Interior Sales bis zu -70% entdecken!

Weihnachtsdeko in einem französischen Wohnzimmer

Andere Länder, andere Sitten? Auch in Frankreich spielt der Weihnachtsabend eine bedeutsame Rolle. Er bietet eine schöne Möglichkeit, um sich mit der Familie zu treffen und gemütlich zu essen. In einigen Bräuchen variiert das französische Weihnachtsfest allerdings von der deutschen Variante. Traditionelle Aspekte eines französischen Festes sind beispielsweise der “Réveillon” (Weihnachtsschmaus) und der “sapin de Noël” (Weihnachtsbaum). Generell wird am 24. Dezember noch normal gearbeitet, erst in den Abendstunden beginnen die weihnachtlichen Feierlichkeiten. Unsere Experten geben Ihnen einen Einblick!

Ein Fest der Sinne! So feiert man Weihnachten in Frankreich

“Bon Noël” – das bedeutet „Frohe Weihnachten“ auf Französisch! Damit verabschieden sich alle an Heiligabend in die Weihnachtszeit. Am 24. Dezember schließen viele Geschäfte erst um 18 oder 20 Uhr – also etwas später als bei uns. Denn in Frankreich geht es erst um Mitternacht mit den Weihnachtsbräuchen los. Die Familien treffen sich um 12 Uhr oder etwas früher in der Messe. Danach gehen sie gemeinsam nach Hause und essen miteinander.

Ähnlich wie in Amerika werden die Geschenke erst in der Nacht zum 25. verteilt. Allerdings nicht vom Christkind oder Santa Claus, sondern vom “Père Noël” beziehungsweise der “Père Challande”. Dieser trägt die Präsente nicht wie in Deutschland in einem großen Leinensack, sondern in einer Holzkiepe. Damit klettert der Weihnachtsmann dann durch die Schornsteine und befüllt die Socken und Schuhe der Kinder und Erwachsenen, die für ihn unter dem Christbaum bereitgestellt wurden. Am Morgen des 25. werden die Geschenke dann erst aufgemacht.

Am 25. ist es außerdem üblich einen riesigen, festlichen Brunch abzuhalten. Und das mit noch mehr Menschen, als an Heiligabend. Das heißt: Die gesamte Familie kommt zusammen. Ob Onkel, Tanten, Nichten und Cousinen – alle strömen sie herbei, um diesen besonderen Tag zu feiern, sich reichlich zu beschenken und miteinander zu essen. Und wenn man sich frohe Weihnachten wünscht, sagt man übrigens „Bonnes fêtes“.

Ein weiterer Unterschied: In Frankreich gibt es keinen zweiten Weihnachtsfeiertag – am 26. wird in fast allen Regionen wieder gearbeitet. Die Weihnachtsbräuche sind übrigens von Region zu Region unterschiedlich. In der Provence wird beispielsweise ein Markt veranstaltet, der allerhand Tonfiguren beherbergt. Hier stehen nicht nur die klassischen Figuren der Weihnachtsgeschichte im Fokus, sondern auch einzelne Berufsstände des Dorfes. In anderen Gegenden ist es wiederum üblich, die bösen Wintergeister mit Fackeln zu vertreiben. Und in der Normandie legen die Schäfer eines ihrer Lämmer als Opfer in die Kirchenkrippe.

Die Weihnachtsdeko in Frankreich

Einen klassischen Adventskranz gibt es in Frankreich nicht, da die Vorweihnachtszeit nicht so ausladend gefeiert wird wie bei uns.

Doch gibt es den süßen Duft von selbst gebackenen Plätzchen, der durch die ganze Wohnung strömt? Auch hier Fehlanzeige. In Sachen weihnachtlicher Dekoration beschränken sich die Franzosen oftmals auf die Zimmer und hängen vereinzelt ein paar Mistelzweige auf. Sehr beliebt sind allerdings kitschig behangene Stechpalmenblätter. Denn diese sind ein Glücksbotschafter für das neue Jahr. Auch der Tannenbaum ist oftmals von künstlicher Natur und wird mit bunten Glaskugeln und Lametta behangen.

Was nicht fehlen darf? Eine Weihnachtskrippe im Wohnzimmer. Kleiner Funfact: Bis zum 24. bleibt diese Krippe üblicherweise leer. Oft sind die Figuren sogar handbemalt und alles ist liebevoll mit echtem Moos und Lichtern geschmückt.

Ein dekorierter Kamin in einem Wohnzimmer in Frankreich

Das Weihnachtsessen in Frankreich

Am Abend des 24. treffen sich alle zum üppigen Festmahl. Aber was wird zu Weihnachten gegessen?

