Die schönsten Ideen zum Schrebergarten gestalten

Sie haben keinen eigenen Garten, wollen aber auf ein idyllisches Stück Natur nicht verzichten? Dann ist ein Schrebergarten genau das Richtige für Sie! Ein solcher Kleingarten ist quasi die Miniaturausgabe eines Eigenheims und ein echtes Erholungserlebnis. Hier entfliehen Sie dem ewigen Großstadtgrau und gönnen sich die pure Natur. Sie überlegen, ob Sie einen Schrebergarten pachten sollen? Dann erfahren Sie hier nicht nur alles über die Vorteile des Kleingartens, sondern auch die 11 schönsten Ideen und Tipps zum Schrebergarten gestalten. Sommerurlaub? Ab jetzt am liebsten im eigenen Garten!

Was ist ein Schrebergarten eigentlich – und wer hat ihn erfunden?

Der Schrebergarten – was ist das eigentlich genau? Auch als Kleingarten oder Parzelle bezeichnet, handelt es sich um ein Stück Land in einer Kleingartenanlage. Darin befinden sich dann mehrere solcher Einzelgärten. Wichtig ist, dass diese die Fläche von 400 qm nicht überschreiten dürfen.

Die Geschichte des Schrebergartens

Seinen Ursprung findet der Schrebergarten in den sozialen Missständen der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Denn damals war Nahrungsmittelknappheit weit verbreitet. Wer also einen Schrebergarten besaß, hatte das Glück, sich selbst versorgen zu können. Schon 1814 gründete Landgraf Carl von Hessen in Kappeln an der Schlei deshalb den ersten Kleingartenverein. Hintergrund war es, mit den Erzeugnissen der Parzellen sozial Schwache bei der Selbstversorgung zu unterstützen.

Der Begriff “Schrebergarten” ist an Dr. Daniel Gottlob Moritz Schreber angelehnt, einem Leipziger Universitätsprofessor. Auf Kindergesundheit spezialisiert, befürchtete er, dass Kinder in der Stadt nicht genug Platz zum Spielen finden. Während die Gärten im Ersten und Zweiten Weltkrieg wieder enorm wichtig für die Lebensmittelproduktion wurden, gelten sie seit den 50er Jahren vor allem als Orte der Erholung.

Einst als Spießergarten – samt Gartenzwerge – verurteilt, hat sich der Trend in den letzten Jahren zum echten Freizeitparadies gewandelt. Vor allem Familien mit Kindern oder Gartenfreunde, die kein Eigenheim oder lediglich einen Balkon besitzen, wissen das kleine Fleckchen Natur zu schätzen. Einziger Nachteil – Sie können nicht mal eben die Terrassentür öffnen, um in den Garten zu gelangen. Oftmals befinden sich die Schrebergärten ein wenig außerhalb und Sie müssen mit dem Fahrrad oder Auto hinfahren. Wird der Schrebergarten aber schön gestaltet, nimmt man das nur zu gerne in Kauf!

Kurz und knapp: Die Vorteile des Schrebergartens

  • Perfekter Ort zur Naherholung
  • Möglichkeit zur Selbstversorgung mit Gemüse und Obst
  • Der gemeinschaftliche Aspekt
  • Bessere Gesundheit durch Zeit an der frischen Luft
  • Kinder bekommen Platz zum Spielen im Grünen

Diese 7 Tipps sollten Sie beim Pachten eines Schrebergartens beachten

Bevor Sie den Schrebergarten nach Ihren Wünschen gestalten, gilt es natürlich erstmal, einen zu finden und zu pachten! Welche Tipps Sie dabei beachten müssen, erklären wir Ihnen jetzt.


Tipp 1: Kontaktieren Sie den örtlichen Kleingartenverein!

Tatsächlich ist es gar nicht so leicht, überhaupt an einen Schrebergarten zu kommen. Die Nachfrage ist nämlich gerade in Großstädten riesig. Deshalb sollten Sie sich online oder persönlich mit dem örtlichen Kleingartenverein in Verbindung setzen. Häufig müssen Sie sich auch erstmal auf eine Warteliste setzen lassen.


Tipp 2: Beachten Sie das Rechtliche!

Eine Kleingartenanlage ist eine Gemeinschaftsfläche, in der sich alle wohlfühlen sollen. Daher braucht es Vorschriften. Also müssen Sie sich nicht nur an die Regelungen des Bundeskleingartengesetzes halten, sondern auch an die Satzung des jeweiligen Kleingartenvereins. Darin können beispielsweise Ruhezeiten, Vorschriften zur Beetbepflanzung, Haustierhaltung oder zur erlaubten Heckenhöhe zu finden sein.


Tipp 3: Planen Sie langfristig!

