Hecke schneiden mit einer Heckenschere

Es grünt so grün: Eine Hecke im Garten bietet Ihnen nicht nur Sicht- und Sonnenschutz, sondern erzeugt auch zusätzliches Flair für jede Gartengestaltung. Beliebt sind Hecken deshalb nicht nur an der Grundstücksgrenze, sondern auch als strukturgebendes Element auf großen Flächen. Mit der passenden Pflege wird Ihnen das Gewächs zudem auch über Jahre hinweg treu bleiben. Doch hierbei gibt es so einige Punkte, die Sie unbedingt beachten sollten. Bei uns erfahren Sie deshalb nicht nur die gesetzlichen Regelungen zum Hecke schneiden, sondern auch die besten Tipps und Tricks für einen gelungenen Heckenschnitt.

Warum Sie Ihre Hecken regelmäßig schneiden sollten

Damit Ihnen Ihre Hecke auch über viele Jahre als Sichtschutz im Garten erhalten bleibt, sollten Sie jedes Jahr einen Heckenschnitt vornehmen. Doch wieso sollten Sie sich diese Arbeit eigentlich regelmäßig im Gartenkalender notieren?

Zum einen hilft der sogenannte Pflegeschnitt Ihrer Hecke bei der Dichte des Gewächses. Besonders dann, wenn Sie die Hecke als Zaun-Ersatz und zur Maximierung Ihrer Privatsphäre verwenden, ist ein dichter Bewuchs wünschenswert. Ein Formschnitt hilft zum anderen der Optik der Sträucher. Hier können Sie selbst bestimmen, ob Ihre Hecke eher rund, eckig oder in ausgefallenen Formen gestaltet sein soll.

Weitere Pflegetipps: Auch eine gelegentliche Düngung unterstützt das Wachstum Ihrer Heckenpflanzen. In heißen und trockenen Sommermonaten sollten Sie die Gehölze zudem regelmäßig gießen, damit die Pflanzen nicht vertrocknen.

Hecke schneiden und der Vogelschutz: Was ist wann gesetzlich erlaubt?

Hecke schneiden? Unbedingt! Aber Achtung: Das gilt nicht zu jeder Tages- oder Jahreszeit. Denn wann Sie die Heckenschere zur Hand nehmen dürfen, ist in Deutschland im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) streng reguliert. Einen Überblick über die geltenden Regeln bekommen Sie deshalb hier.


Auf einen Blick: Was ist beim Hecken schneiden wann erlaubt?

Vom 1. März bis zum 30. September ist lediglich ein leichter Form- und Pflegeschnitt erlaubt. Diese Regelung gilt bundesweit.
Das liegt am Tierschutz. Vor allem Vögel nisten in den Sommermonaten gerne in den Hecken, aber auch andere Kleintiere werden so geschützt.
Das Bußgeld unterscheidet sich je nach Bundesland und geschnittener Fläche. In der Regel reichen die Strafen aber bis hin zu 10.000 Euro.
Experten empfehlen für die meisten Heckenarten einen ersten Schnitt Mitte oder Ende Februar. Darauf folgt bei Bedarf ein leichter Schnitt um den 24. Juni herum.

Ab wann ist das Hecke schneiden verboten?

Zunächst einmal gilt: Vom 1. Oktober bis zum 28. Februar dürfen Sie Ihre Hecken im Garten schneiden. In der Zeit vom 1. März bis zum 30. September verbietet es das Bundesnaturschutzgesetz jedoch, Hecken „abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen” (§ 39 Abs. 5 im BNatSchG). Auf den Stock setzen bedeutet dabei übrigens, die Sträucher knapp über dem Boden zu kappen. Das gilt auch für „lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze”.

Das heißt also: Ein starker Rückschnitt für eine Umgestaltung Ihres Gartens ist in diesem Zeitraum nicht erlaubt. Schneiden Sie Ihre Hecke dennoch im Frühling oder Sommer, droht Ihnen eine Strafe.


