Perfekter Rasen dank Vertikutieren vor dem Haus

Die Tage werden endlich wieder länger, die ersten Blüten sprießen und wir freuen uns auf eine entspannte Zeit im eigenen Garten. Doch damit dieser auch in voller Pracht erstrahlen kann, müssen wir ihn hegen und pflegen. Dazu gehört auch das jährliche Vertikutieren! Doch warum ist das eigentlich notwendig? Wie genau funktioniert das Rasen vertikutieren und wann ist der perfekte Zeitpunkt dafür? Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Rasenpflege und erklären Ihnen, wie auch Sie Ihre Grünfläche wieder in Topform bringen!

Was ist Vertikutieren eigentlich?

Unter dem Begriff Vertikutieren versteht man das Entfernen von Moos und Rasenfilz aus der Grasnarbe. Ursprünglich stammt das Wort aus dem Englischen und ist eine Zusammensetzung von „vertical“ (senkrecht) und „to cut“ (schneiden).

Das beschreibt bereits die genaue Vorgehensweise des Vertikutierers: Um abgestorbene Pflanzenteile und Unkraut zu entfernen, wird nämlich mit rotierenden Messerwalzen der Filz aus dem Gras entfernt. Dadurch bekommt der Rasen wieder mehr Luft, Licht und hat Platz zum Wachsen.

Warum ist es sinnvoll, den Rasen zu vertikutieren?

Wer seinen Rasen liebt, der vertikutiert: Wie dieser weitverbreitete Spruch bereits verrät, verbessern Sie mit dem regelmäßigen Vertikutieren im Handumdrehen den Zustand Ihres Gartens. Auch wenn der Rasen kurz nach dem Bearbeiten erstmal etwas mitgenommen aussieht: Diese Strapazen lohnen sich!

Denn mit dem Vertikutierer entfernen Sie unerwünschtes Moos und Filz aus dem Rasen. Das macht jedoch nicht nur optisch einen großen Unterschied – auch die Wuchsbedingungen der Rasengräser verbessern Sie somit. Dank der nun zusätzlichen Wasser- und Sauerstoffzufuhr können Ihre Gräser wieder sprießen und gedeihen.

Sind einmal alle Moose und der Filze entfernt, kommt es außerdem zu weniger Neubildung des Unkrauts. So müssen Sie bei regelmäßiger Anwendung des Vertikutierers immer seltener zu diesem zusätzlichen Schritt greifen.

Checkliste: Wann es höchste Zeit ist zum Vertikutieren

  • Die Gräser sind eher braun als grün
  • Rasenfilz befindet sich zwischen den Grashalmen (nicht verrottete Pflanzenreste)
  • Ihr Rasen ist von Unkraut, Moos oder Wildkräutern wie Löwenzahn durchsetzt
  • Sie beanspruchen Ihren Rasen stark, z.B. durch Sportarten wie Fußball
  • Schnee im Winter hat den Boden verdichtet
  • Durch Bäume oder andere Gewächse liegen viele Blätter auf dem Gras
  • Der Rasen ist zu feucht

Der richtige Zeitpunkt: Wann sollten Sie Ihren Rasen vertikutieren?

Sie können grundsätzlich vom Frühjahr (circa April) bis Herbst (circa September) vertikutieren. Für viele Hobbygärtner gilt der Frühling dennoch als idealer Zeitpunkt, weil in diesem Zeitfenster der Rasen besonders regenerationsfähig ist. Wenn sehr viel Rasenfilz vorhanden ist, können Sie auch im Frühherbst vertikutieren. Im Herbst sollte danach eine Düngung als zusätzliche Rasenpflege folgen.

Aber Vorsicht: Für das Vertikutieren sollte der Boden stets trocken sein. Wenn die Erde feucht ist, sollte nicht vertikutiert werden. Die Tagestemperatur sollte zudem zwischen 15 und 20°C liegen. Sie können zwar also einen Großteil des Jahres über vertikutieren, müssen jedoch stets die Bedingungen am gewünschten Tag prüfen.

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Wie oft sollten Sie den Rasen vertikutieren?

Hier gilt folgende Faustregel: Sie sollten den Rasen mindestens einmal, aber höchstens zweimal pro Jahr vertikutieren. Alles darüber hinaus strapaziert die Rasenfläche zu sehr.

Wann sollten Sie Ihren Rasen erstmals vertikutieren?

Ein frisch angelegter Rasen braucht normalerweise drei Jahre, um ausreichend zu wachsen und resistent zu werden. Dann kann er das erste Mal vertikutiert werden, ohne dass junge Graswurzeln beschädigt werden. Wenn er besonders dicht geworden ist, kann ein Rasen auch bereits im zweiten Jahr vertikutiert werden.

Wie finden Sie den richtigen Vertikutierer?