Erkundigen Sie sich vor Vertragsabschluss bei dem Verein, wie lange der Pachtvertrag des Vereins läuft. Danach könnten die Pachtzinsen steigen oder das Pachtland aufgelöst und abgerissen werden. Das gilt es natürlich vorher zu bedenken.


Tipp 4: Bedenken Sie die Lage des Kleingartens!

Damit Sie die Grünfläche möglichst oft nutzen können, sollte die Gartensparte nicht allzu weit von Ihrem Wohnort entfernt liegen. Halten öffentliche Verkehrsmittel in unmittelbarer Nähe? Sind genügend Parkplätze an der Gartenanlage vorhanden? Liegt der Schrebergarten in der Nähe einer stark befahrenen Straße, die die Luftqualität mindert und einen hohen Geräuschpegel mit sich bringt? Klären Sie auch ab, ob der Weg zu Ihrem Schrebergarten in einem guten Zustand ist.


Tipp 5: Behalten Sie die Kosten im Blick!

Häufig ist ein einmaliger Kaufpreis zu zahlen, eine jährliche Pacht sowie ein Vereinsbeitrag. Strom und Wasser sind natürlich verbrauchsabhängig. In der Regel variiert je nach Stadt der Kaufpreis, er liegt meist zwischen 10 und 90 Cent pro m² Fläche. Die Pacht variiert enorm. Häufig fällt zudem eine Ablöse für Gartenlaube, Bepflanzung oder Geräte an, welche Sie an den Vorpächter bezahlen. Wichtig ist es im Vorfeld auch, sich über den Zustand der Zäune, Laube, Rasenfläche, Wasserleitungen und Co. zu informieren, um versteckte Kosten schnell zu entdecken.


Tipp 6: Setzen Sie auf die richtige Größe!

Überlegen Sie vorab, wie Sie Ihren Schrebergarten gestalten möchten: Wieviel Gemüse und Obst möchten Sie anbauen, wieviel davon wird bloße Rasenfläche? Schließlich sollten Sie nur so viel anbauen, wie Sie selbst bewirtschaften können. Gerade für Garten-Anfänger gilt deshalb: Lieber nicht überschätzen und anfangs besser mehr Rasenfläche als Gemüsebeete einplanen!


Tipp 7: Checken Sie die Versorgung!

Ist Ihr Schrebergarten ein sonnenverwöhntes Plätzchen oder vorwiegend schattig? Eine wichtige Information, um die Bepflanzung zu planen – nicht jede Pflanze gedeiht an lichtarmen Standorten. Erkundigen Sie sich auch, ob Ihr Kleingarten über einen Stromanschluss verfügt und wie es um die Wasserversorgung des Gartens bestellt ist.

Paradies-Feeling: 11 tolle Ideen zum Schrebergarten gestalten

Ein Schrebergarten ist der perfekte Ort, um nach einem stressigen Arbeitstag oder am Wochenende abzuschalten. Damit Ihnen das auch wirklich gelingt, sollte Ihr Kleingarten natürlich richtig was hermachen. Denn auch, wenn es so manche Regelungen in der Vereinssatzung gibt, was Ihre Gartengestaltung angeht: Sie haben zahlreiche Möglichkeiten, um Ihren Schrebergarten hübsch zu gestalten! Wir stellen Ihnen hier 9 schöne Ideen vor.

Idee 1: Dekorative Wege im Schrebergarten gestalten

Eine ansprechende Gestaltung ist im Schrebergarten enorm wichtig. Und schließlich möchten Sie ja nicht durch Ihre Beete trampeln müssen. Besonders bei Regen ist der Boden sonst unangenehm schlammig. Die Wege machen zudem eine gute Aufteilung der Pflanzen möglich. Am besten legen Sie die Wege in einer Breite von 30 bis 40 cm an.

Extra-Tipp: Sehr beliebt sind auch runde Trittsteine im Kleingarten! So können Sie nicht nur bequem gehen, sondern nutzen den Weg auch direkt als Gestaltungs-Objekt.

Idee 2: Eine schöne Gartenlaube als Herzstück des Kleingartens

Klar, ein Gartenhaus bzw. eine Gartenlaube ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern erfüllt auch einen praktischen Zweck! Hier können Sie Ihr Zubehör, Gartenmöbel und Lebensmittel aufbewahren. Zudem finden Sie darin Schutz vor Wind und Wetter.

Wer mag, kann sich ein solches Häuschen nach seinen Wünschen selber bauen. Falls Sie weniger handwerklich begabt sind, können Sie das Gartenhaus aber auch als Bausatz kaufen. Dabei können Sie sich zwischen verschiedenen Stilen entscheiden, von rustikal über romantisch bis hin zu schlicht und modern. Die Alternative dazu: Eine platzsparende Fass-Sauna, die Ihren Garten zur echten Wellness-Oase macht!

