Nahaufnahe Esstisch mit Tee und Muffins

Ob britische Tea Time, japanische Teezeremonie oder ostfriesische Teetradition: Sie schaffen Raum für Erholung und einen Moment, um den Blick nach innen zu wenden. Dabei bestimmen oft Rituale den Verlauf der Zeremonie.. Welche das sind und was es zu einer perfekten Teezeremonie braucht, erfahren Sie in unserem Guide.

Teezeremonie: Die wichtigsten Fragen im Check

Vom richtigen Geschirr über eingespielte Abläufe und die geeignete Teesorte – bei einer traditionellen Teezeremonie sollten Sie Einiges beachten. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengetragen – damit steht einer gelungenen Teestunde nichts mehr im Wege!

Bei einer Teezeremonie lädt der Gastgeber einen oder mehrere Gäste zum gemeinsamen Teetrinken ein. Im Vordergrund steht die rituelle Teezubereitung, die vor den Anwesenden durchgeführt wird, sowie das anschließende Trinken des Tees. Dazu reicht der Gastgeber meist kleine Häppchen.
Im Rahmen des japanischen Teezeremoniells wird grüner Tee verwendet. Bei der britischen Tea Time oder der ostfriesischen Teezeremonie wird auch schwarzer Tee oder Ostfriesentee ausgeschenkt werden. Grüner Matcha Tee ist in Japan aufgrund seiner positiven Wirkung auf Körper und Seele bekannt. Dieser wird in einer kleinen Schale mit einem Bambusbesen angerührt. Schwarzer und Ostfriesentee bestechen durch einen aufmunternden Effekt.

Die Geschichte der Teezeremonie im Überblick

Erstmals durchgeführt wurde eine Teezeremonie vom japanischen Mönchen Saicho. Nachdem das Teetrinken einige Jahre in Vergessenheit geriet, erlebte es ein Revival. Nachdem dem buddhistischen Staatspriester Muso Kokushi ein Regal zum Präsentieren sämtlicher Tee-Utensilien überbracht wurde, nutzte dieser es bei der Teezubereitung. Er legte erste Rituale fest: die Geburtsstunde der japanischen Teezeremonie. Der buddhistische Geistliche Ashikaga Yoshimasa verschrieb sich gänzlich der Kunst des Teetrinkens. Er erweiterte das Regelsammelwerk um die richtige Größe des Zeremonieortes, sowie Materialien und Formen der hinzugezogenen Gegenstände. Der Raum sollte eine ausgeglichene Ästhetik aufweisen, die Utensilien und Gefäße Kunst gleichen. In vielen Kulturen wurde Tee als rares Importgut geschätzt oder in verschiedenen Kräuterzusammensetzungen als Heilmittel verwendet. Großbritannien wie auch Ostfriesland erreichte der Tee-Boom erst im 17. Jahrhundert und ist seither ebenso fester Bestandteil ihrer Kulturen.

Von Japan bis Ostfriesland: Die bekanntesten Teezeremonien im Überblick

Japanische Teezeremonie: Der japanischen Teezeremonie liegt die Chanoyu genannte japanische Teekunst zugrunde. Diese folgt den vier von Teemeister Sen No Rikyû festgelegten Prinzipien Harmonie, Reinheit, Respekt sowie Gelassenheit. Harmonie soll zwischen den Teilnehmern herrschen und Letzteren, dem verwendetem Zubehör und dem Gastgeber Respekt gezollt werden. Ziel ist das gemeinsame Erlangen innerer Reinheit und Entspannung. Dazu tragen ein reduziert eingerichteter Raum, ruhige Farben und ebenso ruhige Teilnehmer bei. Nach einem aufwendigen Reinigungsritual vermengt der Teemeister Matcha Tee mit heißem Wasser und schlägt diesen schaumig. Zunächst erhält der ranghöchste Gast eine Schale Tee, nach erneuter Reinigung wird diese den weiteren Gäste gereicht.

Ostfriesische Teezeremonie: Traditionell wird der Tee am Nachmittag gegen 15 Uhr getrunken, eine kurze Teepause am Morgen, die Elführtje, ist ebenso üblich. Die Teekanne wird mit heißem Wasser vorgewärmt, bevor dieses bis zur Hälfte eingegossen wird. Nachdem der Ostfriesentee vier Minuten ziehen konnte, wird die Kanne vollständig befüllt. Vor dem Ausschenken wird jede Tasse mit einem Kandiswürfel bestückt und sodann der Tee eingegossen. Abschließend wird der Ostfriesentee mit Sahne verfeinert und eine Mindestmenge von drei Tassen pro Zeremonie getrunken.

Britische Teezeremonie: Bei der nachmittäglichen Tea Time wird schwarzer Tee getrunken. Hierzu werden lose Teeblätter in der Teekanne aufgekocht und darin belassen. Der Tee erreicht dadurch einen stets steigenden Teingehalt, weswegen in regelmäßigen Abständen heißes Wasser nachgeschenkt wird. Ihren Tee vermengen Briten gerne mit einem Schuss Milch, wodurch der ungesüßte Tee lieblicher wird. Was nicht fehlen darf: Klassisches Shortbread.

A home without tea Is merely a house.” – English sayin

Diese Produkte dürfen bei keiner Teezeremonie fehlen

Ästhetik spielt bei einer Teezeremonie eine große Rolle, nichts wird dem Zufall überlassen.

Die richtigen Produkte für die japanische Zeremonie

Aufbewahrt wird der leichte oder starke Tee in einer Teedose mit Deckel, die mit traditionellen Bambuszweigen oder Blumenmustern bemalt ist. Generell spielt Bambus eine große Rolle: Auch Teebesen und Wasserschöpfkelle sind aus dem robusten Material gefertigt. Perfekte Begleiter einer japanischen Teezeremonie sind Teekanne und Schalen aus dunklem Steingut. Matten bedecken den Boden, kleine Bodenkissen können aber hinzugezogen werden. Insgesamt soll der Raum den Zustand widerspiegeln, der durch die Zeremonie erreicht werden soll: Innere Klarheit und Frieden.

Elegante Utensilien für die britische und ostfriesische Teestunde

Die ostfriesische und britische Tea Time wollen gebührend ausgetragen werden: Mit einem Teeservice aus feinstem Porzellan, mit zartem Goldrand oder handgemaltem Blumenmuster. Eine Tee-, Milchkanne, Tassen wie Untertassen und kleine Teller dürfen nicht fehlen. Oft werden Shortbread oder kleine Petit Four auf einer Etagere gereicht, die zusammen mit einer hochwertigen Blumenvase den Tisch ziert.

Bei einem solchen Anblick können Sie nur entspannen. Der festgelegte Ablauf wirkt wie eine Meditation und erfordert die volle Anwesenheit im Hier und Jetzt. Schönes Geschirr trifft auf intensiven Geschmack und erfreut alle Sinne. Ein Genuss für Augen wie Gaumen!

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