Pflanztisch mit verschiedenen Kräutern

Sie veredeln jedes Rezept und lassen sich ganz einfach anpflanzen. Nicht nur im Garten, in einer Kräuterschnecke oder in einem Hochbeet können Kräuter wachsen: Auch auf dem Balkon können Sie ideale Grundlagen schaffen für die aromatischen Pflanzen. Was Sie dazu benötigen? Einen Topf, ein bisschen Erde und das richtige Know-how. Wir haben in diesem Artikel die neun wichtigsten Tipps für Kräuter auf dem Balkon zusammengestellt. So werden Sie schon bald zum 5-Sterne-Koch!

1. Kräuter-ABC: Das sind die besten Kräuter für den Balkon

Balkone eignen sich wunderbar, um Kräuter anzupflanzen. Denn in Töpfen ist es relativ leicht, alle gewünschten Bedingungen zu bieten und die Pflanzen dementsprechend zu pflegen. Vor allem mediterrane Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Kerbel oder Zitronenmelisse bieten sich an. Je nach dem, welche Vorlieben man hat, können Sie zwischen verschiedenen Sorten wählen. So gibt es zum Beispiel beim Basilikum die bekannte Sorte „Genoveser“, die zu Tomaten und Mozzarella am besten passt. Zahlreiche Varianten findet man auch beim Thymian oder bei der Minze. Achten Sie einfach mal auf die Beschreibung des Aromas und wählen Sie die Pflanze, die sich für Sie vom Geschmack her am besten anhört.

Als Hilfe haben wir hier ein Kräuter-ABC zusammengestellt. In diesem finden Sie heraus, für welche Speisen und Getränke sich die jeweiligen Kräuter am besten eignen und was Sie bei der Zubereitung beachten sollten. Fast alle Kräuter und Wildkräuter können außerdem zu einem leckeren Kräuteressig, Kräuteröl oder zu Gewürzsalz verarbeitet und so länger konserviert werden.

Kräuter GerichteWirkung
Basilikum Pasta, Salate, Tomaten, Quark antibakteriell, immunstärkend, beruhigend
Bärlauch Pasta, Salate, Quark, Butter, Pesto antibakteriell, blutreinigend, entgiftend, krampflösend
BohnenkrautSuppen, Eintöpfe, Bohnengerichteverdauungsfördernd, antibakteriell, krampflösend
DillFisch, helle Saucen, Gurkengerichteverdauungsfördernd, appetitanregend, krampflösend
EstragonFisch, Geflügel, Gurkengerichtekrampflösend, entzündungshemmend, antibakteriell
KapuzinerkresseSalate, Pasta, Quark und Butter antibiotisch, pilztötend, schleimlösend
LavendelFleisch, Desserts, Salate, Getränkeantiseptisch, beruhigend, wundheilend, krampflösend
Liebstöckel Suppen, Eintöpfe, Salate, Quark, Butter entzündungshemmend, verdauungsfördernd
Majoran Kartoffelgerichte, Fleisch, Bohnen antibakteriell, schleimlösend, entzündungshemmend
OreganoKartoffeln, Tomaten, Fleisch, Eierspeisen antiseptisch, schmerzstillend, krampflösend
PetersilieQuark, Butter, Salate, Suppen, Gemüseentwässernd, harntreibend, entgiftend, blutreinigend
PfefferminzeGetränke, Dessertskrampflösend, verdauungsfördernd
RosmarinFleisch, dunkle Saucen, Kartoffeln schmerzlindernd, verdauungsfördernd, anregend
Salbei Fleisch, Pasta, Gemüseantibakteriell, antiviral, desinfizierend
Schnittlauch Pfifferlinge, Eierspeise, Quark, Butterentzündungshemmend, blutreinigend, harntreibend
ThymianFleisch, dunkle Saucen, Kartoffeln schleimlösend, schmerzlindernd, pilztötend
ZitronenmelisseFisch, helle Saucen, Desserts, Getränke beruhigend, verdauungsfördernd

2. Ein passendes Gefäß für die Kräuter finden

Geben Sie Ihren Kräutern genügend Platz! Nur so können die aromatischen Pflanzen ihre Wurzeln ausbreiten und ordentlich wachsen. Zur Orientierung: Wählen Sie Töpfe mit einem Durchmesser von mindestens 15 bis 20 Zentimeter oder Balkonkästen in der Standardgröße. Bei kleineren Kräutern, wie z.B. Salbei oder Giersch, reichen auch Gefäße mit fünf Litern Fassungsvermögen. Mischpflanzen hingegen brauchen einen 10 bis 15 Liter Topf oder Kübel. 

