Jedes Jahr aufs Neue wird er mit viel Spannung und Vorfreude erwartet: der letzte Tage des Jahres. Über Jahrzehnte hinweg haben sich einige Silvesterbräuche und Traditionen rund um den 31. Dezember entwickelt. Das alte Jahr verabschieden und das neue gebührend feiern – wir haben für Sie die besten Bräuche weltweit zusammengefasst und erklären, warum wir eigentlich Silvester feiern.

Warum feiern wir eigentlich Silvester?

Bevor wir zu den Silvesterbräuchen kommen, stellt sich natürlich erst einmal die Frage, wo der Ursprung dieses Tages liegt und warum wir ihn feiern. Die alte Tradition hat indirekt etwas mit der Kirche zu tun. Am 31. Dezember 335 starb der damalige, römische Papst namens Silvester. Seitdem trägt dieser Tag im Heiligenkalender seinen Namen und wird gefeiert. Das neue Jahr wird international aber nicht am selben Tag gefeiert. In China zelebriert man zum Beispiel das Neujahresfest am Tag des Neumondes zwischen dem 21. Januar und 21. Februar. Im westlichen Raum hat sich der 1. Januar erst seit dem Mittelalter als Neujahrestag durchgesetzt.

Was für Bräuche gibt es an Silvester?

Knallbonbons, Berliner essen oder der TV-Klassiker „Dinner for One“ – das sind die Silvesterbräuche, die einem auf Anhieb einfallen. Sie machen den Tag so besonders und gehören zum Jahreswechsel einfach dazu. Auch bei der Wahl des Menüs gibt es einen echten Klassiker: Käse-Fondue. In geselliger Runde die Bäuche vollschlagen und das Jahr ausklingen lassen – für viele eine lieb gewonnene Tradition. Im Anschluss gibt es eine Vielfalt von Bräuchen, um sich die Zeit bis Mitternacht zu vertreiben. Das sogenannte Bleigießen steht auf der Beliebtheitsskala ganz weit oben.

Seit 2018 ist es aus umwelt- und gesundheitstechnischen Gründen allerdings mit Blei verboten, Wachs oder Zinn sind tolle Alternativen. Anhand gegoßener Formen lassen sich unterschiedlichste Zukunftsvisionen ablesen. Und: An Silvester darf’s auch mal so richtig laut werden. Beliebt sind u.a. Knallerbsen, Tischfeuerwerke und Knallbonbons.

Zieht man letztere an den Enden auseinander, fallen kleine Überraschungen und Konfetti heraus. Der dabei entstehende Knall ist genau wie die Feuerwerke und Böller ein beliebtes Ritual in Form von Licht- und vor allem Lärmerzeugung, das früher vorrangig der Vertreibung böser Geister diente. Zum Schluss bleibt noch die Frage, woher überhaupt die Tradition kommt, sich einen „Guten Rutsch“ zu wünschen. Es kommt keinesfalls vom Sinnbild ins neue Jahr zu rutschen. Sondern stammt vom Jiddischen „Rosch“ ab, was „Anfang“ bedeutet. Das beim Trinken oft ausgesprochene „Prosit Neujahr“ bedeutet Ähnliches und kommt aus dem Lateinischen

So feiern andere Länder traditionell Silvester

Andere Länder, andere Sitten – auch rund um Silvester haben sich weltweit so einige Traditionen und Bräuche etabliert. Wir haben die spannendsten Silvesterbräuche für Sie aufgedeckt.

Silvester in Dänemark

Bei den Dänen wird’s richtig laut an Silvester. Einer der wichtigsten Bräuche ist es Geschirr zu zertrümmern. Ausgedientes Porzellanservice wird vor die Haustüren der Menschen geworfen, denen man Glück wünscht. Je mehr Scherben, desto mehr Glück. Noch eine tolle Tradition: Um Punkt zwölf springen die Dänen von einem Stuhl, um ihrem Glück auf die Sprünge zu helfen.

Silvester in England

„Auld Lang Syne“ ist in England ein traditionelles Lied, das beim größten Feuerwerk Europas in London gesungen wird. Verstorbenen Verwandten, Freunden und Bekannten wird so auf wunderbare Weise gedacht. Auch für den Neujahrstag haben die Engländer eine tolle Tradition. An dem Tag werden kleine, dreieckige, mit Hackfleisch gefüllte Törtchen gegessen. Diese bereitet man aber nicht für sich selber zu, sondern verschenkt sie an Freunde und Verwandte und beschert so ganz viel Glück.