Gut zu wissen: 24 Quadratmeter überdachte Fläche (Markisen ausgenommen) dürfen Sie im Schrebergarten haben, so das Bundeskleingartengesetz. Für mehr braucht man eine Baugenehmigung. Unsere Idee: Eine Pergola mit Markise an der Laube, die mit Kletterpflanzen dem Sonnenschutz und Sichtschutz dient.

Idee 3: Rasen anlegen und Gemüsebeete im Schrebergarten gestalten

Das Bundeskleingartengesetz schreibt vor, dass Sie Umweltschutz, Naturschutz und Landschaftspflege in Kleingärten beachten müssen. Viele Vereinssatzungen wünschen sich dabei eine Kombination aus Nutz- und Zierpflanzen. Zudem sollten Sie aber auch eine freie Rasenfläche einplanen, um Platz zum Grillen, Spielen und Sonnen zu haben. Dieser Fläche sollten Sie ebenfalls ausreichend Aufmerksamkeit und Pflege widmen, etwa, indem Sie den Rasen regelmäßig vertikutieren.

Außerdem sollten Sie auch den Grundgedanken der Schrebergärten weiterleben lassen: die Selbstversorgung mit leckerem Obst und Gemüse. Bauen Sie also unbedingt Gemüse wie Salate, Tomaten oder Karotten an. Dazu ist wichtig, dass Sie die Bodenbedingungen überprüfen, da nicht jede Pflanze überall gleich gut wächst. Unser Tipp: Fragen Sie einfach Ihre Nachbarn, was bei Ihnen gut funktioniert!

Außerdem sollten Sie bedenken, dass viele Gartenbesitzer nur am Wochenende vor Ort sind. Wählen Sie deshalb besser pflegeleichte und robuste Pflanzen. Wer besonders viel Platz im Schrebergarten hat, kann dort auch ein kleines Gewächshaus oder ein Tomatendach unterbringen. Der perfekten Ernte steht dann nichts mehr im Wege!

Die nützlichen Pflanzen sollten Sie am besten so platzieren, dass man sie auch von außen gut sieht. Das zeigt allen, dass Sie Ihren Garten gut zu nutzen wissen. Zudem sollten Sie natürlich regelmäßig Unkraut jäten, sodass Ihr Kleingarten gepflegt wirkt. Beachten Sie auch, dass Bäume und Sträucher nicht zu hoch werden dürfen – ansonsten fällt zu viel Schatten auf das Grundstück der Nachbarn! Altes Laub und Heckenschnitt räumen Sie nach der Gartenpflege auf den Komposthaufen.

Tipp: Dass es fürs Gärtnern gar nicht so viel Platz braucht, wie man erstmal denkt, zeigt uns auch der Trend Urban Gardening! Wie Sie auf Ihrem Balkon oder Terrasse selbst Gemüse anpflanzen können, erfahren Sie in unserem Video:

Idee 4: Das Kräuterbeet zum Gestalten eines kleinen Schrebergartens

Auch ein Kräuterbeet ist sicher eine tolle Idee! Denn leckere Kräuter können Sie beim Kochen wirklich immer gebrauchen. Hochbeete sind hierfür besonders beliebt und können noch dazu richtig gut aussehen. Oder wie wäre es mit einer hübschen und zugleich platzsparenden Kräuterspirale aus Ziegelsteinen? Gerade für kleine Schrebergärten ist auch das vertikale Gärtnern ideal.

Lese-Tipp: Sie sind nicht ganz sicher, wann Sie Ihre Pflanzen am besten aussäen und ernten? Dann werfen Sie mal einen Blick in unseren praktischen Aussaatkalender zum Runterladen!

Idee 5: Ziergarten oder Blumenwiese anlegen

Ein schöner Garten? Klar, dass da auch das eine oder andere bunte Blumenbeet nicht fehlen darf! Achten Sie beim Pflanzen und Aussäen auf die Blütezeiten, sodass Sie von Frühling bis Herbst einen bunten Garten haben. Auch Stauden, Obstbäume und Hecken geben Ihrem Kleingarten einen tollen Look. Wer es natürlich schön mag, setzt zudem am besten auf eine traumhafte Wildblumenwiese.

Extra-Tipp: Denken Sie auch an die Tierwelt, indem Sie insektenfreundliche Blumen säen! So machen Sie Schmetterlingen, Bienen und anderen Nützlingen eine Freude.