Ganz traditionell werden hier Austern, Pasteten, Pute und Champagner serviert. Als Dessert kommt die „bûche de noël”, eine Biskuitrolle mit Buttercreme, auf den Tisch. Dieser Kuchen sieht aus wie ein Baumstamm und symbolisiert den Brauch, dass jeder Gast ein Stück Holz mitbringt, damit das Haus beheizt werden kann. In einigen Restaurants wird auch ein üppiges Weihnachtsmenü, bestehend aus sieben Gängen und 13 Desserts, aufgetischt. Diese symbolisieren das Letzte Abendmahl der zwölf Apostel und des Messias:

  • Fougasse (Pfannkuchen)
  • Weißer Haselnussnougat und Pistazien
  • Schwarzer Nougat mit Honig
  • Getrocknete Feigen
  • Getrocknete Rosinen
  • Mandeln
  • Nüsse
  • Winterbirnen oder Trauben
  • Quittenkonfitüre und Weintrauben
  • Orangen
  • Mandarinen
  • Kürbiskuchen
  • Nüsse oder Datteln

An den Weihnachtsfeiertagen gibt es den „Dinde aux marons“, ein mit Maronen garnierter Truthahn.

Weihnachtsmärkte in Frankreich

Wie in Deutschland ist Weihnachten in Frankreich der Höhepunkt des Jahres. Dies wird natürlich gebührend zelebriert. Da darf dann auch die freudige Vorweihnachtszeit nicht zu kurz kommen. Die französischen Einwohner lieben die Geselligkeit sowie die Gelegenheiten zum Treffen mit Familie und Freunden. Musik und kulinarische Höhepunkte sind ebenfalls ein absolutes Muss. Der sogenannte „Marché de Noël“ ähnelt in der Art sehr stark den Christkindlsmärkten in Deutschland. Aufgrund der räumlichen Nähe sowie der ähnlichen Kultur ist das allerdings nicht verwunderlich. Der französische Weihnachtsmarkt findet im Zeitraum zwischen November und Ende des Jahres statt. Vor allem in Städten wie Paris, Lille und Straßburg finden Sie die schönsten Märkte zum Bummeln und Schlemmen. Herrliche romantische Stimmung inklusive!

Regionale Traditionen

Weihnachten in der Provence

In der Region der Provence wird in den Krippen das Leben eines kleinen Dorfes zur Zeit der Geburt Christi in Miniatur dargestellt. Diese typisch provenzalischen Porzellanfiguren werden „Santons“ genannt. Sie werden aus Ton gemacht und es gibt in jeder Krippe zahlreiche Figuren, wie zum Beispiel ein Schäfer, ein Lamm oder einen Bäcker.

Ebenso wird nach altem Brauch am 4. Dezember Weizen gesät. Man sät es auf Baumwolle, die mit Wasser angefeuchtet wird. Wenn dann am 25. der Weizen gut keimt, ist dies ein Zeichen, dass die Ernte des nächsten Jahres gut sein wird, verrottete Körner sind dagegen ein schlechtes Omen!

Am Weihnachstabend wird in der Provence übrigens ein echter Baumstamm als Symbol des neuen Jahres angezündet. Dieser muss entweder von einem Oliven- oder einem Kirschbaum stammen. Bevor dann das Holz in den Kamin gesteckt wird, wird gekochter Wein vergossen und man ruft sich Wünsche zu.

Weihnachten im Elsass

Die Feste in der Region beginnen bereits in der ersten Adventswoche und dauern bis zum Dreikönigsfest. Städte und Dörfer in der Region werden beleuchtet und Krippen und Märkte für Besucher aufgebaut.

Nach Elsässischem Brauch werden am 4. Dezember Zweige von einem Obstbaum abgeschnitten, die dann an Weihnachten in einer Vase blühen. Bevor es für die Familien in die Mitternachtsmesse geht, beträufeln sie das Holz im Kamin mit Weihwasser, welches nach einer alten Überlieferung dafür sorgt, dass die Asche des Holzes das Haus im nächsten Jahr vor Blitzeinschlägen schützen möge.

Typische Speisen sind hier Gans mit Kastanien, Leber und Kohl und süße Speisen wie: Bredle (getrocknete Gebäcke mit Anis, Mandeln oder Zimt), Kouglof (Gugelhupf), Berauwecka (Weihnachtsbrot mit trockenen Früchten) sowie Baumkuchen und Lebkuchen.

Das Dreikönigsfest

Ähnlich wie in Deutschland sind in Frankreich die Feierlichkeiten nach Neujahr noch nicht zu Ende. Das Fest, welches immer am ersten Sonntag im neuen Jahr stattfindet, wird in Frankreich zahlreich geschätzt. Tradition an diesem Tag, ist ein Blätterteig Kuchen aus Marzipan („galette des rois“). Dabei trifft sich die Familie zum Nachmittag und der Jüngste darf die Stücke verteilen. Wer dann auf die ,,fève“, eine kleine Porzellanfigur oder Bohne, die im Teig versteckt ist, beißt, darf sich eine Pappkrone aufsetzten und einen König auswählen. Der König muss dann am nächsten Tag eine neue Galette besorgen. So kann dieser Brauch auch schon einmal eine ganze Woche andauern – das Ritual bleibt dasselbe.