Hühner halten

Hühner sind zum absoluten Trendhaustier geworden. Nach den ersten langen Corona-Lockdowns gab es mehrere Trends, die in Richtung Selbstversorgung gingen. Auf den kleinsten Stadtbalkonen wurden Gemüsegärten angelegt, auf der Fensterbank werden Micro Foods gezüchtet und nun halten alle Trendbewussten, die genügend Platz und Zeit dafür haben, ihre eigenen Hühner. Aber was genau braucht man, um Hühner zu halten? Wie viel Platz braucht man? Wie teuer sind die Haustiere? Was fressen sie? Und wie sollte der Stall ausgestattet sein? Wir haben hier einen kleinen Guide für Anfänger zusammengestellt, mit allem, was Sie übers Hühner halten wissen sollten.

Hühnerhaltung – die wichtigsten Fakten

Damit Sie bald Ihre eigenen kleine Hühner-Farm zuhause haben – mit glücklichen und gesunden Tieren, gibt es einige Punkte, die Sie beachten sollten. Betrachten Sie deshalb die folgenden Infos als eine Art Checkliste. Können und wollen Sie alle Anforderungen erfüllen, dann sind Sie bereit für eine eigene kleine Hühnerherde.

Grundsätzlich gilt: Auf Ihrem eigenen Grund dürfen Sie Hühner halten. Hühner gelten als Kleintiere, wofür auch in reinen Wohngebieten keine Genehmigungen notwendig sind. Wohnen Sie zur Miete müssen Sie sich das Einverständnis Ihr*er Vermieter*in einholen. Ebenso auch bei gepachteten Kleingärten, wo der*die Verpächter*in mitentscheiden darf, ob Hühner auf den Grund dürfen. Alle Hühnergruppen mit weniger als 20 Hühnern sind rechtlich unproblematisch solange sich keine Nachbaren beschweren – beispielsweise über den krähenden Hahn.

Wir empfehlen außerdem vorher mit den Nachbarn zu sprechen. Um auf Nummer sicher zu gehen, informieren Sie auch die zuständige Kommune oder Stadtverwaltung. Denn auch wenn Sie selbst in Wohngebieten keine Genehmigung brauchen, gehen Sie so möglichen Schwierigkeiten aus dem Weg. Sollte sich jemand beschweren, wird auch bei wenigen Hühnern jeder Einzelfall separat betrachtet und behandelt.

Extra Tipp: Unveränderte Eier aus privater Hühnerhaltung dürfen Sie problemlos verkaufen, allerdings nicht daraus hergestellte Produkte.

Weitere rechtliche Rahmenbedingungen, die Sie beachten sollten, betreffen unter anderem den Hühnerstall. Checken Sie die örtlichen baurechtlichen Vorschriften, Grenz- und Höchstwerte für Ihren Stall. Hier gilt das öffentliche Baurecht je nach Bundesland. Eine coole Alternative kann zum Beispiel ein mobiler Hühnerstall sein.

Haben Sie alle rechtlichen Umstände gecheckt, steht Ihrem Hühnerglück nichts mehr im Wege. Wie läuft die Hühnerhaltung nun ab? Was brauchen Sie noch alles? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten, alle Tipps und Tricks, übersichtlich für Sie zusammengefasst.

Was kostet es, ein Huhn zu halten?

Für den Anfang stehen die Kosten für den Stall und falls nötig den Gartenumbau an. Schließlich die Kosten für die Hühner selbst, inklusive der Anmeldung – woher Sie diese beziehen können, klären wir gleich noch im Detail – und danach die laufenden Kosten für Futter, Tierarztbesuche, Impfungen und ähnliches. Damit Sie alle eventuellen Kosten im Blick haben, haben wir eine Checkliste erstellt.

Zunächst fallen Kosten für die Grundausstattung der Hühnerhaltung an. Wie hoch die Kosten sein werden, kommt darauf an wie viele Hühner Sie halten wollen und wie groß deren Stall inklusive Auslauf werden soll, ob Sie den Hühnerstall selbst bauen oder in ein fertiges Hühnerhaus investieren. Je nachdem sollten Sie mit Kosten zwischen 100 und 500 Euro rechnen.

