Microgreens in der Küche selber anbauen

Was kommt heraus, wenn man zwei Trends miteinander kombiniert? Klar! Der nächste absolute Mega-Trend. Genau so ist es auch, wenn das verstärkte Bewusstsein für eine gesunde Ernährung auf den Wunsch nach mehr Grün im eigenen Zuhause trifft. Denn heraus kommen die absolut angesagten Microgreens! In den USA haben die kleinen Pflanzen schon unzählige Küchen, Balkone und Fensterbänke im Sturm erobert. Kein Wunder: Microgreens sind einfach lecker, gesund, günstig und platzsparend. Wir verraten Ihnen deshalb, was hinter dem neuen Garten- und Food-Trend eigentlich steckt und wie Ihnen der Anbau ganz einfach gelingt!

Was sind Microgreens – und wo liegt der Unterschied zu Sprossen?

Der Name Microgreens klingt für viele erstmal nach futuristischem Gemüse aus dem Reagenzglas. Doch keineswegs! Das „Micro“ steht für „winzig“, die „Greens“ beschreiben „Pflanzen“. Wir sprechen also ganz einfach von verschiedenen Gemüsepflanzen und Kräutern, die dank einer speziellen Anbauweise sehr früh geerntet werden. Und Sie kennen sicherlich schon die klassische Kresse!

Das richtige Timing und der Zeitpunkt der Ernte stehen beim Anbau der Microgreens also im Mittelpunkt. Hier liegt auch der große Unterschied zu Sprossen. Hierbei handelt es sich zwar auch um Keimlinge, allerdings werden Sprossen noch deutlich früher verspeist. Microgreens landen hingegen erst auf dem Teller, wenn neben den Keimblättern schon mindestens ein weiteres Blattpaar gewachsen ist.

Bei Microgreens handelt es sich aber keineswegs um spezielle Züchtungen. Tatsächlich lassen sich aus vielen verschiedenen Gemüse- und Kräutersorten leckere Keimlinge ziehen. Das Spannende am neuen Food-Trend: Das sogenannte Mikrogrün steckt voller Vitamine, Nährstoffe und Geschmack. Ein echtes Superfood also, das Sie ganz easy auf der Fensterbank anbauen können!

Gesund & lecker: Deshalb sollten Sie unbedingt anfangen, Mikrogemüse anzubauen!

Sie sind sich noch nicht ganz sicher, was Sie von den kleinen grünen Keimlingen halten sollen? Wir haben Ihnen die vier großen Vorteile der Food Heros noch einmal zusammengestellt:

  • Microgreens stecken voller Nährstoffe

Die zarten Pflänzchen befinden sich gerade voll im Wachstum. Deshalb stecken sie auch voller Vitalstoffe: Jede Microgreen-Pflanze trägt dabei ihren ganz eigenen Vitamin- und Nährstoffmix in sich. Und der ist wesentlich konzentrierter als in der später ausgewachsenen Pflanze. In den grünen Blättchen stecken also jede Menge Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe und Aminosäuren. Perfekt für eine gesunde, pflanzliche Ernährung!

  • Sie brauchen nicht mehr als eine Anzuchtschale, Erde und Samen

Wie genau Sie sich selbst mit dem neuen Superfood versorgen, erklären wir Ihnen gleich. Was hierbei aber definitiv nicht auf der Liste steht, ist viel Platz und Zeit. Denn der Anbau der Microgreens ist wirklich absolut simpel und platzsparend. Perfekt also fürs Gärtnern in der Stadt!

  • Keimlinge sind günstiges und schnell wachsendes Superfood

Selten war der Anbau von nährstoffreichen, gesunden Lebensmitteln so günstig und einfach! Da Sie nicht mehr als ein paar Basics benötigen, fallen so gut wie keine Kosten an. Und nach nur wenigen Wochen können Sie schon Ihre eigenen Microgreens ernten und genießen! Düngen, Jäten oder sonstiges aufwendiges Pflegen ist hier nicht notwendig.

  • Sie kochen das ganze Jahr hindurch mit frischen Greens

Microgreens kennen keine Saison. Das heißt, dass Sie das ganze Jahr über mit frisch geernteten Pflanzen kochen können. Damit eignen sich die Keimlinge auch perfekt für die kalte Jahreszeit, wenn heimisches Gemüse sowieso Mangelware ist. Ein echtes Superfood gegen den Winterblues!

Lese-Tipp: Mit all diesen Vorteilen sind Microgreens zu den neuen Superstars des Urban Gardenings geworden. Wie Sie Ihren grünen Daumen auch in der Stadt ausleben und welche Möglichkeiten Ihre City Wohnung noch bietet, erklären wir in unserem Guide zum Urban Gardening.

