Klar bietet ein Strand, ein dramatischer Sonnenuntergang, ein Berggipfel oder eine verschneite Winterlandschaft großartige Voraussetzungen für beeindruckende Bilder. Aber auch die eigene Wohnung kann zum Fotoprojekt werden. Hier verstecken sich unzählige Motive und vor allem Möglichkeiten um die eigenen Fotografie-Skills zu verbessern. Egal ob Sie gerade viel Zeit Zuhause verbringen, weil das Wetter draußen nicht mitspielt, oder weil Sie im Lockdown festsitzen. Nehmen Sie die Herausforderung an. Lernen Sie neue Techniken und lernen Sie gleichzeitig Ihr Heim neu kennen. Wir haben Ideen gesammelt mit denen Sie Ihre Wohnung in ein Fotostudio verwandeln. Blumen, das Frühstück, aber auch jede Menge Alltagsgegenstände und kleine Details, wie das Muster einer Vase, oder die Struktur des Teppichs und sogar Sie selbst werden zum Abschuss freigegeben.

Foto-Ideen für drinnen

Ziehen Sie los und kaufen Sie sich das teuerste Equipment. Natürlich nicht, alles was Sie brauchen ist Kreativität und ein neugieriger Blick auf bereits bekannte Dinge und Motive.

Wenn Sie eine Kamera haben, dann setzen Sie sich intensiv mit allen Funktionen auseinander. Testen Sie verschiedene Einstellungen und beobachten Sie was dabei herauskommt, wenn Sie nicht immer nur mit dem Automatikmodus abdrücken. Online finden Sie viele leicht verständliche Anleitungen für Einsteiger zu Belichtungszeit, Blende, ISO und allem was es Anfangs zu lernen gibt. Sie können aber auch eigenständig ausprobieren und experimentieren.

Selbst wenn Sie keine Kamera haben, dann beschäftigen Sie sich mit den verschiedenen Funktionen und Optionen Ihres Smartphones. Auch Handy-Kameras bieten inzwischen viele Möglichkeiten um mit Farben, Schärfe, Licht und Schatten zu spielen – je nach Einstellungen.

Danach sind Sie bereit für eine Entdeckungsreise durch Ihre eigene Wohnung.

Alltagsgegenstände fotografieren

Eine schöne Gelegenheit um Ihre eigenen Fähigkeiten zu testen und zu trainieren, aber gleichzeitig auch um das Auge für mögliche Motive zu schulen. Die anfänglichen Schwierigkeiten etwas “fotografierenswertes” zu finden überwinden Sie einfach, indem Sie offensiv alles ablichten was Ihnen vor lauter Vertrautheit alltäglich und langweilig erscheint.

Ihre Schreibtischlampe, könnte zum Beispiel einen neuen Platz finden und Sie fotografieren sie in unterschiedlichen Situationen und Lichtverhältnissen und aus verschiedenen Perspektiven.

Oder Sie inszenieren alltäglichen Momente neu und halten sie fest. Decken Sie den Tisch einfach mal besonders festlich, auch wenn es keinen Anlass gibt. Knipsen Sie das Setting.

Extra Tipp: Suchen Sie sich ein Projekt. Sammeln Sie zum Beispiel Gegenstände in der gleichen Farbe und versuchen Sie diese möglichst interessant in Szene zu setzen. Oder Sie durchsuchen die Wohnung nach allem was rund ist. Das Projekt kann sich über Tage ziehen und Sie werden merken wie sich Ihr Blick auf die Dinge und die Qualität Ihrer Fotos verändert.

Versuchen Sie alltägliche Dinge möglichst neu, möglichst anders, spannend oder ungewöhnlich zu fotografieren. Geben Sie auch solchen Dingen eine Chance, die nicht auf den ersten Blick hübsch erscheinen. Wie wäre es mit einem Stillleben Ihrer dreckigen Schuhe oder vom Kabelsalat hinter dem Fernseher? Das erklärte Ziel sollte nicht sein, dass diese Fotos später an der Wand landen, vielmehr geht es darum den fotografischen Blick zu trainieren und den Umgang mit Ihrer Kamera zu lernen und zu üben.

