Gießkanne neben Pflanzen

Egal, ob Sie Ihre Wohnung in einen urbanen Dschungel verwandelt haben, glücklicher Besitzer eines Gartens sind oder Pflanzen nur vereinzelnd Ihr Zuhause schmücken: Die grünen Gewächse machen unser Heim nicht nur schöner, sondern bauen nachgewiesen Stress ab, verbessern das Raumklima und dämpfen Geräusche. Damit unsere Pflanzen kräftig wachsen können, ist eine regelmäßige Düngung unabdingbar. Die gute Nachricht: Dafür brauchen sie keine Jauche oder Hornspäne. Dünger für Zimmerpflanzen lässt sich nämlich ganz einfach selbst herstellen, und zwar aus natürlichen Küchenabfällen. Entsorgen Sie den Kaffeesatz vom Frühstück oder das Kartoffelwasser vom Mittagessen beim nächsten Mal nicht sofort, sondern verwerten Sie die Reste als Naturdünger – das freut Ihre Garten-, Topf- und Zimmerpflanzen, spart Geld und ist nachhaltig. Und wie kann man den Dünger selber machen? Die Antworten finden Sie in unserem Artikel.

Kaffeesatz als Naturdünger

Der Kaffee am Morgen gehört für viele von uns dazu, um mit Energie in den Tag starten zu können. Und da stehen uns Blumen und Pflanzen in nichts nach: Auch ihr Stoffwechsel kann mit Kaffee in Schwung gebracht werden, und außerdem fördert der Muntermacher ihr Wachstum. Als Düngemittel eingesetzt liefert Kaffeesatz Ihren Pflanzen nämlich lebensnotwendige Nährstoffe wie Kalium, Stickstoff und Phosphor.

So funktioniert Kaffee als natürlicher Dünger: Sammeln Sie eine größere Menge Kaffeesatz und lassen Sie ihn gut trocknen, damit in der Blumenerde kein Schimmel entstehen kann. Streuen Sie ihn anschließend direkt als Dünger um die Pflanze herum und mischen Sie ihn unter die Erde. Alternativ können Sie den trockenen Kaffeesatz auch in das Gießwasser rühren und damit Ihre Topf-, Kübel- oder Beetpflanzen bewässern. Besonders Rosen, Rhododendren, Fuchsien, Geranien und Hortensien mögen den Pflanzendünger. Aber Achtung: Kaffee als natürlicher Dünger sollte eher vereinzelnd eingesetzt werden und nicht dauerhaft.

Bananenschalen machen Pflanzen wieder fit

Dank ihrer Schale sind Bananen der perfekte Snack für unterwegs. Aber wussten Sie, dass das gelbe Obst gerade deshalb super als natürlicher Dünger geeignet ist? Bananenschalen enthalten eine Extraportion Kalium, über die sich vor allem Blühpflanzen freuen. Um aus den Schalen Naturdünger herzustellen, zerkleinern Sie diese und lassen die Stückchen gut trocknen. Anschließend können Sie sie dann rund um die Pflanzen in die Erde einarbeiten. Ihre Wirkung entfalten die Bananenschalen übrigens auch im Gießwasser. Hierzu lassen Sie die Schalenstückchen mehrere Stunden im Wasser ziehen. Danach einfach abseihen und fertig ist Ihr eigener, natürlicher Dünger, zum Beispiel für Kübel- und Balkonblumen.

Eierschalen sind ein toller Pflanzendünger

Wer gerne kocht und backt, hat sicher schon unzählige Eierschalen weggeworfen oder auf dem Kompost entsorgt. Denken Sie beim nächsten Mal daran, dass sich die Schalen hervorragend als Pflanzendünger eignen. Sie sind nämlich eine tolle Kalziumquelle und somit wertvolle Energielieferanten für Beetpflanzen und Gemüse wie Bohnen und Erbsen. Um Eierschalen als Dünger zu nutzen, müssen Sie sie einfach zerkleinern. Achten Sie dabei darauf, dass Sie die Schalen gründlich von Eierresten befreien, da diese Ungeziefer anziehen können. Je kleiner die Schalen, desto besser können die Nährstoffe von Ihren Pflanzen aufgenommen werden. Arbeiten Sie die Stücke bzw. das Eierschalenpulver dann einfach in die obere Erdschicht ein oder geben Sie es ins Gießwasser.