Diese 10 Samen eignen sich perfekt für Microgreens

Generell sind Ihrem Micro Garten keine Grenzen gesetzt. Sie können quasi anbauen, worauf Sie gerade Lust haben. Spezielles Saatgut ist hierbei nicht nötig – verwenden Sie einfach normale Gemüse- oder Kräutersamen. Idealerweise greifen Sie dabei auf Bio-Qualität zurück. Wichtiger ist hingegen, dass Sie eine ausreichend große Menge aussäen. Denn da Sie die Microgreens bereits im Keimlingsstadium ernten, werden die Samen viel dichter gestreut.

  • Am besten für die Mikro-Anzucht geeignet sind schnellwüchsige Pflanzen.

Dazu gehören sämtliche Schnittsalate, Senf, Brokkoli, Kresse, Bohnen, Minze, Pak Choi, Rauke, Brunnenkresse, Buchweizen, Rotkohl, Radieschen, Blumenkohl, Basilikum, Amaranth, Fenchel, Dill, Koriander oder Kerbel.

  • Auch die Anzucht von langsamer wachsenden Pflanzen gelingt.

Andere Pflanzen wie Erbsen, Sonnenblumenkerne, Rote Beete oder Weizengras wachsen etwas langsamer, sind aber trotzdem gut geeignet. Ganz nach Belieben können Sie sich so Ihren eigenen Mix zusammenstellen.

  • Nicht geeignet sind hingegen Nachtschattengewächse.

So etwa Tomaten, Auberginen oder Kartoffeln. Deren grüne Blätter und somit auch die Keimlinge der Pflanzen sind nämlich giftig!

  • Unsere Top 10 der Microgreen-Pflanzen

Sie wollen Ihren Eigenbau gleich starten? Dann haben wir Ihnen hier unsere 10 liebsten Pflanzen für Microgreens zusammengestellt. Probieren Sie sich einfach mal durch!

Die 10 besten Sorten zum Microgreens anbauen zuhause

Microgreens selber anbauen statt kaufen: So geht’s ganz leicht

Wir haben nun schon mehrfach davon geschwärmt: Microgreens sind super einfach selbst anzubauen! Da sie so an Frische natürlich unübertreffbar sind, lohnt es sich eigentlich nicht, Keimlinge zu kaufen. Legen Sie also lieber Ihren kleinen Micro-Garten in der Küche, auf dem Balkon oder im Wohnzimmer an und Sie haben Ihre Greens immer griffbereit. Wir erklären Ihnen hier, wie es geht.

Diese Utensilien brauchen Sie für Ihr eigenes Mikrogemüse

Sie haben die Wahl: Je nachdem, wie viele Microgreens Sie ziehen wollen und wie professionell Sie dabei vorgehen wollen, können Sie eigens dafür vorgesehene Anzuchtschalen mit Abzugslöchern verwenden oder eben nicht. Ansonsten eignet sich nämlich auch jede andere flache Schale. Ziehen Sie Ihre Microgreens also beispielsweise in einem Pflanzenuntersetzer oder in einer Anzuchtschale ohne Löcher.

Selbst eine Auflaufform oder ähnlich flaches Geschirr eignet sich für das unkomplizierte Mini-Gemüse. Besonders nachhaltig: Schneiden Sie leere Safttüten der Länge nach auf und basteln Sie so Ihre DIY-Anzuchtschalen!

Dann brauchen Sie nur noch ein Tütchen mit Pflanzensamen und ein bisschen Erde. Am besten funktioniert hier feinkrümelige Kompost- oder Anzuchterde. Und los geht’s!

Microgreens anbauen ohne Erde

Sie haben gerade keine Erde zuhause und wollen an dieser Stelle das Projekt Microgreens schon abbrechen? Stopp! Denn die kleinen Superpower-Samen schaffen es zum Teil sogar ohne Erde zu wachsen. Da im Samenkorn bereits die notwendigen Nährstoffreserven stecken, brauchen sie nämlich vor allem Feuchtigkeit zum Keimen. Bieten Sie den Microgreens also eine andere Möglichkeit als Wasserspeicher, etwas Wärme und einen Halt für die Wurzeln, brauchen Sie keine Erde.

Doch welche Stoffe sind noch als Boden für Mikrogemüse geeignet? Manche Alternativen haben Sie sicher schon zuhause:

  • Kokosfaser
  • Tongranulat
  • Sägespäne
  • Watte
  • Küchenpapier (allerdings nur für sehr schnell wachsende Sorten wie Kresse)

Anleitung: Schritt für Schritt eigene Microgreens ziehen

Haben Sie alles beisammen kann es auch schon losgehen. Wir erklären Ihnen jetzt Step by Step, wie Sie Ihren Microgreen-Garten anlegen:

  1. Samen einweichen

    Besonders große und harte Samen keimen leichter, wenn Sie sie über Nacht einweichen lassen. Ansonsten ist dieser Schritt nicht unbedingt notwendig.