Foodfotografie

Eine Kunst für sich, aber eine Kunst die besonders viel Spielraum für Experimente und Kreativität bereithält: Foodfotografie. Selbst erfahrene Hobby-Fotografen können auf dem Gebiet immer weiter dazulernen. Auch hier gilt wieder: Haben Sie Mut für Experimente. Lebensmittel sind besonders wandelbar und können roh, gekocht, fertig zubereitet auf dem Teller oder während der Vorbereitung fotografiert werden.

Besonders ansprechend wirken farbenfrohe Lebensmittel. Sowohl im rohen als auch im verarbeiteten Zustand als fertiges Gericht.

Außerdem ist natürliches Licht, das von der Seite kommt wesentlich vorteilhafter. Strahlen Sie Ihren Teller mit der leckeren Paste nicht zu stark und nicht direkt von oben an. Sie wollen auf dem fertigen Foto Einzelheiten, Struktur und Textur erkennen. Als würde der dampfende Teller immer noch vor Ihnen stehen. Zu viel Licht schluckt solche Details. Wenn Ihnen bei der Betrachtung des Fotos der Geruch der Pasta in die Nase steigt und Ihnen das Wasser im Mund zusammenläuft, dann haben Sie alles richtig gemacht.

Entscheidend ist schließlich auch die Präsentation, das ganze Drumherum, zwischen Tellern, Schüsseln, Tischdecken und Hintergrunddeko. Betrachten Sie die einzelnen Elemente. Wie kommt das Gericht am besten zu Geltung? Spielen Sie zum Beispiel mit Kontrasten und platzieren Sie ein Stück Pizza auf einem dunklen Holzteller. Die hellen Farben vom Teig und das leuchtende Rot der Soße wird noch besser zur Geltung kommen. Versuchen Sie das Setting außerdem so natürlich wie möglich wirken zu lassen. Streben Sie nicht nach Perfektionismus. Lebensmittel, die zu perfekt gestylt sind wirken unnatürlich, unecht und überhaupt nicht mehr lecker. Wenn Sie einen Kuchen fotografieren, dann darf der auch schon angeschnitten sein, oder einzelnen Zutaten könnten noch daneben liegen. Das schafft eine natürliche Atmosphäre und macht ihr Foto interessanter.

Räume fotografieren

Beim Fotografieren von ganzen Räumen ist eines besonders wichtig: Die Stimmung einzufangen. Sie können mit Accessoires und Deko arbeiten und mit Farben, die die Raumwirkung beeinflussen, aber auf dem Foto wird vor allem das Licht den Ton angeben.

Nutzen Sie die Tageszeit zu der besonders viel natürliches Licht in den Raum fällt. Dann platzieren Sie sich selbst und die Kamera so, dass Sie genau dort stehen, wo das meiste Licht hereinkommt. So werden auch die Ecken des Raumes, die nicht so viel abbekommen später heller wirken. Einfach zu merken: Immer die Sonne im Rücken behalten. So fotografieren Sie in Lichtrichtung. Dann können Sie auch auf hartes Blitzlicht verzichten.

Wenn ein Raum auf Bilder irgendwie komisch verzerrt wirkt, dann spricht man von stürzenden Linien. Das passiert, wenn Sie schräg in den Raum hinein fotografieren. Um das wiederum zu vermeiden, platzieren Sie die Kamera immer parallel zur gegenüberliegenden Wand.

Wenn Sie sich an diese Grundsätze halten, werden Sie mit wenig Aufwand gut ausgeleuchtete, harmonisch proportionierte, stimmungsvolle Bilder von Ihren Räumen aufnehmen.

Nun können Sie aber auch absichtlich mit diesen Tipps spielen und sie als Stilmittel einsetzen. Wie wirkt der Raum aus einer schrägen Perspektive? Und was, wenn Sie abends bei Kerzenschein oder im Licht der Morgendämmerung fotografieren?

