Blick auf einen Balkon mit einer Bank und einem Hocker

Was eignet sich besser für den Balkon, Klickfliesen oder Dielen? Balkonboden aus Holz oder WPC? Und wie wirkt eigentlich Kunstrasen? Sind Teppiche ein sinnvoller Bodenbelag für den Balkon? Fragen über Fragen! Wir klären Sie rund um das Thema Balkonboden auf und stellen Ihnen die verschiedenen Materialien für den Bodenbelag vor. Nützliche Tipps zum Boden verlegen gibt’s außerdem in diesem Artikel. Viel Spaß beim Inspirieren lassen!  

Balkonboden aus Holz

Spezielle Terrassendielen müssen natürlich Outdoor tauglich sein, sowie Nässe, Kälte, Hitze und UV-Strahlung standhalten. Meist werden dafür tropische Harthölzer wie Bambus, Bangkirai, Bilinga, Cupiuba, Cumaru, Bongossi, Garapa, Massaranduba und Ipe verwendet. Aber auch einheimische Harthölzer wie Eiche, oder heimische Nadelhölzer wie Douglasie, Sibirische Lärche und Nordische Lärche können benutzt werden. Alternativ eignet sich auch wärmebehandeltes Thermoholz aus Esche oder Kiefer.

Vorteile:

  • Optisch besonders ansprechend
  • Bei direkter Sonneneinstrahlung barfuß begehbar
  • Langlebig, witterungsbeständig und widerstandsfähig
  • Nach Maß bestellbar

Nachteile:

  • Verletzungsgefahr durch Splitter
  • Exotische Harthölzer haben leider keine gute Ökobilanz
  • Im Vergleich zu anderen Böden ist das DIY-Verlegen etwas aufwändiger

Wie werden Terrassendielen verlegt?

  1. Untergrund vorbereiten

    Die Terrassendielen brauchen einen festen, verdichteten und frostsicheren Untergrund. Legen Sie jetzt schon das nötige Gefälle an, damit später das Wasser leicht ablaufen kann.

  2. Unterkonstruktion bauen

    Es ist ratsam für die Unterkonstruktion und die Terrassendielen ein und dieselbe Holzart zu verwenden. So verhält sich beides nämlich gleich. Achten Sie außerdem auf den richtigen Abstand zwischen Unterkonstruktionssträngen. Bei zu weitem Abstand biegen sich die Dielen, oder könnten reißen und schließlich brechen.
    Die Faustregel lautet bei bis zu 21 Millimeter Dielenstärke halten Sie maximal 40 Zentimeter Achs-Abstand. Bis 25 Millimeter verlegen Sie mit maximal 50 Zentimeter Achs-Abstand und über 25 Millimeter können Sie sogar maximal 60 Zentimeter Achs-Abstand einhalten.

  3. Dielen verlegen

    Spätestens jetzt sollten Sie ein Gefälle von 1 bis 2 Prozent anlegen. Ihr Balkon sollte später auf keinen Fall unter Wasser stehen. Zur Hauswand planen Sie 20 Millimetern Abstand ein. Das ist deshalb wichtig, weil Sie für einen Holzboden eine Hinterlüftung brauchen und ihm Spielraum geben müssen, um sich auszudehnen. Nun können Sie beginnen die Holzdielen im rechten Winkel vom Haus weglaufend zu verlegen. Alternativ können Sie natürlich auch Holzfliesen wählen, die sich ganz easy per Klicksystem verlegen lassen.

WPC als Bodenbelag

WPC steht für “Wood Plastic Composite”. Der Kunststoff ahmt zwar optisch Holzböden nach, unterscheidet sich aber in den meisten weiteren Punkten von dem Naturmaterial.

Vorteile:

  • Rutschfest und splitterfrei
  • Optik kommt Holz sehr nahe
  • Witterungsbeständiger als echtes Holz
  • Pflegeleicht
  • Als Hohlkammer und Vollprofil möglich
  • Günstiger als Echtholz

Nachteile:

  • Heizt sich bei Sonneneinstrahlung stark auf
  • Großes Ausdehnungs- und Schwundverhalten
  • Nicht besonders nachhaltig

Wie werden WPC-Dielen verlegt?

Sie können mit den WPC-Dielen gleich vorgehen wie mit echten Holzdielen. Achten Sie auf das leichte Gefälle, bauen Sie eine Unterkonstruktion und verschrauben Sie darauf die Dielen.

Alu-Dielen als Boden für den Balkon

Der Alu-Look wirkt besonders cool und modern. Fans von eleganten City-Rooftop-Bars können den Stil Zuhause nachempfinden, mit einem selbst angelegten Alu-Dielen-Boden. Wenn Sie sich für den Look entscheiden, achten Sie darauf mit Textilien und einigen warmen Farbtupfern für Gemütlichkeit zu sorgen. Ein Balkon mit Alu-Boden und Gartenmöbeln in kühlem kantigen Design wirkt sonst eher unfreundlich als einladend.