Idee 6: Dieser Sichtschutz ist beim Schrebergarten gestalten erlaubt

Eine der Besonderheiten eines Schrebergartens ist das Miteinander und die gegenseitige Unterstützung der Kleingärtner. Dennoch wünscht man sich manchmal natürlich etwas Privatsphäre im Gartenparadies. Hier ist aber Vorsicht angebracht! Denn Sichtschutzwände, hohe Hecken (meist über 1,25 m) und Zäune sind in den meisten Kleingartenverordnungen strengstens verboten.

Sie wollen Streit oder gar eine Abmahnung vermeiden, aber dennoch für ausreichend Privatsphäre sorgen? Dann können Sie auf eine der folgenden regelkonformen Alternativen zurückgreifen:

  1. Kletterpflanzen als lebender Zaun an einer Rankhilfe, zum Beispiel Hülsenfrüchte oder Beerensträucher
  2. Kleine Spalierbäume wie Birnen oder Äpfel
  3. Pergola mit Weinreben als Sichtschutz
  4. Kübelpflanzen, Stauden oder Hochbeete entsprechend platzieren

Idee 7: Mit gemütlichen Gartenmöbeln eine Sitzecke im Schrebergarten gestalten

Was Sie bei all dem Pflanzen, Graben und Mähen nicht vergessen sollten: Ihre Entspannung! Gestalten Sie in Ihrem Kleingarten also unbedingt eine gemütliche Terrasse oder Sitzecke, in der Sie essen, lesen oder sich sonnen können. Besonders wichtig sind dafür die perfekten Gartenmöbel. Achten Sie bei der Auswahl einerseits darauf, dass diese Ihren persönlichen Geschmack widerspiegeln, und andererseits auf hochwertige, wetterfeste Materialien. Gartenmöbel aus Polyrattan halten selbst einem Sommerregen stand und müssen nicht jedes Mal nach der Benutzung abgedeckt oder weggeräumt werden.

Gerade in großen Städten wie Berlin, Hamburg oder München sind Schrebergärten zudem rar. Wenn Sie also in den Genuss kommen und sich eine Parzelle mieten können, werden Ihre Freunde nicht auf sich warten lassen. Die ein oder andere BBQ-Party ist damit also schon einmal gesichert. Um den lauen Sommerabend gemütlich ausklingen zu lassen, ist eine Sitzlounge deshalb genau das Richtige. Sofa, Sessel und Tisch aus Holz oder Rattan laden hier zum Verweilen ein.

Lese-Tipp: Inspiration für die Gestaltung Ihrer Garten Sitzecke gesucht? In diesem Artikel haben wir 25 kreative Ideen für Sie vorbereitet!

Idee 8: Der Sonnenschutz als praktische Gestaltungsidee im Kleingarten

Wo wir schon beim Entspannen sind: Die Sonne scheint auch im Schrebergarten sehr intensiv ─ Sonnenschirm bitte nicht vergessen! Haben Sie das Glück und verfügen über ein kleines Gartenhäuschen samt Terrasse, können Sie auch ein Sonnensegel spannen.

Idee 9: Die richtige Beleuchtung beim Schrebergarten gestalten

Beleuchtung im Schrebergarten

Abends darf es gerne kuschelig werden – mit Solarlichterketten, Laternen und Windlichtern schaffen Sie eine gemütliche Atmosphäre. Ebenso lassen sich Fackeln hervorragend aufstellen oder wie wäre es mit Marshmallows-Grillen über der Feuerschale? Optimal ist es natürlich, wenn Sie einen Elektroanschluss haben.

Idee 10: Mit Insektenhotels und Co. den Kleingarten nachhaltig gestalten

Sie wünschen sich tierische Gäste? Ob ein Teich, ein Biotop, viele Blumen oder sogar ein Insektenhotel für Bienen & Co. – Ideen gibt es viele. Auch Vogelhäuschen, Wasserstellen oder Laubhaufen und Futter für Igel sind gute Ideen für die Tiere. Für Haustiere wie Katze, Hund oder sogar Hühner müssen Sie sich übrigens vorab erkundigen, ob diese erlaubt sind. Bedenken Sie zudem auch hier, dass Sie vermutlich nicht jeden Tag im Kleingarten sein werden.

Tipp: Stellen Sie eine Wassertonne bzw. Regentonne auf. So haben Sie immer genug Gießwasser und handeln nachhaltig.

Idee 11: Den Schrebergarten kinderfreundlich gestalten

Der Schrebergarten soll ein Spaß für die ganze Familie sein! Wichtig ist deshalb, dass Sie auch Platz für Ihre Kinder einrichten. Wie wäre es beispielsweise mit einer Spielecke, einem Fußballtor, der eigenen Erdbeer-Pflanze oder einem kleinen Sandkasten? Lassen Sie am besten Ihre Kinder mitentscheiden, wenn es um die Gartengestaltung im Schrebergarten geht!


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