Body Positivity verschiedene Frauen Unterwäsche Körper

Ob Dehnungsstreifen, Speckröllchen oder Pickel – hier gibt es keinen Platz für Bodyshaming! Sich schön fühlen und jedem Körper mit Respekt begegnen steht bei Body positivity im Vordergrund. Aber was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff, wie erreichen wir dieses Gefühl und welche Vorbilder gibt es? Wir klären auf und erklären die wichtigsten Facts rund um das Thema. Viel Freude beim Inspirieren lassen.

Was ist body positivity?

Wörtlich übersetzt steht der Begriff für eine „positive Körperwahrnehmung“ und genau da liegt auch der Fokus. Alle Körper sind schön lautet dem Claim. Vor allem auf sozialen Plattformen wie Instagram ist Body positivity ein großes Thema. Generell wurde der Begriff in den letzten Jahren zum absoluten Social-Media-Trend. Im Jahr 2012 erhielt die Bewegung mit einem Hashtag eine ungemeine Aufmerksamkeit, die bis heute anhält. Aber da liegt keinesfalls der Ursprung von Body positivity.

Die Wurzeln reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Eine Zeit, in der die ersten Zeichen des Feminismus spürbar wurden und Frauen gegen das vorherrschende Schönheitsideal kämpften. Vor allem in den 70ern demonstrierten Menschen gegen die sogenannte Fettfeindlichkeit. Ein Beispiel ist die Bewegung „Victorian Dress Reform Movement“, die gegen das Tragen von Korsetts rebellierte und damit auch gegen das Schönheitsideal der immer schlanken Taille kämpfte. Das Statement ist in jedem Fall ganz klar: Alle Körper sind gleich wertvoll und anhand von Körperformen lässt sich nicht auf den Charakter eines Menschen schließen. Individuell gesehen bedeutet Body positivity vor allem, freundlich mit seinem eigenen Körper umzugehen, ihn zu akzeptieren so wie er ist und ihm positiv zu begegnen.

So funktioniert body positivity

Seinen Körper so zu akzeptieren, wie er ist, unabhängig von Größe, Gewicht und Form, ist gar nicht immer so einfach. Selbstzweifel sind gerade in Zeiten von sozialen Medien und des Vergleichens eine große Hürde. Mit ein paar Tipps können wir uns dem aber nähern:

  • Betrachten Sie Ihren Körper als Partner, so fällt es viel leichter, mit ihm statt gegen ihn zu arbeiten.
  • Seine eigenen Signale erkennen und vor allem beachten spielt am Ende auch eine große Rolle. Sich Zeit für sich ganz alleine zu nehmen, ist da ein wichtiger Faktor. Selbstreflexion oder Techniken wie Meditation helfen dabei, seinen eigenen Körper besser zu verstehen.
  • Nehmen Sie sich auch die Zeit, iIhren Körper ganz bewusst zu pflegen. Ein schönes Ritual ist es zum Beispiel, die Haut am Abend einzuölen und dabei mit einer sanften Massage zu verwöhnen. Oder wie wäre es mal wieder mit einem wohltuenden Spa-Tag Zuhause mit heißem Bad, Maske etc. Ein toller Weg, um seinen eigenen Körper auf anderer Ebene zu begegnen.

Schlussendlich ist es aber auch von großer Bedeutung, dass die Medien im Zuge von Body positivity umdenken. Glücklicherweise ist es bereits zu erkennen, dass auch die Werbung reagiert. Immer mal wieder werden Frauen mit Dehnungsstreifen, Mehrgewicht oder auch Falten am Bauch präsentiert. Auch wenn da noch deutlich Platz nach oben ist, ist es ein Weg in die richtige Richtung.

