Gemüse im Hochbeet pflanzen

Sie wollen eigenes Gemüse anbauen, sind aber noch kein erfahrener Hobbygärtner? Kein Problem: Denn dank Radieschen, Zucchini und Co. können Sie auch als Anfänger mit einer leckeren Ernte rechnen. Und das alles ohne komplizierten Pflanzplan oder viel Aufwand! Wichtig sind dafür vor allem pflegeleichte Gemüsesorten und das richtige Timing bei der Aussaat. Wir stellen Ihnen deshalb hier unsere 10 Lieblingsarten für Anfänger vor – plus den richtigen Zeitpunkt für Anbau und Ernte. Außerdem haben wir jede Menge Tipps für Sie vorbereitet, mit denen das Gemüse pflanzen zum Kinderspiel wird! Egal ob im Garten, im Hochbeet oder auf dem Balkon: So kann nichts mehr schief gehen!

Gemüse pflanzen: Das sollten Sie bei der Auswahl der Sorten beachten

Der Plan steht fest: In diesem Jahr kommt selbstgezogenes Gemüse auf den Tisch! Schnell stellt sich da die Frage, welche Sorten dafür am besten geeignet sind. Natürlich sollten Sie bei der Auswahl zunächst mal nach Ihrem persönlichen Geschmack gehen. Denn Gemüse, das Ihnen so gar nicht schmeckt, hat in Ihrem Beet nichts zu suchen.

Doch bevor Sie sich nun an schwierige Sorten wie Kohl, Gurken oder Auberginen wagen und so schlimmstenfalls die Lust am Gärtnern verlieren, empfehlen wir: Probieren Sie sich erstmal an einfachen Gemüsesorten aus. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen! Um also auch im ersten Gartenjahr sichere Ernteerfolge einzufahren, sollten Sie sich bei der Auswahl Ihrer Gemüsepflanzen an folgenden fünf Punkten orientieren:

  1. Wählen Sie robuste Sorten! Damit ist gemeint, dass das gepflanzte Gemüse wenig anfällig ist für Schädlinge und Krankheiten. Wie robust die jeweilige Sorte ist, wird dabei häufig auf den Samentütchen vermerkt. Vorsicht ist zum Beispiel bei Tomaten geboten: Die Pflanzen sind selbst bei erfahrenen Gärtnern häufig von der Kraut- oder Braunfäule betroffen.
  2. Beachten Sie die klimatischen Bedingungen! Starten Sie am besten mit Pflanzen, die ideal an die jeweiligen Wetter-, Licht- und Temperaturverhältnisse an Ihrem Standort angepasst sind. Prima geeignet sind dafür beispielsweise alte Gemüsesorten, die im Vergleich mit neueren Züchtungen klar im Vorsprung liegen.
  3. Pflanzen Sie kälteresistentes Gemüse! Sehr einfach machen es Ihnen zudem frostresistente Sorten. So verkraften etwa Feldsalat, Spinat oder Pastinaken sogar Temperaturen unter null Grad. Die Samen können Sie deshalb direkt ins Beet säen, sodass ein Vorziehen im Warmen nicht nötig ist.
  4. Kaufen Sie wenig anspruchsvolle Pflanzen! Manche Gemüsesorten haben keine hohen Ansprüche an die Bodenbedingungen und wachsen quasi überall – und das ohne Dünger. Praktisch ist es außerdem, wenn die Pflanzenart nur wenig Pflege braucht und Sonderbehandlungen wie das Ausgeizen damit entfallen.
  5. Säen Sie eine Mischkultur! Gerade auf kleinen Flächen bietet es sich an, mehrere Sorten Gemüse in ein Beet zu pflanzen. Wichtig ist dann, dass sich die jeweiligen Pflanzen als Nachbarn gut verstehen. Dann beeinflussen sich viele Gemüsearten sogar positiv. Welche Pflanzen gut zusammenpassen, erfahren Sie in unserem 10-Punkte-Crashkurs zum Gemüsegarten anlegen.

Lese-Tipp: Tomaten sind Ihr absolutes Lieblingsgemüse? Dann sollten Sie den Pflanzen optimale Bedingungen zum Wachsen schaffen – am besten in einem Tomatenhaus! Wie Sie sich dieses ganz einfach selber bauen können, sehen Sie in diesem Artikel.

