Camping mit Kindern mit Wohnwagen am See

Das ganz einfache und somit andere Leben ausprobieren. Unterwegs und unabhängig sein und dieses gewisse Gefühl von Freiheit in der Natur. All das sind Gründe, warum immer mehr Menschen den Camping-Lifestyle ausprobieren. Im Zelt, Camper oder Mobile Home – mittlerweile gibt es viele verschiedene Möglichen, um zu campen. Für alle, die sich einen groben Überblick über die unterschiedlichen Camping Styles mit ihren Vor- und Nachteilen machen möchten, ist unser Artikel genau richtig. Er enthält viele Infos und Tipps rund ums Campen, die besonders (aber nicht nur) für Camping Anfänger wertvoll sind.

Camping Styles: Von Natur pur bis Campingplatz

Der erste Unterschied zwischen verschiedenen Camping Styles liegt in der Umgebung. Möchten Sie lieber mitten in der Natur Ihr Zelt aufschlagen bzw. in ihrem Camper übernachten oder bevorzugen Sie einen Strom- und Wasseranschluss in der Nähe? Im Prinzip lässt sich für jeden Geschmack etwas finden.

Wildcampen

Campen in der freien Natur, wo und wann ich möchte. Ein Traum vieler Camper, der in Deutschland aber nicht überall erlaubt ist. Die einzelnen Bundesländer haben hier unterschiedliche Regeln und Gesetze, die es zu beachten gilt, wenn Sie Wildcampen möchten. Lediglich in Bremen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig ist Wildcamping unter bestimmten Bedingungen erlaubt. In allen anderen Bundesländern grundsätzlich verboten – außer mit Sondergenehmigung.

Strikt verboten ist Wildcampen in ganz Deutschland in Naturreservoirs,-schutzgebieten, Nationalparks und Landschaftsschutzgebieten. Wird gegen dieses Verbot verstoßen und kommen möglicherweise noch weitere Delikte dazu, zum Beispiel Verunreinigungen durch Müll, drohen hohe Bußgelder.

Die Vorteile vom Wildcamping:

  • Nähe zur Natur: Ruhe und Abgeschiedenheit
  • geringe Kosten: keine Stellplatzgebühren
  • Flexibilität: der Campingspot kann in den Gebieten, in denen Wildcampen erlaubt ist, frei gewählt und gewechselt werden

Die Nachteile von Wildcamping:

  • Selbstversorgung: Weder Wasser noch Strom stehen zur Verfügung;
  • Gefahr bei Unfällen: Je nach Campingspot kann der Weg zum nächsten Arzt oder Krankenhaus weit sein; außerdem ist der Mobilfunkempfang auch nicht überall gewährleistet

Stellplätze

Eine gute Alternative zum Wildcampen stellen Stellplätze dar. Dieses gibt es sowohl als öffentliche Variante als auch von privaten Anbietern. Bei Letzteren reichen die Angebote von Übernachtungen auf einer privaten Wiese bis hin zu Stellplätzen mit Zugang zu Strom und Wasser. Einige Bauern beispielsweise stellen Ihren Grund fürs Camping zur Verfügung und manche bieten zusätzlich die Möglichkeit, sich im Haus Essen zuzubereiten, zu duschen usw.

Die Vorteile von Stellplätzen:

  • Kosten: in der Regel sind Stellplätze kostengünstig, wobei die Preise je nach Lage und Zusatzangebot variieren
  • Privatsphäre: es gibt private Stellplätze, auf denen sie komplett alleine sind und andere Stellplätze, auf denen Sie Nachbarn haben; in der Regel sind aber weniger Personen um Sie herum als auf einem Campingplatz
  • Naturnah: häufig sind Stellplätze idyllisch gelegen
  • Versorgungsmöglichkeiten: von Zugang zu Strom und Wasser bis hin zu Möglichkeiten der Essenszubereitung gibt es hier verschiedene Optionen
  • Flexibilität: häufig können Stellplätze recht flexibel gebucht werden

Die Nachteile von Stellplätzen:

  • weniger Abgeschiedenheit als beim Wildcamping
  • weniger Komfort bzw. Angebot als auf dem Campingplatz

Campingplätze

Last but not least: der Campingplatz. Auch hier gibt es große Unterschiede, die sich häufig anhand der Sterne-Kategorie des Platzes bemessen. Von einfachen Stellplätzen und Sanitäranlagen bis hin zu voll ausgestatteten Mobile Homes, Schwimmbädern mit Wasserrutschen und Co. sowie Animationsprogramm und Kinderbetreuung gibt es mittlerweile alles, was das Camper-Herz begehrt. Die Ausstattung und Lage des Campingplatzes bestimmen dabei natürlich auch die Kosten, ebenso wie die Reisezeit.

Die Vorteile von Campingplätzen:

  • Grundversorgung: neben Wasser und Strom bieten Campingplätze Dusch- und Waschmöglichkeiten; häufig gibt es einen Kiosk oder Supermarkt
  • Essen & Trinken: häufig gibt es auch ein Restaurant
  • Ärztliche Notversorgung: für 1. Hilfe ist auf dem Campingplatz gesorgt
  • Unterhaltung: von Spielplätzen über Schwimmbäder, Tennisplätze & Co. bis hin zur Kinderbetreuung und anderen Animationsangeboten
  • Geselligkeit: es ergeben sich schnell Möglichkeiten, um mit anderen in Kontakt zu kommen und Freundschaften zu schließen
  • Kosten: je nachdem, welche Campingplatz-Kategorie Sie wählen und welche Art der Unterkunft, können Sie auf dem Campingplatz verhältnismäßig kostengünstig Urlaub machen

Die Nachteile von Campingplätzen:

  • Privatsphäre: je nach Reisezeit und nach Unterkunftstyp bzw. Stellplatzgröße, haben Sie verhältnismäßig wenig Privatsphäre; auch öffentliche Sanitäranlagen sind nicht jedermanns Sache
  • Komfort: im Vergleich zum Hotelurlaub mit Halb- oder Vollpension haben Sie auf dem Campingplatz weniger Komfort
  • Wetterabhängigkeit: besonders im Zelt, aber auch im ausgebauten Camper können Regentage ganz schön lang(weilig) werden

Camping Styles nach Art der Unterkunft

Ähnlich wie bei der Entscheidung zwischen Naturnähe oder Campingplatz, haben Sie im Hinblick auf Ihr Dach über dem Kopf auch verschiedene Möglichkeiten. Von minimalistisch bis hin zum luxuriösen Glamping-Urlaub in der XXL-Lodge – Sie haben die Wahl zwischen folgenden Unterkünften bzw. Camping Styles:

Das Zelt

Das Zelt ist die preiswerteste Unterkunft beim Camping. Vom Ein-Mann-Zelt bis hin zum komfortablen Familienzelt gibt es verschiedene Abstufungen. Gleiches gilt für den Aufbau und die Befestigung der Zelte. Im Vergleich zu den anderen Unterkünften beim Camping sind Sie beim klassischen Zelten stärker der Witterung ausgesetzt und sollten unbedingt über die entsprechende Zusatzausrüstung verfügen. Diese umfasst eine gute Isomatte, einen Sommer- bzw. Winterschlafsack und die passende Kleidung.

Der Campervan

Ein ausgebauter Transporter oder Kleinbus bietet im Vergleich zum Zelt mehr Komfort und ist zugleich Fortbewegungsmittel. Im Gegensatz zum Wohnmobil ist ein Campervan zwar kleiner und verfügt über weniger Ausstattung, darf dafür aber in die Innenstädte fahren und ist wendiger. Außerdem sind die Kosten für Anschaffung und Unterhalt geringer – insbesondere, wenn das Fahrzeug auch im Alltag zum Transport genutzt wird. Kein Wunder, dass Vanlife, also das Reisen- bzw. vorübergehende Leben im Van, immer mehr Anhänger findet.

