Zelte im Dunklen beim Wintercamping

Im Winter ist Schluss mit #Vanlife, oder? Warum? Campen geht doch auch im Winter! Wintercamping mit Camper, Wohnmobil oder Van ist ganz groß im Trend. Kein Wunder, denn Wintercamper genießen sternenklare Winternächte und atemberaubende Winterlandschaften. Außerdem sind sie viel an der frischen Luft und oft die Ersten auf der Skipiste. Was Sie vor Ihrem ersten winterlichen Campingurlaub wissen müssen, was Sie einpacken sollten, wie Sie den perfekten Spot fürs Wintercamping finden und Fahrzeug winterfest machen, verraten wir Ihnen hier. Viel Spaß beim Lesen und Umsetzen in der Praxis!

Wintercamping – eine gute Idee?

Im Winter campen geht das überhaupt? Ja, sogar Zelten im Winter geht. Allerdings ist dies eine echte Herausforderung, für die Sie die entsprechende Ausrüstung brauchen und genügend Erfahrung mitbringen sollten. Besser und komfortabler klappt’s im Camper, Wohnmobil oder Van. Mit einem mobilen Zuhause auf vier Rädern wird Ihr Campingurlaub im Winter zum Erlebnis – immer noch abenteuerlich, aber gemütlich.

Nun haben Sie die Möglichkeit Ihren Camper entweder wild zu parken, sofern Ihre Urlaubsregion dies erlaubt, oder die campen auf dem Campingplatz. Dies ist bestimmt die einfachste Lösung, da Sie einen Stromanschluss und Sanitäranlagen zur Verfügung haben. Wie Sie den Campingplatz auswählen und was Sie auf jeden Fall dabei haben müssen, damit Ihr Wintercamping Trip reibungslos gelingt und ein unvergessliches Abenteuer wird, verraten wir weiter unten.

Warum Wintercamping?

Camping ist naturnah, romantisch, gemütlich und aufregend. Aber Wintercamping ist noch viel intensiver als Camping im Sommer. Die Nähe zur Natur, die Ruhe und Romantik, das Abenteuer und die gemütliche Wärme, wenn man nach Hause kommt erlebt man im Winter beim Campen noch mehr als zu jeder anderen Jahreszeit.

Hier kommen 15 gute Gründe für Wintercamping:

  1. atemberaubende Winterlandschaften
  2. Glühwein am Lagerfeuer
  3. klare Nächte unter unzähligen Sternen
  4. leere Skipisten
  5. mehr Wertschätzung für die kleinen Dinge
  6. Nähe zur Natur
  7. Ruhe und Einsamkeit, wann Sie wollen
  8. sagenhafte Sonnenuntergänge
  9. Schlitten fahren im Mondlicht
  10. Schlittschuhlaufen auf gefrorenen Seen
  11. Schneeballschlachten am Morgen
  12. Schneeschuhwanderungen
  13. Teamwork, um den Wintercamping Trip zu meistern
  14. unberührte Schneehänge
  15. viel Zeit zum Kuscheln

Unterschiede zwischen Sommer- und Wintercamping

Selbst wenn Sie schon Sommercamping-Profi sind sollten Sie einige Dinge wissen, bevor Sie zu Ihrem ersten Wintercamping-Abenteuer aufbrechen. Denn Camping im Winter unterscheidet sich in einigen Aspekten vom klassischen Camping im Sommer.

Reiseziel & Anfahrt

Da nicht alle Campingplätze ganzjährig geöffnet haben, müssen Sie sich an der Auswahl orientieren, die Ihnen zur Verfügung steht. Oder Sie entscheiden sich fürs Wildcampen. Das empfiehlt sich allerdings nicht für Anfänger, sondern eher für Camping-Profis.

Was die Anfahrt anbelangt sollten Sie bedenken, dass Passstraßen und die Route durch Alpenstraßen gesperrt sein könnten. Informieren Sie sich rechtzeitig und planen Sie Ihre Fahrstrecke genau. Denken Sie außerdem daran, dass Sie im Winter mit längeren Bremswegen und rutschigen Kurven rechnen müssen.

Achtung: Im Winter werden Sie tendenziell mehr Gepäck haben als im Sommer. Schon allein, weil Ihre Klamotten im Winter wesentlich dicker, schwerer und platzintensiver sind als ihre Sommergarderobe. Beachten Sie unbedingt die zulässige Zuladung für Ihr Wohnmobil bzw. den Camper, denn mit erhöhtem Gewicht verlängert sich der Bremsweg!

