stellt sich die Frage: Welche Pflanzen sind geeignet? Das wichtigste Kriterium ist die Größe. Die Pflanze sollte möglichst klein sein ­– und auch bleiben, wie die Mini-Bonsai-Bäumchen im japanischen Original. Außerdem ist es von Vorteil, wenn sie mit wenig Wasser auskommt. Für Ihr Kokedama können Sie beispielsweise zu folgenden Pflanzen greifen:

  • Grünpflanzen: Efeu, Farne, Leuchterblume, Monstera Minima, Ziergräser
  • Sukkulenten: Echeveria, Fetthenne, Hauswurz
  • Blühende Pflanzen: Bromelien, Flamingoblume, Orchideen, Stiefmütterchen, Zwergrosen
  • Zwiebelblumen (nur saisonal!): botanische Tulpen, Hyazinthen, Narzissen

Tipp: Wenn Ihr Zwiebelblumen-Kokedama abgeblüht ist, können Sie es samt Mooskugel im Garten auspflanzen und sich im nächsten Frühjahr wieder an der Blütenpracht erfreuen.

Standort & Pflege

Es gibt viele Möglichkeiten, mit Kokedama-Pflanzen zu dekorieren ­– sowohl innerhalb als auch außerhalb des Hauses. Der Standort hängt dabei vor allem von den Bedürfnissen der Pflanze ab, sollte aber auch im Hinblick auf das Moos ausgesucht werden. Am besten eignen sich helle, warme und windgeschützte Plätze ohne direkte Sonneneinstrahlung, damit das Moos nicht zu schnell austrocknet. Besonders frisch und Grün bleibt es, wenn Sie Ihr Kokedama regelmäßig mit Wasser besprühen oder einen Standort mit hoher Luftfeuchtigkeit auswählen.

Um die Pflanze in der Mooskugel zu „gießen“, legen Sie den Moosball für einige Minuten in eine Schale mit Wasser, damit er sich vollsaugen kann. Lassen Sie ihn anschließend gut abtropfen und drücken Sie ihn sanft aus, bevor Sie ihn wieder aufhängen oder hinstellen. Ob das Kokedama gewässert werden muss, können Sie am Gewicht der Kugel erkennen: Ist sie leicht, steht wieder ein Tauchgang an!

Damit Ihre Pflanze genügend Nährstoffe erhält, sollten Sie sie einmal im Monat düngen. Hierzu geben Sie einfach einen wasserlöslichen Pflanzendünger ins Tauchwasser. Achtung: Für Kokedamas reicht die Hälfte der empfohlenen Menge!


DIY: Kokedama selber machen

Ob fürs eigene Zuhause oder als individuelles Präsent: Ein Kokedama schenkt Freude – vor allem, wenn es selbst gestaltet wurde. Was Sie dafür brauchen und wie Sie Ihr Kokodama binden, erfahren Sie hier.


Must-haves: Materialien & Werkzeug

  • eine geeignete Pflanze (siehe oben)
  • frische Moosplatten
  • Blumen- oder Bonsaierde mit Torf oder Torfersatz sowie lehmhaltige Erde
  • Blumendraht in Grün oder Nylonschnur für die unsichtbare Variante, alternativ Paketschnur oder Hanfkordel
  • Wasser
  • Schüssel
  • Schere
  • Abwischbare Tischdecke oder Plane

DIY-Anleitung: In 5 Schritten zum eigenen Kokedama

Wenn Sie alle Utensilien beisammen haben, kann es losgehen: Legen Sie Ihren Arbeitsbereich am besten mit der abwischbaren Tischdecke oder Plane aus, um Flecken durch Erde, Moos oder Wasser zu vermeiden. Dann stellen Sie darauf alles bereit und folgen einfach unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung!

  1. Schritt: Wurzelballen freilegen

    Nehmen Sie die Pflanze aus ihrem Topf und legen Sie die Wurzeln behutsam frei, indem Sie so viel Erde wie möglich vom Wurzelballen entfernen.

