Eine Wand wurde angefangen zu streichen

Sie ziehen gerade um, renovieren oder haben einfach Lust auf ein bisschen Abwechslung in den vier Wänden? Mit einem neuen Anstrich verleihen Sie Zimmern in jedem Fall individuellen Charme – egal ob mit Wänden in cleanem Weiß oder in kräftigen Farbtönen! Doch wie gelingt Ihnen das Zimmer streichen schnell und effektiv? Am wichtigsten ist dafür eine sorgfältige Planung. Genau deshalb finden Sie hier eine übersichtliche Anleitung zum Streichen Ihrer Wände. Wir führen Sie Schritt für Schritt durch den Prozess und verraten Ihnen, auf welche Dinge Sie unbedingt achten sollten. Lassen Sie sich also von den Tipps und Farbideen unserer Interior-Experten inspirieren!

Zimmer streichen: Die wichtigsten Tipps auf einen Blick

Eigentlich ist das Wände streichen gar nicht so schwer! Für ein perfektes Ergebnis sollten Sie aber ein paar Tipps berücksichtigen:

  1. Die Wand richtig streichen!

    Tatsächlich sollten Sie eine Wand nicht nach Lust und Laune bearbeiten, sondern möglichst nach einem bestimmten Schema. Sprich: Die Kanten immer zuerst mit Farbe versorgen. Dafür eignet sich ein flacher Pinsel oder eine spezielle Rolle für Ecken. Zudem sollten Sie sich an der Wand stets von oben nach unten vorarbeiten.

  2. Genug Zeit einplanen!

    Zum Streichen der Wände gehört nicht nur der Anstrich an sich, sondern ebenso das Abkleben mit Malerkrepp sowie oftmals auch die Vorbereitung (bzw. das Grundieren) des Untergrunds. Diese Schritte sind für ein schönes Ergebnis wirklich wichtig. Sie sollten daher nicht lieblos und unter Zeitdruck abgearbeitet oder gar vergessen werden.

  3. Decke nicht vergessen!

    Auch wenn das Streichen der Decke sehr zeitintensiv ist und oftmals nicht viel Spaß bereitet, sollten Sie darauf keinesfalls verzichten. Vor allem, wenn Sie planen Ihre vier Wände in Weiß zu gestalten! Denn da fällt ein möglicher Grauschleifer der Decke besonders schnell auf.

  4. Auf hochwertige Farben setzen!

    Natürlich gehen wir bei der Wahl der Farbe in erster Linie nach dem gewünschten Ton. Doch ebenso wichtig sind auch die Deckkraft sowie die Reichweite. Greifen Sie daher nicht zum nächstbesten Farbeimer, sondern machen Sie sich Gedanken darüber, welche Eigenschaften Sie von Ihrer Wandfarbe erwarten.

Dieses Material benötigen Sie fürs Wände streichen

Klar, das Zimmer streichen geht nicht von alleine! Deshalb sollten Sie die folgenden Arbeitsutensilien zurechtlegen:

  • Flachpinsel
  • Rolle für die Farbe (in groß und klein)
  • Farbwanne (alternativ eignet sich auch ein Eimer mit Abstreifgitter)
  • Teleskopverlängerung für die Farbrolle (ideal für Decken oder sehr hohe Wände in Altbauten)
  • Handfeger und Schaufel (um die Wände von Staub zu befreien)
  • Abdeckfolie
  • Kreppband/ Klebeband
  • Malerabdeckvlies (alte Decken tun es oftmals aber auch)
  • Wandfarbe
  • Deckenfarbe
  • Wasser zum Verdünnen
  • Grundierung für Wand und Decke
  • Spachtelmasse
  • Spachtel
  • Leiter
  • Rührstab für die Farbe

Anleitung: So streichen Sie Zimmer wie ein Profi

Es gibt wohl unendlich viele Möglichkeiten und vor allem zahlreiche Farben, mit denen Sie Ihre vier Wände verschönern können. Was genau Sie beim Streichen allerdings beachten sollten und wie genau Sie Schritt für Schritt vorgehen, erläutern wir Ihnen im Folgenden.

