Ho, ho, ho! Schon bald steht Weihnachten wieder vor der Tür. Bereits in der Adventszeit füllt sich unser Zuhause mit dem Duft schokoladiger Lebkuchen, grünen Tannenzweigen und fruchtigem Glühwein. Ja, diese Zeit im Jahr ist einfach magisch – und hat zahlreiche Bräuche zu bieten, die wir in diesem Artikel einmal etwas genauer unter die Lupe nehmen möchten. Welche Traditionen und Weihnachtsbräuche in Deutschland besonders beliebt sind, erfahren Sie hier. Viel Freude beim Lesen!

Woher kommen Weihnachtsbräuche eigentlich?

Tatsächlich gibt es gerade zu Weihnachten viele Bräuche und Traditionen, an denen wir auch heute noch allzu gerne festhalten. Doch woher stammen die Rituale zum Fest der Liebe überhaupt? Diese Frage lässt sich gar nicht so allgemein beantworten, denn die einzelnen Weihnachtsbräuche haben nicht alle denselben Ursprung. Wir verraten Ihnen im Folgenden, woher die beliebtesten 16 weihnachtlichen Traditionen kommen.

1. Die Adventszeit, der Adventskalender & der Adventskranz

Wussten Sie, dass vor allem das Anzünden des Adventskranzes noch gar keine so lange Tradition ist? Erst im Jahr 1900 breitete sich der Brauch in Deutschland aus. Begonnen hatte dieser etwa um 1839. Der Hamburger Erzieher Johann Hinrich Wichern baute einen Holzkranz mit 23 Kerzen, um den Kindern damit das Warten auf Weihnachten zu verkürzen. Täglich wurde eine Kerze angezündet. Über die Jahre hinweg hat sich daraus der klassische Adventskranz entwickelt.

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2. Der Nikolaus

Bevor das Weihnachtsfest gefeiert wird, steht am 6. Dezember noch der Nikolaus an. Hierbei handelt es sich in Deutschland zwar um keinen gesetzlichen Feiertag, dennoch geht der Nikolaustag mit einem weiteren Brauch daher: das Putzen der Schuhe, welche über Nacht vor die Tür gestellt werden. Diese Tradition stammt ebenfalls aus dem Mittelalter. Zu dieser Zeit warfen Eltern ihren Kindern ihre Geschenke zu – und saubere Stiefel sorgten in der Regel für besonders großzügige Spenden.

3. Der Tannenbaum

Schon im Mittelalter wurde zur Weihnachtszeit ein grüner Zweig im Haus als Zeichen für Hoffnung und neues Leben aufgestellt. Der Tannenbaum selbst trat im Jahr 1419 zum ersten Mal in Erscheinung. Mit Äpfeln, Nüssen und Lebkuchen behängt stand dieser im Freiburger Heilig-Geist-Spital. Zu dieser Zeit war es eher üblich, dass ein Christbaum draußen auf der Straße aufgestellt wurde – ähnlich wie der Maibaum heute. Erst um 1800 verlagerten sich die Tannenbäume ins Innere der Häuser.

4. Der Weihnachtsmarkt

In Deutschland hat die Tradition der Weihnachtsmärkte ihren Ursprung im 14. Jahrhundert und ist somit über 600 Jahre alt. Während wir heute gemütlich über den Festplatz schlendern und dabei den einen oder anderen Glühwein genießen, diente der Weihnachtsmarkt zur damaligen Zeit dafür, um sich mit allem Nötigen für die kalte Jahreszeit und das bevorstehende Fest einzudecken.

5. Plätzchen backen

Kein Weihnachten ohne selbst gebackene Plätzchen! Für viele von uns geht mit dem Zubereiten von Keksen der Startschuss für die Adventszeit einher. Und tatsächlich wurde sich früher in vielen Klöstern genauso auf Weihnachten vorbereitet. Damit sich auch die ärmeren Menschen über die knusprigen Leckereien freuen konnten, wurden diese von den Mönchen verteilt.

6. Die heiligen drei Könige

Während das Weihnachtsfest in der evangelischen Kirche nach dem zweiten Weihnachtsfeiertag am 26. Dezember vorüber ist, beendet bei den Katholiken das Epiphaniasfest am 6. Januar die Weihnachtszeit. Allerdings wird dieser Tag mittlerweile nur noch in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt gefeiert. Mit den Heiligen Drei Königen werden dann schließlich Christbaum, Weihnachtsschmuck und Krippen weggeräumt.

7. Das Küssen unter dem Mistelzweig

Schon seit Jahrhunderten übt der Mistelzweig eine Faszination auf die Menschen aus. Daher lässt sich auch nicht genau sagen, woher der Brauch eigentlich kommt. Grundsätzlich symbolisiert der Mistelzweig in der Botanik Glück, Mut, Fruchtbarkeit und Gesundheit – das Küssen darunter ist somit wohl eine der romantischsten Traditionen in der Weihnachtszeit.