Fahrzeug & Unterkunft fürs Wintercamping

In erster Linie brauchen Sie ein wintertaugliches Campingfahrzeug. Denn im Sommer ist die Wahl des richtigen Campingfahrzeugs von anderen Faktoren abhängig als im Winter. Für die Campingreise im Winter braucht Ihr Wohnmobil oder Caravan Folgendes:

Eine ausreichende Isolierung an den Wänden, der Decke und am Boden. Manche Wagen sind tatsächlich ungedämmt. Haben Sie zum Beispiel einen Schlafbereich im Aufstelldach aus Stoff, brauchen Sie zusätzlichen Kälteschutz. Gerade wenn Sie einen Van selbst ausbauen, müssen Sie auch daran denken.

Eine Heizung ist in Wohnmobilen oder Wohnwagen oft schon vorhanden. In Campingbussen und Minicampern meist nicht. Das Heizgerät können Sie entweder nachträglich einbauen oder beim Neukauf gegen einen Aufpreis dazu nehmen. Eine Gasflasche, die die Heizung und andere Gasgeräte, wie Kühlschrank oder Kocher, versorgt, kann je nach Temperatur drei bis vier Tage lang genutzt werden.

Abwassertank und Ablassventil sollten auch beheizt sein. Ansonsten sind Sie auf die Sanitäranlagen, Toiletten, Duschen und Küchen am Campingplatz angewiesen.

Der Stromverbrauch im Camper oder Wohnmobil ist im Winter höher als im Sommer. Um nicht dauernd auf den Anschluss im Campingplatz angewiesen zu sein, können Sie ein Solarmodul oder eine Brennstoffzelle installieren.

Ein spezielles Wintervorzelt mit kleiner Grundfläche und stark abfallendem Dach, bietet besonders viel Platz und Komfort. Hier können Sie zum Beispiel Ihre Skiausrüstung abstellen oder es sich unter dem Heizstrahler gemütlich machen.

Sie müssen nicht jeden Tag zur Schaufel greifen, aber Sie sollten regelmäßig Schneeschippen, damit Ihr Fahrzeug nicht eines Tages ganz eingeschneit ist und nicht mehr vom Fleck kommt.

Denken Sie an eine Abfahrtskontrolle vor Abfahrt. Haben Sie wintertauglichen Reifen und Frostschutzmittel? Brauchen Sie für bestimmte Streckenabschnitte auch verpflichtende Schneeketten? Haben Sie einen Eiskratzer, Besen und Leiter im Gepäck?

Checkliste: Ist Ihr Camper oder Wohnmobil winterfit?

So machen Sie den Rundum-Check für die Wintertauglichkeit Ihres Camping Fahrzeugs:

  • Checken Sie die Angaben Ihres Campers, Wohnmobils oder Anhängers: Hersteller dürfen Ihre Produkte nur als „winterfest“ oder „wintertauglich“ bezeichnen, wenn diese bestimmte Kriterien erfüllen und ein vorgegebenes Prüfverfahren bestehen. Das Campingfahrzeug muss entsprechend isoliert sein, eine vorgegebene Abkühlzeit und Heizungsstart einhalten, sowie über eine Wassersystem verfügen das Sie auch bei Minustemperaturen nicht im Stich lässt.
  • Haben Sie Winterreifen mit einer Profiltiefe von mindestens vier bis fünf Millimetern? Und können Sie zudem Schneeketten einpacken.
  • Suchen Sie nach Wärmebrücken. Am besten klappt dies mit einer wird mit einer Wärmebildkamera. Selbst in wintertauglichen oder –festen Campern kann über diese Wärme entweichen. Zum Beispiel können Sie das Fahrerhaus, den Fußboden, die Heckklappe oder alle Fenster zusätzlich isolieren, um diese Wärmebrücken auszuschalten.
  • Funktioniert Ihre Heizung auch bei abgestelltem Motor? Eine Gasheizung ist praktisch und leistungsstark, allerdings brauchen Sie ausreichend Gasvorräte. Eine Kraftstoffheizung zieht Brennstoff aus dem Fahrzeugtank sodass Sie keine Gasflaschen brauchen und die Bordbatterie nicht belastet wird. Eine zusätzliche elektrische Standheizung kann am Campingplatz laden.
  • Oft bietet es sich an das Abwasser direkt in einen Eimer fließen zu lassen, um den Abwassertank nicht zu beschädigen.
  • Wenn Sie nicht am Campingplatz stehen wollen sollten Sie über einen externen Stromgenerator nachdenken, der mit Benzin, Diesel oder Gas betrieben wird.
  • Besorgen Sie, falls nicht schon vorhanden, ein wintertaugliches Vorzelt aus beidseitig beschichtetem Material und mit geneigten Dach.
  • Denken Sie an das passendes Werkzeug: einen Hammer, für die Heringe am Vorzelt, Besen und Handfeger, um Dreck und Schnee zu beseitigen, einen Eiskratzer mit Teleskopstange für die Autoscheiben sowie ein Starthilfekabel oder einen Startbooster für die Autobatterie.
  • Tauschen Sie Ihre Gasschläuche, wenn nötig aus. Brüchige oder poröse Gasschläuche beschädigen bei Kälte besonders schnell.
  • Lassen Sie die Heizung zum Test laufen und öffnen Sie dabei alle Schranktüren, Stauklappen und Staukästen, um Kondenswasserbildung zu vermeiden.