Dies brauchen Sie alles für Ihre Hühner-Grundausstattung:

  • Hühnerstall
  • Legenester
  • Sitzstangen auf Etagen
  • Futterstellen und Wassertränke (im Stall und nochmals im Auslauf)
  • Licht
  • Einstreu für den Stall und die Nester
  • Zaun um den Auslauf
  • Eventuell ein Netz zum Schutz vor Greifvögeln
  • Begrünung und Strukturierung im Auslauf mit Büschen und Bäumen für schattige und trockene Bereiche
  • Sandflächen für das Staubbad
  • Hühnerfutter, das bedeutet Körnerfertigfutter und Wasser, Muschelgrit für feste Eierschalen, sowie Mehlwürmer, Obst und Gemüse und gegebenenfalls Nahrungsergänzungen
  • Transportboxen
  • Mittel gegen Parasiten
  • Eierkartons

Anschließend kaufen Sie Ihre Hühner. Umso exklusiver die Rasse oder je seltener die Züchtung, desto höher der Hühner-Preis. Der Preis pro Huhn schwankt zwischen 10 bis 20 Euro und ist abhängig von der Herkunft und dem Alter der Tiere. Aber auch von der Region und davon, ob Sie Hennen im Winter, zur Brutsaison oder im Sommer kaufen. Die beste Anschaffungszeit ist im Sommer. Bei wenigen Tieren fallen meist keine Anmeldekosten an.

Wenn Sie Ihre eigene Hühnerherde beisammen, haben Sie folgende laufenden Kosten, die wiederum mit der Anzahl der Tiere zusammenhängen:

  • Futter
  • Ergänzungsfutter
  • Wasser
  • Einstreu
  • Sand
  • Strom
  • Tierarztkosten
  • Impfungen und Wurmkuren
  • Gegebenenfalls Kosten für die jährliche Meldung des Hühnerbestandes

Wie viel Zeitaufwand bedeutet es, Hühner zu halten?

Wollen Sie sich ganz allein um die Tiere kümmern, oder soll die Hühnerhaltung zum Projekt für die ganze Familie werden? Betrachten Sie die Pflege der Hühnerherde als Quality Time. Gerade das Füttern, kann etwas sehr beruhigend Befriedigendes fast Meditatives haben. Das Säubern der einzelnen Bereiche und Futterstationen könnte eine tolle Gelegenheit sein, um Kindern Verantwortung zu übertragen. Ob allein, oder aufgeteilt, müssen Sie mit mindestens 15 Minuten bis rund 45 Minuten Zeitaufwand am Tag rechnen. Was gibt es alles zu tun?

Tägliche Aufgaben bei der Hühnerhaltung:

  • Morgens den Stall öffnen
  • Abends den Stall schließen
  • Füttern
  • Tränke auffüllen
  • Reinigungsarbeiten im Stall
  • Eier einsammeln

Das bedeutet, dass Sie oder jemand verantwortungsbewusstes 24/7 verfügbar sein muss, um die Tiere zu versorgen. Das bedeutet, Sie brauchen Sie eine zuverlässige Urlaubsvertretung.

Einmal pro Woche oder mindestens zwei Mal pro Monat kommen schließlich noch weitere Aufgaben hinzu. An diesen Tagen sollten Sie mehr Zeit einplanen für:

  • Entmisten
  • Frisch Einstreuen
  • Gründliche Stallhygiene und Reinigung
  • Eventuelle Tierarztbesuche

Woher bekomme ich Hühner?

