Steinterasse mit Pflanze und Outdoorlampe

Langsam kehrt der Sommer auch wieder hier bei uns ein. Und um unsere freien Stunden in der sonnigen Zeit auch gebührend auf unserer Terrasse genießen zu können, muss diese natürlich erst aufgefrischt werden. Neben neuen Gartenmöbeln und hübscher Deko gehört dazu aber auch ein intakter Bodenbelag. Und da Terrassen das ganze Jahr dem Wetter ausgesetzt ist, gehört das regelmäßige Terrasse abdichten ganz oben auf unsere To-Do Liste. Wie das funktioniert und was Sie zu beachten haben, erfahren Sie hier bei uns.

Weshalb sollte man die Terrasse abdichten?

Zugegeben, die Terrassenabdichtung hatten auch wir lange nicht auf dem Schirm. Trotzdem ist diese absolut notwendig, um Ihren Außenbereich vor frühzeitiger Witterung zu schützen. Am besten ist es, wenn Sie die Terrasse direkt beim Bau abdichten. Eine falsch angelegte Terrasse kann schnel das Wasser zum Haus hin leiten. Das verursacht nasse Wände und kaputte Fassaden.

Ohne die passende Abdichtung kann Feuchtigkeit ungehindert in das Material der Terrasse eindringen. Das schädigt nicht nur Ihren Bodenbelag, sondern kann zudem noch zu Schimmel und Beschädigungen am Mauerwerk führen.

Auch im Winter ist eine abgedichtete Terrasse ein Muss. So schützen Sie den Untergrund vor schnellen Frostschäden, die durch die Witterungseinflüsse entstehen können. Sobald sich Risse im Beton, Stockflecken oder Ausblühungen auf Fliesen gebildet haben, beginnt das das Ablösen des Bodenbelags. Die Terrasse rechtzeitig abzudichten ist dabei sicherlich günstiger als eine spätere Sanierung.

Sie merken: Das Abdichten der Terrasse sollte regelmäßig durchgeführt werden! Schließlich wollen wir unsere schönen Fliesen auf dem Balkon so lange wie möglich genießen können. Und keine Sorge, dieses DIY Projekt ist nicht mit allzu viel Eigenaufwand verbunden. Was Sie dazu benötigen und wie Sie vorgehen können, verraten wir Ihnen im nächsten Schritt.

Terrasse abdichten – das sollten Sie vorher wissen

Sie sind bereit zum Abdichten? Nicht so schnell, einige Punkte sollten Sie vorher bedenken. Zunächst einmal sollten Sie sich einen guten Tag aussuchen – und zwar vom Wetter her. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Sommer ohne Regen. Auch Herbst und Winter sind möglich – aber nur an trockenen Tagen! Die Grund-Reihenfolge ist dann: Untergrund vorbereiten, abdichten, verlegen und verfugen. Genauer kommt es aber auch auf den aktuellen Zustand Ihrer Terrasse drauf an:

Die neue Terrasse (Neubau)

Terrasse abdichten neue Terrasse

Beim Neubau einer Terrasse sollte man auf folgende drei Punkte achten:

  • Gefälle (wir empfehlen min. 2 %, die DIN 18531 schreibt ein Gefälle von 1,5% vor)
  • Abdichtung
  • Entwässerung (zum Beispiel durch eine Rinne)

Nur wenn Sie alle drei Punkte bedenken, hat ihre Terrasse eine lange Lebensdauer.


Lese-Tipp: Sie suchen Inspiration für Ihre neue Terrasse? Dann klicken Sie doch in unsere Artikel mediterrane Terrasse, moderne Terrasse und Terrassen Deko!

Die Terrasse ohne Vorschäden

Ohne Vorschäden haben Sie es ziemlich leicht. Sie können dann einfach mit einer Terrassen-Imprägnierung arbeiten. Diese geben Sie auf die Terrassenfläche und verteilen sie mit einem Gummischieber.

Nachdem die Imprägnierung einige Minuten einwirken konnte, nehmen Sie erneut den Gummischieber und entfernen die Reste. Ein paar Minuten später können Sie nochmal mit einem Lappen nachwischen.