Das Wohnmobil

Wohnmobile sind quasi kleine Wohnungen auf Rädern. Im Gegensatz zum ausgebauten Campervan verfügen Sie über eine integrierte Toilette, Küche und zum Teil über feste Betten, zum Beispiel im Alkoven. Sie sind allerdings kein Schnäppchen – weder zum Kauf noch zur Miete. Für komfortable Roadtrips sind Wohnmobile allerdings für viele die erste Wahl. Der Nachteil von Wohnmobilien: Sie sind zum Teil in den Innenstädten verboten. Aus diesem Grund empfiehlt es sich ein Fahrrad mitzunehmen.

Der Wohnwagen

Der Wohnwagen verfügt über ähnliche Vorteile wie das Wohnmobil, was die Ausstattung anbelangt. Es erfordert etwas Geschick und eines zugkräftigen Fahrzeugs mit Anhängerkupplung, um mit dem Wohnwagen in den Urlaub zu fahren. Dafür haben Sie die Möglichkeit, den Anhänger am Urlaubsort abzukoppeln und Ausflüge mit dem Auto machen zu können. Sie brauchen sich auch keine Gedanken machen, ob das Geschirr und andere Sachen sicher in den Schränken verstaut sind und haben im Verhältnis zum Campervan mehr Platz im Wohn-/Schlafraum.

Mietunterkünfte: Glamping-Zelt, Mobile Home oder Bungalow

Eine äußerst komfortable Art des Campings ist die Übernachtung in Mietunterkünften auf dem Campingplatz. Hier gibt es verschiedene Optionen wie Mobile Homes, Bungalows oder luxuriös ausgestattete Lodges bzw. Glamping-Zelte. Allesamt sind in unterschiedlichen Größen und mit mehr oder weniger Ausstattung erhältlich. Einige der genannten Unterkünfte unterscheiden sich eigentlich nur dadurch von Ferienwohnungen, dass sie auf einem Campingplatz zu finden sind. Der Vorteil: Die Mieter können die Freizeitangebote des Campingplatzes nutzen und Kontakte knüpfen. Ein Pluspunkt, der insbesondere für Familien mit Kindern nicht zu unterschätzen ist.

Camping Styles nach Personenzahl

Ein weitere Aspekt, der fürs Camping eine Rolle spielt, ist die Personenzahl. Sind Sie alleine unterwegs, als Paar, Familie oder mit Hund? Alles kann schön sein, hat aber auch seine Tücken.

Alleine Campen

Als Einzelperson haben Sie die größtmögliche Freiheit: Sie entscheiden, wann, wo und wie Sie campen möchten. Sie brauchen sich mit niemandem abstimmen, haben aber auch niemanden zum Beratschlagen. Wenn Sie sich verletzen, einen Unfall haben oder sich nicht wohlfühlen, sind Sie ebenfalls auf sich allein gestellt, weshalb vom Wildcampen als Einzelperson abzuraten ist. Auf einem Stell- oder Campingplatz haben Sie immerhin Nachbarn, die Sie um Hilfe bitten können. Das gilt nicht nur für Notfälle, sondern auch für andere Situationen, in denen eine helfende Hand oder ein Austausch nützlich sein könnten.

Campen zu zweit

Campingurlaub als Paar oder mit dem besten Freund, der Schwester oder dem Arbeitskollegen gibt Ihnen die Möglichkeit, flexibel zu reisen und mit einer vertrauten Person allein zu sein. Die Enge des Campers oder Zelts kann dabei allerdings schnell zur Herausforderung werden – auch, wenn Sie mit Ihrem Lieblingsmenschen unterwegs sind. Insbesondere, wenn das Wetter nur Regen für Sie bereit hält und sie zwangsläufig viel Zeit auf engem Raum verbringen. Überlegen Sie sich deshalb im Vorfeld, was Sie bei schlechtem Wetter tun können und legen Sie am besten vor dem Urlaub gemeinsam ein paar Regeln für Ordnung & Sauberkeit im Zelt, Van oder Mobile Home fest.