Sie können Hühner sogar im Internet bestellen und sich liefern lassen. Allerdings gibt es auch andere Wege, wie Sie an Ihre neuen Gartenbewohner kommen. Sie haben die Wahl zwischen dem Kleintiermarkt, dem Landhandel und Züchter*innen. Wir empfehlen Ihnen einen Bauernhof oder Züchter*innen in Ihrer Nähe anzusteuern. Dies hat den Vorteil für unerfahrene Hobbyhühnerhalter*innen, dass der Ansprechpartner und Experte auch gleich in der Nähe ist. Außerdem müssen die Tiere so nicht weit transportiert werden und sind weniger Stress ausgesetzt.

Hühner vom sogenannten Landhandel können entweder reinrassig oder Hybriden sein, die eine höhere Legeleistung haben. Außerdem sind Hühner vom Bauernhof oft günstiger als von Züchter*innen. Besuchen Sie die Hühner, bevor Sie dem Kauf zustimmen und schauen Sie sich sowohl den Zustand der Tiere als auch die Haltung an.

Kaufen Sie nur Tiere, die einen gesunden Eindruck machen. Das bedeutet, keine tränenden Augen, keine Flüssigkeit aus dem Schnabel oder der Nase läuft, ein gerader Schnabel und gerade Füße, gepflegtes, sauberes und dicht gewachsenes Gefieder sowie eine ruhige regelmäßige Atmung.

Melden Sie sich bei Ihrem örtlichen Geflügelzuchtverein oder Interessenverbänden. Hier erfahren Sie welche Hühnerhalter*innen in Ihrer Nähe sind, welche Rassen diese halten und welche der Züchter*innen Nachzuchten erwarten beziehungsweise, welche gerade Hühner zum Verkauf stellen. Wenn Sie von geprüften und vor allem erfahrenen Züchter*innenn kaufen, können Sie davon ausgehen, dass die Tiere gesund sind und alle erforderlichen medizinischen Versorgungen haben.

Bevor Sie zuschlagen, sollten Sie nochmals die folgenden Punkte checken:

  • Die Hühner sollten geimpft sein.
  • Die Tiere sollten entwurmt und frei von Parasiten sein.
  • Um Inzucht zu vermeiden, sollte der Hahn regelmäßig ausgetauscht werden.
  • Wie viele Hühner werden im Stall gehalten?
  • Wie viel Auslauf haben sie?
  • Ist der Stall sauber und gepflegt?

Schließlich können Sie aber auch im Tierheim nachfragen. Hier bekommen Sie zwar keinen ganzen Bestand an Legehennen, aber es könnte vorkommen, dass Hühner dort abgegeben werden. Sie können auch solchen Hühnern ein neues liebevolles Zuhause bieten.

Spezialfall: Aufnahme ausgedienter Legehybriden

Sie können auch „ausgediente“ Legehennen aufnehmen. Es gibt Initiativen die ältere Hühner vor dem Schlachthof retten, indem sie sie an private Halter*innen vermitteln. Legehybriden sind spezielle Kreuzungen, die viele Eier legen sollen. Nach 16 bis 17 Monaten werden sie meist geschlachtet, da sie sich nicht mehr für die Eierproduktion rentieren.

Sind Hühner meldepflichtig?

Ihre Hühner brauchen zwar keine Genehmigung, dafür aber eine Anmeldung beim zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse. Und zwar noch bevor Ihre Hühner bei Ihnen einziehen, müssen sie angemeldet und geimpft werden. Dies alles ist notwendig und wichtig, damit man im Seuchenfall schnell reagieren und eingreifen kann. Wenn Sie darauf verzichten, fallen Bußgelder und Schadensersatzforderungen an.

Wie viele Hühner darf man privat halten?

Wir haben bereits erwähnt, dass Sie auf privatem Grund bis zu 20 Hühner rechtlich problemlos halten dürfen. Allerdings müssen Sie auch dafür genügend Platz haben. Der Auslauf sollte pro Huhn etwa 10 Quadratmeter betragen. Eine Maximalzahl ist rechtlich tatsächlich nicht festgehalten. Allerdings wurden in den meisten Streitfällen 20 Hühner als angemessen eingestuft.