So hoch kann das Bußgeld bei Verstößen ausfallen

Sie schneiden Ihre Hecke ab, obwohl das bereits verboten ist? Damit verstoßen Sie gegen das Bundesnaturschutzgesetz, was als eine Ordnungswidrigkeit eingestuft wird. Wie hoch das Bußgeld dafür ausfällt, unterscheidet sich je nach Bundesland und Fläche der geschnittenen Hecke. Möglich sind dabei meist Strafen von bis zu 10.000 Euro.


Ausnahme im Sommer: Der schonende Form- und Pflegeschnitt

Der Grund für die starken Regulierungen liegt im Natur- und Tierschutz. Denn besonders Vögel nisten in den warmen Monaten gerne in Sträuchern, Hecken und Gehölzen. Um die Tiere zu schützen, dürfen Hecken lediglich in den Herbst- und Wintermonaten komplett gerodet werden. Auch der Lebensraum anderer Kleintiere wird auf diese Weise erhalten.

Die Ausnahme: Kleinere Form- und Pflegeschnitte bleiben auch im Frühling und Sommer erlaubt. So dürfen Sie etwa herauswachsende Äste stutzen, solange Sie dabei auf die Tiere achten. Wächst die Hecke über die Grundstücksgrenze bis zum Nachbarn hinaus, sind Sie ebenfalls verpflichtet, diese zu schneiden. So vermeiden Sie eine Beeinträchtigung des Nachbargrundstücks oder angrenzender Straßen und Fußwege. Dasselbe gilt, wenn der Heckenschnitt im Rahmen der Verkehrssicherheit behördlich angeordnet wird.

Wann ist der beste Zeitraum zum Hecke schneiden?

Traditionellerweise schneiden viele Hobbygärtner ihre Hecken im Garten einmal im Jahr – und zwar um den Johannistag, also den 24. Juni. Dies ist der Zeitpunkt, ab dem bei einigen Heckenpflanzen wie Buche, Ahorn oder Liguster der zweite Blattaustrieb beginnt. Wird die Hecke zu diesem Zeitpunkt geschnitten, wächst sie nicht mehr so stark nach und behält die gewünschte Form.

Garten-Experten raten jedoch zu dieser Methode: Schneiden Sie die Hecken gleich zweimal jährlich. Demnach wachsen fast alle Heckenpflanzen gleichmäßiger und dichter, wenn sie bereits Mitte bis Ende Februar zum ersten Mal auf die gewünschte Höhe und Breite geschnitten werden. Zum Sommeranfang folgt dann ein zweiter, schwächerer Rückschnitt.

Diese Hecken schneiden Sie besser erst später

Manche Heckenarten sollten hingegen nicht schon im Februar geschnitten werden. Dabei handelt es sich um Frühjahrsblüher wie zum Beispiel Forsythien oder Blutpflaumen. Bei diesen Arten sollten Sie also die Blüte abwarten und dann erst den ersten Schnitt angehen. Das zweite Mal schneiden Sie bei Bedarf wiederum am Johannistag – nicht später, da die Gehölze anderenfalls keine neuen Blüten fürs neue Jahr ansetzen.

Das richtige Wetter für den Heckenschnitt

Zum Schneiden eignet sich am besten ein frostfreier und sonniger Tag. Im Sommer müssen Sie hingegen darauf achten, dass keine zu starke Hitze oder Sonneneinstrahlung herrscht. Ansonsten trocknen die frisch geschnittenen Triebe aus und sterben ab. Der ideale Zeitpunkt für diese Aufgabe ist deshalb auch der späte Nachmittag.

Werkzeug: Was brauchen Sie zum Hecke schneiden?

Klar, zum Hecke schneiden brauchen Sie eine gute Heckenschere! Dabei können Sie zwischen mechanischen und motorbetriebenen Varianten wählen:

  • Mechanische Heckenscheren empfehlen sich vor allem für junge Gehölze oder kleinere Hecken, die nur einmal pro Jahr geschnitten werden. Auch für spezielle Formschnitte ist die Hand-Heckenschere die richtige Wahl.
  • Bei besonders hohen Hecken empfehlen wir zudem sogenannte Teleskop-Heckenscheren. So kommen Sie auch an schwer erreichbare Stellen.
  • Bei größeren Flächen eignen sich hingegen Benzin-, Elektro- oder Akku-Heckenscheren. Hier steigt auch die Verletzungsgefahr!

