Blühende Blumenwiese anlegen

Schluss mit Einheitsgrün, peniblem Rasenmähen und kurz gestutzten Rasenflächen! Die Zeit ist reif für Flower Power! Egal ob große oder kleine Flächen: Wiesen zurück zur Natur zu führen ist derzeit absolut im Trend. Auch Sie haben Lust, sich diesen Sommer auf ein buntes Blütenmeer zu freuen? Dann sind Sie hier genau richtig: Wir zeigen Ihnen nämlich, wie das Blumenwiese anlegen am besten gelingt und was Sie dabei unbedingt beachten müssen. Außerdem erfahren Sie, warum hinter dem Trend viel mehr steckt als ein kurzer Hype und wer von Ihrer Blumenwiese besonders profitieren wird.

Warum Sie in Ihrem Garten eine Blumenwiese anlegen sollten

Sie sind noch unschlüssig, ob Sie in Ihrem Garten Wildblumen aussäen wollen? Wir haben vier Argumente für Sie, die Sie sicher überzeugen werden:

  1. Blumenwiesen sind wunderschön

    Sie sind bunt und lebendig. Die unterschiedlich hohen Gräser und Blumen bewegen sich im Wind. Und von verschiedenen satten Grüntönen bis zu den leuchtenden Blütenfarben bietet die Blumenwiese eine schier endlose Farbpalette. Gerade jetzt, wo die Rückkehr zur Natur ganz groß im Trend liegt, punktet eine Blühwiese mit ihrem wilden Look.

  2. Sie erschaffen Ihr eigenes Biotop

    Kleintiere, Nützlinge und Insekten wie Schmetterlingen, Wildbienen und Hummeln finden zwischen Blüten und Gräsern ein Zuhause. Selbst kleine Vögel und Igel nutzen das höhere Gras als Unterschlupf. Sie tragen damit zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Neben der Fauna freut sich aber auch die Flora. Einheimische Wildblumen und Wildkräuter haben in streng angelegten Gartenanlagen keine Chance, Wurzeln zu schlagen. Auf einer bunten Wiese können sie sich ungestört entfalten.

  3. Sie sparen sich sehr viel Arbeit

    Das Anlegen der Blumenwiese ist zwar zunächst mit etwas Aufwand verbunden, aber es lohnt sich! Denn anders als bei der Rasenpflege müssen Sie danach nicht mehr regelmäßig mähen, lüften und vertikutieren. Sie können die Natur einfach sprießen und blühen lassen. Die Pflege besteht dann darin, das hohe Gras ein- bis zweimal jährlich zu kürzen.

  4. Sie verbrauchen weniger Wasser

    Die Blumenwiese ist damit also günstiger und nachhaltiger als der klassische grüne Rasen.

Und nun die beste Nachricht: Sie müssen sich eigentlich gar nicht zwischen Wiese und Rasen entscheiden! Selbst in einem kleinen Garten können Sie beides haben. Stecken Sie eine kleine Fläche ab und säen Sie dort mithilfe unserer Tipps eine Wildblumenwiese.

Magerwiese oder Fettwiese? Die Bodenanalyse als erster Schritt

Sie haben die Qual der Wahl: Denn wussten Sie, dass es über 200 verschiedene Blumenwiese-Typen gibt? Am besten sollten zudem mindestens 30 verschiedene Blumenarten in Ihrer Wiese zu finden sein. Denn umso bunter, lebendiger und vielfältiger, desto besser!

Allerdings brauchen bestimmte Pflanzenarten auch bestimmte Bedingungen. Daher ist es sinnvoll, den Wiesentyp auf Ihre Standort- und Bodenbedingungen anzupassen. Zunächst unterscheidet man dabei zwischen der Fett- und der Magerwiese.

  • Magerwiese: Die Magerweise bevorzugt einen sandigen, nährstoffarmen Boden. Sie gilt als besonders beliebt, da sie bunter und vielfältiger ist als die Fettwiese. Weiter unten erklären wir Ihnen auch, welche Blumen, Gräser und Kräuter für diesen Typ am besten geeignet sind.
  • Fettwiese: Fettwiesen bieten mit rund 30 möglichen Pflanzenarten etwas weniger Vielfalt. Bei bis zu 40 Arten spricht man nämlich schon vom Übergang zu einer Magerwiese. Stark genutzte und gedüngte Fettwiesen zählen hingegen oft auch nur 10 bis 20 Arten. Typischerweise hat dieser Wiesen-Typ eine gelbe oder weiße Farbe, da vor allem Löwenzahn, scharfer Hahnenfuß, Wiesenkerbel oder Wiesen-Bärenklau hier sehr gut wachsen. Sparsam gedüngte Fettwiesen können aber durchaus auch blütenreich und bunt werden.