Überlegen Sie außerdem, wie viele Hühner Sie halten können. Wie viel Platz können Sie den Tieren bieten? Wie viel wollen und können Sie für Futter und Co ausgeben? Und wie viele Eier brauchen Sie? Denn bereits 10 Hühner werden Ihnen mehr als 28 Eier in der Woche bescheren. Sollten Sie zu viele haben, sind die Nachbarn bestimmt dankbare Abnehmer. Trotzdem sollten Sie den Eierüberschuss bei der Anschaffung bedenken.

Zudem sind Hühner soziale Wesen. Es gibt also auch eine empfohlene Mindestgrenze. Schaffen Sie sich auf keinen Fall weniger als zwei, drei Hühner an. Experten empfehlen kleine Gruppen von sieben Hühnern.

Was mache ich mit den Hühnern im Winter?

Die meisten Hühnerrassen können das ganze Jahr in Ihrem Garten verbringen. Allerdings macht den Hühnern die Kälte und Nässe im Winter doch zu schaffen. Sie werden anfälliger für Krankheiten und brauchen spezielles Futter, um die Kräftezehrende Jahreszeit zu überstehen. Das heißt für Sie als Halter*in: Machen Sie das Gehege winterfest und passen Ihre Pflege an die Jahreszeit an, damit Ihre Tiere das ganze Jahr über gesund und glücklich sind.

So machen Sie Ihren Hühnerstall winterfest:

  • Stellen Sie sicher, dass der Zaun dicht ist, und keine Fressfeinde, die von Kälte und Schnee angetrieben aus dem Wald kommen, hindurchschlüpfen können.
  • Checken Sie den Freilaufbereich auf Gefahren, wie Schneelawinen, die von Bäumen, Sträuchern oder Dächern rutschen.
  • Räumen Sie Futter- und Wassernäpfe vom Auslauf rechtzeitig in den Hühnerstall.
  • Stellen Sie einen Unterschlupf auf, der die Hühner vor Schnee und Regen schützt. So können sie auch im Winter draußen sein.
  • Im Stall wird vor dem Winter nochmals gründlich ausgemistet und sauber gemacht.
  • Polstern Sie die Legenester gut mit Stroh aus.
  • Sie können die Legenester auch mit einem Vorhang vor Wind und Kälte schützen.
  • Bedecken Sie den Boden mit einer dickeren Schicht Einstreu.
  • Schließen Sie die Fenster. Wenn Sie möchten, können Sie auch Isolierfolie oder Vorhänge davor anbringen. Durch die Eingangsklappe kommt noch genügend Sauerstoff in den Stall.
  • Dämmen Sie die Wände und die Decke des Stalls mit Dämmplatten aus Styropor.
  • Sorgen Sie für Licht im Stall mit einer kleinen Lampe. Diese machen Sie abends an, damit die Hühner sich im Stall zurechtfinden und sowohl ihren Legeplatz als auch Schlafplatz finden.
  • Eine Wärmequelle ist kein Muss, kann aber helfen die Legeleistung der Hühner auch im Winter weiterhin zu halten.  Dies kann beispielsweise ein Infrarot-Wärmestrahler sein.
  • Integrieren Sie ein winterliches Sandbad zur Gefiederpflege in den Stall.
  • Bei extrem eisigen Temperaturen halten Sie die Stalltür tagsüber geschlossen.
  • Servieren Sie winterlich geeignetes Futter. Die kleinen Körper der Hühner sind zwar extrem robust, verbrauchen aber mehr Energie, um sich warm zu halten. Sie brauchen Fettpolster, um durch den Winter zu kommen, welche Sie sich am besten schon im Herbst anfuttern. Setzen Sie auf zusätzliche hochkalorische Futterquellen wie Haferflocken und Fette zum Beispiel in Wallnüssen.

Tipp: Bereiten Sie den Hühnerstall und den Auslauf schon im Herbst auf den Winter vor. Nicht erst, wenn Schnee fällt!