Diese 10 Gemüsesorten gelingen immer

Sie wollen schon im ersten Gartenjahr jede Menge leckeres Gemüse ernten? Dann sollten Sie sich diese 10 Gemüsepflanzen unbedingt genauer ansehen! Sie erfüllen viele der oben genannten Kriterien und sind deshalb auch perfekt für Anfänger geeignet.

Die 10 einfachsten Gemüsesorten für Anfänger

1. Radieschen

Sie sind extrem anspruchslos, wachsen ausgesprochen schnell und das sogar im Halbschatten: Radieschen stehen auf dieser Liste der einfachsten Gemüsesorten zurecht ganz weit oben! Sie sind das perfekte Anfängergemüse und aufgrund des schnellen Wachstums auch perfekt für das Gärtnern mit Kindern geeignet. Säen Sie die Samen einfach von März bis September zwischen die übrigen Pflanzen. Anderen Sorten machen Sie nämlich kaum Platz im Beet streitig.

Aussaat: Ab März

Ernte: 3-4 Wochen später


2. Topinambur

Topinambur ist ein absolut unterschätztes Gemüse. Es ist nämlich nicht nur pflegeleicht und unkompliziert im Anbau, sondern auch noch sehr gesund! Zudem blüht die Staude im Beet mit leuchtend gelben Blüten und macht damit auch optisch so einiges her. Säen Sie die Samen jedoch unbedingt sparsam aus. Die Pflanzen lassen sich sonst später schwer im Zaum halten – Topinambur wächst quasi wie Unkraut! Eine gute Idee ist es deshalb, die Pflanzen separat in großen Kübeln anzubauen.

Aussaat: März bis April

Ernte: Ganzjährig


3. Salat

Ebenfalls ein klassisches Anfänger-Gemüse ist der Salat. Noch dazu gibt es davon besonders viel Auswahl – von Kopfsalat über Römersalat bis hin zum Radicchio. Pflanzen Sie stets die richtigen Sorten an, können Sie dabei sogar ganzjährig leckeren Salat ernten.

Beachten sollten Sie lediglich, dass es sich um Lichtkeimer handelt. Das heißt, Sie sollten die Salatsamen bei der Aussaat nicht oder mit sehr wenig Erde bedecken. Dadurch müssen diese auch öfter gegossen werden. Außerdem sollten Sie verhindern, dass Ihr Salat im Sommer in der prallen Sonne steht. Dann fängt er nämlich an zu blühen. Ansonsten ist die Pflege aber vollkommen unkompliziert.

Aussaat: Je nach Sorte

Ernte: 3-4 Wochen später

Tipp on top: Schneiden Sie immer nur so viel ab, wie Sie gleich verarbeiten wollen. Lassen Sie dabei den Salatkopf stehen. Die abgeschnittenen Blätter wachsen dann schnell wieder nach.


4. Zucchini

Superlecker und noch dazu recht unkompliziert ist auch die Zucchini. Zu berücksichtigen ist hier nur, dass die Pflanze rund einen Quadratmeter Beetfläche benötigt. Geben Sie ihr also genügend Platz zum Wachsen. Aber dafür können Sie mit nur einer Pflanze Ihren kompletten Zucchinibedarf decken. Meist reicht eine Staude sogar für eine kleine Familie! Wir empfehlen allerdings, direkt zwei Stauden zu pflanzen, da sich diese gegenseitig bestäuben können.

Außerdem gut zu wissen: Zucchini mögen gedüngten Boden. Zudem lassen sie sich bereits im Frühjahr gut im Haus vorziehen und können dann Mitte Mai ins Beet umziehen.

Aussaat: Ab März im Haus

Ernte: 10-12 Wochen später


5. Mangold

Mangold sieht mit seinen bunten Farben nicht nur toll aus, sondern wächst auch besonders schnell. Ähnlich wie bei Salat sollten Sie nur die Blätter abernten und das Herz im Boden lassen, sodass die Blätter mehrmals nachwachsen können. Weiter ist Mangold besonders pflegeleicht und sogar relativ frostresistent. Sie können ihn bis in den Herbst hinein und bei milden Temperaturen auch noch in den ersten Wintermonaten ernten. Anders als bei Salat müssen Sie sich hier auch wegen Schnecken keine großen Sorgen machen.