  2. Schritt: Erdkugel formen

    Mischen Sie dann die oben genannten Erdsorten in einer Schüssel oder direkt auf der Plane und geben Sie nach und nach etwas Wasser hinzu. Kneten Sie die Masse, bis Sie daraus eine feste Kugel formen können. Diese sollte nicht zu groß sein, aber groß genug, um die Wurzeln zu beherbergen. Wenn die Kugel so fest ist, dass Sie sie auf die Platte fallen lassen können – ohne, dass sie auseinanderfällt, hat die Erdmasse, die perfekte Konsistenz.

  3. Schritt: Wurzeln einarbeiten

    Drücke Sie dann von oben ein Loch in die Kugel, sodass eine Art Schale entsteht, in die Sie die Wurzeln Ihrer Pflanze setzen können. Dann formen Sie die Erde wieder zu einer festen Kugel, die den Wurzelballen gleichmäßig umgibt.

  4. Schritt: Moosschicht anbringen

    Nun breiten Sie die größte Moosplatte mit der grünen Seite nach unten auf dem Tisch aus. Setzen Sie den Erdball mittig darauf und klappen Sie die Seiten der Platte nach oben, sodass die Moosschicht den Erdball umschließt. Sollten noch Stellen frei sein, fügen Sie weitere Moosstücke hinzu, damit die Kugel überall schön grün aussieht.

  5. Schritt: Moos fixieren

    Umwickeln Sie das Ganze dann mit Draht oder Garn. Dabei empfiehlt es sich, in regelmäßigen Abständen Überschneidungen bzw. Knoten einzubauen, um die langfristige Stabilität Ihres Kokedama zu gewährleisten. Fertig!

Pimp your Kokedama

Wenn Ihnen der grüne Allover-Look (auf Dauer) zu eintönig ist, können Sie auch zu Kokosfasern statt Moos für die Außenschicht greifen oder den bepflanzten Ball mit dekorativen Schnüren umwickeln. Dabei haben Sie die Wahl, ob Sie die Moos- bzw. Kokoskugel eher spärlich verzieren oder sie sogar komplett mit einer bunten Schnur umhüllen.

Wer nicht genug Zeit, Geduld oder Geschick hat, um sich selbst an einem Kokedama zu versuchen, kann die bepflanzten Moosbälle natürlich auch kaufen. Mittlerweile gibt es sie bei vielen Floristen und auch online kann man Kokedama kaufen und sich den Wohntrend so in die eigenen vier Wände holen.


Mit Kokedama dekorieren

Aufhängen oder lieber hinstellen? Das ist die Frage beim Kokedama. Die Antwort hängt vom persönlichen Geschmack, den Gegebenheiten und auch von der Pflanze ab, die Sie in Szene setzen möchten.

Grünpflanzen zum Beispiel sind potenzielle High Performer. Als Kokedama in luftiger Höhe wirken sie außergewöhnlich schön – vor allem, wenn ihre Blätter nach unten ranken. Perfekt, um den Zimmerpflanzen Trend „Urban Jungle“ noch eine Extraportion Exotik zu verleihen! Ein Moosball mit einer größeren blühenden Blume hingegen kommt auf einem Deko-Tablett oder in einer schönen Schale besonders gut zur Geltung.

Aber nicht nur indoor ist Kokedama ein echtes Highlight. Auch im Außenbereich können die Mooskugeln bezaubern – zum Beispiel an einer Pergola oder auf dem Balkon, effektvoll an einem Ast im Baum aufgehängt oder als Tischdeko bei einer Gartenparty. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf! Wichtig ist nur, dass der Standort windgeschützt und nicht zu sonnig ist.


Lese-Tipp: Falls Sie auf der Suche nach weiteren Tipps und Ideen für Ihre grünen Lieblinge sind, können Sie sich hier Inspirationen für die Bepflanzung Ihres Balkons bzw. Gartens holen.