Perspektivwechsel

Eine Idee mit Potenzial zum Langzeitprojekt. Suchen Sie sich ein Motiv, das kann eine einzelne Vase oder auch eine ganze Wand mit mehreren Gegenständen sein.

Wie wirkt Ihr Motiv von der Ferne, von ganz nahe, von oben, von unten? Legen Sie sich auf den Boden. Steigen Sie auf Stühle. Lassen Sie keine Gelegenheit aus um neue Perspektiven zu entdecken und Ihr Motiv nochmal neu zu fotografieren. Schießen Sie es mit Weitwinkel- und Teleobjektiv. Konzentrieren Sie sich auf Details und fangen Sie das große Ganze ein. Nehmen Sie sich Zeit dafür und kehren Sie mehr als einmal zu Ihrem Projekt zurück.

Sie werden merken, dass Sie mehr Bildausschnitte und Perspektiven entdecken um so länger Sie sich damit beschäftigen. Diese Übung und vor allem die dabei zu beobachtenden Entwicklung der Fotos macht Spaß und hilft Ihnen bei zukünftigen Fotos neue ungewöhnliche Perspektiven schneller zu erkennen.

Das Spiel mit Licht und Schatten

Alles was Sie brauchen, ist eine Lichtquelle. Das könnte eine Taschenlampe sein, eine Stirnlampe aber am besten eignet sich eine Schreibtischlampe oder Stehlampe mit schwenkbarem Kopf. Platzieren Sie die zu fotografierenden Gegenstände vor einem möglichst neutralen Hintergrund und fertig ist der Versuchsaufbau für das Projekt: Licht und Schatten.

Sobald Ihr Setting steht, können Sie Ihrer Experimentierfreude wieder freien Lauf lassen. Strahlen Sie Ihre Objekte von oben, von der Seite oder unten an. Fotografieren Sie den gleichen Ausschnitt im Gegenlicht und frontal ausgeleuchtet. Wichtig ist nur, dass der Kontrast zwischen Licht und Schatten deutlich zur Geltung kommt. Halten Sie fest welche Schatten Ihre Kristallgläser werfen können, oder welche Schattenspiele entstehen, wenn Sie Ihren Schreibtisch immer wieder neu ausleuchten.

Alternativ können Sie die Lichtquelle auch in Ihrem Foto mit einbinden. Stellen Sie eine Stehlampe als einzige Lichtquelle in einen dunklen Raum, wechseln Sie immer wieder die Position und Perspektive und dokumentieren Sie wie der Raum bei den Lichtverhältnissen wirkt.

Fotos mit Tieren

Fotos von Tieren erfordern vor allem eines: Geduld. Die Belohnung dafür sind besonders süße Bilder und Erinnerungen von und mit Ihren vierbeinigen Mitbewohnern. Machen Sie sich die Aufgabe etwas leichter mit einem ruhigen Hintergrund und einem Assistenten, der immer wieder die Aufmerksamkeit des Tieres gewinnen muss und dafür sorgt, dass das Model dort bleibt, wo Sie es haben wollen.

Ein schlichter Hintergrund überlässt Ihrem Shooting Star die ganze Bühne. Natürliches Tageslicht, auch in der Wohnung, wird ihm außerdem mehr schmeicheln, als künstliche Lichtquellen. Setzen Sie sich mit Hund, Katze, Hase oder Hamster also ans Fenster und verzichten Sie auf Blitzlicht. Begegnen Sie Ihrem Tier auf Augenhöhe. Legen Sie sich zu ihm auf den Boden oder platzieren Sie es erhöht. Ihre Bilder werden dann viel interessanter, als wenn Sie von oben herab fotografieren.

Noch ein Tipp: Mehr ist mehr. Halten Sie die Kamera drauf und knipsen Sie so oft es geht. Später können Sie die Shots aussortieren. Aber Sie sollten beim Fotografieren keinen Moment verpassen.

Noch spannender wird Ihr tierisches Fotografieprojekt, wenn Sie die Tiere in Ihrem Garten mit einbeziehen können. Was gibt es dort zu entdecken?