Hühner halten – der Weg zur eigenen Hühnerherde

Die wichtigsten Fragen vor der Anschaffung haben wir behandelt. Wenn Sie sich Hühner zulegen möchten, empfehlen wir Ihnen auf jeden Fall, sich mit Büchern oder auch Videotutorials zur Hühnerhaltung vorzubereiten. Reden Sie mit erfahrenen Züchter*innen, stellen Sie Fragen, holen Sie sich so viele Infos wie möglich, schon bevor die Hühner da sind.

Der Hühnerstall mit Auslauf

Zunächst bereiten Sie den Hühnerstall inklusive Auslauf vor. Je nach Bundesland und Region brauchen Sie auch auf privatem Grund eine Baugenehmigung für den Hühnerstall. Informieren Sie sich vorher über die zugelassene Größe, Breite und Höhe des Stalls und den Abstand zum Nachbarn. Wie groß der Stall und die Auslauffläche sind bzw. sein können, bestimmt schließlich, die Anzahl der Haustiere.

Tipp: Häufig sind kleinere mobile Hühnerställe, die sich umsetzen lassen, in privater Nutzung genehmigungsfrei.

Wie viel Freilauffläche braucht ein Huhn?

Gesetzlich unterscheidet man zwischen Bodenhaltung, konventioneller oder biologischer Freilandhaltung. Je nach Haltung gibt es entsprechende Vorgaben, wie viel Platz einem Huhn zur Verfügung stehen muss.  Um Freilandhaltungsnormen zu entsprechen, müssen Sie pro Huhn mindestens vier Quadratmeter Auslauffläche im Freien zur Verfügung stellen. Hühnerratgeber empfehlen allerdings zehn Quadratmeter und mehr pro Huhn.

Berücksichtigen Sie beim Bau und der Strukturierung der Auslauffläche, dass Sie einen Zaun benötigen, eine Fläche zum Sand- oder Staubbaden einen Bewuchs mit Sträuchern oder Bäumen, die Schatten und Schutz vor Greifvögeln spenden. Gegebenenfalls schützt ein Netz über dem Gehege zusätzlich.  Idealerweise können Sie die Auslauffläche versetzen, sodass der Rasen sich immer wieder erholen kann.

Anforderungen an den Hühnerstall

Sie können Ihren Hühnerstall selbst bauen, fertig kaufen oder ein Gartenhäuschen umfunktionieren. Gerade die fertigen Hühnerställe und mobilen Varianten, sind besonders praktisch.

Auch im Stall gibt es unterschiedliche Haltungskriterien: In Bio-Haltung sind maximal sechs Tiere pro Quadratmeter Stallfläche zugelassen. In konventioneller Bodenhaltung sitzen auf derselben Fläche neun Hühner. Ratgeber empfehlen nicht mehr als drei Tiere pro Quadratmeter für die private Haltung.

Zudem muss jeder Stall, Fenster haben, durch die Licht eindringen kann. Er muss gegen Nässe ausreichend gedämmt und trotzdem gut belüftet sein. Außerdem sollte der Stall mit einer Klappe verschließbar sein, sodass die Tiere nachts vor Fressfeinden, wie Füchsen oder Mardern, geschützt sind. Hühner schlafen auf Sitzstangen, die möglichst hoch im Stall platziert werden. Zudem brauchen sie Futtergefäße und Tränken sowie Legenester, in die sie in Ruhe und gut geschützt Eier legen können. Dabei reicht ein Legenest für zwei bis drei Hennen. Den Boden legen Sie mit Einstreu aus Hobelspänen oder Stroh aus, das sie regelmäßig erneuern.

Welche Hühnerrasse?

Der Stall ist fertig, die Auslauffläche ist angelegt. Welche Rasse holen Sie sich nun?

Verschiedenster Rassen sehen unterschiedlich aus, haben aber auch andere Eigenschaften. Manche sind zum Beispiel besonders zahm, andere nicht wirklich flugfreudig, manche legen grüne oder andersfarbige Eier. Spezielle Rassen von Zwerghühnern sind kleiner und brauchen weniger Platz als andere.