  2. Anzuchtschale vorbereiten

    Füllen Sie in die Schale Ihrer Wahl etwas Erde. Das Anzuchtgefäß sollte etwa zwei Zentimeter hoch mit der feinen Erde bedeckt sein. Extra-Tipp: Geben Sie noch eingeweichte Kokosfasern dazu. Dadurch wird die Wasserspeicherkraft und Luftdurchlässigkeit im Gefäß verbessert.

  3. Microgreens aussäen

    Nun säen Sie darüber so dicht wie möglich das Saatgut aus. Danach drücken Sie die Samen vorsichtig etwas an.

  4. Erde bewässern

    Verwenden Sie am besten eine Sprühflasche, um das Ganze gründlich anzufeuchten. Beim Gießen sollten Sie hingegen darauf achten, die Pflanzen nicht zu ertränken.

  5. Licht oder Dunkelheit?

    Beachten Sie, ob die Samen Licht- oder Dunkelkeimer sind. Die Informationen dazu finden Sie auf der Verpackung. Dunkelkeimer decken Sie nun nämlich am besten mit einer zweiten Schale ab. Für Lichtkeimer eignet sich hingegen Frischhaltefolie. Am wohlsten fühlen sich die Microgreens dann an einem hellen, warmen Plätzchen ohne direkte Sonne.

Extra-Tipp: Wenn die Anzuchtschale auf einem kleinen Podest steht, kann die Luft optimal zirkulieren.

Tipps: Mikrogrün richtig pflegen und Schimmel vermeiden

Wir haben es Ihnen versprochen: Microgreens sind pflegeleicht und mit minimalem Aufwand verbunden. Dennoch gibt es ein paar Do‘s and Don’ts zu beachten, damit Ihre Keimlinge auf der Fensterbank nicht schimmeln:


Do‘s:

  • Lüften Sie die Anzuchtschalen zwei- bis dreimal am Tag.
  • Besprühen Sie die Greens mit frischem, zimmerwarmem Leitungswasser.
  • Sobald die ersten kleinen Pflänzchen zu sehen sind (meist nach vier bis sechs Tagen), können Sie den Deckel abnehmen.
  • Sind die ersten Pflanzen schon knapp 10 bis 12 Zentimeter hoch, vertragen die Microgreens etwas mehr Wasser.

Don’ts:

  • Verwenden Sie kein abgestandenes Wasser oder Wasser aus der Regentonne zum Gießen. Das könnte keimbelastet sein.
  • Lieber nicht mit der Kanne gießen. Die Erde muss dauerhaft feucht bleiben, darf aber auf keinen Fall zu nass werden.
  • Wenn der Standort zu kühl ist, kann sich ebenfalls Schimmel bilden. Achten Sie also auf eine gute Platzierung.
  • Versuchen Sie nicht, mit Schimmel befallene Microgreen-Schalen noch zu retten. Die Keimlinge müssen samt Erde kompostiert werden.

Wann können Sie Ihre Microgreens ernten?

Sie können es gar nicht erwarten, Ihre Pflanzen zu ernten? Keine Sorge: Das dauert nicht allzu lange. Die Zeitspanne variiert aber je nach Gemüsesorte. Sie können sich allerdings an den Keimblättern orientieren, um auch den perfekten Zeitpunkt zu erwischen. Sind die ersten Blätter voll entwickelt und das zweite Blattpaar beginnt, sich zu bilden? Dann ist Erntezeit!

In dem Fall sollten Sie die Greens etwa fingerbreit über dem Boden abschneiden. Und zwar genau so viele, wie Sie direkt verarbeiten möchten. Sie sollten das geerntete Mikrogrün nämlich nicht aufbewahren.

Guten Appetit! Leckere Microgreens in der Küche verwenden

Ja, Microgreens sind gesund und voller wichtiger Nährstoffe. Doch dazu kommt, dass Sie besonders geschmacksintensiv sind. Das Aroma der winzigen Keimlinge ist ziemlich stark und meist etwas würzig bis scharf. Bedenken Sie beim Kochen also, dass Sie für den vollen Geschmack nur eine kleine Menge brauchen.

Am besten verzehren Sie die kleinen Pflänzchen zudem frisch und roh. Denn erhitzt oder tiefgekühlt können sie ihre Vitalstoffe verlieren. Besonders lecker ist es, die selbstangebauten Vitaminbomben einfach in Salate, Smoothies oder Bowls zu mischen. Besonders beliebt, auch in der Sterneküche: Garnieren Sie Gerichte jeder Art mit den Keimlingen. Oder Sie streuen Sie als Toppings auf Brote oder leckere Dips.


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