Selbst wenn Sie nur von Ihrem Fenster aus nach draußen die Natur fotografieren können werden sich einige Tiere finden lassen, an denen Sie Ihre Fähigkeiten und Techniken trainieren können. Vögel, Eichhörnchen oder vielleicht die Bauernhoftiere vom Nachbarn? Wildtierfotografie erfordert noch mehr Geduld, aber dafür ergeben sich daraus besonders natürliche lebendige Schnappschüsse. Für Ihren Beobachtungssitz am Fenster brauchen Sie ein Teleobjektiv mit möglichst langer Brennweite. Sie kommen nämlich nur in seltenen Fällen nahe genug an wilde Tiere heran.

Fotos in Action

Bevor Sie Fotografie als Hobby entdeckt haben, womit haben Sie sich freie Stunden am liebsten vertreiben? Greifen Sie Ihre Hobbies als Projekt auf und inszenieren Sie sie fotografisch. Das wird auch Ihrem Hobby neues Leben einhauchen.

Alle Leseratten können zum Beispiel Ihre liebsten Werke in Nahaufnahmen und aus verschiedenen Perspektiven, Bücherregale oder einzelnen Buchseiten, oder nur Buchstaben fotografieren. Lichten Sie Ihre Leseecke ab. Lassen Sie sich selbst beim Lesen shooten.

Egal ob Sie gerne Kochen, schreinern, schreiben, Yoga machen oder malen, jedes dieser Hobbies bietet vielseitige Möglichkeiten der Dokumentation. Aus den Aufnahmen lassen sich thematische Collagen zusammenstellen, die schließlich Ihren Hobbyraum schmücken können.

Sie können natürlich auch Ihre Arbeit und Ihr Home Office zum Thema erklären. Produzieren Sie Stillleben von Ihrem Schreibtisch oder Arbeitsplatz. Machen Sie Selbstauslöser Shots von sich am Arbeitsplatz, oder bitten Sie einen Assistenten Momentaufnahmen und Details von Ihrer Arbeit festzuhalten. Diese Bilder können Sie übrigens sehr gut für Bewerbungen verwenden.

Familienfotos

Fotos mit der ganzen Familie sind Zeitaufwendig, aber dafür umso wertvoller. Machen Sie sich die Mühe alle Familienmitglieder zum Fotoshooting zu versammeln. Sie werden sich später umso mehr über die Aufnahmen freuen, die keine Selfies sind und nicht in Eile aufgenommen wurden.

Am besten Sie überlegen sich vorher eine Szenerie. In welchem Umfeld wollen Sie Ihre Familie platzieren. Das bedeutet nicht, dass Sie am Ende nur gestellte Bilder bekommen werden. Sie könnten zum Beispiel mit der Familie etwas unternehmen, wie Kekse backen, oder Fußballspielen im Garten, oder Sie verkleiden sich alle. Während Sie ganz natürlich Zeit miteinander verbringen, knipsen Sie so viel wie möglich. Fange Sie Momente ein.

Alternativ können Sie sich auch einfach nur auf der Couch versammeln und via Selbstauslöser Gruppenbilder schießen. Ähnlich wie bei den Tierportraits gilt auch hier: Ein ruhiger Hintergrund und natürliches Licht garantiert immer gute Ergebnisse.

Eine Projektidee: Dokumentieren Sie Ihren Familienalltag. Gerade wenn Sie ein ganzes Wochenende oder länger Zuhause verbringen, können Sie Ihre gemeinsame Zeit von Morgens bis Abends zusammen festhalten. Kaschieren Sie nichts. Halten Sie den Alltag so fest wie er ist – chaotisch, hektisch, unaufgeräumt, lustig und echt. Über diese Reportage werden Sie sich noch viele Jahre später freuen.