Sie wollen herausfinden, mit welchem Bodentyp Sie es zu tun haben und welche Bedingungen in Ihrem Garten vorherrschen? Dann geben Sie am besten eine Bodenanalyse in Auftrag. Danach wählen Sie je nach Standort, Bodenbeschaffenheit und sonstigen Bedingungen eine passende Wiesenmischung aus oder stellen mit den entsprechenden Einzelblumen Ihre eigene zusammen.

Anleitung: So gelingt das Blumenwiese anlegen

Haben Sie Ihre Entscheidung getroffen, kann es auch schon losgehen. Wir verraten Ihnen in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie Ihren Garten zum wahren Blumenmeer machen.

Blumenwiese anlegen: Welche Vorbereitungen stehen an?

Für eine bunte und artenreiche Blumenwiese brauchen Sie einen nährstoffarmen, eher trockenen Boden und viel Sonne. Die Erde können Sie entsprechend vorbereiten, um eine optimale Grundlage für Ihre wilde Wiese zu schaffen. Bei der Bodenvorbereitung fürs Blumenwiese anlegen gehen Sie ähnlich vor wie beim Rasensäen:

  1. Die Grasnarbe mit einem scharfen Spaten abschälen und entfernen.
  2. Den Boden umgraben und auflockern, am besten mit einer Motorhacke.
  3. Entfernen oder zerkleinern Sie grobe Erdklumpen.
  4. Schließlich sollten Sie die Fläche mit einem Rechen ebnen.
  5. Nun können Sie entweder mit einer Walze über die Fläche gehen, um den Boden zu verdichten und die Samen einzuarbeiten, oder Sie lassen ihn für ein paar Tage ruhen, damit er sich setzen kann.

Extra-Tipp: Planen Sie kleine Wege ein. Die zarten Pflanzen sind nämlich trittempfindlich. Damit sie also ungestört wachsen können, sollten Sie nur auf eigens vorgesehenen Wegen durch die Blühwiese spazieren.

Blumensamen: Welches Saatgut eignet sich für eine mehrjährige Blumenwiese?

Back to Nature: Der einfachste Weg zum Erfolg führt dabei über eine fertige Blumenwiesenmischung. Sie müssen dafür nämlich keine großen Artenkenntnisse oder Fachwissen mitbringen. Wenn Sie eine Wildblumenwiese anlegen wollen, halten Sie sich dann einfach an die Vorgaben auf der Verpackung.

Grundsätzlich sollten Sie bei der Wahl von Blumenwiesen-Saatgut auf folgende Punkte achten:

  • Bevorzugen Sie einheimische Wildblumen. Exotische Blumen sehen zwar toll aus, sind aber nicht auf die regionalen Bedingungen angepasst. Sie werden also nur ein Jahr lang blühen. Im kommenden Sommer können Sie sich nicht von selbst reproduzieren.
  • Vermeiden Sie züchterisch veränderter Sorten. Sie wollen schließlich eine natürliche Umgebung schaffen und die Artenvielfalt von Blumen und Tieren fördern.
  • Setzen Sie auf beigemischte Grasarten. Diese sind ebenfalls wichtig für Insekten und Kleintiere. Achten Sie aber darauf, dass die Grassorten die Blumen nicht verdrängen.
  • Wählen Sie eine Mischung, auf der genau angegeben ist, welche Arten in welcher Menge enthalten sind. Gleichzeitig sollte auch angegeben sein, dass die Blumen mehrjährig blühen, damit Sie nicht jeden Frühling von vorne anfangen müssen.

Lese-Tipp: Sie wollen lieber ein ganz klassisches Blumenbeet anlegen? Auch hierfür haben wir die besten Tipps parat sowie die schönsten Blumenbeet Ideen für Ihren Garten!

Aussaat: Wann sollten Sie die Blumenwiese säen?

Je nach Blumenart kann der perfekte Zeitpunkt für die Saat ganz unterschiedlich sein. Normalerweise können Sie für Ihre Blühwiese aber eine Aussaat zwischen März und Mai einplanen. 

Viele Blumen können Sie theoretisch bereits ab Februar aussähen. Tendenziell sollten Sie aber den letzten Frost abwarten. Wenn auch empfindliche Blumen oder mediterrane Kräutersorten keimen sollen, dann warten Sie, bis die Eisheiligen mit Ihrem letzten Kälteschub vorbei sind.

Am besten halten Sie sich an den angegebenen Zeitraum auf der Verpackung der Blumensamen. Je nach Mischung ist hier genau angegeben, wann Sie Ihre Blumenwiese säen sollten. Oder werfen Sie doch mal einen Blick in unseren Aussaatkalender für Gemüse, Blumen und Kräuter.

Die 10 besten Wildblumen für Bienen und Schmetterlinge

Um Ihre Blumenwiese nicht nur fürs Auge, sondern auch für kleine Besucher ansprechend zu gestalten, sollten Sie auf die ganz bestimmte Sorten setzen. Deren Blüten locken Hummeln, Bienen und Schmetterlinge in Ihren Garten.