Vorteile:

  • Besonders leicht zu reinigen
  • Geruchsneutral und hygienisch
  • Unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen
  • Heizt sich kaum auf
  • Bleicht nicht aus
  • Resistent gegen Feuchtigkeit
  • Aluminium-Produkte sind recycelbar

Nachteile:

  • Schlechte Umweltbilanz in der Herstellung
  • Alu-Dielen können in Härte und Formstabilität nicht mit hochpreisigeren mithalten

Wie werden Alu-Dielen verlegt?

Ähnlich wie bei den bisher genannten Bodenbelägen für die Terrasse brauchen Sie auch für den Aluboden zunächst einen Unterbau. Am besten konstruieren Sie diese auch aus Aluminium. Oder Sie bauen Stelzlager unter den Aluminiumboden. Darauf verlegen Sie schließlich die Alu-Dielen. Am einfachsten gestaltet sich dies mit Dielen mit Klicksystem.

Terrassenplatten als Bodenbelag

Terrassenplatten sind entweder aus Naturstein, Beton oder Keramik erhältlich. Je nach Material bringen Sie schließlich ganz unterschiedliche Vorteile mit sich. Dazu zählt zum Beispiel, dass Betonplatten oder Keramik sich deutlich leichter verlegen lassen.

Vorteile:

  • Naturstein ist frostsicher, robust, langlebig, wetterfest und hat eine natürliche Farbechtheit
  • Keramikplatten sind leicht zu reinigen, ebenso langlebig und wetterfest und können in Mosaikmustern verlegt werden
  • Auch Betonplatten sind robust, belastbar, frostsicher und langlebig, dabei aber günstiger

Nachteile:

  • Naturstein ist rau und unregelmäßig, was beim Verlegen berücksichtigt werden muss
  • Keramikplatten können manchmal nicht rutschfest sein
  • Betonplatten sind häufig weniger stabil als Stein- oder Keramikplatten und könnten im Laufe der Zeit verrutschen

Wie werden Terrassenplatten verlegt?

  1. Wie immer bereiten Sie zunächst den Untergrund vor, reinigen ihn, spachteln Löcher und Risse zu und sorgen für das richtige Ablaufgefälle.
  2. Dichten Sie den Balkonboden mit Dichtschlämme, Bitumen, Spezialfolie oder Flüssigkunststoff ab.
  3. Terrassenplatten verlegen Sie am besten auf Stelzlager. Legen Sie also zunächst entsprechend der Platten den passenden Untergrund an. Für 40 x 40 cm große Balkonplatten rechnen Sie mit Stelzlagern von 12,5 cm Lagerdurchmesser. Bei großen 50 x 50 cm Platten brauchen Sie 15,0 cm große Stelzlager.

Klickfliesen für die Mietwohnung

Mit einem Klick montiert und mit noch einem Klick wieder gelöst, sind sie die perfekte Lösung für Balkone in Mietwohnungen. Klickfliesen in unterschiedlichen Materialien geben Mietern die Möglichkeit Ihrem Balkon ein schnelles und einfaches Update zu verpassen.

Vorteile:

  • Besonders leicht zu verlegen und auch wieder zu entfernen
  • Robust und haltbar
  • Verschiedene Materialen sind in Form von Klickfliesen erhältlich – zum Beispiel Holz oder WPC
  • Sie brauchen kein Werkzeug oder Schrauben
  • Sie müssen keinen Unterbau verlegen

Nachteile:

  • Je nach Material können sie sich in der Sonne sehr schnell aufheizen
  • Manche Materialien sind wesentlich pflegebedürftiger als andere

Wie werden Klickfliesen verlegt?

Die Fliesen sind schon auf einen witterungsfesten Kunststoffträger geschraubt, sodass Sie nur noch mit dem simplen Klicksystem zusammengesteckt werden müssen.

Pflastersteine als Boden des Balkons

Unter Betonwerkstein fasst man Pflastersteine oder Platten aus Sand, Kies und Zement zusammen. Alternativ gibt es unregelmäßige und kleinformatige Pflastersteine aus Naturstein oder auch Pflasterklinker.

Vorteile:

  • Sehr formstabil
  • Besonders witterungsresistent
  • Rutschfest
  • Langlebig
  • Pflegeleicht

Nachteile:

  • Meist für den Balkon zu schwer
  • Im Vergleich zu anderen Bodenbelägen recht teuer

Wie werden Pflastersteine verlegt?

Stellen Sie sicher, dass der Untergrund sorgfältig gereinigt und vorbereitet ist. Das heißt gegebenenfalls müssen Sie die Oberfläche abschleifen und Löcher und Risse mit Mörtel verschließen. In jedem Fall sollten Sie das Gefälle von 1 % bis 2 % prüfen und bei Bedarf mit Estrich herstellen.

Nach der Prüfung und der Vorbereitung, können Sie die Platten entweder auf Stelzlager, Mörtelsäckchen, ein Kiesbett oder auf eine Kombination mit Kies- und Sandbett legen. Beginnen Sie immer an der Hauswand und arbeiten sich über den ganzen Balkon vor.

Keramik für den Outdoor Balkon

Outdoorfliesen aus Keramik sind inzwischen zu echten Klassikern für Balkon, Terrasse und Garten geworden. Nicht umsonst, denn das Material bringt einige Vorteile mit sich.