Campingurlaub als Familie

Camping mit Kindern bringt mindestens eine weitere Person ins Spiel. Und dadurch auch mehr Wünsche, Ansprüche und Vorstellungen im Hinblick auf den Urlaub. Von der Auswahl des Reiseziels, der Fahrstrecke, die dabei zurückgelegt wird, der Größe des Zelts, Wohnmobils oder Bungalows – wenn Sie als Familie unterwegs sind, sollten Sie Ihren Campingurlaub gut planen. Eine entsprechende Packliste ist dabei ebenso empfehlenswert wie Programmpunkte für schlechtes Wetter und Regeln für Ordnung und Sauberkeit.

Lese-Tipp: In unserem Artikel Camping mit Baby erfahren Sie alles Wichtige rund ums Campen mit Babys und Kleinkindern.

Camping mit Hund

Der Hund ist für viele Menschen ein Familienmitglied, das natürlich auch mit in den Urlaub soll. Campingurlaub bietet sich hierfür gut an. Bei jedem Camping Style besteht die Möglichkeit, viel Zeit an der frischen Luft bzw. in der Natur zu verbringen und damit machen Sie Ihrem Vierbeiner sicher eine Freude. Was die Campingplätze anbelangt, empfehlen sich hundefreundliche Plätze, die über spezielle Angebote für Hundebesitzer verfügen und Hunde nicht nur tolerieren, sondern als Gast sehen. Weitere Infos und Tipps finden Sie in unserem Artikel zum Thema Camping mit Hund.

Camping Styles regional & saisonal

Von der Nordsee bis in die Alpen – in Deutschland gibt es viele Möglichkeiten, um Campen zu gehen. Natürlich hat jede Region gewisse Vorzüge und stellt so manchen Camper auch vor Herausforderungen.

Die stürmischen Winde an der See sind zum Beispiel eher für Wohnmobil- und Camper-Urlaub geeignet als fürs klassische Zelten. Gleiches gilt für die Berge, wo man auch nicht von einem Gewitter im Zelt überrascht werden möchte. Außerdem können die Frühlings- und Herbstnächte in den Bergen sehr kalt ausfallen, weshalb Sie unbedingt das entsprechende Equipment und die passende Kleidung einpacken sollten. Gleiches gilt fürs Wintercamping, ein Abenteuer, das sicher nicht jedermanns Sache ist, aber Ruhe und Entschleunigung verspricht.

Das andere Extrem sind hohe Temperaturen beim Sommercamping. Auch hier ist das Zelt besonders anfällig, kann aber gegebenenfalls auch an einem schattigen Platz aufgestellt werden. Wenn Sie mit Kindern oder dem Hund unterwegs sind, achten Sie besonders darauf dass alle genügend Trinken und sich so viel wie möglich an der frischen Luft im Schatten aufhalten. Denken Sie unbedingt an Sonnenschutz in Form von Kleidung, Sonnencreme, Sonnensegel, Sonnenschirm bzw. Markise oder Vorzelt. Packen Sie eventuell einen Ventilator ein und besorgen Sie sich guten Mückenschutz, damit Sie auch bei offenem Zelt oder Fenster schlafen können.

Keep in mind: Auch wenn Wetterextreme eine Herausforderung darstellen, sind Nord- und Ostsee sowie die zahlreichen Seen, Waldregionen und Berge traumhafte Urlaubsziele. Und gerade als Camper sind diese Regionen noch halbwegs erschwinglich – vor allem, wenn Sie nicht in der Hochsaison reisen!


Wir hoffen, unser Artikel zum Thema Camping Styles hat Ihnen gefallen und Sie haben einen groben Überblick über die verschieden Möglichkeiten des Campings bekommen.

Unser Tipp: Probieren Sie es aus! Mieten Sie sich ein Wohnmobil für Ihren Roadtrip oder machen Sie eine Woche Urlaub im Mobile Home auf dem Campingplatz, um herauszufinden, ob Camping Urlaub überhaupt etwas für Sie ist. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei, Ihr Westwing-Team!