Silvester in Italien

Ein großes Feuerwerk um Mitternacht – Italien feiert ähnlich wie Deutschland. Mit einer kleinen, aber feinen Ausnahme. Rote Unterwäsche bzw. ein roter Slip dürfen an diesem Tag nicht fehlen. Glück fürs neue Jahr sei damit garantiert.

Silvester in Frankreich

Bei einem Jahreswechsel in Frankreich, darf man keine ausgelassene Feier oder buntes Feuerwerk erwarten. In den meisten Orten geht es relativ ruhig zu. Viele Franzosen treffen sich sich mit Freunden und Verwandten zum Abendessen. Statt Böller und Raketen steht für sie der Genuss im Vordergrund, Champagner und Austern sind besonders beliebt. In Städten wie Paris ist die Böllerei sogar ganz verboten.

Silvester in Schottland

Silvester ist für die Schotten einer der wichtigsten Feiertage des Landes. Sie feiern den Jahreswechsel, „Hogmanay“ genannt, gerne drei Tage lang. Dabei trinken sie ein traditionelles Getränk namens „Hot Pint“. Es besteht aus Whisky, Starkbier und Eiern. Überhaupt sind die Schotten an Silvester kein großer Fan von Sekt oder Champagner, sondern greifen durchaus lieber zu einem Glas Whiskey. Es gibt zahlreiche Fackelumzüge mit Dudelsack-Musik und die Menschen pilgern kurz vor Mitternacht zu den Marktplätzen.

Silvester in Spanien

Gesund ins neue Jahr – die Spanier begehen einer der bekanntesten Silvesterbräuche. Um Punkt zwölf Uhr essen sie 12 Trauben – eine Traube pro Glockenschlag. Diese Tradition hat sich mittlerweile so etabliert, dass es die abgezählten Trauben bereits in speziellen Dosen zu kaufen gibt. Schafft man es nicht die 12 Trauben um Mitternacht zu essen oder verschluckt bzw. verzählt sich, bedeutet das Unglück fürs neue Jahr – eine ganz schön sportliche Leistung. Damit aber nicht genug, die Spanier lieben Rituale. Ähnlich wie in Deutschland stoßen die Spanier mit einem Glas Sekt an. In diesem befindet sich aber noch ein goldener Ring, der zusätzlich Glück bringen soll.

Silvester in Russland

Die für rauschende Partys bekannten Russen läuten mit dem letzten Tag des Jahres eine zehntägige Festphase ein. In der Neujahrsnacht bringen Väterchen Frost, das Pendant zum Weihnachtsmann, und seine Begleiterin Snegurotschka (Schneeflöckchen) die Geschenke. Im ganzen Land werden Jolka-Feste gefeiert. Gemeinsam sitzt die Familie um die Jolka (den Tannenbaum) herum und isst. Nachdem die Präsidentenrede im Fernsehen vorbei ist, wird auf das neue Jahr angestoßen. Die russisch-orthodoxe Kirche richtet sich anders als die westlichen Kirchen nicht nach dem Gregorianischen, sondern nach dem Julianischen Kalender: Weihnachten wird erst in der Nacht zum 7. Januar gefeiert, Neujahr ist erst am 13. Januar.

Silvester in China

Die Chinesen begehen Silvester eher ruhig mit einem Abendessen in den Kreisen der Familie oder mit Freunden. Feuerwerk gibt es nicht. Umso größer wird dafür das chinesische Neujahrsfest nach dem traditionellen Mondkalender gefeiert. Tage vorher werden Warenhäuser, öffentliche Gebäude und Straßen mit roten Laternen geschmückt. Das Milliardenreich kommt für mindestens eine Woche praktisch zum Stillstand. In einer Völkerwanderung reisen viele Millionen Chinesen in ihre Heimatdörfer. Am Vorabend des Neujahrsfestes werden traditionell kleine Teigtaschen gegessen, deren Form an alte chinesische Geldstücke erinnert und deswegen Glück und Reichtum verheißen soll. Feuerwerk gibt es den ganzen Abend über. Das erste Erklingen einer Glocke ist ein Symbol des chinesischen Neujahrs. Chinesen lieben es auf große Plätze zu gehen, wo riesige Glocken für Neujahr aufgestellt wurden.

Silvester in den USA

Vor allem im Süden der USA werden zu Silvester gerne Linsen oder Linsensuppe gegessen. Weil die Linsen ein bisschen wie Münzen aussehen, sollen sie Glück und Geldsegen versprechen. In Teilen Pennsylvanias – dort, wo früher viele Deutsche siedelten – gehört auch Sauerkraut zu den Traditionsgerichten. Dann gibt es noch die Regel «Nothing Goes Out», nach der am ersten Tag des Jahres nichts das Haus verlassen darf, auch nicht der Müll. Wenn doch, droht Unglück!