8. Das Lebkuchenhaus

Entsprungen ist das Lebkuchenhaus dem Märchen „Hänsel und Gretel“ und hat sich vor allem bei den Kindern als beliebte Weihnachtstradition durchgesetzt. Gebacken werden Lebkuchen übrigens schon seit dem 12. Jahrhundert.

9. Der Weihnachtsgottesdienst & Weihnachtssingen

Während sich viele Menschen an Heiligabend gemütlich auf dem Sofa Weihnachtsfilme im Fernsehen anschauen, sind auch Gottesdienste nach wie vor sehr beliebt. Als zentrale kirchliche Veranstaltungen gelten die Christmette sowie die Christvesper.

10. Die Weihnachtskrippe

Es wird vermutet, dass das Aufbauen der Weihnachtskrippe auf den Heiligen Franz von Assisi zurückgeht. Dieser stellte die traditionelle Weihnachtsgeschichte erstmals im Jahr 1223 mit lebenden Personen und Tieren nach. Dafür diente eine Futterkrippe im Wald in der Nähe des Klosters Greccio als Schauplatz.

11. Das Christkind

Anders als vielleicht vermutet geht das Christkind nicht auf die Zeit von Jesus Christus zurück. Stattdessen handelt es sich hierbei um eine Erfindung von Martin Luther. Da die Protestanten die Heiligenverehrung in der katholischen Kirche ablehnten, kreierte er die Figur des Christkinds, welches an Weihnachten die Geschenke an die Kinder verteilt.

12. Der Weihnachtsmann

Im Jahr 1835 wird der Weihnachtsmann in dem Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ von Hoffmann von Fallersleben zum ersten Mal erwähnt. Besonders populär wurde der dickbauchige Mann mit dem weißen Bart und dem roten Anzug aber sicherlich durch den amerikanischen Getränkehersteller Coca-Cola. Santa Claus, wie er in den USA genannt wird, ist nach wie vor immer wieder zu Weihnachten in der Werbung des Konzerns zu sehen.

13. Wichteln

Der Brauch des Wichtelns stammt ursprünglich aus Skandinavien und wird auch „Julklapp“ genannt. Mittlerweile wird die vorweihnachtliche Tradition aber nicht mehr nur dort, sondern auf der ganzen Welt zelebriert, indem kleine Geschenke vor dem eigentlichen Fest an Freunde, Familie oder Bekannte in spaßiger Runde verteilt werden.

14. Der heilige Abend

Während in vielen anderen Ländern die Bescherung am Morgen des 25. Dezembers erfolgt, werden die Geschenke in Deutschland bereits am heiligen Abend – also am 24. Dezember – verteilt. Der Vorabend des Weihnachtsfestes ist zudem der Startschuss für zahlreiche Feierlichkeiten zur Geburt Jesu Christi.

15. Das Weihnachtsessen

Neben dem Weihnachtsbaum bildet auch das Weihnachtsessen einen zentralen Aspekt der Feierlichkeiten innerhalb der Familie. Dass an Weihnachten gut gegessen wird, ist schon seit Langem ein Brauch. Diese Tradition galt früher unter anderem auch als „Abwehrzauber” gegen böse Geister, damit man das ganze Jahr keinen Hunger leiden muss.

16. Die Bescherung

Mit der Bescherung ist an Weihnachten hierzulande der Teil des Abends am 24. Dezember gemeint, an dem es Geschenke gibt. In den meisten Familien werden die Präsente nach dem Weihnachtsessen verteilt bzw. liegen diese unter dem Baum. Für eine feierliche Stimmung läuft währenddessen weihnachtliche Musik. Kommt der Weihnachtsmann höchstpersönlich vorbei, tragen Kinder Gedichte vor oder singen Lieder.

Internationale Weihnachtsbräuche & was hat es eigentlich mit der Essiggurke auf sich?

Natürlich gibt es nicht nur in Deutschland traditionelle Weihnachtsbräuche, sondern auf der ganzen Welt. Aus den USA kommend hat sich international etwa die Essiggurke durchgesetzt, welche als Deko-Element am Tannenbaum versteckt wird. Derjenige, der die Gurke findet, darf sich über ein zusätzliches Geschenk freuen.


Welcher Weihnachtsbrauch darf bei Ihnen in der Adventszeit oder zum Fest der Liebe auf keinen Fall fehlen? Wir wünschen Ihnen jedenfalls wunderschöne Weihnachten mit Ihren Liebsten und lassen Sie das Jahr entspannt ausklingen!