Elegante Gartenbepflanzung

Wer das Glück hat, einen eigenen Garten gestalten zu können, hat die Qual der Wahl. Denn die Vielfalt der Pflanzen ist geradezu unendlich! Damit die Gartenbepflanzung aber wirklich gelingt, sollte man ein paar Tipps und Tricks unbedingt kennen. Genau die erfahren Sie hier in unserem Interview mit den Garten-Profis von Pflanzen-Kölle. Außerdem verraten wir Ihnen, welche Pflanzen jetzt auf keinen Fall im Garten fehlen dürfen und welche Fehler Sie bei der Bepflanzung unbedingt vermeiden sollten. Viel Spaß beim Lesen!

1. So sieht ein schöner Garten aus

Westwing: Erst einmal wollen wir Euch gerne fragen: Was macht denn für Euch einen richtig schönen Garten aus?

Pflanzen-Kölle: Für uns ist ein bunter Garten schön, der sein Gesicht mit den Jahreszeiten verändert, in dem es vom Frühjahr bis zum Spätherbst blüht und duftet, viele Insekten und Vögel darin zu beobachten sind und es etwas zu naschen und zu ernten gibt. Dieser Naturgarten bietet dann nicht nur Lebensraum für den Menschen, denn durch seine große Vielfalt an Pflanzen fühlen sich heimische Tiere wie Schmetterlinge, Hummeln, Igel, Eichhörnchen, Eidechsen, Marienkäfer, Florfliegen und viele mehr besonders wohl.

Neben der artenreichen Bepflanzung mit Gehölzen und Stauden gibt es außerdem Raum für Obst, Gemüse und Kräuter. Der Anbau von Nahrungsmitteln dient dabei vor allem dem Sofortverbrauch und findet je nach Vorliebe im Hochbeet oder im Boden statt. Je nach Größe des Gartens kann auch ein Komposthaufen für nachhaltige Abfallverwertung vorhanden sein. Regenwasser wird zudem in Regentonnen oder Zisternen aufgefangen und dient so als ressourcensparende Bewässerung.

Unterstützt wird der Naturgarten durch:

Neben den passenden Gartenmöbeln gibt es weitere Sitzgelegenheiten, die ein Verweilen an unterschiedlichen Stellen möglich machen. Das kann ein einzelner Stuhl, eine Liege, eine Bank oder eine Hängeschaukel sein. Mit einem stimmigen Gesamtbild ist der Garten dann die Erweiterung des Wohnraums, der die Möglichkeit zum Abschalten und Erholen bietet.

2. Die Lieblingspflanzen der Garten-Profis

Westwing: Die richtigen Pflanzen sind natürlich das Herzstück jeden Gartens. Gibt es da bestimmte Arten, die Ihr besonders mögt oder die einfach nie aus der Mode kommen – echte Klassiker sozusagen?

Pflanzen-Kölle: Für uns als Gärtner mit langer Tradition sind vor allem Rosen Klassiker, die in keinem Garten fehlen sollten. Ob als Strauch- oder Kletterrose, als Bodendeckerrose oder Beetrose, die Königin der Blumen verwandelt ab Juni jeden Garten in ein duftendes Blütenparadies. Wichtig sind dabei gesunde Sorten, mehrfach blühende Arten (remontierend) oder Rosen mit einfacher Blütenform (als Bienennährgehölz).

Weiter gibt es eine Vielzahl an Blütengehölzen, Stauden und Kräutern, die sehr robust sind und mit ihrer langer Blütezeit den Insekten dienen:


Unsere Top 10 Stauden:

  1. Flammenblume
  2. Garten-Salbei
  3. Glockenblume
  4. Gräser
  5. Katzenminze
  6. Lavendel
  7. Mädchenauge
  8. Rittersporn
  9. Schafgarbe
  10. Sonnenhut

Unsere Top 5 Gehölze:

  1. Bartblume
  2. Gartenhibiskus
  3. Rose
  4. Rispenhortensie
  5. Schmetterlingsflieder

Ergänzende Sortimente im Bereich Gehölze:

  • Wildobst im Garten kann bestens verwertet werden, dient aber auch Wildvögeln im Garten als Nahrung. Beispiele hierfür sind: Felsenbirne (Amelanchier), Kornelkirsche (Cornus mas) und Schwarzer Holunder (Sambucus nigra).
  • Beerenobst zum Naschen: Beeren eignen sich bestens für die Pflanzung im Kübel oder auch im Hochbeet. Klassiker sind hierbei Erdbeeren (gut eignen sich die öfter tragenden Sorten), Himbeeren, Heidelbeeren (für saure Böden, aber auch gut im Topf oder Hochbeet), Johannisbeeren, Tafeltrauben und Minikiwis (Issai als selbstfruchtbare Sorte).
  • Alles rund um den Duft: Neben den Duftrosen gehören auch Duftpflanzen wie Duftjasmin (Philadelphus) und Edelflieder (Syringa) zu Klassikern der Gartenbepflanzung.
  • Erste Frühlingsboten wie Winterjasmin, Zaubernuss oder Winterschneeball.

Unsere Top 10 Kräuter:

  1. Bärlauch
  2. Basilikum
  3. Bohnenkraut
  4. Minze
  5. Schnittlauch
  6. Salbei
  7. Oregano
  8. Petersilie
  9. Rosmarin
  10. Thymian

3. Die Trends bei der Gartenbepflanzung

Westwing: Könnt Ihr bei den Gartenbesitzern aktuell irgendwelche Trends erkennen? Sind bestimmte Formen der Gartenbepflanzung besonders angesagt?

Pflanzen-Kölle: Aktuell ist vor allem Naschobst sehr gefragt. Beerenobst eignet sich auch bestens für kleine Gärten, das Hochbeet oder auch für den Kübel auf Terrasse und Balkon. Neben Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Trauben und Rhabarber sind Heidelbeeren (benötigen Moorbeet-Erde) dabei ideal geeignet.

Weiter sind bienenfreundliche Pflanzen sehr beliebt. Hier gibt es eine große Auswahl im Bereich einfach blühender Balkonblumen, Stauden, Kräuter oder Gehölze, die sich für Bienen und andere Insekten eignen.

Ferner sind trockenverträgliche Pflanzen ein wichtiges Thema. Denn durch die immer heißeren Sommer ist es wichtig, dass die Pflanzen ohne Schaden durch die Hitzeperioden kommen. Hierfür gibt es eine große Auswahl an passenden Arten.

4. So gelingt die umweltfreundliche Gartenbepflanzung

Westwing: In vielen Lebensbereichen geht der Trend ja zu mehr Nachhaltigkeit. Wie kann man seinen Garten denn besonders umweltfreundlich bepflanzen?

Pflanzen-Kölle: Wichtig bei der Gartenbepflanzung ist, dass man auf die natürlichen Gegebenheiten des Gartens achtet. Je nach Bodenverhältnissen und Sonneneinstrahlung sollte man die passenden Pflanzen auswählen. Denn nur wenn die Standortbedingungen stimmen, fühlen sich die Pflanzen wohl, sind wüchsig, langlebig, robust und gesund.

Unsere Tipps für die umweltfreundliche Bepflanzung:

  • Insekten- und vogelfreundliche Pflanzen auswählen
  • Möglichst große Pflanzenvielfalt pflanzen
  • Arten mit langer Blütezeit auswählen
  • Wildobst pflanzen
  • Blumenwiesen aussäen
  • Eine wilde Ecken im Garten zulassen (Unkräuter, Brennnesseln & Co. bieten Nahrung für viele Insekten)
  • Insektenhotels, Nistkästen, Vogeltränken, Steinhaufen/ -mauern und bei Platz auch flache Gartenteiche als Lebensräume anbieten
  • Gesunde und erprobte Sorten verwenden, somit wird der Pflegeaufwand geringer
  • Qualitätspflanzen kaufen (bei Gärtnern des Vertrauens kaufen)
  • Regionale Ware/ Biopflanzen kaufen
  • Regenwasser sammeln und verwenden
  • Reduzierung von Torf (die meisten Pflanzen kommen gut mit torfreduzierten Erden zurecht)
  • Verzicht auf Verpackungsmaterial, Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger
  • Verzicht auf Golfrasen, Steinwüsten, Kiesflächen und voll versiegelte Flächen

5. Wie man seinen eigenen Gartenstil findet

Westwing: Generell gibt es bei der Gartenbepflanzung eine Menge unterschiedlicher Stile, ganz ähnlich wie beim Wohnen. Was würdet Ihr jemandem raten, der noch nicht ganz sicher ist, was zu ihm und zu seinem Garten passt?