Experimentieren mit Schärfe

Sie entstehen meist eher zufällig oder sogar unfreiwillig. Unscharfe Fotos sind eher das Nebenprodukt einer Serie, als das Ziel eines Fotoprojekts. Drehen Sie den Spieß um. Spielen Sie mit den Einstellungen Ihrer Kamera. Erzeugen Sie ganz bewusst Unschärfe und rücken Sie Alltagsgegenstände in einen neuen Blickwinkel.

Wenn Sie ein Stillleben aufgebaut haben, fokussieren Sie nacheinander einzelne Teile Ihres Szenarios und lassen Sie den Rest bewusst unscharf. Daraus ergibt sich eine schöne Serie mit dem immer gleichen Bildausschnitt, in dem aber jeweils unterschiedliche Objekte im Vordergrund der Aufmerksamkeit stehen.

Das ist wiederum eine sehr gute Übung, die Ihre Kenntnisse verbessern und Ihr Auge schulen wird.

Flatlays – von oben fotografieren

Instagram hat Flatlays erst zu dem Bekanntheitsgrad verholfen, den sie heute genießen. Lange haben nur Profis, Mode, Accessoires, Schmuck, Essen oder Parfums hübsch ausgelegt und schön gestylt fotografiert. Heute legen User den Inhalt Ihrer Handtasche stylisch zurechtgelegt auf dem Bett aus, um den nächsten Instapost zu produzieren.

Flatlays sind tatsächlich also nur eine spezielle Form des Stillebens, bei dem die Objekte eben liegen und von oben fotografiert werden.

Diese verschobene Perspektive kann ein Objekt oft ganz anders wirken lassen. Sie müssen sich also darauf einstellen, dass Sie Ihre Gegenstände immer wieder neu arrangieren werden. Erst legen, dann durch die Kamera checken, und dann immer weiter optimieren, indem Sie die Position der Gegenstände verändern, welche dazu geben oder wegnehmen.

Eine extra Schwierigkeit beim Flatlay: Das Licht. Beleuchten Sie Ihren Bildausschnitt nicht unbedingt direkt von oben. Meistens wirkt das Bild natürlicher, wenn das Licht schräg von oben auf die Gegenstände fällt, sodass Schatten zu sehen sind. Das ist allerdings Ihnen überlassen und Sie können unterschiedliche Einstellungen testen. Wichtig ist nur, dass Sie selbst keinen Schatten in das Bild werden, wenn Sie sich über Ihr Flatlay beugen.

Portraits

Auch – oder vielleicht vor allem – ganz alleine machen Portraits einfach Spaß. Nutzen Sie Gelegenheit um sich in Schale zu schmeißen. Auch, wenn Sie Ihre Wohnung nicht verlassen. Bauen Sie eine DIY-Konstruktion für Ihre Kamera, sodass sie auf Augenhöhe fotografieren, oder bitten Sie Freunde, Familienmitglieder oder Mitbewohner um Hilfe.

Nun überlegen Sie sich als ersten Step: Wie möchte ich mich präsentieren? Entwerfen Sie eine Szenerie. Zeigen Sie sich ganz ruhig, sitzen oder stehend an Ihrem liebsten Plätzchen in der Wohnung. Oder in Action beim Kochen, im Garten oder mittendrin bei Ihrem liebsten Hobby. Vielleicht sogar beim Home Workout. Besonders toll wirken diese Bilder, wenn der Hintergrund zum Thema passt. Sie beim Lesen in der Leseecke wirkt am harmonischsten, wenn im Hintergrund nicht sehr viel los ist. Vielleicht steht dort ein Bücherregal und eine Stehlampe spendet sanftes Licht. Das Thema, Sie beim Sport auf der Terrasse, kann auch mit einem dynamischen, kontrastreichen Hintergrund spannend wirken.

Nun müssen Sie nur noch den richtigen Bildausschnitt finden. Durch Austesten werden Sie schnell merken wie weit weg Sie Ihre Kamera positionieren müssen. Außerdem versuchen Sie die Stunden zu nutzen, an denen besonders viel Tageslicht in Ihre Wohnung fällt.

