Katrin von Viel Unterwegs

Ich bin Katrin und schreibe auf meinem Blog viel-unterwegs.de über meine Reisen. Vor mittlerweile fünf Jahren habe ich gewagt, von dem andere träumen: Mein Hobby zum Beruf gemacht und meinen gut bezahlten Agenturjob gekündigt. Seitdem reise ich um die Welt. Sehr gerne an weniger bekannte Orte wie Kamtschatka, Tadschikistan, Uganda oder ans Ende der Welt nach Patagonien.

Ich glaube ohne Camper wäre meine Reiselust kaum vorhanden.

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Seit diesem Jahr reise ich mit eigenem Camper. Denn ich habe im letzten Jahr beschlossen, Flüge so gut es geht zu vermeiden und mehr von Deutschland und Europa zu entdecken. Wer hätte gedacht, dass wir alle dazu gezwungen werden? Ich nicht.
 
Ich hoffe, ich kann auch in Zeiten von Corona Fernweh wecken, auch wenn das Ziel aktuell vor der eigenen Haustüre liegt. Denn auch „daheim“ ist es wunderschön!

Unser Interview mit Katrin von VIEL UNTERWEGS

Bist Du dieses Jahr gereist? In welche Länder bist Du hierbei geflogen/ gefahren? Oder hast Du Deinen Urlaub in Deutschland verbracht? Wie sind Deine Erfahrungen dabei gewesen?

Ich hatte Glück, dass ich im Februar nochmals in meinem Lieblings-Kontinent Afrika unterwegs sein konnte. Ich durfte bei der Ausbildung von Rangern „reinschnuppern“ und bei der Enthornung von Nashörnern zum Schutz dabei sein. Von diesem Erlebnis kann ich somit noch viel länger zehren, denn es war unfassbar emotional und eindrucksvoll.
 
Was viele vergessen: Länder wie Südafrika trifft es noch härter als uns, da Touristen ausbleiben. Länder wie dieses sind sehr vom Tourismus abhängig. Der Schutz bedrohter Tiere ist somit noch schwieriger geworden, denn Wilderer haben jetzt an vielen Orten „freie Bahn“.
 
Danach hatte ich sowieso eine Auszeit geplant. Die war dann zwar länger als geplant, aber für die Situation angebracht und völlig okay.
 
Da ich mir im letzten Jahr einen Campervan gekauft habe, war ich für die Zeit nach dem Lock-down komplett flexibel und autark. Ich war länger an der Ostsee. Danach für kleine Auszeiten am Bodensee, im Schwarzwald und in der Eifel. Vor dem erneuten Anstieg der Zahlen, konnte ich noch einen seit Mai geplanten Job in der Normandie (Frankreich) angehen. Auch hier waren wir mit Camper unterwegs, um zu recherchieren und für die Normandie Texte, Fotos und Videos zu produzieren.
 
Meine Erfahrungen waren komplett unterschiedlich. An der Ostsee (auf Campingplätzen) hatte ich das Gefühl, dass vorwiegend ältere Menschen aus Süddeutschland (v.a. Bayern) überhaupt keine Lust auf Corona-Regeln hatten. Mein Unverständnis war groß. Dafür waren die Menschen in der Normandie fast übervorsichtig. Überall wurde Maske getragen, sogar freiwillig beim Strandspaziergang oder auf dem Fahrrad.
 
Wenn man sich an gewisse Regeln hält, macht das Reisen trotzdem viel Spaß. Dabei habe ich große Städte gemieden und war fast nur in der Natur unterwegs. Beim Campen habe ich den Vorteil, eine eigene Küche und Sanitäranlagen an Bord zu haben. Darum kann ich nichts zu Hotels in Coronazeiten sagen.
 
Ich glaube ohne Camper wäre meine Reiselust kaum vorhanden. Auf Flugzeuge und damit verbundenes stundenlanges Maske tragen habe ich ehrlich gesagt keine Lust. Im letzten Jahr habe ich sowieso beschlossen so gut es geht aufs Fliegen zu verzichten. Darum fühle ich mich nicht eingeschränkt. Daheim habe ich auch eine wunderschöne Natur vor der Haustüre! Diese habe ich immer privat erkundet. Jetzt auch mal mit Kamera, um darüber zu schreiben.

Wo waren die Unterschiede zu anderen Reisen aus anderen Jahren?

Durch den Camper-Kauf kann ich so reisen, wie ich es in weit entfernten Ländern schon immer gemacht habe: Mit eigenem Fahrzeug und komplett flexibel. Ich reise langsamer und kann unterwegs arbeiten.

Das sind die einzigen Unterschiede, die ich feststellen kann.

Falls Du nicht verreist bist: Wie hast Du Deine Zeit zu Hause verbracht? Hast Du Dir für bestimmte Sachen besonders viel Zeit genommen oder etwas anders als sonst gemacht? Waren Deine Erfahrungen hierbei positiv/ negativ?

Ich genieße die Zeit in der Heimat bei Familie und Freunden immer sehr intensiv. Wir haben viele Möglichkeiten für kleine Abenteuer. Egal ob es Wanderungen, Mountainbike-Touren im Wald oder SUP-Touren auf Flüssen sind. Dazu habe ich viel gelesen, auf die Kinder meines Bruders öfter mal aufgepasst und einfach die Füße stillgehalten. Alles Dinge, für die ich normalerweise viel weniger Zeit habe, da ich immer wieder weg bin.

Erzähle uns allgemein etwas über Deine Gedanken und Erfahrungen. Wie hast Du das Jahr für Dich erlebt im Zusammenhang mit dem Thema Reisen und wie siehst Du die Zukunft des Reisens bzw. auch die Zukunft Deines Blogs.

Ich denke, jeder solle seine Reisen überdenken. Egal ob es sich um Geschäftsreisen oder privates Reisen handelt. Viele Flüge in kurzer Zeit müssen nicht sein. Ich denke da vor allem an Geschäftsleute. Innerhalb Deutschlands sollte man generell nicht mehr fliegen. Zuhause in Heilbronn bin ich beispielsweise auf ein Auto angewiesen. Car Sharing ist nur rudimentär vorhanden. In der Stadt gehe ich viel zu Fuß oder nehme das Fahrrad. Das Auto bleibt stehen.

Generell kann ich erkennen, dass Freunde in diesem Jahr kaum Lust verspürt haben, Urlaub außerhalb Deutschlands zu machen. Jeder ist vorsichtig und hat keine Lust auf Quarantäne.

Ich blicke positiv in die Zukunft, denn ich finde, dass man nicht aufhören sollte zu reisen. Denn Reisen und andere Kulturen erweitern den Horizont und dienen der Völkerverständigung. Man sollte nur überlegen, wie man reist und dass man dann bei lokalen Anbietern bucht und nicht bei großen Konzernen. Das Thema ist sehr komplex. Ich lese dazu gerade auch zwei Bücher. Es bleibt spannend. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt. So lange genieße ich die Zeit daheim und schaue Dokumentationen über Reisen und lese spannende Reisegeschichten!