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David Chipperfield ist hauptsächlich als Architekt bewegender Museumsbauten bekannt, aber er hat sich auch bei einigen ausgewählten Gelegenheiten dem Design gewidmet. Diese seltenen Kunstwerke sind dafür umso besonderer und beeindruckender.


„Architektur sollte einen bewegen, weshalb Charakter wichtig ist, denn wir müssen aufpassen, nicht einfach ausdruckslose Produkte zu erschaffen“ – David Chipperfield

David Chipperfield: Leben

David Chipperfield wurde 1953 in England als Sohn von Farmern geboren und wuchs auf einem Bauernhof auf. Seine Jugend dort hat ihn nachhaltig geprägt und findet sich bis heute in der Integrität und Solidität seiner Werke wieder.

David Chipperfield wurde aufgrund seiner künstlerischen Begabung von einem Lehrer in Richtung Architektur gelenkt, und bewährte sich bei dem Umbau von Ferienwohnungen auf dem Hof seiner Eltern. So konnte er sein Architekturstudium an der Kingston University in London beginnen, wechselte aber dann zur renommierten unabhängigen Schule der Architectural Association.

Nach seinem Abschluss 1977 arbeitete er zuerst in anderen Architekturbüros, bevor er sich 1984 mit David Chipperfield Architects selbständig machte. Heute unterhält er Büros in London, Berlin, Mailand und Shanghai, ist aber bei allen Projekten stets selbst involviert.

David Chipperfield hat durch kleinere Projekte in England zuerst auf sich und seinen elementar modernen Stil aufmerksam gemacht, darunter ein Shop für Issey Miyake in der Londoner Sloane Street. Er selbst war in dieser Zeit begeisterter Träger zeitgenössischer japanischer Modelabels.

Der Durchbruch gelang David Chipperfield 1989 mit dem River and Rowing Museum in Henley-on-Thames, Oxfordshire, aus Glas und Beton mit einer Verkleidung aus frischer Eiche, das 1998 eröffnet wurde und wichtige Preise gewann. Seitdem ist Chipperfield international tätig und beeindruckt vor allem mit seinen Museumsbauten.

Bei all diesen Projekten hat David Chipperfield gezeigt, was es heißt, Gebäude zu bauen, die sich perfekt den Anforderungen stellen, in ihre Umgebung fügen, und trotzdem zeitgenössische, faszinierende Architektur darstellen.

David Chipperfield lehrt als Gastprofessor an mehreren Universitäten, wie zum Beispiel der Graduate School of Design der Harvard Universität, Staatlichen Akademie der Bildenen Künste in Stuttgart und am Mies-van-der-Rohe-Lehrstuhl der Escola Tècnica Superior d’Arquitectura in Barcelona.

David Chipperfield: Werk

David Chipperfield konzentriert sich in seiner Arbeit auf die Bedürfnisse des Projektes. Dazu gehört nicht nur die optimale Performance in der eigentümlichen Funktion des Gebäudes, sondern auch die Passgenauigkeit in die Umgebung und die Tradition, in der das Werk steht. Den Bedürfnissen der Auftraggeber muss für David Chipperfield ideal entsprochen werden, aber auch die Mitarbeiter an den Projekten können ihre eigene Leistung einfließen lassen und verwirklichen. Deshalb entsteht das, was David Chipperfield „Arbeiten im Dialog“ nennt und was am Ende Gebäude hervorbringt, die in ihrem Ganzen mehr sind als die Summe ihrer Teile und jedem das Gefühl geben „sein“ Gebäude zu sein.

David Chipperfields Projekte sind monumental, ohne schwer zu sein, selbstbewusst, ohne rücksichtslos zu sein und minimalistisch und modern, ohne kalt und leer zu sein. Auch wenn sie selbst den Betrachter rühren und bewegen, sind sie nicht aufregend im Sinne von beunruhigend, sondern vermitteln Gefühle der tiefen Ruhe, Sicherheit und Zuverlässigkeit. Denn Schönheit braucht nicht unbedingt Glanz und Glitzer.

David Chipperfield: Most Loved

Die Projekte, derer sich David Chipperfield und David Chipperfield Architects angenommen haben, sind zahlreich und jedes hat seinen eigenen Zauber. Trotzdem haben wir unsere most loved zusammengestellt, sortiert nach Datum des Entwurfbeginns.

Architektur:

• 1997: Neues Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Deutschland, fertiggestellt 2009.
• 1999: FiggeArt Museum in Iowa, USA, fertig 2005.
• 2000: Wohnungskomplex Villaverde in Madrid, Spanien, fertig 2005.
• 2001: BBC Studio Pacific Quay in Glasgow, Schottland, fertig 2007.
• 2002: Literaturmuseum der Moderne, Literaturarchiv Marbach, Deutschland, fertig 2006.
• 2003: Liangzhu Kulturmuseum in Hangzhou, China, fertig 2007.
• 2003: Anchorage Museum, Rasmuson Center, in Alaska, USA, fertig 2009.
• 2007: Kivik Art Centre Pavillon, in Österlen, Schweden, fertig 2008.
• 2007: Kunstmuseum Folkwang in Essen, Deutschland, fertig 2010.
• 2011: Kunstgalerie Hepworth Wakefield, West Yorkshire, UK, fertig 2011.

Interior Design:

• Aufbewahrungs-Serie Mass für Cassina, 2006-2009.
• Geschirr Tonale für Alessi, 2007-2009.
• Santiago Besteck für Alessi, 2009.
• Tischlampe w102 LED für Wästberg, 2010.
• Klappstuhl Piana für Alessi, 2011.
• Aufbewahrungs-Serie Mass für Cassina 2010

Gerade, weil David Chipperfield Projekte gekonnt die bereits bestehenden Geister eines Gebäudes aufnehmen und versöhnen, kommt ihre Qualität besonders bei Museumsbauten so zum Ausdruck. Doch nicht nur Museen sollten rücksichtsvoll und schön zugleich sein, unsere Welt wäre insgesamt viel ästhetischer, wenn auch andere Bauten die Schönheit ihrer Umgebung und Situation verkörpern und fortsetzen würden, anstatt sie zu überbieten und zu zerstören.

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