Weiter empfehlen wir Ihnen, beim Hecke schneiden schützende Arbeitskleidung, Schutzbrille, Gartenhandschuhe und Gehörschutz zu tragen. Besonders bei giftigen Immergrünen wie Thuja, Buchsbaum oder Eibe sollten Sie unbedingt den Kontakt zur Haut vermeiden!

Extra-Tipp: Oft lohnt es sich, Gartengeräte mit den Nachbarn zu teilen – gerade bei teurerem Werkzeug, das nur wenige Male pro Jahr zum Einsatz kommt. Das gilt nicht nur für die Heckenschere, sondern zum Beispiel auch für den Vertikutierer!

Einfache Anleitung: So schneiden Sie Ihre Hecke richtig

Ihre Heckenschere wartet bereits auf ihren Einsatz? Dann kann es ja losgehen! Wir zeigen Ihnen nun, wie das Hecken schneiden ganz einfach gelingt.

Und so funktioniert der Heckenschnitt Schritt für Schritt:

  1. Vorbereitungen treffen

    Teilen Sie sich Ihre Hecke zunächst in gleichmäßige Flächen ein, die Sie nacheinander bearbeiten. So erhalten Sie ein besonders regelmäßiges Ergebnis.

  2. Schnur spannen

    Dann spannen Sie eine Schnur auf der Höhe der gewünschten Schnittkante. Diese können Sie beispielsweise zwischen zwei Holzstäben anbringen. So stellen Sie sicher, dass die Hecke die gewünschte Form erhält.

  3. Vorsichtig kürzen

    Beginnen Sie stets mit einer moderaten Kürzung. Nehmen Sie vom Zuwachs circa drei Viertel der Länge ab und lassen Sie ungefähr ein Drittel des neuen Triebes stehen. Dieses Vorgehen regt das Wachstum an und lässt die Hecke mit der Zeit schön dicht werden.

  4. Zweites Mal schneiden

    Mit einem zweiten Pflegeschnitt können neuen Triebe über den Sommer getrimmt werden. Warten Sie jedoch dazu mindestens bis zum Johannistag um den 24. Juni. Denn erst dann haben sich so gut wie alle Neutriebe voll ausgebildet und die neue Form des Sommerschnitts bleibt länger erhalten.

Extra-Tipp: Schneiden Sie Ihre Hecke am besten in Trapezform! So wird der obere Teil der Sträucher schmaler als der untere Teil. Anderenfalls würde sich die Hecke selbst beschatten und nicht mehr genug Licht abbekommen. Diese Schnittform eignet sich für fast alle Heckenarten.

Tipp: Wie kann man Hecken gerade schneiden?

Vor allem an den Seiten ist es oft gar nicht so leicht, gerade Linien zu schneiden. Deshalb bietet es sich an, zur Orientierung eine Schnur oder ein Seil zu spannen. Ansonsten empfiehlt es sich, die Heckenschere parallel zur Heckenkrone zu bewegen, um Dellen oder zu extreme Einschnitte zu vermeiden.

Diese Schnittformen gibt es beim Heckenschnitt

Der Heckenschnitt dient verschiedenen Zielen: die Form erhalten, das Wachstum anregen, die Wuchsdichte erhöhen, Verkahlungen vermeiden und Krankheiten vorbeugen. Dies erfordert unterschiedliche Methoden, die je nach Jahreszeit bzw. Notwendigkeit angewendet werden:

  1. Der Formschnitt ermöglicht, wie der Name bereits verrät, die passende Form für Ihren Garten. Ob rund, trapezförmig oder klassisch eckig: Sie haben die Wahl!
  2. Der Verjüngungsschnitt hilft dabei, kahlen Stellen zu neuen Trieben zu verhelfen.
  3. Bei einem Kahlschnitt wird meist eine sehr alte oder ungepflegte Hecke bis auf 20 cm über den Boden zurückgeschnitten.
  4. Das Auslichten ist eine Pflegemaßnahme, bei der kranke Äste und Totholz im Inneren der Hecke entfernt werden.