Schauen Sie sich die detaillierten Übersichten über die verschiedenen Rassen in Hühnerhaltungsratgebern, Büchern und online Plattformen an. Vergleichen Sie verschiedene Optionen. Sprechen Sie mit Expert*innen oder besuchen Sie eine Geflügelausstellung.

Nun gibt es manche Rassen, die eher für unerfahrene Halter*innen geeignet sind als andere. Sie sind eher ruhig, schnell zutraulich und haben vergleichsweise wenig Ansprüche was die Haltung und Fütterung betrifft.

Besonders anfängerfreundliche Hühnerrassen sind:

  • Sussex
  • Vorwerk
  • Sundheimer
  • Plymouth Rock
  • Cochin

Mit oder ohne Hahn?

Das ist Ihre Entscheidung. Hühner brauchen eigentlich keinen Hahn. Auch nicht zum Eierlegen. Sie können also eine Gruppe von Chicks ganz ohne Hahn im Korb halten. Wirklich notwendig ist der Hahn also nicht. Er hat aber Vor- und Nachteile, die Sie für sich abwiegen sollten.

Grundsätzlich erfüllt ein Hahn eine soziale Rolle in einer Hühnergruppe: Er ist für den Zusammenhalt verantwortlich, bringt Ruhe in die Hennenschar, bewacht und beschützt sie und würde auch Streit schlichten. Die meisten Ratgeber weisen darauf hin, dass gerade ältere Hähne mit viel Erfahrung mehr Führung und Ruhe in den Hühnerstall bringen, was Ihnen einiges an Arbeit abnimmt.

Allerdings ist ein Hahn immer sehr laut. Wenn Sie sich also dafür entscheiden, einen Hahn in Ihren eigenen Hühnerhof mitaufzunehmen, dann sprechen Sie unbedingt vorher mit den Nachbarn darüber.

Ist kein Mann im Haus, dann übernimmt die rangoberste Henne die Funktion des Hahns. Gebraucht wird er natürlich, wenn Sie Küken züchten wollen. Allerdings ergibt der Hahn auch erst bei einer Gruppe ab mindestens sechs Hennen Sinn. Denn ansonsten werden die wenigen Hühner zu oft von demselben Hahn befruchte. Es entsteht Stress und Unruhe in der Herde und Inzucht könnte mit der Zeit zum Problem werden.

Was fressen Hühner?

Haben Sie sich für eine Rasse entschieden, lohnt es sich nochmals spezielle Informationen einzuholen und diesen Hühnern das Futter zu bieten, das sie brauchen. In der Regel werden Sie aber für alle Rassen und Arten von Hühnern mehrere Bestandteile von Futter brauchen. Setzen Sie auf eine ausgewogene Ernährung aus Körner- und Grünfutter, Obst und Gemüse und Grit. Zudem suchen sich die Hühner noch Nahrung im Auslauf. Dementsprechend passen Sie das Futter auch an die Jahreszeit und daran an was die Auslauffläche zu bieten hat. Ihre Hühnerschar muss über den ganzen Tag mit ausreichend Futter und vor allem auch Wasser versorgt sein.

Sind Hühner auch Haustiere für Kinder?

Erinnern Sie sich an die Geschichten von Michel aus Lönneberga, erzählt von Astrid Lindgren? Wer diese Geschichten aus Büchern, Hörspielen oder den Filmen kennt, erinnert sich bestimmt an die superidyllische Bilderbuch-Kindheit, die Michel und seine Schwester Ida auf dem schwedischen Bauernhof erleben. Hühner spielen in diesen Geschichten auch immer wieder eine Rolle. Vielleicht können Sie Ihren Kindern ein Stück dieser Idylle bieten – auch ohne Bauernhof.

Fakt ist: Hühner sind keine verschmusten Haustiere. Man kann nicht mit ihnen Gassi gehen und auch nicht mit ihnen kuscheln. Aber Ihre Kinder können beim Füttern und Saubermachen helfen oder die Eier eingesammeln. So lernen sie Verantwortung und Selbstständigkeit und einen Umgang mit Tieren.


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