Pflanzen-Kölle: Wichtig vor der Gartenplanung ist die Beachtung der natürlichen Bedingungen (Bodenverhältnisse, Neigung, Einstrahlung, Wasserversorgung, natürliche Tier- und Pflanzenwelt). Aber auch die Größe des Gartens und die mögliche Zeit für die Pflege sollte man beachten.


3 Fragen zur Findung des Gartenstils:

  • Was möchte ich im Garten machen (erholen, gestalten, ernten, zur Arterhaltung beitragen)?
  • Wie viel Zeit habe ich für die Gartenarbeit?
  • Benötige ich Platz für Kinder und Sitzgelegenheiten?

Lese-Tipp: Sie lieben den modernen Gartenstil? Dann entdecken Sie unbedingt unseren Artikel mit jeder Menge Inspiration! Oder wie wäre es mit einem charmanten Cottage Garten?

6. Gartenbepflanzung planen in 9 Schritten

Westwing: Überall ist zu lesen, dass die richtige Planung das A und O der Gartengestaltung ist. Habt Ihr Tipps, wie diese am besten gelingt?

Pflanzen-Kölle: Ja, Planung ist sehr wichtig. Denn ein Garten macht Freude, wenn Pflanzen wachsen und gedeihen. Sind Pflanzen am falschen Standort und kümmern, kommt es hingegen schnell zum Frust und die Lust am Gärtnern wird geringer. Daher sollte man wie folgt vorgehen:

  1. Analyse des Standortes durchführen (Bodenbeschaffenheit, Sonne, Schatten, etc.).
  2. Ziel des Gartens definieren (z.B. zur Erholung, zur Ernährung).
  3. Gartenstil wählen und definieren, ob in Eigenleistung oder mittels professioneller Hilfe gepflanzt wird.
  4. Gartenaufteilung definieren (z.B. Fläche Rasen, Fläche Sitzecke, Fläche Gemüsegarten, Fläche bienenfreundliches Staudenbeet, Gartenhäuschen, wo ist ein Wasseranschluss oder Stromanschluss geplant, Licht, Gartenteich, Kompostecke, Wegeführung). Alles aufzeichnen!
  5. Die Bodenvorbereitung gründlich durchführen. Bei Bodenverdichtung kommt es nämlich schnell zur Staunässe.
  6. Pflanzzeit beachten (bestimmte Arten sollten im Frühling und Frühsommer gepflanzt werden).
  7. Pflanzen sorgfältig auswählen (Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen zusammenpflanzen, zum Standort passend).
  8. Bei der Planung beachten, dass alle Pflanzen wachsen und größer werden.
  9. Gesetzliche Vorgaben beachten (z.B. Heckenabstand zum Nachbargrundstück, verbotene Pflanzenarten).

7. Diese Fehler bei der Gartenbepflanzung sollte man unbedingt vermeiden

Westwing: Was sind denn für Euch echte No-Gos bei der Gartenbepflanzung? Welchen Fehler sollte man unbedingt vermeiden?

Pflanzen-Kölle: Der größte Fehler bei der Bepflanzung von Gärten ist die Nichtbeachtung der Standortansprüche. So kümmert ein Rhododendron oder eine Heidelbeere bei einem pH-Wert von 7, eine Rose leidet im Schatten und kaum eine Pflanze verträgt Staunässe (außer Sumpf- und Wasserpflanzen).


Weitere No-Gos sind:

  • Pflanzen zu dicht pflanzen, sodass sie sich bei der Entfaltung behindern. Wichtig ist, dass die Wuchshöhe in 10 oder 20 Jahren berücksichtigt wird.
  • Bodendecker oder Heckenpflanzen werden viel zu weit auseinander gepflanzt und es dauert Jahre, bis sie ihren Zweck erfüllen. Pflanzdichte deshalb beachten!
  • Bodenvorbereitung wird nicht durchgeführt. Bei Neubauten ist der Boden häufig verdichtet und es finden sich noch Reste von Beton und Baumaterialien.
  • Pflanzen, die Ausläufer bilden (Phyllostachys, Lampionblumen oder Himbeeren), werden ohne Rhizom- oder Wurzelsperre gepflanzt und breiten sich unkontrolliert im Garten aus.
  • Wiederholt die gleichen Kulturen anbauen (erhöht den Krankheitsdruck, gerade bei Obst und Gemüse). Bei Pflanzungen sollte der Boden deshalb großzügig ausgetauscht werden.