Sie müssen nicht versuchen natürliche Situation unnatürlich zu stellen. Nehmen Sie die Kamera wahr und spielen Sie mit ihr. Auch wenn Sie vielleicht eine kleine Aufwärmphase brauchen werden, umso natürlicher Ihre Bewegungen und Blicke werden, desto besser sind die Fotos am Ende.

Eine besondere Technik für Home-Fotografen: Setzen Sie sich ans Fenster. Das einfallende Tageslicht ist weich, natürlich, sorgt für schöne Farben und weiche Schatten. Außerdem ist es etwas leichter für die Kamera zu posen, wenn Sie sich an die Scheibe lehnen können oder durch das Fenster nach draußen blicken. Je nach Wetter und Tageszeit kann das Foto am Fenster ganz andere Stimmungen erzeugen.

Foto-Ideen für draußen

Haben Sie alle Ecken Ihres Schlafzimmers, Ihr Bücherregal, Ihre Teetassen und Ihren Avocado Toast schon abgelichtet? Dann wird es Zeit Ihr Fotoprojekt nach draußen zu verlegen. Selbst wenn Sie keinen Garten, Balkon oder Terrasse haben, muss Ihre Kreativität nicht hier enden. Fotos aus dem Fenster können einen ganz neuen Blick auf die Außenwelt eröffnen. Sie werden Ihre alltägliche Umwelt neue entdecken.

Drohnenaufnahmen

Mittlerweile haben erschwingliche Modelle den Hobby-Landschaft-Fotografen zugänglich gemacht, was bisher nur Profis mit speziellem und dementsprechend teurem Equipment vorbehalten war. Spektakuläre Luftaufnahmen aus schwindelerregenden Höhen. Unser Auge ist immer noch nicht ganz daran gewöhnt und stets fasziniert von der Vogelperspektive. Wenn Sie also die Muse haben sich in die Technik reinzufuchsen, dann wird daraus ein sehr spannendes Homestory-Projekt.

Die Drohne erst mal auf dem eigenen Grundstück zu testen ist vor allem deswegen clever, weil Sie etwas Übung brauchen um das Gerät sicher zu navigieren.

Wenn die wendige Steuerung noch nicht ganz sitzt, üben Sie auf freien weitläufigen Flächen, ohne Hindernisse wie enge Häuserblocks, Stromleitungen oder dichte Baumreihen. Im eigenen Garten, beziehungsweise vom eigenen Balkon aus können Sie erste Flugversuche ganz langsam und vorsichtig starten. Extra Pluspunkt: Solange Sie nur Bilder Ihres eigenen Hauses aufnehmen werden Sie auch in keine missliche Rechtslage geraten. Denn Vorsicht: Luftaufnahmen sind nicht überall erlaubt.

Schließlich gelten für die Drohne, aber dieselben Regeln wie für die Kamera: Seien Sie experimentierfreudig und nutzen Sie die Einstellungsmöglichkeiten. Je nach Winkel, nach Fokus oder Lichtverhältnissen ergeben sich viele Spielereien und Sie können Ihr Zuhause von einer wirklich vollkommen neuen Seite kennenlernen.

Letzter Tipp: Unbedingt den Wetterbericht verfolgen.

Garten und Balkon

Gehen Sie auf Safari. Mit der Kamera bewaffnet erkunden Sie alle Ecken und Perspektiven Ihrer Outdoor Oase. Knipsen Sie Blumen, Bäume und Sträucher, Tautropfen und Sonnenstrahlen, wenn Sie durch Baumkronen brechen. Vielleicht gelingt es Ihnen sogar Schnappschüsse von Tieren.

Noch mehr als Ihre Wohnung, bietet Ihr Garten kleine und große Motive an denen Sie Ihre Skills trainieren können. Hier können Sie noch mehr mit immer wieder wechselnden Lichtverhältnissen spielen. Gerade bei Morgendämmerung oder Sonnenuntergang wird der Balkon oder Garten zum Schauplatz für tolle Lichtspiele.