Aussaat: Ab Mitte April

Ernte: Ca. 10 Wochen später


6. Kräuter

Kräuter sind ein echtes Must-Have für Garten-Neulinge. Sie sind absolut platzsparend, da sie nur ein kleines Kräuterbeet oder Balkontöpfe benötigen. Sind die Pflanzen außerdem erstmal im Beet, brauchen sie kaum noch Pflege. Dafür liefern sie beim Kochen jede Menge Geschmack und wachsen im Folgejahr nochmals nach. Nur mediterrane Kräuter sind etwas kälteempfindlicher und brauchen entsprechenden Schutz, um durch den Winter zu kommen.

Aussaat: Je nach Sorte meist zwischen März und Mai

Ernte: Wenige Wochen später

Tipp: Entdecken Sie hier, wie Sie Ihren Kräutergarten am besten anlegen!


7. Buschbohnen

Ein wenig Wasser und das war es auch schon: Buschbohnen sind absolut pflegeleicht. Am besten pflanzen Sie das Gemüse im Frühling in kleinen Gruppen (4 – 5 Samen) in die Erde. Anders als die Stangenbohne können Sie die Buschbohne zudem im Topf pflanzen. Eine Rankhilfe wird hier ebenfalls nicht benötigt. Während der Erntezeit sollten Sie die Bohnen dann regelmäßig abernten, damit sie schnell wieder nachkommen. Buschbohnen vertragen sowohl Sonne als auch Halbschatten.

Aussaat: Mai bis Juni

Ernte: 8-10 Wochen später


8. Kartoffeln

Beim Kartoffeln pflanzen brauchen Sie etwas Geduld – die zahlt sich aber auf jeden Fall aus. Am besten keimen Sie die Knollen dazu ab März auf der Fensterbank vor. Ab April dürfen Sie dann nach draußen in die Erde. Kartoffeln gelingen übrigens auch in Pflanzkästen auf dem Balkon oder sogar in einem Sack! Sobald das Kartoffellaub welkt, können die leckeren Knollen dann verspeist werden. Wer ungeduldig ist, greift am besten auf Frühkartoffeln zurück.  

Achtung: Kartoffeln und Tomaten mögen sich überhaupt nicht! Die beiden Sorten sollten Sie also möglichst weit voneinander entfernt pflanzen. Grund ist vor allem die Krautfäule, die von Kartoffeln schnell auf Tomaten übertragen wird.

Aussaat: Ab April

Ernte: 3-4 Monate später


9. Spinat

Spinat ist ein echter Allrounder! Er eignet sich nicht nur für den Sommer, sondern auch als Wintergemüse. Zudem braucht er nur wenig Wasser. Beachten sollten Sie lediglich, dass die grünen Blätter auch gerne von Vögeln verspeist werden. Ein helles Vlies schafft da Abhilfe. Zudem sollten Sie Spinat nicht an zu sonnigen Standorten einpflanzen, da er hier zum sogenannten Schießen neigt. Das bedeutet, dass sich unerwünschte Blütenstände bilden.

Aussaat: Februar bis April (Sommerernte) oder August bis Oktober (Winterernte)

Ernte: 8-10 Wochen später


10. Zwiebeln

Zwiebeln dürfen nie in Ihrer Küche fehlen? Dann empfehlen wir Ihnen, unbedingt Steckzwiebeln in Ihrem Garten anzubauen. Die setzen Sie ab etwa Ende März einfach in die Erde. Alternativ können Sie auch Zwiebeln aussäen, was allerdings deutlich umständlicher ist. Gießen Sie Ihre Pflanzen regelmäßig und schon bald können Sie sich über die leckere Ernte freuen. Ähnlich einfach ist übrigens auch das Anbauen von Knoblauch!

Aussaat: Ab März

Ernte: Juli oder August

Lese-Tipp: Wann welches Gemüse pflanzen? Für eine gelungene Ernte ist der richtige Zeitpunkt der Aussaat das A und O. Deshalb haben wir für Sie einen Pflanzkalender zusammengestellt, in dem Sie die Termine für viele weitere Gemüsesorten, aber auch für Blumen und Kräuter finden.