Mit Kartoffelwasser Pflanzen fit machen

Wenn Sie Ihre Kartoffeln ohne Salz kochen, können Sie das abgekühlte Wasser als Düngemittel für Ihre Topf- und Gartenpflanzen verwenden. Denn in dem Kartoffelwasser stecken Kalium und andere wertvolle Vitamine, die sich positiv auf das Wachstum Ihrer Pflanzen auswirken. Gleichzeitig versorgt es auch die Erde mit wichtigen Nährstoffen. Wenn Sie nicht sofort zum Gießen kommen, können Sie das Wasser auch für circa eine Woche im Kühlschrank aufbewahren.

Teewasser als natürlicher Dünger

In Großbritannien gilt eine Tasse Tee häufig als Lösung vieler Probleme – und damit haben die Briten gar nicht mal so unrecht. Wussten Sie nämlich, dass Tee unter anderem ein wirkungsvoller Dünger für Pflanzen sein kann? Alle Teesorten enthalten den Stoff Tein, der einen desinfizierenden Effekt auf Pflanzen hat und Schädlinge fernhält. Allerdings ist Tee nicht gleich Tee: verschiedene Sorten eignen sich für verschiedene Düngeeinsätze. So sollen Schwarztee und Kräutertee die Pflanzen stärken, während grüner Tee eine positive Wirkung auf den Boden hat.

Um den Dünger selber zu machen, hängen Sie einfach einen gebrauchten Teebeutel für eine Weile in eine Gießkanne, lassen ihn ziehen und düngen damit anschließend Ihre Kübel,- Freiland- und Zimmerpflanzen. Wie beim Kaffeewasser auch, sollten Topfpflanzen nur mit maximal ½ Tasse Teewasser gegossen werden, da der Boden sonst übersäuern kann.

Übrigens: Auch Teesatz eignet sich als natürlicher Dünger, denn durch die aufgekochten Teeblätter erhalten Ihre Pflanzen zusätzliche Nährstoffe. Um kein Ungeziefer anzulocken, sollten Sie den Teesatz unter die Erde heben, anstatt ihn darüber zu streuen.

Bier als Pflanzendünger schmeckt auch den Pflanzen

Sie haben noch etwas Bier vom Vorabend übrig? Man mag es kaum glauben, aber auch das beliebte Feierabendgetränk ist ein hervorragender natürlicher Dünger. Bier ist nämlich reich an Nährstoffen, die Ihren Pflanzen guttun. So geht’s: Mischen Sie die Bierreste in einem 1:2 Verhältnis mit Wasser und gießen Sie damit Ihre Blumen und Pflanzen. Das verlängert die Lebensdauer und auch die Blütenpracht Ihrer Schützlinge. Besonders Garten- und Zimmerpflanzen, die im Sommer viel Sonne und frische Luft gewohnt sind, freuen sich über den Bierdünger.

Tipp: Wer kein Bier zuhause hat, kann auch zu Reiswasser greifen! Denn auch dieser natürlicher Dünger hat super Inhaltsstoffe. Dazu einfach Reis in Wasser einweichen in die Emulsion mit einem Sieb filtrieren. Das Reiswasser kann dann bei Bedarf der Pflanze hinzugegeben werden:

Dünger Grundlagen: Das sollten Sie immer beachten

Na, hätten Sie gedacht, dass sich organischer Dünger so leicht aus Küchenabfällen herstellen lässt? Damit Ihre Pflanzen nun prächtig wachsen und gedeihen können, geben wir Ihnen abschließend noch ein paar Tipps und Hinweise mit auf den Weg: Zwischen März und September befinden sich die meisten Pflanzen in der Wachstumsphase – während dieser Zeit sollten Sie sie alle zwei Wochen düngen.

Dabei ist es wichtig, zwischen Starkzehrern, wie etwa Tomaten, oder Schwachzehrern, wie beispielsweise Kräuter, zu unterscheiden. Denn auch beim Düngen gilt: Weniger ist manchmal mehr, und zu viel kann schädlich sein. So benötigen Schwachzehrer nur wenige Nährstoffe im Boden und auch keinen Dünger.

Am besten düngen Sie im Sommer außerdem frühmorgens oder bei bedecktem Wetter, damit Blätter und Wurzeln nicht verbrennen. Die meisten Pflanzen müssen im Winter nicht gedüngt werden. Ausnahmen bilden tropische Exemplare, die in der kalten Jahreszeit keine Ruhephase benötigen. Hier genügt es, sie einmal im Monat zu düngen.