1. Vorbereitungen: Wände säubern und ausbessern

Rein in die Arbeitskleidung und los geht’s – zumindest fast! Denn bevor Sie den Pinsel schwingen können, sollten Sie die Wände erst einmal von Staub und Schmutz befreien. Finden sich hier zudem Löcher oder andere Unebenheiten, sollten Sie diese zudem mit geeigneter Spachtelmasse ausgleichen.

2. Wände abkleben und Boden auslegen

Sind die Wände sauber und ausgebessert, folgt das Abkleben. Eine recht unbeliebte Arbeit, die Sie aber unbedingt sorgfältig ausführen sollten! Entfernen Sie vorab zudem alle Wandleuchten sowie Abdeckungen der Steckdosen und Schalter. Alternativ können Sie diese auch mit Malerkrepp bedecken. In jedem Fall sollten Sie die Sicherung für den jeweiligen Bereich ausschalten. Legen Sie zudem Malervlies auf den Boden, damit Sie diesen nicht verschmutzen.

3. Wand grundieren – wann lohnt sich das?

Eine Grundierung mit Tiefengrund bietet sich vor allem für Wände aus stark saugenden Materialien an. Das ist zum Beispiel bei Gipsputz, aber auch Gips- und Weichfaserplatten der Fall. Wenn Sie den Putz nicht behandeln, saugt das Material die Farbe zu stark auf.

Doch auch, wenn Sie auf Ihrer Wand einen sandigen Abrieb bemerken, bietet sich eine Grundierung an. Sonst kann es passieren, dass die neue Farbe nicht richtig auf der Wand haftet! Grundierungen im Innenbereich werden auch als Tiefgrund bezeichnet. Die transparente Flüssigkeit festigt die Wand und sollte am besten mit einer Bürste aufgetragen werden.

4. Zuerst die Ecken im Zimmer streichen

Nachdem die Wände nun sorgfältig abgeklebt und eventuell sogar mit Tiefgrund behandelt wurden, können Sie nun mit dem Streichen beginnen. Anders als Sie vielleicht denken, starten Sie jedoch besser nicht mit den großen Flächen, sondern in den Ecken. Da vor allem die Kanten mit einer Farbrolle recht schwierig zu erreichen sind, sollten Sie dafür einen Flachpinsel zur Hilfe nehmen. Beginnen Sie (wenn möglich) immer am Fenster.

5. So streichen Sie die Decke

Achtung: Wollen Sie nicht nur Ihren Wänden, sondern auch der Decke einen neuen Anstrich verpassen, sollten Sie diese immer zuerst streichen! Dazu bietet sich ein Farbroller mit Teleskopverlängerung an. Setzen Sie den Roller stets mittig an! Damit Sie die Decke möglichst gleichmäßig bearbeiten, empfehlen wir auch hier die Verwendung eines Abstreifgitters. Besonders wichtig ist zudem ein sicherer Stand. Wenn Sie sich das Streichen der Decke nicht alleine zutrauen, fragen Sie nach einer helfenden Hand.

6. Wände richtig streichen: So wird es gleichmäßig

Neben einer hochwertigen Wandfarbe ist auch die jeweilige Streichrichtung ausschlaggebend für ein gleichmäßiges Ergebnis. Streichen Sie die Wände zunächst in Längsrichtung. Anschließend arbeiten Sie quer und dann wieder in Längsrichtung mit gerader Überlappung. Durch diese Technik wird die Farbe auf der Rolle satt und gleichmäßig verteilt.

Tipp: Lassen Sie die Wände etwa 24 Stunden trocknen, bevor Sie einen zweiten Anstrich in Erwägung ziehen! Hier finden Sie zudem alle wichtigen Infos rund um das Wandfarbe trocknen.