  1. Frühlingsadonis (Adonis vernalis)
  2. Echter Eibisch (Althea officinalis)
  3. Kornrade (Agrostemma githago)
  4. Färberkamille (Anthemis tinctoria)
  5. Rundblättrige Glockenblume (Campanula rotundifolia)
  6. Wiesenflockenblume (Centaurea jacea)
  7. Wundklee (Anthyllis vulneraria)
  8. Skabiosenflockenblume (Centaurea scabiosa)
  9. Bunte Kronwicke (Coronilla varia)
  10. Natternhopf (Echium vulgare)

Aus Rasenfläche eine Blühwiese machen – das müssen Sie beachten

Um eine möglichst bunte, vielfältige und wilde Magerwiese anzulegen, müssen Sie den Boden für die Pflanzen anpassen. Das klappt mit wenigen Schritten noch diesen Sommer! Alternativ können Sie aber auch die langsame Methode anwenden und die Natur ihre Arbeit selbst erledigen lassen.


Die langsame Variante zur Naturwiese

Wie bereits angekündigt, können Sie eine langsame und dafür weniger aufwendige Methode anwenden. Überlassen Sie dazu den Rasen dem natürlichen Verlauf der Natur. Stellen Sie also das Düngen und Mähen ein. Nur noch wenige Male im Jahr, wenn das Gras sehr hoch steht, schneiden Sie die Wiese und tragen dabei das Schnittgut ab.

Auf natürliche Weise senkt sich so der Nährstoffgehalt im Boden. Gleichzeitig werden sich nach und nach wiesentypische Kräuter und Blumen ansiedeln. Allerdings kann dieser Prozess mehrere Jahre dauern.


Der schnelle Weg fürs Blumenwiese anlegen

Für Eilige finden Sie hier die Anleitung zum schnelleren Anlegen einer Blumenwiese:

  1. Tragen Sie vom ausgewählten Rasenstück die komplette Grasnarbe ab.
  2. Nun lockern Sie die obersten zehn bis zwanzig Zentimeter auf und mischen Sie mit Sand. Je nach Beschaffenheit der Erde müssen Sie diese Schicht eventuell auch ganz abtragen und austauschen, damit Sie den nährstoffarmen, durchlässigen Boden erhalten, den die Blumenwiese braucht.
  3. Geben Sie dem Boden zwei Tage Zeit, um sich zu setzen.
  4. Schließlich wird es Zeit, die Samen zu säen. Streuen Sie maximal fünf Gramm Saatgut pro Quadratmeter. Auch ein Gramm reicht oft schon aus.
  5. Nach dem Sähen harken Sie das Saatgut ein.
  6. Schließlich sollten Sie die Blumensamen mithilfe einer Rasenwalze noch sanft in den Boden drücken.
  7. Achten Sie darauf, die Blühwiese ab diesem Zeitpunkt nicht mehr zu betreten und wässern Sie den Boden regelmäßig.

Tipps: Wie Sie Ihre Wildblumenwiese richtig pflegen und mähen

Spätestens nach fünf Wochen können Sie sich über die ersten Wildblumen freuen, die bis in den Herbst zu unterschiedlichen Zeiten blühen werden. Achten Sie darauf, die Blumenwiese nicht zu düngen und auch nicht zu gießen! Schließlich wachsen die zarten Pflanzen besser, wenn der Boden nicht zu feucht oder nährstoffreich ist. Anderenfalls werden Sie von anderen Gräsern verdrängt.

Wiederum zehn Wochen nach der Aussaat wird es Zeit, zum ersten Mal zum Rasenmäher zu greifen. Dadurch bekämpfen Sie vor allem Unkräuter, die den anderen Pflanzen ihren Platz rauben. Dabei werden zwar auch die bunten Blumen gemäht, aber diese erholen sich schnell wieder und wachsen noch dichter nach.

Nachdem Sie im Frühjahr ausgesät haben, müssen Sie im Laufe des Sommers noch zwei- bis dreimal mähen, um Unkraut loszuwerden und die Wiesenblumen zu unterstützen. Ein Jahr später reicht aber schon eine einmalige Mahd zwischen Juli und September. In jedem Fall müssen Sie das Schnittgut abharken und kompostieren, damit der Boden nicht zu nährstoffreich wird.

Eine mehrjährige Mischung müssen Sie im folgenden Jahr nicht mehr aussäen. Sollten Sie eine einjährige Mischung gewählt haben, muss der Prozess wiederholt werden. Nun können Sie erst mal Ihre selbst angelegte und ausgesäte Blumenwiese genießen. Wir wünschen Ihnen einen blühenden, bunten, sonnigen und wilden Sommer!


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