8. So gelingt die Bepflanzung in kleinen oder schattigen Gärten

Westwing: Besonders Gartenbesitzer mit kleinen oder sehr schattigen Gärten fragen sich oft, was sie da überhaupt einpflanzen können. Habt Ihr Tipps, wie man hier das Beste rausholen kann?

Pflanzen-Kölle: Bei ungünstigen Voraussetzungen ist es wichtig, dass die Planung fachlich fundiert und sehr gewissenhaft durchgeführt wird. Grundsätzlich gibt es dann für alle Gartensituationen eine Lösung:

  • Kleine Gärten: Schwach wachsende Arten auswählen, wie z.B. Zwergformen, schlanke Säulenformen, Stauden oder Kräuter, die sich nicht zu stark ausbreiten.
  • Schattengärten: Blattpflanzen wie beispielsweise Hosta, Farne oder immergrüne Gräser eignen sich bestens für den Standort im Schatten. Elfenblumen, Astilben und Sterndolden erfreuen mit zarter Blüte ebenfalls im schattigen Bereich. Auch Hortensien und Rhododendron sind für den Schattengarten ideal.
  • Langes, schlauchartiges Grundstück: Große Pflanzen bzw. Pflanzen mit großen, derben Blättern in den Hintergrund setzen. Kleine Pflanzen bzw. Pflanzen mit kleinen, zarten Blättern dagegen im Vordergrund einpflanzen.

9. Tipps für eine pflegeleichte Gartenbepflanzung

Westwing: Viele Menschen wünschen sich einen schönen Garten mit vielen Pflanzen, haben aber nicht so viel Zeit für die Gartenarbeit. Gibt es Tricks, mit denen man sich die Arbeit erleichtern kann?

Pflanzen-Kölle: Es gibt keine Gärten ohne Arbeit, denn ohne Pflege verwildert der Garten. Jedoch gibt es Möglichkeiten, sich die Pflege zu erleichtern bzw. sogenannte pflegeleichte Gärten:

  • Bei Flächenpflanzungen am Anfang dichter pflanzen. So bedecken die Pflanzen schneller den Boden, das Unkraut wird unterdrückt.
  • Für Hecken schlank aufrechte Pflanzen wählen, dadurch hat man weniger Aufwand beim Schnitt. Zudem können Sie Arten auswählen, die nur einen geringen Jahreszuwuchs haben.
  • Durch geschickte Auswahl der Sorten (robuste, gesunde Sorten) wird ebenfalls der Aufwand für die Pflege (Pflanzenschutz) geringer.
  • Trockentolerante Pflanzen wählen, dadurch muss man weniger wässern. Als Alternative helfen auch automatische Bewässerungssysteme beim Gießen.
  • Mit Mulch den Bewuchs von Unkraut vermindern und die Verdunstung reduzieren.
  • Freie Flächen mit Stauden bepflanzen. Denn diese verhindern den Bewuchs durch Unkraut und ersparen das jährliche Bepflanzen mit einjährigen Arten.
  • Mit Hilfe von Dienstleistern (z.B. dem Gärtnerservice von Pflanzen-Kölle) die Pflege durchführen.

10. Infos zu Pflanzen-Kölle

Pflanzen-Kölle ist ein Familienunternehmen mit einer 200-jährigen Tradition. Deutschlandweit betreiben wir mittlerweile 13 Erlebnis-Gartencenter sowie einen Onlineshop. Hinzu kommen eigene Gärtnerei- und Baumschulbetriebe an zwei Standorten. Ganz nach unserem Motto „Ich mach’s mir schön.“ finden unsere Kunden bei uns alles was das Zuhause, den Garten, die Terrasse und den Balkon noch schöner macht. Neben Garten- und Zimmerpflanzen, Pflegeprodukten, Wohn- und Gartenaccessoires, Geschenkideen, Gartenmöbeln, Grillgeräten, Tierbedarf, Workshops und Online-Kursen bieten wir unseren Kunden außerdem einen kompetenten Gärtnerservice an sowie eine umfangreiche Online-Beratung.


Wir hoffen, wir konnten Sie nun zum Garten bepflanzen und gestalten inspirieren! Falls Sie auf der Suche nach weiteren Ideen sind, empfehlen wir Ihnen unsere Artikel zum Hochbeet bepflanzen, den Blumenbeet Ideen oder zum Gartenweg gestalten.