Gemüse pflanzen im Halbschatten oder Schatten

Ihr Garten oder Balkon sind nicht gerade sonnenverwöhnt? Keine Sorge, auch im Halbschatten oder sogar Schatten kann so manches Gemüse gut wachsen und gedeihen. Dazu gehört zum Beispiel der Spinat, dem zu viel Licht und Hitze überhaupt nicht gut bekommt. Auch das Radieschen wächst prima im Halbschatten. Andere Pflanzen bevorzugen zwar eigentlich einen sonnigen Standort, können aber auch im Schatten langsam wachsen. Das gilt zum Beispiel für Mangold, Rote Beete oder verschiedene Salate.

Urban Gardening: So können Sie auf dem Balkon Gemüse pflanzen

Auch wenig Platz ist für den Gemüseanbau kein Problem! Gerade auf einem sonnigen Balkon wachsen nämlich jede Menge leckerer Sorten. Für eher kleine Flächen empfehlen wir dabei, auf Pflanzen mit viel Platzbedarf zu verzichten, also etwa auf Kürbis oder Zucchini. Ansonsten sind aber alle oben vorgestellten Sorten durchaus machbar. Auch Obst wie leckere Erdbeeren eignen sich prima für den Balkon.

Unbedingt bedenken sollten Sie, dass Ihr Balkongemüse etwas mehr Wasser benötigt als üblich. Das liegt daran, dass in den kleineren Behältern weniger Erde ist und diese durch die Sonne schnell austrocknet. Wichtig ist es deshalb, die Pflanzen regelmäßig kräftig zu gießen. Um dabei Staunässe zu vermeiden, empfehlen sich Terracotta-Pflanztöpfe mit einem Loch.

Extra-Tipp: Ebenfalls eine tolle Idee für den Balkon ist ein platzsparendes Hochbeet!

Weitere Ideen fürs Urban Gardening gesucht? Dann klicken Sie mal in unser Video zum Thema:

Tipps & Tricks: Wie Ihnen das Gemüse pflanzen am besten gelingt

Sie haben die richtigen Sorten gepflanzt und dafür den perfekten Moment abgewartet? Dann kann fast nichts mehr schief gehen! Für ein sicheres Gelingen haben wir Ihnen hier noch ein paar zusätzliche Tipps für Ihren Gemüsegarten zusammengestellt:

  • Anzuchterde verwenden: Die enthält nämlich weniger Salz und andere Nährstoffe. Dadurch wird der Samen dazu angeregt, schneller Wurzeln zu bilden. Wer zudem auf einen geringen Torf-Anteil in der Erde achten will, greift am besten zu Kokoserde.
  • Samen einweichen: Besonders bei großen Samen wie etwa von Bohnen lohnt es sich, diese über Nacht in Wasser einzulegen. So keimen sie deutlich schneller.
  • Junge Pflanzen vorsichtig abhärten: Nach einer gelungenen Anzucht sollte man die jungen Pflänzchen besser langsam an die Außentemperatur gewöhnen. Am besten stellen Sie die Töpfe deshalb erstmal nur tagsüber raus. Als Standort eignet sich dafür ein heller, aber nicht zu sonniger Platz, der zudem vor Regen und Wind geschützt ist.
  • Unkraut jäten: Ja, Unkräuter können auch sehr nützlich sein! Allerdings rauben sie Ihrem Gemüse nicht nur Platz, sondern auch Wasser, Nährstoffe und Licht. Hier erfahren Sie deshalb, wie Sie die unerwünschten Pflanzen schnell, dauerhaft und umweltschonend wieder loswerden.
  • Stecklinge kaufen: Gerade für Anfänger lohnt es sich oft, Jungpflanzen in der Gärtnerei zu kaufen, statt die Samen selbst auszusäen. Die Auswahl an Sorten ist so zwar eher beschränkt, doch Sie sparen sich auf diese Weise viel Zeit und Mühe.

Wir hoffen, wir konnten Sie zum Gemüse pflanzen inspirieren und wünschen Ihnen eine reiche Ernte! Viele weitere Tipps zum Thema Garten finden Sie übrigens in unseren Artikeln zum Rasen vertikutieren, Gemüsegarten anlegen oder in unserem Gartenkalender zum Ausdrucken.