Er ist Ihr wichtigstes Werkzeug bei diesem Arbeitsschritt: der Vertikutierer. Um das richtige Modell für Sie zu finden, sollten Sie sich zunächst über Ihre Präferenzen Gedanken machen. Sie können sich nämlich zwischen drei unterschiedlichen Varianten entscheiden:

  • Vertikutierrechen: Bei dieser manuellen Option benötigen Sie keinen Stromanschluss und können mit den scharfen Edelstahlklingen Ihren Garten schnell vertikutieren. Diese Variante ist jedoch deutlich mühsamer und damit eher nur für kleine Rasenflächen geeignet.  
  • Elektro-Vertikutierer: Dieses Gerät sieht auf den ersten Blick aus wie ein klassischer Rasenmäher und wird auch ganz ähnlich bedient. Einfach anstecken, auf die gewünschte Rasenfläche stellen und schon kann es losgehen!
  • BenzinVertikutierer: Besonders bei sehr großen Flächen lohnt sich allerdings ein benzinbetriebenes Gerät. Hier können Sie auch weite Strecken fahren und müssen sich dabei nicht um Kabellängen oder die nächstgelegene Steckdose sorgen.
HandvertikutiererElektro-VertikutiererBenzin-Vertikutierer
+ Günstige Anschaffung+ Rückenschonend
+ gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
+ perfekt für Privatpersonen
+ Kein Stromkabel
+ ausreichend Gewicht
+ perfekt für große Rasenflächen
-Sehr anstrengend
– ungeeignet für große Flächen
– Stromkabel schränkt Bewegungsradius ein
– manchmal zu wenig Gewicht
– Teuerste Variante

Anleitung: So vertikutieren Sie Ihren Rasen richtig

Alle Vorbereitungen sind getroffen? Jetzt kann vertikutiert werden! Wie auch Sie Ihren Rasen ganz leicht entlüften und ihm mehr Platz für neues Wachstum geben, erfahren Sie nun.

Schritt für Schritt zum perfekten Rasen

  1. Bedingungen checken

    Beginnen Sie damit, die Rasenfläche auf Feuchtigkeit zu prüfen. Denn nur ein komplett trockener Garten kann vertikutiert werden. Ansonsten ziehen Sie zu viele Rasenwurzeln heraus.

  2. Rasen mähen

    Mähen Sie dann den Rasen auf zwei Zentimeter Höhe ab.

  3. Vertikutierhöhe einstellen

    Stellen Sie anschließend die richtige Vertikutierhöhe ein. Die Messer dürfen die Grasnarbe maximal zwei bis drei Millimeter tief einritzen.

  4. Vertikutieren

    Greifen Sie jetzt zu Ihrem Vertikutierer und führen Sie das Gerät zügig über die Fläche. Bleiben Sie dabei nicht zu lange an einer Stelle stehen, sonst wird die Grasnarbe zu stark geschädigt. Am besten fahren Sie die Fläche des Rasens erst horizontal und dann vertikal ab.

  5. Reste entfernen

    Der gelockerte Rasenfilz kann dann mit einem Rechen aus dem Gras entfernt werden.

  6. Rasen nachsäen

    Säen Sie kahle Stellen gleich nach dem Vertikutieren mit frischen Rasensamen nach.

  7. Nach dem Vertikutieren

    Ist der Rasen nun recht trocken, können Sie ihn wässern. Düngen verkürzt zudem die Regenerationszeit! Nach der Bearbeitung bietet es sich außerdem an, eine dünne Sandschicht ausbringen. Dadurch bleibt der Boden lockerer.

Wie tief sollten Sie den Rasen vertikutieren?

Der Vertikutierer sollte so eingestellt werden, dass die Messer die Grasnarbe höchstens zwei bis drei Millimeter tief einritzen. Ansonsten verletzen Sie die Grasnarbe zu stark.

Rasen vertikutieren oder belüften?

Nach dem Vertikutieren können Sie noch einen Schritt weitergehen, um die Gräser ideal zu belüften. Um die Fläche zu aerifizieren, werden kleine Löcher in den Boden gebohrt und mit Sand gefüllt. Dieser Zusatzschritt wird jedoch meist nur bei professioneller Gartenpflege angewandt.

Vertikutierer kaufen, leihen oder Landschaftsgärtner beauftragen?

Lohnt es sich, einen Vertikutierer zu kaufen? Oder sollten Sie diesen doch lieber leihen oder sogar einen Landschaftsgärtner beauftragen? Um diese Frage beantworten zu können, sollten Sie sich überlegen, wie oft sie das Gartengerät verwenden möchten.

  • Kaufen: Einen Handvertikutierer können Sie bereits ab 30 Euro erstehen, elektronische Varianten kosten circa 100 bis 300 Euro. Die Preise für einen Benzin-Vertikutierer beginnen bei rund 150 Euro.
  • Leihen: Das Ausleihen eines Vertikutierers ist da deutlich günstiger: Je nach Gerät müssen Sie mit 15 bis 30 Euro pro Tag rechnen. Zu finden sind die Leihgeräte in einigen Baumärkten oder im Gartenfachhandel. Dazu kommen dann jeweils noch die Kosten für sonstige Materialien wie Rasensamen, Dünger oder Erde.
  • Professionelle Rasenpflege: Möchten Sie einen Landschaftsgärtner engagieren, können Sie mit Gesamtkosten von etwa 250 bis 300 Euro pro 100 Quadratmeter Rasen rechnen.

Tipp: Teilen Sie sich Geräte wie Rasenmäher oder Vertikutierer einfach mit Ihren Nachbarn!


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