Gerade das natürliche Licht macht Ihr Outdoor-Plätzchen zu einem besonderen Ort für Portraits. Familienfotos, Einzelportraits oder Paarbilder können hier wunderbar und ganz natürlich inszeniert werden. Selbst wenn Sie kein Stativ haben, versuchen Sie mal ein Shooting nach draußen zu verlegen. Ähnlich wie bei den Fotos am Fenster wird das Licht für weiche Schatten und natürliche Farben sorgen.

Unsere besten Tipps zur Bildbearbeitung

Der letzte Step auf dem Weg zum Perfect Shot fehlt noch. Sie haben ein Motiv gefunden, Sie haben es in Szene gesetzt und schließlich fotografiert. Wenn Ihr Shot gelungen ist, bleibt gar nicht mehr viel zu tun. Trotzdem gehen die Spielereien weiter. Sie können die Stimmung in einem Bild immer noch durch Bearbeitung verändern.

Inzwischen gibt es viele Tools wie Lightroom, Photoshop oder GIMP, die auch Leihen nutzen können. Seien Sie neugierigen und schrauben Sie an den verschiedenen Funktionen, Sie werden schnell dazulernen und können bald mit wenigen Handgriffen Ihren Fotos den letzten Schliff verleihen.

  • Erster Step der Bildbearbeitung: Ordnen, sortieren, kategorisieren.
  • Werden Sie zunächst alle Aufnahmen los, die nicht gelungen sind und fassen Sie dann diese zusammen, die Thematisch zusammengehören. Die weitere Bearbeitung wird Ihnen leichter fallen, aber zudem finden Sie später jederzeit jedes Foto wieder, nach dem Sie suchen. Sie können alle ausgewählten Bilder auch direkt in einem Fotobearbeitungsprogramm ordnen, kategorisieren und sorgfältig benennen.
  • Bevor Sie damit beginnen ein Foto zu bearbeiten, korrigieren Sie zunächst den Ausschnitt und eventuell auch die Ausrichtung. Ist der Horizont vielleicht etwas schief geraten? Das lässt sich schnell geradebiegen. Wirkt der Hintergrund vielleicht etwas unruhig, oder ist Ihr Objekt nicht gut zentriert, dann feilen Sie zunächst etwas am Bildrand.
  • Weiter können Sie nun mit Bildlooks und Farblooks experimentieren. Sogenannte Presets gibt es auch fertig von Profis zu kaufen. Wenn Sie einmal darin investiert haben können Sie diese Looks über jedes Ihrer eigenen Bilder legen und haben so einen einheitlichen Look für alle. Allerdings geht das auch selbstständig und ohne Kosten für Sie. Alles was Sie investieren müssen ist etwas Zeit. Probieren Sie ein paar Bild- und Farbeinstellungen aus und spielen Sie mit Helligkeit, Wärme und Kontrasten. Sobald Sie zufrieden sind speichern Sie diese ab und verwenden sie auf mehreren Bildern der gleichen Serie wieder.
  • Genauso können Sie auch das gleiche Bild mit unterschiedlichen Einstellungen bearbeiten und beobachten wie es schließlich wirkt. In diesem Fall können Sie an einem einzigen Bild auch verschiedene Extreme ausprobieren. Setzen Sie zum Beispiel ein mal extreme Kontraste. Bei der nächsten Einstellung testen Sie überzogen warme Farben.
  • Coole Bearbeitungs-Idee: Fassen Sie die besten Shots aus einer Serie in einer Collage zusammen. Zum Beispiel können Sie ein Mosaik an Bildern von Ihren Selbstportraits zusammenstellen.

Wir hoffen wir konnten Sie inspirieren und Ihnen einige Ideen liefern, die Sie gleich ausprobieren werden. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Knipsen, Belichten, Arrangieren, Stylen, Posen und Bearbeiten. Noch ein allerletzter Tipp: Lassen Sie Ihre Fotos nicht auf einer Festplatte liegen. Erstellen Sie Fotobücher, füllen Sie Alben, drucken Sie Postkarten oder posten Sie Ihre Werke auf Instagram. In diesem Fall vergessen Sie nicht uns zu taggen.