Die Terrasse mit Vorschäden

Mit Vorschäden ist das Ganze etwas aufwendiger. Sie müssen hier Dichtmasse verwenden. Die wird ähnlich wie Fliesenkleber aufgetragen und verarbeitet. Sie dichtet auch größere Risse und Beschädigungen ab. Achten Sie darauf, ob der Untergrund Ihrer Terrasse noch intakt ist. Ansonsten ist eine komplette Sanierung fällig.

Die Terrasse mit kleinen Schäden

Terrasse abdichten Fliesen

Wenn nur wenige Terrassenfliesen beschädigt/gesprungen sind, kann es schon reichen, diese auszuwechseln. Im Anschluss sollten Sie die gesamte Terrasse imprägnieren.

Nötiges Material

Das benötigte Material und Werkzeug hängt natürlich ganz von der von Ihnen gewählten Methode ab. Sie können zum Terrasse Abdichten Flüssigkunststoff, Bitumenschweißbahnen, EPDM-Folie oder Dichtschlämme verwenden.

Wir empfehlen jedoch einen einfachen flüssigen Dichtungsanstrich. Diesen müssen Sie meist nicht mal selbst anrühren, sondern können ihn, ähnlich wie Wandfarbe, sofort verwenden.

Zu den restlichen Hilfsmitteln neben der Dichtschlämme gehören:

  • Klebeband und Fugendichtband
  • Besen
  • Seifenlauge und Wischmopp
  • Malerrolle, Teleskopstange und Flachpinsel

Für die Entwässerungsebene sind zudem Drainagematten und selbstklebende Netzstreifen nötig, genau wie ein Cutter und ein Mörtelrührer.

Die Vorbereitung

Terrassen abdichten Dach

Entfernen Sie gegebenenfalls den Bodenbelag und Fliesen oder auch Dichtmassen-Reste. Reinigen Sie den Boden (eventuell mit einem Hochdruckreiniger) und lassen Sie ihn trocknen. Überprüfen Sie den Beton/Boden auf Schäden vor dem Abdichten. Gleichzeitig sollten Sie eine Gefälleprüfung vornehmen. Beim Balkon abdichten: Montieren Sie Anbauteile (wie Geländer und Ablaufrinne) ab. Diese müssen Sie im Anschluss natürlich wieder anbringen. Genaueres zum Thema Balkone abdichten erfahren Sie in unserem Artikel dazu!

Terrasse abdichten: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Nun geht es ans Eingemachte! Wir erklären Ihnen Schritt-für-Schritt wie Sie Ihre Terrasse perfekt abdichten. 

  1. Entfernen Sie zunächst jeglichen Schmutz und Belag von Ihren Fliesen.
  2. Reinigen Sie Ihren Bodenbelag gründlich mit einer Seifenlauge. Es sollten keine Überreste auf dem Grund übrigbleiben. Der Untergrund darf nicht sandig, staubig, ölig oder seifig sein. Wie Sie Ihre Terrasse richtig reinigen, erfahren Sie in unserem Artikel dazu.
  3. Lassen Sie Ihren Boden trocknen. Nur so halten die Abdichtungen auch langfristig.
  4. Kleben Sie nun jegliche Übergänge zur Terrassentür, Steckdosen usw. sorgfältig ab. Auch an den Übergängen zwischen Wand und Boden wird und in den Dehnungsfugen wird Dichtungsband angebracht.
  5. Sollte es sich nicht um ein Fertigprodukt handeln, mischen Sie den Dichtungsanstrich nun nach den Herstellerangaben an.
  6. Tragen Sie den Dichtungsanstrich mit einer gewöhnlichen Malerrolle auf die Fläche auf, für Ecken und Ränder verwenden Sie einen Flachpinsel. Eine Grundierung ist nicht nötig.
  7. Lassen Sie die Abdichtung nun gut trocknen. Dies dauert in der Regel circa 4 Stunden.
  8. Beachten Sie die Herstellerhinweise der Balkonabdichtung. Für manche Materialien müssen Sie noch eine zweite Schicht hinzufügen.
  9. Sobald alles getrocknet ist, ist die Terrasse fertig abgedichtet und wieder einsatzbereit! Entfernen Sie nun das Klebeband und stellen Sie Ihre Gartenmöbel zurück auf die Terrasse.
  10. Die Fliesen wurden entfernt wegen Beschädigung? Dann kann jetzt neu verlegt oder verfliest und gefugt werden. Die Fugen sollten Sie im Anschluss wieder abdichten – mit einem handelsüblichen Fugendichtmittel.

