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Designer-Porträt über Jasper Morrison

Jasper Morrison hat mit seinem Produktdesign den modernen Minimalismus geprägt und Ideale geschaffen, die heute vielen Designern als Wetzstein für ihre Entwürfe dienen. Die Suche nach der Zweckform eines Gegenstandes führt dabei zu einer anderen Art von Schönheit.

Man soll nicht darüber nachdenken müssen, wie man eine Türklinke benutzt.


Jasper Morrison

Der Mann hinter dem Namen „Jasper Morrison“

Jasper Morrison wurde 1959 in London, als Sohn eines Werbefachmannes, geboren. Nach seinem Abschluss als Master of Design Royal College of Art in London, eröffnete Jasper Morrison sein eigenes Design-Studio Jasper Morrison Ltd. Neben dem Entwerfen von Interior-Pieces, widmete er sich dabei unterschiedlichen Designprojekten. Von der Tram-Bahn in Hannover (1995) über ein Handy für Samsung (2003) bis zu den Bushaltestellen des Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Zusammen mit seinem Kollegen Naoto Fukasawa prägte Jasper Morrison dann 2006 mit Ausstellungen den Begriff des Super-Normalen. Daraus entstand auch eine anonyme Kooperation für die minimalistische Kultmarke und Onlineshop MUJI.

Jasper Morrison hat mittlerweile nicht nur einen Ehrendoktortitel seiner ehemaligen Universität erhalten, sondern auch viele wichtige Designpreis. Zum Beispiel den red dot design award, den iF Design Award, den Design Plus Award und den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland.

Interior-Produkte von Jasper Morrison

Der Durchbruch gelang Jasper Morrison 1986 mit dem Design des „Thinking Man’s Chair“. Von diesem sagt er heute, dass es sein Ausgangspunkt ist, von dem er sich immer weiter wegbewegt. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte Morrison dann bekannte Interior-Produkte, die auch heute noch großen Anklang finden.

Der „Air Chair” von 1999 bei Magis ist nicht nur ultraleicht, sondern auch stapelbar und tragbar. Außerdem läuft Wasser durch die kleine Lücke in der Sitzfläche einfach ab. Die angenehme Form des „Air Chair“ wird vor allem dann sichtbar, wenn mehrere beinander stehen.

Der „Hal Chair“ kam dann 2011 bei Vitra auf den Markt. Seine komfortable Kunststoffschale ist nicht durch ein Metallgestell mit seinen Beinen verbunden, sondern mit Nylon, sodass er einfacher recycelt werden kann. Ein etwas neueres Stück ist das Place Sofa, welches ebenfalls über Vitra produziert wurde. Das Interior-Piece lädt mit der einfachen, aber weichen Form seiner Polster zum Liegen und Kuscheln ein. Da es direkt auf dem Boden aufsitzt, wirkt es besonders ruhig und passend.

Jasper Morrison – sein Stil

Minimalismus oder anonymes Design. Wie immer man es auch nennen mag, es steckt eigentlich eine ganz einfache Idee hinter der künstlerischen Maxime von Jasper Morrison. Denn Design soll kein Selbstzweck sein, sondern misst sich an der Qualität des Objekts im alltäglichen Gebrauch. Ziel ist es beispielsweise, die reine Form des Stuhls zu materialisieren, nichts Weiteres, nichts Verzierendes, Verzerrendes, Störendes.

Deshalb ist Design auch kein Ausdruck künstlerischer Selbstverwirklichung, wo der Designer hinter dem fertigen Objekt zurücktritt. Was dabei im Vordergrund steht, sind die Überzeugungen aller Menschen, wie etwas auszusehen hat. Etwas, dass sich über lange Zeit hinweg immer wieder als essentiell herauskristallisiert hat. Dies wurde von Jasper Morrison und anderen versucht, in seiner reinsten Form zu erfassen. Dennoch ist Design trotzdem nicht unwichtig. Versagt es, wird unsere Alltagswelt zugemüllt mit Objekten, die uns nicht ansprechen und uns nicht ideal entgegenkommen.

Der Stil von Jasper Morrison soll die archetypischen Formen der benutzten Objekte hervorbringen und materialisieren. So verstehen wir ihre Benutzung intuitiv und sie stehen uns dabei optimal zur Verfügung.

Jasper Morrison bereichert unseren Alltag mit seinem Eintreten für die Schönheit des Normalen und seinem Kampf gegen die Vermüllung durch seelenlose Konsumgüter. Sein Beharren auf der simplen Form hat etwas Philosophisches, was die wechselnden Moden der Zeit überdauern wird.

Seine Kooperationen

Jasper Morrison ist, gemäß seiner Prinzipien, zurückhaltend im Veröffentlichen seiner Produkte und Informationen. Dennoch bleiben uns seine schönsten Kooperationen – mit Vitra, Flos, Rowenta, Alessi, Rosenthal, Alessi und Cappellini – natürlich nicht verborgen:

  • Das Geschirr „Moon”, das 1997 bei Rosenthal erschien, überzeugt mit seinen handschmeichelnden, runden Formen und dem angenehm milden Weiß.
  • Die Töpfe und Pfannen “Pots and Pans“, die Jasper Morrison 2006 für Alessi entwarf, sind aus rostfreiem Edelstahl. Sie haben Griffe, die sich mit dem passenden Kochlöffel hebeln lassen.
  • Der Wasserkocher „Kettle“, die Kaffeemaschine „Coffee Maker“ und der Toaster, 2004 bei Rowenta, sind die perfekten Stücke für eine einfache, aber schöne Alltagsumgebung. Die kann auf Deko locker verzichten.
  • Der „Bac Table”, 2005 bei Cappellini, kann ganz einfach zerlegt werden und passt sowohl als Office Table als auch als Dining Table. Genauso wie die Tische von ATM, die Advanced Table Modules. Perfekte Tische für jeden Zweck.
  • Die Lampen-Serie „Glo-Ball“ ist erfrischend einfach: Eine weiße, leuchtende Kugel, so wie Licht eben sein sollte. Sie wurde 1999 für Flos entworfen.
  • Die Türklinke „Türdrücker 1144“ von 1990 bei FSB gibt es in Aluminium oder Edelstahl. Sie lockt die Hand mit ihrer Optik zum Zugreifen und Drücken.
  • Das Telefon „DP 01″, 2010 bei Punkt., erklärt dem Benutzer sanft, wie es zu bedienen ist, ganz ohne Bedienungsanleitung, nur durch die Intuivität seiner Formen.