Wie Sie Löcher und Lücken in der Hecke schließen

Lücken in der Hecke sind für das Erscheinungsbild Ihres Gartens natürlich sehr ärgerlich. Größere Löcher in einer alten Hecke können dabei nur durch das Nachpflanzen von Ersatzpflanzen der gleichen Sorte geschlossen werden. Die sogenannte Nachhut muss bereits erwachsen sein und sollte sogar etwas größer sein als die etablierten Heckenpflanzen.

Kleinere Schönheitsfehler hingegen schließen sich recht schnell, sobald die Stelle genügend Licht abbekommt. Achten Sie also darauf, im Zweifel die Äste von benachbarter Bäume zu stutzen. Bei etwas größeren Lücken wenden Sie folgende Methode an: Leiten Sie Triebe um, indem Sie sie an dünnen Stäben aus Bambus befestigen. Dies kann sowohl waagrecht als auch diagonal erfolgen.

Verschiedene Heckenarten: Das müssen Sie beim Thula schneiden und Co. beachten

Wir haben es bereits erwähnt: Die verschiedenen Heckenarten unterscheiden sich teils deutlich, was ihren Pflegebedarf angeht. Falls Sie eine neue Hecke anlegen wollen, sollten Sie sich vorher also erstmal über die Eigenschaften Ihrer Wunschsorte informieren. Wir haben Ihnen die wichtigsten Tipps fürs Schneiden der unterschiedlichen Hecken zusammengefasst:

  • Hainbuche: Zweimal jährlich schneiden, gerne auch stark
  • Kirschlorbeer: Nur einmal jährlich schneiden (im Februar), vorsichtig mit einer Handheckenschere
  • Rotbuche: Zweimal jährlich in Form schneiden, kann auch einen starken Schnitt vertragen
  • Forsythie: Nur einmal jährlich nach der Blütezeit schneiden
  • Thuja: Zweimal jährlich schneiden, allerdings nur leichten Pflegeschnitt
  • Liguster: Zweimal jährlich schneiden, verträgt auch starke Formschnitte

Die Hecke zum Nachbarn: Diese Regeln gelten

Sie teilen sich eine Hecke mit den Nachbarn oder planen eine solche Grenzbepflanzung? Dann sollten Sie sich auch hier erstmal über die geltenden Regulierungen informieren. Diese variieren von Bundesland zu Bundesland. In Baden-Württemberg zum Beispiel müssen die Hecken eine Gesamthöhe von 180 cm und einen Grenzabstand von 50 cm einhalten. In Berlin, Hessen, Bayern, Niedersachsen, NRW und Sachsen liegt die Maximalhöhe bei 2 m.

Bei einer geteilten Hecke können Sie sich zudem entweder darauf einigen, dass ein Nachbar stets die Pflege übernimmt – oder Sie teilen sich diese Aufgabe. Zudem dürfen Sie Pflanzen Ihres Nachbars, die die Grundstücksgrenze überschreiten, selbst abschneiden. Allerdings muss der Beeinträchtigte seinen Nachbarn vorher zur Beseitigung auffordern und ihm eine Frist setzen. Möchten Sie Ihre Hecke auf der Grundstücksseite Ihres Nachbars stutzen, müssen Sie diesen ebenso um Erlaubnis fragen.

Die Hecke schneiden lassen – das kostet es

Das regelmäßige Pflegen kann gerade bei großen, hohen Hecken ganz schön mühevoll sein! Wer also Wert legt auf einen schönen Garten, den Heckenschnitt aber nicht selbst übernehmen will, kann die Aufgabe auch in professionelle Hände legen. Dafür müssen Sie mit einer Rechnung von circa 25 bis 35 Euro pro Stunde rechnen.

Informieren Sie sich also zunächst, wie lange der Gärtner für die Höhe benötigen wird. So können Sie die entstehenden Kosten von Anfang an besser einschätzen. Der Pluspunkt dabei ist neben einer schönen Hecke auch, dass Sie auf den Kauf des Werkzeugs verzichten können.


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