Die schönsten Ideen für Ihre Wandfarbe

Die Wandfarbe hat großen Einfluss darauf, wie Ihr Zuhause wirkt. Manche Farben sind dabei eher beruhigend, andere eher anregend. Entdecken Sie hier, wie die einzelnen Farbtöne grundsätzlich wirken. Für mehr Inspiration klicken Sie sich einfach in die einzelnen Artikel!

  • Wandfarbe Gelb: Bringt Ihr Zuhause zum Strahlen und sorgt das ganze Jahr über für ein sommerliches Feeling in Ihren vier Wänden.
  • Wandfarbe Grau: Edel und modern zugleich – Grau lässt sich als Wandfarbe besonders vielseitig einsetzen.
  • Warme Wandfarben: Für eine heimelige Wärme, Gemütlichkeit und ein behagliches Wohngefühl sind warme Wandfarben einfach herrlich. Besonders schön machen sich Braun, Beige sowie Creme.
  • Dunkle Wandfarbe: Alles andere als düster wirken dunkle Farben, wenn sie richtig eingesetzt werden. Allerdings sollten Sie diese Farbtöne eher für große Räume verwenden.
  • Helle Wandfarbe: Möchten Sie einem Zimmer optisch mehr Weite verschaffen, sind helle Farbtöne ideal. Diese sind zudem zeitlos, elegant und sorgen für eine gewisse Leichtigkeit.
  • Wandfarbe Beige: Eine zeitlose Trendfarbe, die sich individuell in Ihrem Zuhause gestalten lässt. Der natürliche Farbton ist eine passende Ergänzung für nahezu jeden Raum.
  • Wandfarbe Petrol: Nicht nur in der kalten Jahreszeit sorgt ein sattes Petrol an Ihrer Wand für Wärme und Gemütlichkeit. Als willkommene Abwechslung zu Grau & Co. ist das Blattgrün elegant, aber keinesfalls übertrieben.

Lese-Tipps: Auf der Suche nach noch mehr stylischen Wandfarbe Ideen? Dann entdecken Sie doch unsere Tipps für hübsche Wandfarben für kleine Räumen!

Haben Sie Lust auf ein stylisches „Color Blocking“ (ja, das kennen wir schon aus der Mode), dann erfahren Sie in diesem Video, wie Sie Ihre Wand in dem modernen Look streichen können und somit einen tollen Eyecatcher in Ihrer Einrichtung schaffen:

Zimmer streichen lassen – was kostet das?

Haben Sie keine Zeit oder Muße oder vielleicht sogar beides, dann müssen Sie natürlich nicht auf einen frischen Anstrich Ihrer Wände verzichten. Denn zum Glück gibt es Profis, die ihr Handwerk verstehen und Ihnen teilweise wahre Kunstwerke an die Wand zaubern!

Gute Arbeit hat aber tatsächlich auch Ihren Preis. Wenn Sie also planen, Ihre Wohnung professionell streichen zu lassen, lohnt sich ein kleiner Vorab-Check in jedem Fall. Auch der Preisvergleich verschiedener Betriebe ist anzuraten. Möchten Sie zum Beispiel einen Raum mit ca. 25 m² Größe vom Maler gestalten lassen, kostet das nicht selten bis zu 1.000 Euro (inklusive Spachteln, Farbe usw.).

Beachten Sie allerdings, dass die Handwerker lediglich das Streichen übernehmen und in der Regel nicht für das Abbauen Ihrer Möbel, Demontieren von Wandleuchten etc. verantwortlich sind. Generell sind Sie mit einem Maler gut beraten, wenn Sie komplizierte Muster gestrichen haben möchten oder sich das Streichen selbst nicht zutrauen.


Lesetipp: Sie sind auf der Suche nach weiteren Tipps für Ihre Renovierung? Dann entdecken Sie doch auch unsere Anleitungen zum Boden verlegen, Zimmer neugestalten oder Türen renovieren!