Vorteile:

  • Sie bieten eine große Auswahl an Farben und Strukturen
  • Pflegeleicht und leicht zu reinigen

Nachteile:

  • Nicht besonders frostbeständig
  • Nur auf Stelzlagern langlebig und witterungsbeständig
  • Heizen sich schnell auf

Wie wird Keramikboden verlegt?

Bei Keramik gilt es folgende Schwierigkeiten zu berücksichtigen, damit das Material geschützt gegen Frost lange erhalten bleibt. Baustoffe und Baumaterialien dehnen sich bei Wärme aus. Bei Kälte ziehen sie sich zusammen. Fliesen und Mörtel müssen zwischen Hochsommer und tiefstem Winter Temperatur-Unterschiede von bis zu 80 Grad standhalten.

Durch das natürliche Ausdehnungs- und Schwundverhalten von Fliesen bilden sich feine Haarrisse im Boden. Dadurch kann Wasser eindringen, das dann im Winter gefriert, sich ausdehnt und die Risse auseinandertreibt. Erst brechen so die Fugen auf schließlich platzt der Balkonbelag und der Balkon wird undicht. Dieser Effekt lässt sich mit der richtigen Technik beim Verlegen vermeiden.

Zunächst brauchen Sie das übliche ausreichende Gefälle, damit Wasser ablaufen kann. Verlegen Sie zudem Dachfolie in Richtung des Gefälles. Und dichten Sie die Folienkanten Dichtungsmasse ab. Darauf bauen Sie zunächst Stelzlager auf und verlegen darüber die Keramikfliesen. Dadurch entsteht eine gleichmäßige Fugenbreite und die Platten liegen nicht direkt auf der Dachfolien-Abdeckung. Regenwasser kann zwischen Plattenbelag und Folienabdeckung ablaufen.

Teppiche und Kunstrasen als Balkonboden

Eigentlich stehen Outdoorteppiche nicht im direkten Vergleich mit den weiteren Balkonböden. Sie sind eher Dekorobjekt als Bodenbelag. Das bedeutet aber auch, dass sie schnell und einfach austauschbar sind und nicht aufwändig verlegt werden müssen. Je nach Geschmack können Sie Ihren Teppich öfter wechseln und darunter einen weniger schönen Boden verstecken.

Vorteile:

  • Bodenbelag ist bunt und bietet viele Möglichkeiten fürs Styling
  • Weiches Gefühl unter den Füßen
  • Stoffe sind UV-beständig
  • Kunstrasen ist nach Maß erhältlich
  • Robust und wiederstandfähig
  • Rutschfest

Nachteile:

  • Kunstrasen kann sich schnell aufheizen
  • Outdoorteppiche haben Standartgrößen und müssen passend zur Größe des Balkons erst gesucht werden
  • Nicht ganz so wetterbeständig und langlebig wie harte Bodenbeläge
  • Aufwändige Reinigung

Wie wird Kunstrasen verlegt?

  1. Schritt: Als Basis brauchen Sie einen glatten Untergrund. Leeren und reinigen Sie Ihren Balkon.
  2. Schritt: Glätten sie Unebenheiten damit der Rasen später nicht zur Stolperfalle wird.
  3. Schritt: Achten Sie darauf, dass der Boden trocken ist. Messen Sie ihn aus und schneiden Sie den Rasen schon mal grob zu. Lassen Sie dabei aber ein paar Zentimeter Spielraum.
  4. Schritt: Rollen Sie die Rasenbahnen von dem einen Ende des Balkons zum anderen aus. Überschüssige Reste können Sie mit einem Messer einfach abschneiden. Zwischen den Bahnen darf keine Kluft entstehen.
  5. Schritt: Nun verkleben Sie die Kanten der Kunstrasenbahnen miteinander. Lassen Sie ihn mindestens für eine Stunde trocken.
  6. Schritt: Schließlich fixieren Sie die Rasenfläche mit Ankern.

Welcher Balkonboden eignet sich für Mietwohnungen?

Bedenken Sie, dass der Balkon Teil der Mietsache ist. Hier gilt also: Möblierung ist erlaubt, nur darf die äußere optische Erscheinung des Hauses nicht verändert werden. Das betrifft auch Markisen oder einen eingebauten Sichtschutz. Ansonsten darf der Vermieter einschreiten und hätte somit sogar einen Kündigungsgrund.

Wenn Sie den Fußboden ihres Balkons verändern möchten, gilt als erster Schritt: Informieren Sie Ihren Vermieter und klären Sie, ob er damit einverstanden ist.

Grundsätzlich sind Sie aber immer auf der sicheren Seite, wenn Sie Klickfliesen verlegen. Davon trägt der Untergrund keinen Schaden davon. Die Fliesen sind schnell und einfach verlegt und genauso schnell wieder abgebaut. Zudem sind die Klicksysteme in verschiedensten Materialien, Größen und Farben erhältlich. Zum Beispiel bilden Holzfliesen eine optisch sehr schöne Lösung. Sie schaffen sofort mehr Gemütlichkeit und Komfort auf einem kalten Steinboden.