3. Den Kräutern den richtigen Standort geben

Viele Küchenkräuter stammen ursprünglich aus dem mediterranen Raum, deshalb brauchen sie viel Sonne. Die „Sonnenanbeter“ unter den Kräutern sind Oregano, Rosmarin, Thymian, Majoran, Salbei und Lavendel. Diese wachsen also am besten auf dem Südbalkon, da hier über den Tag am meisten Sonne verfügbar ist. Zeigt der Balkon nach Osten oder Westen, sollten Sie lieber zu Petersilie, Kerbel, Kresse, Minze oder Schnittlauch greifen. Auch Wildkräuter wie Bärlauch oder Giersch eignen sich für einen halbschattigen Standort.

Wenn Sie einen Nordbalkon besitzen, gibt es nur wenige Kräuter, die zur Auswahl stehen: Achten Sie beim Kauf auf die Bezeichnung Schattenkräuter. So eignen sich unter anderen z.B. Brunnenkresse oder Knoblauchrauke. Ansonsten können Sie für den Nordbalkon auch zu robusten Pflanzen greifen oder die Kräuter ganz einfach auf einen sonnenzugewandten Fensterplatz stellen.

Kräuter im Schatten

4. Grundlage bilden mit Kräuter-Substraten und Erde

Bevor Ihre Kräuter im Topf Platz finden, sollte dieser mit guter Erde und einem geeigneten Substrat befüllt werden. Für die Erde kann eine handelsübliche Kräutererde verwendet werden. Diese besteht meist aus Torf und eigenen beigemischten Düngern. Allerdings benötigen einige Kräuter zusätzlich noch ein Substrat. Dazu gehören mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Lavendel oder Bohnenkraut, die einen eher sandigen und durchlässigen Boden bevorzugen und in einer normalen Mischung nicht wachsen können.

Bevor Sie aber die Gefäße mit einem geeigneten Substrat befüllen, sollten Sie in jedem Fall auf eine Drainageschicht achten. So können Gieß- und Regenwasser gut abfließen. Als Drainage eignen sich Kies, Blähton oder Tonscherben oder eine Mischung daraus. Beim Substrat gilt: Achten Sie beim Kauf genau auf die Ansprüche des Bodens! Wie wir schon wissen, brauchen mediterrane Kräuter unbedingt durchlässige Erde, in der das Wasser schnell abfließen kann und die nicht zu nährstoffreich ist. Mischen Sie daher Sand und Splitt in die Erde.

5. Wasser bitte – Bewässerung der Kräuter

Alle Küchenkräuter haben verschiedene Vorlieben, was die Wassermenge betrifft. Grundsätzlich gilt: Gießen Sie mediterrane Sorten eher seltener. Ein- bis zweimal in der Woche reicht und am besten gießen Sie morgens oder abends. Einen etwas feuchteren Boden brauchen Melisse, Petersilie, Schnittlauch, Liebstöckel und Pfefferminze, diese sollten Sie also täglich oder alle zwei Tage gießen – je nachdem, wie sonnig und warm es gerade ist. Aber auch hier gibt es Unterschiede: Während die klassische Pfefferminze beispielsweise einen stets feuchten Boden benötigt, vertragen die verschiedenen Sorten der Frucht-Minzen auch mal Trockenheit.

Gartenschlauch an einem kleinen Beet

6. So düngen Sie Kräuter auf dem Balkon richtig

Während der Ruhephase von Oktober bis zum Frühjahr brauchen Sie die Kräuter auf dem Balkon in der Regel nicht düngen. Zur Gartensaison können Sie aber, je nach Bedarf der Kräuter, einen organischen Langzeitdünger einsetzen. Alle wichtigen Tipps im Überblick:

  • Standortvorlieben der Kräuter unbedingt beachten: Ein Blick auf die Hinweise auf der Aussaatanleitung oder bei frischen Pflanzen auf das Etikett lohnt sich!
  • Viele mediterrane Kräuter wie Bohnenkraut, Thymian, Oregano, Rosmarin, Salbei oder Ysop benötigen verhältnismäßig wenig Dünger.
  • Typische heimische Kräuter wie Bärlauch, Brunnenkresse, Löwenzahn, Spitzwegerich oder Sauerampfer haben einen höheren Nährstoffbedarf und sollten alle vier bis acht Wochen gedüngt werden.