Die Ausrüstung fürs Wintercamping

Was muss neben der winterfesten Campingausrüstung noch alles mit? Wir haben die ultimative Packliste für Wintercamping:

  • Abschleppseil
  • Besen
  • Dicke Socken
  • Ein zusätzliches Heizgerät
  • Eiskratzer mit Teleskop
  • Frostschutz für Scheibenwischer und Kühler
  • Gaskocher
  • Genügend Gasflaschen
  • Genügend warme Kleidung
  • Heizlüfter
  • Leiter
  • Luftentfeuchter
  • Mehrere Mützen und Handschuhe zum Wechseln
  • Schaufel
  • Schneefeste Kleidung
  • Schneeketten
  • Schneeschuhe
  • Starterkabel
  • Thermoskanne
  • Viele dicke Decken
  • Viele Handtücher (feuchte trocknen langsamer)
  • Vorzelt
  • Vorzeltboden
  • Warme Kleidung zum Schlafen
  • Zelthammer

Der richtige Wintercampingplatz

Zum einen ist nicht jeder Campingplatz im Winter geöffnet. Zum anderen sollte der richtige Wintercampingplatz auch einige Kriterien erfüllen. Bevor Sie also Ihren Stellplatz im Campingplatz buchen, sollten Sie diese genau checken. In Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Polen und Skandinavien finden Sie zahlreiche Urlaubsziele, die zu einem winterlichen Campingurlaub einladen.

Die Lage des Campingplatzes

Stellen Sie sich die Frage: Was sollen Sie unternehmen? Skifahren und Snowboarden? Wandern? Eislaufen auf dem See? Oder bevorzugen Sie doch eine schnee- und eisfreie Landschaft? Wollen Sie ans Meer? Suchen Sie sich einen Campingspot, der Ihren Wünschen entspricht und wägen Sie auch die Vor- und Nachteile von verschiedenen Camping-Optionen ab: Zelten vs. Camper, Wildcampen vs. Campingplatz.

Die Ausstattung des Campingplatzes

Auch hier kommt es darauf an, welche Aktivitäten Ihren Campingurlaub bestimmen. Brauchen Sie Trockenräume für die Skiausrüstung? Viele Campingplätze in winterlichen Regionen haben auch Wellnessangebote, wie Sauna, Dampfbad oder Whirlpool, zum Ausgleich nach dem Wintersport. Wählen Sie einen Campingplatz der Ihnen die Annehmlichkeiten bieten kann, die Sie nutzen wollen.

Zudem braucht jeder Wintercampingplatz geschlossene und beheizte Sanitäranlagen, Aufenthaltsräume und Füllanlagen für Gasreserven.

To-dos beim Wintercamping

Haben Sie Ihr Gefährt winterfest gemacht, gepackt und einen Wintercampingplatz gefunden, dann kann es losgehen. Sind Sie unterwegs, gibt es noch folgende To-dos beim Wintercamping zu beachten:

  • Befreien Sie das Dach von frischem Schnee.
  • Bringen Sie am Lüftungsgitter des Kühlschranks Winterabdeckungen an.
  • Decken Sie die Fenster des Fahrerhauses mit Isoliermatten ab.
  • Legen Sie Bretter unter die Räder, damit Sie bei Tauwetter nicht einsinken.
  • Legen Sie Stromkabel so, dass sie nicht festfrieren oder stören, wenn Sie Schneeräumen.
  • Lösen Sie die Handbremse, damit sie nicht festfriert.
  • Lüften Sie regelmäßig stoßartig.
  • Nutzen Sie das Vorzelt als Stau- & Trockenraum, Kühlschrank sowie Wärmepuffer.
  • Schützen Sie Ihre Handbremshebel, Auflaufeinrichtung und Gasflaschenkasten vor Eis.
  • Stellen Sie einen Eimer unter den Ablasshahn, vor allem bei Minustemperaturen.
  • Stellen Sie sicher, dass Kaminaufsätze alle Dachaufbauten, wie Kofferboxen, Skiträger, Gepäckträgern um mindestens 10 cm überragen.
  • Suchen Sie einen schnee- und eisfreien Stellplatz aus, damit Ihr Fahrzeug bei Tauwetter nicht rutscht oder kippt.
  • Verlegen Sie einen Teppich und halten ihn trocken.
  • Vermeiden Sie Kondenswasser, das Sitze und Matratzen anfeuchten könnte.
  • Verwenden Sie frostfeste Kabel aus Gummi.

Don’ts beim Wintercamping

  • Die Heizung ganz ausmachen.
  • Mit Katalytheizungen oder Infrarot-Gasstrahlern heizen.
  • Wohnwagenschürzen von allen vier Seiten montieren.
  • Zwangsbelüftungen und Entlüftungen schließen.

Camper oder Wohnwagen winterfest machen

Wenn Ihr Camper, Wohnmobil oder Caravan im Winter nicht auf Reisen, sondern in den Winterschlaf gehen soll, gibt es auch hier einiges zu tun.

So machen Sie Ihren Camper oder Wohnwagen winterfest:

  • Waschen Sie Ihr Fahrzeug gründlich von außen.
  • Bessern Sie Lackschäden aus und pflegen Lackflächen mit speziellem Pflegemittel.
  • Checken Sie den Unterboden um rostgefährdete Stellen sofort behandeln zu können.
  • Lassen Sie alle notwendigen Reparaturen gleich durch.
  • Bessern Sie die Gummidichtungen an Türen und Fenstern nach.
  • Kupplung und Gelenke sollten Sie einfetten und schließlich die Kupplung abdecken.
  • Einen Caravan müssen Sie aufbocken.
  • Wohnmobile sollten Sie regelmäßig um eine Viertel-Radumdrehung verschieben.
  • Lösen Sie die Handbremse und sichern das Fahrzeug stattdessen durch Keile.
  • Reinigen Sie das Wassersystem, und leeren alle Wassertanks, -leitungen, -boiler, Pumpen und Filter.
  • Schalten Sie die Wasserpumpe aus.
  • Stellen Sie Ablass- und Wasserhähne auf Mittelstellung zwischen kalt und warm.
  • Leeren und reinigen Sie den Fäkalientank der Campingtoilette.
  • Schließen Sie das Gasflaschensperrventil, öffnen Gasschläuche und Druckminderer und setzen einen Schutzkappe auf.
  • Leeren Sie alle Schränke und den Kühlschrank. Die Türen bleiben offen.
  • Reinigen Sie den Innenraum gründlich.
  • Entnehmen Sie Polsterungen und Matratzen und lagern sie an einem trockenen sicheren Ort.
  • Öffnen Sie Zwangsbelüftungen und achten darauf, dass Abdeckplanen sie nicht verdecken.
  • Lüften Sie Ihr Fahrzeug regelmäßig.
  • Stellen Sie eine Schüssel mit Salz ab, die Feuchtigkeit bindet.
  • Laden Sie die Batterien auf oder bauen sie aus um die frostfrei zwischenzulagern.
  • Schalten Sie die Stromversorgung aus.

Tipp: Sie können Ihr Fahrzeug im Winter auch abmelden, um Versicherungskosten (und Steuern) zu sparten. Allerdings dürfen nicht zugelassene Wohnwagen und Wohnmobile nicht auf öffentlichen Verkehrsflächen stehen. Am besten informieren Sie sich im Vorfeld, was es bei einer vorübergehenden Abmeldung zu beachten gilt und entscheiden dann, ob diese Option sinnvoll für Sie ist.


Wir hoffen, unser Artikel zum Thema Wintercamping hat Ihnen gefallen. Wenn Sie noch weitere Ideen für den Winter suchen oder mehr zum Thema Camping erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen unsere Rubrik Wellbeing, in der Sie viele Tipps, Tricks und Inspirationen zu Reise-, Beauty- und Ernährungsthemen finden.