Wichtige Influencer: Body positivity Vorbilder auf Instagram

Body Positivity Zitat Verena Prechtl

Unter dem Hashtag #Bodypositivity sind über 9 Millionen Fotos auf Instagram zu finden. Die Plattform hat das Thema so richtig ins Rollen gebracht und in den Vordergrund gerückt. Obwohl es eigentlich eher ein Platz für klassische Schönheitsideale, die aussehen, wie die Gesellschaft es als perfekt empfindet, ist. Während der Zeit haben sich aber einige Idole im Bereich Body positivity herauskristallisiert, wie zum Beispiel:

  • Verena Prechtl setzt sich stark für Body positivity ein und ist selbst Plus Size Model. Es gibt kein Idealbild von Schönheit – lautet das Credo von Bloggerin Verena Prechtl alias Ms. Wunderbar. Unabhängig von Gewicht oder Körperform präsentiert sie sich in traumhaften Looks und ruft immer wieder dazu auf, dass auch mehrgewichtige Frauen sich keinesfalls verstecken müssen.
  • Melodie Michelberger (@melodie_michelberger) lebt Body positivity als politische Bewegung. Sie zeigt, wie Feminismus hilft, gegen das traditionelle Schönheitsideal zu rebellieren und setzt sich für ein diverses Bild von Schönheit und die Akzeptanz verschiedener Körperformen ein. Nicht zuletzt macht sie das mit ihrem 2021 erschienen Buch „Body Politics“.
  • Model Ashley Graham lässt auch gerne mal die Hüllen fallen, um für Body positivity zu werben. Das Plus Size Model hat es sich als Ziel gesetzt, auch anderen Frauen die Selbstliebe beizubringen. Das macht sie mit vollem Körpereinsatz, ein tolles Beispiel ist dieser Post bei Instagram @ashleygraham.

Die Kritik an dem body positivity movement

Aus feministischer Perspektive wird der Begriff Body positivity stark kritisiert. Denn so wie es zum Beispiel auf Instagram oft beworben wird, steht die eigene Attraktivität und das Körperbild nach wie vor extrem im Vordergrund. Es wird weiterhin zu sehr auf den Körper reduziert. Im Zuge dessen hat sich auch bereits der Begriff „Body Neutrality“ gebildet. Seinem Körper neutral und ohne jegliche negative Gefühle gegenüber zu stehen. Anders als bei Body positivity ist das Ziel nicht, jeden Pickel und alles an seinem Körper so zu lieben. Sondern viel mehr das Selbstwertgefühl weniger an die äußere Erscheinung zu koppeln.

Äußerlichkeiten hin oder her, die gesundheitlichen Risiken sollten nicht außer Acht gelassen werden. Denn eine allzu ungesunde Ernährung und starkes Übergewicht sind gesundheitsschädlich und sollten auch nicht beschönigt werden, genauso wie Magersucht oder auch Bulimie. Gesundheitliche Risiken dürfen am Ende um keinen Preis ignoriert werden.

Wir fragen uns auch: Was ist mit Männern? Auch die kommen bei der Thematisierung von body positivity absolut zu kurz.

Gesundheit an erster Stelle: Ausgewogene Ernährung und Sport sind das beste Rezept für body positivity

Eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist ein ausschlaggebender Punkt bei Body positivity. Denn am Ende benötigt der Körper Nährstoffe und hat eine gesunde Ernährung verdient. Eine ebenso wichtige Rolle spielt regelmäßige Bewegung. Sowohl für die körperliche als auch die mentale Gesundheit absolut wichtig. Spaziergänge an der frischen Luft, eine Runde Yoga oder etwas tanzen – Sie haben so viele Möglichkeiten, um den Körper gesund zu halten. All diese Bausteine führen am Ende zu einem positiven Mindset. Sich wohlfühlen anstatt immer schön fühlen – einer der wichtigsten Aspekte. Denn es geht vor allem auch darum, sich nicht mehr optisch zu vergleichen und nur auf sein Gewicht zu reduzieren. Nehmen Sie Ihren Körper als Partner an, mit dem Sie wunderbar leben und zusammenarbeiten können.  


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