Gesichter hinter 22places Blog

Wir sind Jenny und Basti, die Gründer von 22places. Dort findest du ausführliche Reiseinfos zu den schönsten Reisezielen der Welt: mit viel Liebe zum Detail, inspirierend, authentisch und vor allem: immer ehrlich.
22places ist aber nicht nur dein erster Anlaufpunkt für ausführliche Reisetipps, sondern auch für praktische Fototipps. In unserem erfolgreichen Online-Fotokurs zeigen wir dir, wie du selbst ganz einfach wunderschöne Fotos machen kannst und in unserem kameraliebe Online Shop findest du schöne Accessoires rund um die Fotografie.

Die Strandhochzeit musste leider ausfallen, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

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Unser Interview mit Jenny und Basti von 22places

Seid Ihr dieses Jahr gereist? In welche Länder seid Ihr hierbei verreist? Oder habt Ihr Euren Urlaub in Deutschland verbracht? Wie sind Eure Erfahrungen dabei gewesen?

Uns hat Corona während unserer Elternzeitreise in Australien erwischt. Unser Plan waren drei Monate durch Australien reisen und uns anschließend unseren Traum von einer Strandhochzeit in Thailand erfüllen.

Daraus sind am Ende zweieinhalb Monate in Australien geworden, bevor wir Mitte März mit einem der letzten Linienflüge nach Deutschland zurückgekehrt sind. Die Strandhochzeit musste leider ausfallen, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Wo lagen die Unterschiede zu Reisen aus anderen Jahren?

Als sich Anfang März die Corona-Krise immer mehr zuspitzte, kam sie auch bei uns in Australien an. Im dünn besiedelten Westaustralien haben wir die Ernsthaftigkeit der Lage erst relativ spät zu spüren bekommen. Denn dort drehte sich die Welt ganz normal weiter und das Virus war dort noch gar nicht angekommen.

Plötzlich kamen aber jeden Tag neue Infos über gestrichene Flüge und abgeriegelte Länder. Wir haben eine Woche lang hin und herüberlegt, was wir machen sollen. In Australien bleiben? Nach Thailand reisen wie geplant? Sofort nach Deutschland zurückkehren? Mit jeder neuen Nachricht änderten wir unsere Meinung, bevor wir uns dann endgültig entschlossen haben, zurückzukehren. Im Rückblick war es die richtige Entscheidung und auch einer der letzten möglichen Zeitpunkte. Hätten wir die Entscheidung ein paar Tage später getroffen, wären wir wahrscheinlich nicht mehr so leicht nach Deutschland zurückgekommen.

Das Reisen hat sich seitdem sehr stark verändert. Die Leichtigkeit ist einfach weg. Maskenpflicht, Begrenzungen in der Gastronomie und in Museen – all das trübt den Spaß am Reisen. Die Maßnahmen sind natürlich absolut sinnvoll und richtig und wir hoffen einfach mal, dass wir alle gemeinsam diese Krise so schnell wie möglich überwinden können.

Falls Ihr nicht verreist seid: Wie habt Ihr Eure Zeit zu Hause verbracht? Habt Ihr Euch für bestimmte Sachen besonders viel Zeit genommen oder etwas anders als sonst gemacht? Waren Eure Erfahrungen hierbei positiv/ negativ?

Bei uns hat sich durch Corona eine Menge getan. Privat haben wir uns dazu entschlossen, aufs Land zu ziehen und wohnen nun seit Mai an der schönen Mosel.

Für unser Business mussten wir natürlich auch umdenken. 22places verdient einen Großteil des Geldes mit dem Tourismus. Innerhalb weniger Tage sind uns deshalb die Einnahmen mehrerer Monate komplett weggebrochen. Trotzdem haben wir es geschafft, alle unsere Mitarbeiter*innen zu behalten und die Zeit bis hierhin gemeinsam durchzustehen.

Wir haben einfach versucht das beste aus der Situation zu machen. Wir haben uns mehr auf das Thema Fotografie konzentriert und Projekte umgesetzt, zu denen wir sonst nie kamen. Wir haben z. B. ein Buch über die Grundlagen der Fotografie geschrieben, das im Februar 2021 erscheinen wird, unseren Online-Shop gegründet und auf 22places sehr viele neue Inhalte zu Reisezielen in Deutschland veröffentlicht. In unserer Heimatliebe-Serie haben z. B. viele unserer Leser ihre Stadt oder ihre Region bei uns vorgestellt.

Erzählt uns allgemein etwas über Eure Gedanken und Erfahrungen. Wie habt Ihr das Jahr für Euch erlebt im Zusammenhang mit dem Thema Reisen und wie seht Ihr die Zukunft des Reisens bzw. auch die Zukunft Eures Blogs.

Für uns war es ein Auf und Ab. Natürlich hat uns die Situation erst einmal umgehauen. Wenn von einem Tag auf den anderen fast alle Einnahmen wegbrechen, ist das keine einfache Situation, vor allem wenn man Mitarbeiter*innen bezahlen muss.

Aber wir haben das gut gemeistert und die Krise genutzt, um neue Projekte zu starten und uns noch breiter aufzustellen.

Und die Zukunft des Reisens: Tja, wenn wir das nur wüssten. Wir sind uns sicher, dass es viele Jahre dauern wird, bis der Tourismus wieder auf dem Niveau vor der Krise sein wird. Viele Hotels, Restaurants und Touranbieter sind pleite gegangen oder es steht ihnen noch bevor. Viele touristische Orte werden nach Corona ganz anders aussehen.
Insgesamt glauben wir aber, dass die Menschen auch in Zukunft wieder reisen wollen. Der Drang, Neues zu entdecken ist einfach viel zu groß und wird auch durch Corona nicht verschwinden.