7. Schnitt: So wachsen Kräuter besser

Wenn Sie Halbsträucher wie Gartensalbei, Lavendel oder Rosmarin angepflanzt haben, die zum Verholzen neigen, sollten Sie die Triebe des vergangenen Jahres im Frühjahr um etwa die Hälfte zurückzuschneiden. Auch Thymian können Sie im Frühjahr etwas stutzen, um den Austrieb zu fördern. Auch rasch wachsende Sträucher wie die Zitronenverbene bleiben schöner, wenn man sie jährlich an den Trieben kappt. Beim Basilikum sollten Sie zur Ernte nicht nur die Blätter abzupfen, sondern gleich die Stängel mit abschneiden. So werden laufend neue Triebe gebildet!

Mit Gartenschere Pfefferminze schneiden

8. Überwinterung der Kräuterpflanzen

Wenn es kalt draußen wird, machen die meisten Küchenkräuter leider schlapp. Bis zum Herbst können sie noch geerntet werden, aber danach sterben sie ab. Es gibt allerdings auch dauerhafte Kräuterstauden, die den Winter gut überstehen. Lavendel, Salbei und Rosmarin gehören zu diesen und benötigen lediglich einen Schutz gegen die Kälte, damit die Erde nicht einfriert und die Wurzeln nicht beschädigt werden. Deshalb sollten Sie Töpfe, die während der kalten Jahreszeit draußen bleiben, auf eine Styroporplatte stellen und mit einem Jutesack ummanteln. Ebenfalls sollten Sie die Zwischenräume damit auskleiden und die Kräuter zusätzlich mit etwas Reisig abdecken. Das Gießen der Pflanzen ist im Winter nicht notwendig.

Jutesack zum Überwintern

Im Frühjahr sollten Sie die Kräuter dann einmal umtopfen und etwas zurückschneiden. Alle restlichen Kräuter, die dem Frost nicht gewachsen sind, sollten im Spätherbst nach drinnen geholt und an einen hellen Platz gestellt werden.

Diese Kräuter sind winterhart:

  • Bärlauch
  • Currykraut (bis -8 °C)
  • Estragon
  • Goldmelisse
  • Jiaogulan
  • Lavendel (ältere Pflanzen)
  • Löwenzahn
  • Oregano
  • Petersilie
  • Pfefferminze
  • Salbei (je nach Sorte)
  • Sauerampfer
  • Schnittlauch
  • Thymian
  • Waldmeister
  • Winterbohnenkraut
  • Zitronenmelisse

9. Was tun bei Schädlingen?

Aufgrund ihres hohen Gehalts an ätherischen Ölen sind Kräuter grundsätzlich sehr robust gegenüber Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. Häufig werden sie nur von Schädlingen befallen, wenn es zu viel geregnet hat oder ein Fehler bei der Pflege unterlaufen ist. Aber wie bekommt man wieder gesunde Pflanzen? Mit diesen Tipps funktioniert es:

  • Spinnmilben: Diese können bei langanhaltender Trockenheit und Hitze auftreten. Am besten die Schädlinge mit Wasser oder einer Seifenlösung abspülen.
  • Blattläuse: Mit einem Tuch abstreifen oder durch das Bespritzen mit einem Wasserstrahl entfernen.
  • Weiße Fliege: Treten bei heißer oder trockener Witterung auf. Das Besprühen mit Brennnesseljauche hilft dagegen.
  • Rost: Diese Pilzerkrankung trifft häufig bei Schnittlauch auf, kann aber mit dem regelmäßigen Abschneiden der Triebe vorgebeugt werden.

Lese-Tipp: Weitere tolle Inspirationen und Ideen für Pflanzen auf dem Balkon lesen Sie in unserem Artikel über Balkon Bepflanzung.