Ostereier gefärbt bei der Tischdeko

Das Osterfest ist geprägt von Treffen mit der Familie – und von so manch einem lieb gewonnenen Brauch, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Doch welche gibt es überhaupt und woher kommen die Osterbräuche in Deutschland? Entdecken Sie hier bekannte und unbekannte und darüber hinaus lustige Osterbräuche weltweit.

1. Osterbrauch: Ostereier färben

Ob zum Suchen, zum Dekorieren oder zum Essen – der Osterbrauch des Eierfärbens gehört zu den bekanntesten und beliebtesten überhaupt. Zu dem Ursprung der Tradition gibt es unterschiedliche Theorien. Obwohl das Christentum das Ei früh als Symbol für die Auferstehung erkoren hat und rote Farbe zunächst für das Blut Jesu stehen sollte, gibt es den Brauch mit farbigen Eiern schon bedeutend länger und er scheint heidnischen Ursprungs zu sein. Andere Farben als Rot und kunstvolle Verzierungen kamen erst in den letzten Jahrhunderten hinzu.

2. Osterbrauch: Ostereier suchen

Auch eine der bekanntesten Ostern Traditionen ist das Verstecken und Suchen der Ostereier und -nester. Vor allem Kinder lieben diesen Osterbrauch und erfreuen sich an der Suche selbst mindestens genauso sehr wie an den kleinen Geschenken und Naschereien. Erstmals wurde dieser Osterbrauch im 17. Jahrhundert schriftlich erwähnt. Ursprünglich handelt sich auch hier um eine heidnische Erfindung, da das Ei als Fruchtbarkeitssymbol heimlich verschenkt wurde – also versteckt.

Ostereier suchen

3. Osterbrauch: Der Osterhase

Ein Osterbrauch in Deutschland und weltweit ist ein kleines niedliches Tierchen, das der kindlichen Legende nach die Ostereier versteckt: Osterhasen gehört symbolisch zum Fest. Da er eines der ersten Tiere ist, das im neuen Jahr (also um Ostern herum) Nachwuchs bekommt, steht der Osterhase für das Erwachen der Natur und auch für Fruchtbarkeit.

Osterhase im Grünen

4. Osterbrauch: Das Osterwasser

Einer der weniger bekannten Osterbräuche aus Deutschland gehört auch zu einem der interessantesten: Als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit gehen Frauen am Morgen des Ostersonntags in einem Bach baden oder holen dort zumindest Wasser.

5. Osterbrauch: Das Osterfeuer

Große Feuer gehören zu den Ostern Traditionen, die im ländlichen Raum unverzichtbar sind. An Gründonnerstag oder Karfreitag werden die Osterfeuer durchgeführt, entweder privat oder als gesellschaftliches Event, das den ganzen Ort zusammenbringt. Nach dem christlichen Glauben repräsentiert das Entzünden des Osterfeuers die Auferstehung Christi, bei den frühen Heiden ging es darum, den Winter zu vertreiben.

Osterfeuer

6. Osterbrauch: Das Osterrad

Kennen Sie das Osterrad? Dieser Osterbrauch aus Deutschland findet in Großstädten gar nicht statt und wird auch auf dem Land immer seltener. Dabei werden hölzerne Wagenräder mit Stroh eingewickelt, am Osterfeuer angezündet und dann durch den Ort gerollt. Zum einen um den Winter zu vertreiben, zum anderen als Symbol für die Sonne, die im Frühling wieder an Stärke gewinnt.

7. Osterbrauch: Die Osterkerze

Eine Kerze zu entzünden ist für Osterbräuche weltweit bekannt, vor allem in der römischen, jüdischen, griechischen und christlichen Tradition. Die Osterkerze steht für Jesus Christus, der sein Licht weitergibt. Und so wird die Kerze in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag angezündet und die Gläubigen können eine eigene Kerze an ihr anzünden.

8. Osterbrauch: Das Osterlamm

Heute kennen wir das Osterlamm vor allem als leckeres Gebäck. Ursprung ist auch hier der christliche Glaube, denn das Lamm steht für Unschuld. Früher hat man symbolisch sogar ein Tier geschlachtet und anschließend am Fest verzehrt, da an Ostern auch die Fastenzeit endet.

Osterlamm

9. Osterbrauch: Das Osterreiten

Die Reiter unter Ihnen kennen vielleicht diese Tradition: Reiter und Pferde werden gesegnet und machen einen Ausritt, häufig in größerer Gruppe. Nach christlicher Überlieferung soll somit die Botschaft von der Wiederauferstehung Christi von Ort zu Ort verbreitet werden.

10. Osterbrauch: Der Osterspaziergang

Kein Osterfest ohne Spaziergang! Schon Johan Wolfgang Goethe beschreibt in seinem „Faust“ einen ausgedehnten Osterspaziergang und noch heute wird diese Tradition von Jung und Alt gepflegt. So wird der Frühling willkommen geheißen und die ganze Familie geht zusammen los, bewegt sich und verbringt Zeit zusammen.

Osterspaziergang

11. Osterbrauch: Das Eierwerfen

Dieser Brauch findet nur noch selten statt und ist auch nur in wenigen Regionen bekannt: Beim Osterspaziergang nimmt man gekochte Eier mit und setzt diese zu unterschiedlichen Spielen ein, zum Beispiel beim Weitwurf oder Zielwerfen.

Total skurrile Osterbräuche aus der ganzen Welt

Das Osterfest scheint ein beliebter Anlass für unterschiedliche Bräuche zu sein, die durchaus auch lustige Züge annehmen können:

  • In Polen spritzen die Menschen am Ostermontag mit Wasser – dies kann bis zu einer großen Wasserschlacht ausarten!
  • In Bulgarien werden Eier nicht nur versteckt, sondern man bewirft sich sogar auch gegenseitig mit ihnen.
  • Diese Tradition aus Finnland ist nichts für Zartbesaitete: Man haut Freunden und Verwandten mit Palmwedeln oder Birkenruten auf den Rücken.
  • In Irland bestattet man in vielen Dörfern am Ostersonntag ganz feierlich Heringe auf einer Wiese.
  • Schwedische Kinder sammeln schon am Gründonnerstag Süßigkeiten. Und zwar als Hexen verkleidet und mit alten Kaffeekannen bewaffnet.
  • In den USA darf es natürlich etwas pompöser sein: Große Ostermärsche ziehen fröhlich durch die Städte, wie zum Beispiel die berühmte Osterparade auf der Fifth Avenue in New York City.
  • In dem kleinen Städtchen Tenby an der walisischen Küste geht es dagegen sportlich zu, wenn die Bewohner am Ostermontag zum Sonnenaufgang drei Purzelbäume schlagen.