Terrasse abdichten: so macht es der Profi mit Produkten von Sika

Für Sika Produkte sollten sich Kundenan Ihren Verarbeiter des Vertrauen wenden. Im Interview erklärt uns ein Sika Fachmann alles über die Produkte und ihren Einsatz:

  1. Warum gibt es die Produkte von Sika nur über den Fachmann?
    Die Marke Sika bietet ein breites Spektrum an bauchemischen Produkten sowie Beratungs- und Serviceleistung für den professionellen Fachhandel oder Fachhandwerker. Dieser frischt sein Fachwissen in regelmäßigen Schulungen auf und ist somit der perfekte Ansprechpartner für individuelle Lösungen vor Ort. Auf diese Weise stellen wir sicher, dass hohe Baustandards eingehalten werden können und der Baukörper einen langlebigen Schutz erhält.
  2. Welche Produkte werden genau zum Terrasse abdichten verwendet?
    Reaktionsharze und Flüssigkunststoffe eignen sich aufgrund ihrer Eigenschaften besonders für die sichere Abdichtung von Balkonen und Terrassen.
  3. Würden Sie das Terrasse Abdichten auch einem Hobby-Handwerker empfehlen? Balkone benötigen besonderen Schutz. Minderwertige Baustoffe oder mangelhafte Verarbeitung rächen sich mit zeit- und kostenintensiven Instandsetzungsmaßnahmen. Wir würden immer empfehlen, das Unternehmen Ihres Vertrauens bzw. einen Fachmann hinzuziehen.
  4. Arbeiten Sie auch mit Handwerkern zusammen und können Empfehlungen geben?
    Hier empfehlen wir gerne auf unsere technischen Fachberater aus der jeweiligen Region zuzugehen. Dieser hilft Ihnen gerne weiter.
  5. Ihre wichtigsten Tipps zum Terrasse Abdichten?
    Jede Beschichtung kann nur so gut sein, wie der Untergrund ist, auf dem sie aufgetragen wird. Deshalb ist eine gute Untergrundvorbereitung besonders wichtig. Zusätzlich sollte auch auf ein geeignetes Gefälle geachtet werden, damit das Oberflächenwasser sachgerecht abgeführt werden kann. Gerade bei Detailarbeiten an Anschlüssen (z.B. Geländern, Fenstern und Türen, Abflüssen) sollte mit großer Sorgfalt gearbeitet werden.

Die Kosten

Bei den Kosten können sehr große Differenzen entstehen. Hier kommt es ganz auf den Zustand Ihres Bodenbelags an. Unser kleines DIY-Projekt kostet Sie im Vergleich zu einer größeren Sanierung nur einen Bruchteil. Hier bleiben Sie meist unter 100€. Die Kosten mit Handwerker hingegen liegen bei circa 1500€ bis 2500€. Eine zusätzliche Dämmung treibt den Preis natürlich noch etwas nach oben.

Ist Ihre Terrasse bereits sehr stark beschädigt, sollten Sie ein komplettes Sanieren in Betracht ziehen. Ansonsten kann es vorkommen, dass die Schäden nach dem Abdichten erneut auftreten. Wir empfehlen, ein solches Unterfangen den Profis zu überlassen. Der Preis liegt hier jedoch natürlich um einiges höher.

Sie sehen: Die Terrasse neu abzudichten lässt sich ohne viel Aufwand zu einem kleinen DIY-Projekt machen. Und das Endergebnis wird Ihnen sicherlich noch einige Jahre mit Ihrem Terrassenboden schenken. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!


Entdecken Sie gerne auch unsere weiteren Tipps und Ideen rund um das Thema Terrassengestaltung! Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und Nachmachen!